23 Comments
  • Eddi
    Oktober 31, 2012

    Lieber Bruder HPM,

    das ist ein sehr deutlicher Vortrag.

    Bei dem Begriff „geistige Nahrung austeilen“ fällt mir immer so eine Filmszene ein aus Crocodile Dundee Teil 2, wo Mick mit einer Konservenbüchse wirft um einen Handtaschendieb zu stoppen. Wirklich, genau so empfinde ich das: die WTG wirft einem die Konserven hinterher, es ist auch hart, getroffen zu werden, aber das hat nichts mit satt werden zu tun und schon gar nicht mit Genuss. Aber es ist lange haltbar.

    Ich wünsche allen eine gute Nacht
    Eddi

  • Edelmuth
    Oktober 31, 2012

    Guten Morgen H.P.M.

    Du hast wieder einen sehr aufschlussreichen Beitrag geschrieben. Deine anhand der Bibel untermauerten Argumente sind sehr überzeugend und sollten den Brüdern in der Versammlung bekannt gemacht werden. Damit können wir die LK in unseren Herzen vom Thron Jesus stürzen, denn sie wird nur so lange durch den Gehorsam, der Jehova gebührt, angebetet, so lange die Brüder sie verherrlichen.

    Beachten wir auch, dass dein Beitrag allen Christen gilt, denn alle Kirchen haben einen Klerus, der festlegt, was geglaubt und gelehrt wird. Der Papst, der die Rolle der LK der katholischen Kirche einnimmt, wie auch die Apostel der NAK oder die Oberen der STA oder anderer Kirche, sie alle nehmen zu Unrecht die Position einer Leitenden Körperschaft ein. Sogar bei den Ernsten Bibelforschern, die bekanntlich gegen jede Art organisierter Religionen sind, legt jemand die Glaubensinhalte fest. Sie alle berufen sich zu Unrecht auf die Bibel und versuchen die Herrlichkeit Gottes durch ihren eingeforderten Gehorsam einzunehmen.

    Kein gläubiger Christ kann ernsthaft gegen die Bibel, Gottes Wort, argumentieren.

    Ede

  • Dennis
    Oktober 31, 2012

    Hallo Edelmuth,

    im Grundsatz hast du bis natürlich recht, was Autoritäten und oberste Instanzen bei anderen Religionen betrifft.

    Man sollte aber m.E. hier unterscheiden. So weit mir bekannt ist, braucht ein Gläubiger der von dir genannten Gemeinschaften keinen Ausschluss fürchten oder ein Rechtskomitee, wenn er sich kritisch zu Lehrinhalten oder zur Führungen seiner Religion äußert. Bei der kath. Kirche und der NAK weiß ich das ganz sicher. Die STA ist auch keine strenge Gemeinschaft, nach allem was ich gelesen haben.

    Von daher ist die WTG im Vergleich absolut unnachgiebig.

    LG
    Dennis

  • Edelmuth
    Oktober 31, 2012

    Guten Abend Dennis

    Ob man einen Ausschluss fürchten muss, wenn man mit den Glaubensgrundsätzen nicht einig geht und die Gemeinschaft ohnehin verlassen will? Sicherlich mag es andere Gründe geben Gemeinschaft mit den Brüdern zu pflegen.

    Ein fehlender Ausschluss, obwohl biblische Gründe gegeben sind, sollte nicht unbedingt als Toleranz und Mitgefühl missverstanden werden. Für einen Verbrecher wie Adolf Hitler Verständnis und Mitgefühl zu entwickeln geht wirklich an der Realität vorbei. Trotzdem war dieser Menschen Zeit seines Lebens Katholik und wurde nicht ausgeschlossen.

    Den fehlenden Ausschluss bei biblischen Gründen sehe ich eher als mangelnde Ernsthaftigkeit sowohl gegenüber Jehova als auch gegenüber des Sünders.

    Damit will ich keinesfalls zum Ausdruck bringen, dass ich die Ausschlusspraxis des Sklaven richtig und die Babylons der Großen falsch finde. Es sollte stärker differenziert werden. In keinem Fall aber darf sie dazu missbraucht werden, um unliebsame Kritiker los zu werden.

    Ede

  • Matthäus
    Oktober 31, 2012

    Aber genau dieser Mißbrauch wird Hundert und Tausendfach angewandt! Wieviele möchten nur für die Wahrheit der Bibel oder jener Worte eintreten die Jesus verlangt/lehrt.

    Jeder der hier mitmacht ob aktiv als Aufseher oder passiv als Bruder in den Versammlungen indem er solche lt. Anordnung hasst, macht sich zu einem Kind des Teufels. Siehe 1. Joh. Kap.3

    lg. Matthäus

  • Matthäus
    Oktober 31, 2012

    Dazu ein Beleg:

    w00 15. 2. S. 29 Kyrillos Lukaris — Ein Mann, dem die
    Bibel lieb und teuer war

    Sie brachten mit aller Gewalt eine Stimme zum
    Schweigen, die auf verschiedene Irrtümer ihrer
    unbiblischen Glaubensansichten aufmerksam gemacht
    hatte. … Leider tritt eine solche Haltung noch heute in
    verschiedenen Formen zutage. Dies ist ein
    ernüchterndes Beispiel dafür, was geschieht, wenn
    Geistliche Intrigen spinnen, die die Gedankenfreiheit
    und die freie Meinungsäußerung behindern.

    Selbst handeln sie genauso wie hier beschrieben!

    Oder stand das nicht im WT?

    w96 15. 6. S. 21 Abs. 14 Segnungen oder
    Flüche — Vorbilder für uns heute ***

    Heute werden einige Personen zu Murrenden, weil sie zulassen, dass sich in ihrem Herzen eine geistig zersetzende
    Einstellung entwickelt. … Das Murren und Klagen kann bei ihnen sogar so weit gehen, dass sie Veröffentlichungen des ‘treuen
    Sklaven’ kritisieren.

  • Eddi
    Oktober 31, 2012

    Guten Abend Ede,

    du fragst, ob man tatsächlich einen Ausschluss fürchten muss, wenn man sowieso nicht mehr mit den Glaubensgrundsätzen einig geht und die Gemeinschaft verlassen möchte.

    Lass es mich mal so verdeutlichen: Du hast eine wunderschöne Torte mit 16 Teilen. Aber 2 Stück musst du wegwerfen, weil gerade, als du fertig warst, eine Fliege ihre Notlandung auf diesen 2 Stücken üben musste. Würdest du die andern 14 Teile jetzt auch gleich wegwerfen?

    Auch wenn man mit den 2 Teilen aus meinem Beispiel nicht einverstanden ist, so bieten die 14 Teile doch eigentlich viel mehr Gemeinsamkeiten. Aber Fakt ist: In der Organisation musst du diese Fliegen mitschlucken oder du bist samt der 14 guten Stücke draußen. Und wenn man ständig gedemütigt wird, weil man die 2 Stücke mit Fliege nicht mag, dann geht man besser, bevor man sich den Magen verdirbt.

    Hätten Älteste ein Interesse daran, jemanden „aus dem Feuer zu reißen“, so würden sie nicht ausschließen, wenn es um Zweifel geht. Das widerspricht Judas 22,23, ich nehme zum direkten Vergleich die NWÜ: „22 Fahrt auch fort, einigen, die Zweifel haben, Barmherzigkeit zu erweisen; 23 rettet [sie], indem ihr [sie] aus dem Feuer reißt. Doch erweist anderen weiterhin Barmherzigkeit, und zwar mit Furcht, wobei ihr auch das vom Fleisch beschmutzte innere Kleid haßt“.
    Bibel sagt: Zweifel=Barmherzigkeit, WTG sagt: Zweifel=Ausschluss.

    Ich wünsche dir eine gute Nacht
    Eddi

  • Rico
    Oktober 31, 2012

    Hallo lieber Bruder HPM,

    auch ich möchte dir genau wie Denis loben du hast da wirklich einen guten Vortrag geschrieben leider hält der Satan die meisten Zeugen Jehovas blind das sehe ich auch bei meiner Mum ich hoffe sehr für sie das sie Jehova noch geistig aufwachen lässt bevor es zu spät dafür sein wird aber es ist schon schwer wenn man da als Familienangehöriger da nicht viel tun kann außer mit biblischen Argumenten zu argumentieren aber selber da ist meine Mutter und auch andere ZJ unempfänglich geworden da sie mehr auf dem Wachturm und Erwachet achten als auf das Wort Gottes die Bibel! Ich kann nur für meine Mutter beten und hoffen das sie noch gerettet werden kann weil ich nämlich meine Mutter liebe und sie nicht verlieren möchte! Danke nochmal für diesen Vortrag!

    Ps: Wieso führst du in deinem Vortrag Erwachet vom 1.Januar 2013 an? Wir haben doch erst November 2012! War das ein Versehen oder gibt es dieses Erwachet schon?

    Lg Rico

  • Mamre an Rico
    Oktober 31, 2012

    Lieber Rico,

    schau mal hier bei jw.org und dann
    /files/media_magazines/g_X_201301.pdf

    und wenn Du schon mal dabei bist 😉 , kannst Du die neuesten Nachrichten einsehen: unter /de/nachrichten/nach-region/international/jehovas-zeugen-reorganisieren-zweigbüros/

    Lieben Gruß,

    Mamre

  • Rico
    Oktober 31, 2012

    Hallo Mamre,

    ich danke dir für diesen Link!

    Lg Rico

  • Holger
    Oktober 31, 2012

    Zitat Dennis:
    Sie werden immer weiter resignieren und sich innerlich von dieser Organisation lösen..
    Ich kann da Dennis nur zustimmen. Seit Jahren habe ich einen innerlichen Kampf, ob ich auf der richtigen Spur bin. Zeitweise wird oder fühlt man sich unter Druck gesetzt, ob man das richtige tut. Ich gehe nur noch unregelmäßig zur Verslg.,da nur noch ein PD-Leistungsdenken herrscht. Heuer ist es das erste Mal, das ich kein Bericht abgegeben habe. LG.Holger

  • Joshua
    Oktober 31, 2012

    Hallo Holger,

    ich gratuliere dir zu deiner Entscheidung keinen Bericht mehr abzugeben und so das Leistungsevangelium nicht mehr zu unterstützen. Das Berichtssystem der WTG hat sehr viel Leid und Klassendenken verursacht. Es fördert das Leistungsdenken und entfernt somit vom Christus und der Gnade Gottes.
    Gerne kannst du mir privat schreiben, ich bin im Rhein-Main-Gebiet. Email : Joshuagross68@yahoo.de

    Viele Grüße!
    Joshua

  • Dennis
    Oktober 31, 2012

    Lieber Holger,

    meinen Glückwunsch zu diesem Entschluss. Ich kann Dir sagen, dass es bei mir ein wichtiger Schritt in die geistige Freiheit war, weil man sich selbst und der WTG deutlich macht, dass wir NUR Jehova Rechenschaft schuldig sind. Keiner menschlichen Organisation!

    LG
    Dennis

  • Ruth
    Oktober 31, 2012

    Hallihallo an alle Lieben,erst einmal einen herzlichen Dank an den Bruder HPM , sehr guter Vortragder mir den Mund offen stehen lässt und ich nur sagen kann wow !Nachdem ich den Zusammenkünften den Rücken gekehrt habe fühle ich mich erst richtig frei und weis erst jetzt , nachdem ich hier mitlese, was es bedeutet , das die Wahrheit frei macht und wir nur Jehova Rechenschaft ablegen müssen!Jahrelang habe ich nach der Nase der Ältesten, in meiner Versammlung getantzt und mich ständig nicht gut genug, oder wie ein Heuchler gefühlt weil ich mit deren Meinungen nicht konform ging!Als alleinstehende Schwester mitte 40 wurden mir ständig Hirtenbesuche angekündigt. Einige lies ich über mich ergehen aber dann habe ich gedacht , ne nicht mehr mit mir !Ich ging zu einem Ältesten und sagte ihm das ich das nicht mehr möchte und ich mich unwohl fühle, da sagte er na wenn ich nicht mit den Ältesten zusammenarbeiten will wäre das sehr unklug von mir weil ich ja sonst niemanden hätte?!Manch Ältester wusste wann und wo ich mit meinem Auto wann und wo geparkt habe und ich wurde gefragt was ich dann dort machen würde !Ich sagte ich würde ihm alles Tabelarisch auflisten und es ihm als Bericht einreichen !haha dem blieb auch der Mund offen , weil er das von mir nicht gewohnt war.Auch Abends klingelte es des öffteren an meiner Tür ja nur um zu sehen wie es mir den so geht?!oder wenn ich mal nicht in der Zusammenkunft war , gleich die Frage na wo warts Du denn???du meine Güte ich bin denen doch keine Rechenschaft schuldig , was ich privat mache!Und als ich dann noch verlauten lies , das ich keine Hirtenbesuche mehr wünsche , war der Ofen ganz aus .Falsch, das war da unterstellte man mir ich hätte weltlichen Umgang die mich von der Wahrheit fernzuhalten versuchten.Falsch das war mein eigener Wunsch weil ich mich vor niemandem mehr ,in der Versammlung rechtfertigen wollte aber das haben die nicht verstanden .Ich galt nur als was, wenn ich viele Stunden im Predigtdienst stand ,oder mich efrig an den Zusammenkunftsaktivitäten beteiligte.Aber inzwischen ist das mir egal !Ich gehe da nicht mehr hin ich will mich nicht wie eine Heuchlerin fühlen jetzt fühle ich mich frei!Liebste Grüße von Ruth

  • Frank&Frei
    Oktober 31, 2012

    liebe Ruth, was du wie auch viele andere erlebt haben gibt uns guten Grund zu sagen: Vergessen wir es!!
    Wir sind keine Lemminge, die da ein paar Kapos auf den Leim gehen.
    Christus hat uns durch sein Blut freigekauft und von niemandem wird von ihm verlangt, dass wir Verlagserzeugnisse an die Türen bringen – mit Inhalten und gleichenchen Themen, die sich über die Jahre wegen dem „neuen Licht“ ständig ändern.
    sowas ist Bigotterie und wir stehen davon ab.
    Chamäleone können es besser machen – sich verändern. Wenn der WT es tut bleiben jeweils viele auf der STrecke. Das kann es ncht sein.
    liebe Grüße an alle Mitleser

  • Matthäus
    Oktober 31, 2012

    Gibt es irgend einander Weg gerettet zu werden auβer Jesus? …

    Die Rettung ist nur verfügbar durch Glauben an Jesus Christus!
    … keinen anderen Namen bekannt gemacht, durch den wir gerettet werden könnten (Apostelgeschichte 4: 12).

    Und das will die WTG uns weiß machen:

    Wenn wir uns indes von Jehovas Organisation zurückziehen, können
    wir nirgendwo sonst Rettung erlangen.
    Der Wachtturm, 15. September 1993, S. 22

  • Matthäus
    Oktober 31, 2012

    Zu diesem Satz zum hervorragenden Artikel:

    >Natürlich wagt es der “Sklave” nicht dieser Argumentation des Paulus offen zu widersprechen. Doch inoffiziell wird dieser Aussage des Paulus sehr wohl widersprochen. Nie würde der “Sklave” die Worte des Paulus “Durch Glauben allein” über die Lippen bringen oder in seinen Veröffentlichungen drucken.<

    … gab es einmal einen WT den Br. E.F. analysierte –
    hier die Abhandlung:

    Biblische Aussage auf den Kopf gestellt

    Geschrieben von: E.F.

    Es ist bekannt, daß die Wachtturm-Gesellschaft (WTG) nicht zimperlich ist, wenn es darum geht, biblische Texte oder Prophezeiungen auf sich und ihre Gläubigen anzuwenden oder sie in Formulierung und Deutung ihrem Lehrverständnis anzupassen. Doch mit dem Wachtturm vom 1.Juni 2005 hat sie es sogar geschafft, das genaue Gegenteil einer klaren biblischen Aussage zu behaupten und zu vertreten.

    In dem genannten Wachtturm wird auf Seite 14 als Leittext des zweiten sogenannten Studienartikels Epheser 2:8-9 angeführt. Er lautet nach der Neuen-Welt-Übersetzung:
    Durch diese unverdiente Güte seid ihr tatsächlich durch Glauben gerettet worden, und dies habt ihr nicht Euch zu verdanken, es ist Gottes Gabe. Nein, es ist nicht Werken zu verdanken, damit kein Mensch Grund zum Rühmen habe.

    (Der Leittext im Wachtturm ist natürlich gekürzt; er lautet: "Ihr [seid] … durch Glauben gerettet worden … Es ist nicht Werken zu verdanken, damit kein Mensch Grund zum Rühmen habe") Die WTG hat das von den meisten Übersetzungen benutzte Wort Gnade durch das sicher synonyme, aber doch inhaltlich schwächere Wort 'unverdiente Güte' ersetzt; warum sie das getan hat, ob sie mit dem Wort 'Gnade' Probleme hat, darüber kann man spekulieren.
    Der o.a. Text lautet nach der revidierten Elberfelder Übersetzung:
    Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.

    Nach der Menge-Übersetzung lautet der Text:
    Denn durch die Gnade seid ihr gerettet worden auf Grund des Glaubens, und zwar nicht aus euch (d.h. durch euer Verdienst) – nein, Gottes Geschenk ist es -, nicht aufgrund von Werken, damit niemand sich rühme.

    Die Übersetzung von Ludwig Albrecht sagt:
    Denn aus Gnade habt ihr durch Glauben das Heil empfangen. Das ist nicht euer Verdienst, es ist Gottes Gabe. Werke haben damit nichts zu tun, auf daß sich niemand rühme.

    Auch die Zürcher Übersetzung, die Übersetzung von Schlachter und alle anderen machen deutlich, daß die Rettung des Menschen aus Sünde und Tod durch das Opfer Jesu bewirkt wurde, das jeder im Glauben annehmen kann, und daß eigene Werke, eigene Leistungen, mit der Rettung nichts zu tun haben. Das ist auch die immer wiederkehrende Aussage des Paulus wie der gesamten Schrift. So schreibt Paulus zum Beispiel an Titus in dem Brief an Titus, Kapitel 3, Vers 5:

    Errettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit (vollbracht) wir getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit … (rev. Elberfelder Übersetzung)

    da hat er uns – nicht aufgrund von Werken der Gerechtigkeit, die wir unserseits vollbracht hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit gerettet… (Menge-Übersertzung)

    da hat er uns nicht etwa wegen der gerechten Werke, die wir getan, das Heil gebracht; sondern in seinem Erbarmen hat er uns gerettet… (Übersetzung von Ludwig Albrecht).
    Auch aus dem Römerbrief, Kapitel 3, Verse 21 – 28 geht klar hervor, daß wir durch das Opfer Jesu und im Glauben daran gerechtfertigt werden und gemäß 2.Korinther 5:21 nur in Jesus vor Gott stehen können in Gerechtigkeit.

    Paulus erklärt deutlich: "Dem aber, der Werke tut, wird der Lohn nicht angerechnet nach Gnade, sondern nach Schuldigkeit. Dem dagegen, der nicht Werke tut, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet" (Römer 4:4-5). "Wenn aber durch Gnade, so nicht mehr aus Werken, sonst ist Gnade nicht mehr Gnade (Römer 11:6). Rettung und damit verbunden ewiges Leben ist nach Römer 6:23 niemals Lohn, sondern Gnadengabe! Wer gerechtfertigt werden will aus Gesetz, das heißt gerettet durch Werke, der ist aus der Gnade gefallen (Galater 5:4). Wer glaubt, sich die Rettung durch Leistung 'verdienen' zu müssen, erklärt im Grunde, daß das Opfer Jesu nicht vollständig, sondern ergänzungsbedürftig sei; er betrachtet das Blut Jesu nicht als ausreichend und mißachtet den Geist der Gnade (Hebräer 10:29). In all dem liegt keine Geringschätzung von guten und christlichen Werken. darauf werde ich noch zu sprechen kommen.

    Aus all diesem geht deutlich hervor: die Rettung ist ein Werk von Gott her, durch Christus; sie ist keine Leistung des Menschen! Aber gerade dieses Wissen macht den Menschen frei vom Druck der Vorstellung: tue ich genug, um gerettet zu werden? Es macht ihm frei vom Leistungs- und Konkurrenzdenken, macht ihn frei zu einem christlichen Handeln nach seinem Herzen und Gewissen, macht ihn dadurch auch in gewisser Weise frei vom Herrschaftsanspruch frommer Organisatoren. Er erlebt dann, daß Jesu Joch wirklich sanft ist (Matthäus 11:29-30).

    Gerettet durch unverdiente Güte, nicht allein durch Werke
    Doch kehren wir zum Wachtturm vom 1.Juni 2005 zurück. Der angeführte Leittext zeigt also eindeutig, daß wir – gemäß der Neuen-Welt-Übersetzung gerettet sind durch unverdiente Güte, nicht durch Werke. Doch was sagt die Überschrift des Artikels?
    Gerettet durch unverdiente Güte, nicht allein durch Werke! Jeder, der einigermaßen die deutsche Sprache beherrscht, weiß, daß die Formulierung 'nicht allein durch Werke' die Ergänzung fordert 'aber auch durch Werke'! Oder umgekehrt: nicht allein durch Werke, sondern auch durch unverdiente Güte. Und nochmals umgedreht: nicht allein durch unverdiente Güte, sondern auch durch Werke. Damit wird durch die Hinzufügung des einen Wörtchens 'allein' der Sinn der biblischen Aussage herumgedreht, völlig auf den Kopf gestellt! Er wird geradezu in sein Gegenteil verkehrt. Unverdiente Güte, Gnade ja! Aber sie muß zur Rettung durch Werke, durch eigene Leistung, ergänzt werden; damit wird auch wieder die Ungewißheit, die Werkgerechtigkeit und das Leistungs- und Konkurrenzdenken eingeführt; Gott wird zum Buchhalter gemacht, der am Ende die Leistungen abwägen muß, ob sie wohl zur Rettung reichen. Damit werden die Menschen aber auch wieder dem Druck und der Beherrschung von oben ausgeliefert. Was immer die Motive der WTG bei der Abfassung des Artikels gewesen sein mögen, sie hat die gute Botschaft des Wortes der Bibel, des Evangeliums, regelrecht verkehrt. In den anschließenden Ausführungen wird interessanterweise auch nicht mehr auf den Leittext eingegangen, sondern vor allem auf Werke. Auf Seite 18, Absatz 15 wird noch einmal betont: Werke allein können uns zwar nicht retten, aber sie sind dennoch ohne Zweifel nötig. Retten…..ohne Zweifel nötig! Nötig zur Rettung demnach! Das ist genau das Gegenteil von der Aussage der Schrift! Der Wachtturm betont dann weiterhin die Werke, bis hin zur Abgabe von Berichtszetteln über den Predigtdienst, den Jehovas Zeugen verrichten (müssen) (Seite 19). Ich nenne das Ganze 'Mißbrauch der Bibel'!

    Werke: Niemand wird bestreiten, daß uns die Bibel wieder und wieder zu guten Werken, das heißt zu christlichen Werken, auffordert. Gerade der unserem Leittext folgende Vers, nämlich Epheser 2:10 sagt deutlich, daß wir von unserem Gott und unserem Herrn 'zu guten Werken' geschaffen sind, das heißt, bestimmt, gute Werke zu vollbringen. Auch sagt die Schrift klar, daß ein lebendiger Glaube nicht ohne Frucht, ohne gute Werke sein wird. Aber diese Werke sind nicht die Voraussetzung zur Rettung, sondern vielmehr ihr Ergebnis! Weil wir aus Gnade gerettet sind, deshalb möchten wir für unseren Herrn leben und gute Werke tun, und dies völlig ohne Druck und Zwang (2.Korinther 5:14-15). Die Rettung hängt nicht im geringsten von unseren Werken ab, aber sie bewegt uns zu Werken. Das ist jedoch etwas ganz anderes als was der Wachtturm hier vermittelt. Er vermittelt Sorge und Angst, nicht Heilsgewißheit und Herzensfrieden.

    Ein gutes Beispiel finde ich immer wieder in Johannes 15:1-8! Jesus vergleicht sich dort mit einem Weinstock, seine Jünger mit den daran wachsenden Reben. Wenn eine Rebe mit dem Weinstock (nicht nur mit einem vertretenden Sklaven oder einer Sklavenorganisation!) verbunden ist, dann braucht sie sich nicht ständig zu sagen: 'ich muß jetzt blühen, ich muß jetzt Frucht tragen!'. Wenn der Saft des Weinstocks in die Rebe steigt, wird sie blühen und Frucht tragen, jede in ihrer Art und nach ihrer Möglichkeit. Wenn Christus durch seinen Geist wirkt, werden jene, die mit ihm verbunden sind, ohne Druck und Zwang christliche Werke hervorbringen. Sie anerkennen: wir leben, weil wir mit dem Weinstock verbunden sind. Rettung nur aus Gnade!

    Der Jesus – plus – Plan

    Was die WTG in diesem Wachtturm schreibt, erinnert mich sehr an eine Auffassung, die nicht nur unter Jehovas Zeugen und auch nicht nur erst in unserer Zeit vertreten ist und wird. Ich möchte diese Haltung hier den 'Jesus-plus-Plan' nennen, indem ich an Stelle des Wortes Gnade oder unverdiente Güte den Namen Jesus setze, der ja die Grundlage der Gnade ist (1.Korinther 3:11).
    Es gab und gibt Menschen und Gemeinschaften, welche die Auffassung vertreten, daß selbstverständlich Jesus, sein Opfer, das Lösegeld, das heißt Gottes Gnade oder unverdiente Güte, erforderlich sei zur Rettung und daher im Glauben angenommen werden müsse. Aber sie genüge nicht zur Rettung

    Manche sagen:
    • zur Rettung sind auch Werke erforderlich (Werkgerechtigkeit und Leistungsdenken);
    • zur Rettung muß man bestimmte Tage halten (Sabbat)
    • zur Rettung muß man einer bestimmten Kirche oder Gemeinschaft angehören;
    • zur Rettung muß man bestimmte Personen anerkennen (Apostel, Propheten);
    • zur Rettung muß man neben der Schrift bestimmte Autoritäten anerkennen (Bücher, Lehren usw.).
    Das alles gab es schon zu Zeiten des Paulus! Da gab es welche, die behaupteten:
    • Zur Rettung – Christus ja, aber auch die Beschneidung
    • Zur Rettung – Christus ja, aber auch den Sabbat oder bestimmte Feste oder Speisevorschriften

    Sie meinten es alle gut; aber Paulus machte in den Briefen an die Galater und Kolosser sehr deutlich, daß dies nicht das Evangelium Jesu Christi ist. Er widerstand auch Petrus, als der sich mit einer falschen Rücksichtnahme auf die Jerusalemer Judenchristen nicht eindeutig im Sinne des Evangeliums verhielt (Galater 2:11-16). Für Paulus ging es hier nicht mehr um – tolerierbare – Meinungsverschiedenheiten im Auslegen bestimmter Texte, sondern um den Kern des Evangeliums. Für ihn waren diese 'Jesus-plus-Pläne' ein anderes Evangelium. Darum seine scharfen Worte in Galater 1:6-9: Ich wundere mich, daß ihr Euch so schnell von dem, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, abwendet zu einem anderen Evangelium, (wo) es (doch) kein anderes gibt; einige verwirren euch nur und wollen das Evangelium des Christus umkehren. Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: er sei verflucht. Wie wir früher gesagt haben, so sage ich auch jetzt wieder: Wenn jemand euch etwas als Evangelium verkündigt entgegen dem, was ihr empfangen habt: er sei verflucht! (rev. Elberfelder Übersetzung). Die Rettung aus Gnade im Glauben allein, die Freiheit, die wir dadurch in Christus erhalten haben, die standen für ihn nicht zur Diskussion. Das machte er für die damaligen Christen und auch für uns heute ganz deutlich.

    Die Formulierung des Wachtturms 'nicht allein durch Werke' verdreht die biblische Botschaft in ihr genaues Gegenteil. Sie ist tatsächlich ein anderes Evangelium. Ich hoffe und wünsche, daß doch zahlreiche Zeugen dies merken mögen und sich an den wenden, der ihre Rettung völlig bewirkt hat: an Christus!
    E.F.

  • Mamre
    Oktober 31, 2012

    Lieber Matthäus,

    Du zitierst E.F.: „Aber diese Werke sind nicht die Voraussetzung zur Rettung, sondern vielmehr ihr Ergebnis!“

    Dazu folgendes passende Zitat (von Adventgläubigen) – besonders der letzte Satz:

    „In Römer 3,31 sagt der Apostel Paulus: „Heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Sondern wir richten das Gesetz auf.“ Wenn das Gesetz nicht übertreten worden wäre, hätte Jesus nicht zu sterben brauchen. Das gebrochene Gesetz machte sein Opfer erforderlich. So richten wir das Gesetz auf (bringen es zur Geltung), in dem wir glauben, dass Jesus für unsere Übertretungen gestorben ist.

    Wir werden allein durch den Glauben an Jesus Christus mit Gott versöhnt und vor ihm gerechtfertigt.
    Die Versöhnung nimmt unsere Schuld weg und bringt uns so in Übereinstimmung mit dem Gesetz.
    Die Versöhnten und Gerechtfertigten lieben Gottes Gesetz. Christus ist dazu gestorben und auferstanden, „damit die Gerechtigkeit, vom Gesetz gefordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist.“ (Röm. 8,4)
    Der Apostel sagt, dass die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit nicht von uns oder durch uns, sondern in uns erfüllt wird.
    So haben wir keinen Grund, uns unserer Werke zu rühmen. Denn jede gute Tat hat Jesus in uns gewirkt. Christus hat uns von unserem Hang zum Ungehorsam erlöst. Nun ist es uns eine Freude, ihm zu gehorchen.
    Niemand wird gerecht durch das, was er tut, sondern wer gerecht geworden ist durch die freie Gnade Christi, der tut, was recht ist. Wir dürfen hier Ursache und Wirkung nicht verwechseln.“ Zitatende

    Lieben Gruß,

    Mamre

  • Matthäus
    Oktober 31, 2012

    Liebe Mamre,
    zu deinem „letzten Satz“ ist mir noch ein schöner Ausspruch – Zusage von unserem Herrn in den Sinn gekommen der das bestätigt:

    Joh. 5: 23 damit alle den Sohn ehren, genauso wie den Vater. Wer aber den Sohn nicht als Herrn anerkennen will, der verachtet auch die Herrschaft des Vaters, der ja den Sohn gesandt hat. 24 Ich sage euch die Wahrheit: Wer meine Botschaft hört und an den glaubt, der mich gesandt hat, der wird ewig leben. Ihn wird das Urteil Gottes nicht treffen, denn er hat die Grenze vom Tod zum Leben schon überschritten.

    Ist dir aufgefallen welch tröstliche Botschaft darin enthalten ist? Wer an Jesus glaubt WIRD EWIG LEBEN! Das Gericht oder Urteil Gottes WIRD IHN NICHT MEHR treffen.

    Warum werden solch einfache Wahrheiten nicht klar und deutlich durch den „trvSk.“ herausgestellt? Weil er damit keinem „Esel die Karotte“ mehr vorhängen kann. Jeder Ansporn neue Druckereien, neue Bethelheime, neue Kongreßsäle, neue Königreichsäle – die allesamt in seinen Besitz übergehen, zu bauen, dafür zu spenden sich dafür kostenlos zur Verfügung zu stellen, wäre damit Null und Nichtig.

    Hat Jesus je solches eingefordert, ER der nicht einmal eine Stätte besaß wo er sein Haupt ausruhen konnte?

    Damit bekommen die Schlußworte von E.F. nochmals eine besondere Bedeutung:

    >Die Rettung aus Gnade im Glauben allein, die Freiheit, die wir dadurch in Christus erhalten haben, die standen für ihn nicht zur Diskussion. Das machte er für die damaligen Christen und auch für uns heute ganz deutlich.

    Die Formulierung des Wachtturms ’nicht allein durch Werke‘ verdreht die biblische Botschaft in ihr genaues Gegenteil. Sie ist tatsächlich ein anderes Evangelium. Ich hoffe und wünsche, daß doch zahlreiche Zeugen dies merken mögen und sich an den wenden, der ihre Rettung völlig bewirkt hat: an Christus!<

    lg. Matthäus

  • Dennis
    Oktober 31, 2012

    Lieber Brd. HPM,

    dieser Artikel ist absolut spitze!

    Wunderbar das „Evangelium“ der Bibel mit dem WTG-Evangelium gegenüber gestellt. Man sieht was es einem bringt, wenn man einen Paulusbrief oder ein anderes Bibelbuch im Kontext vollständig liest und so auch den Sinn vollständig erfassen kann.

    Die WT-Zitate sind für mich eigentlich unfassbar vor allem das aus dem Studien-Wt v. 15.01.13. Der selbsternannte „Sklave“ geht immer deutlicher einen Konfrontationskurs, nicht nur zur Bibel und zu Jesus Christus selbst.

    Nein, sie ziehen immer offener und deutlicher gegen die kleinen, „normalen“ Brüder und Schwestern zu Felde und versuchen unermüdlich Druck und Schuldgefühle aufzubauen. So extrem habe ich das bisher noch nie gelesen, aber vlt. liegt es auch daran, dass ich inzwischen völlig frei von WT-Indoktrination bin.

    Eines dürfte diese neue Stufe der Antreiberei aber bei einem Großteil der Brüder und Schwestern weltwei bewirken:

    Sie werden immer weiter resignieren und sich innerlich von dieser Organisation lösen, die ihnen nichts mehr zu bieten hat als lauwarme „geistige Speise“ und ständigen Druck.

    Der selbsternannte „treue und verst. Sklave“ ist zum „Sklaven“-Antreiber geworden. Dies wird in den nächsten Jahren nicht ohne Folgen bleiben, da bin ich mir sicher.

    Man kann nur hoffen, dass immer mehr der geistig geschundenen Schafe, die emotional ausgelaugt sind, aufwachen werden und sich dem wahren Evangelium von Jesus Christus und unserem Vater Jehova zuwenden.

    LG
    Denns

  • Orakel Fred
    Oktober 31, 2012

    Hallo Dennis,

    es ist wirklich frappierend, wie sehr sich diese Evangelien unterscheiden. Ich kann immer wieder nur staunen was ich in dem letzten halben Jahr über die WTG erfahren habe, aber auch darüber, wie ich in den letzten 3-4 Monaten die Bibel neu entdeckt habe. Und wie viele fragen sich wohl immer wieder, warum sie das nicht früher erkannt haben. Die Bibel gibt eine Antwort in 2.Korinther 4:3,4: „3 Wenn nun die gute Botschaft, die wir verkündigen, tatsächlich verhüllt ist, so ist sie unter denen verhüllt, die zugrunde gehen, 4 unter denen der Gott dieses Systems der Dinge den Sinn der Ungläubigen verblendet hat, damit das erleuchtende Licht der herrlichen guten Botschaft über den Christus, der das Bild Gottes ist, nicht hindurchstrahle.“

    Ja, es gibt manchmal einfach Dinge, auf die man keinen Einfluss hat. Ich glaube zwar nicht, dass der Teufel jeden einzelnen persönlich anhaltend bewusst piesackt, wie dies einige Besessene in den Versammlungen von sich sagen, aber er hat wohl doch geschickt einige trügerische Ideen in die Welt gesetzt, denen unzählige Menschen zum Opfer fallen. Ich fühle mich auch an einen Öffentlichen Vortag im letzten Jahr erinnert, wo es sinngemäß hieß, dass sich einige fragen, warum gerade sie die Wahrheit erkennen durften. Antwort des Redners: „Nun, sei froh, dass es so ist!“ Ähnlich sag ich mir auch heute, wenn ich mich vielleicht gegenüber meinen Eltern rechtfertigen muss, wer mir denn solche (organisationskritischen) Gedanken „in den Kopf gesetzt“ hat, dann sag ich mir: ist doch eigentlich egal wo es herkommt, Hauptsache ich HABE es erkannt, also die Wahrheit über die „Wahrheit“. Selbstvorwürfe warum man früher nichts erkannt hat sollten am besten weichen, erst mit der Erkenntnis kommt auch die Verantwortung. Klar wollen die viele nicht übernehmen. Ich kenne ein Ehepaar in meiner Versammlung, denen geht es gesundheitlich wirklich nicht gut und zu einer Maßnahme von Selters sagte der Bruder sogar, dass dies nicht Jehovas Wille gewesen sein könne. Und die Konsequenz: noch enger an die Organisation klammern, wie die Kommentare in der Versammlung zeigen. Viele werden wohl nie aufwachen, aber dennoch ist Optimismus angebracht. Ich denke hier kann Matthäus 6:34 für uns eine andere Anwendung finden als früher:“Macht euch also niemals Sorgen um den nächsten Tag, denn der nächste Tag wird seine eigenen Sorgen haben. Jeder Tag hat an seinem eigenen Übel genug.“ Manchmal können wir einfach nicht genau planen, wie unser Weg aus der Organisation hinaus aussehen wird. Unvorhergesehene Zwischenfälle können die Planung durcheinander bringen. Hier heißt es nicht verzagen, der morgige Tag wird uns vielleicht eine Lösung an die Hand geben. Oder man hält sich weiter in der Organisation auf. Jeder hat andere Talente erhalten.

    Um zu dem Hauptartikel zurückzukommen: Was ist denn die WTG-Lehre sonst noch außer ein Leistungsevangelium? Nun, ich habe lange nach einem Wort gesucht um dies zu formulieren. Mir stieß ja schon letztes Jahr auf, dass die WTG-Lehre materialistische Tendenzen hat. Materialistisch in dem Sinne, dass man gerne der (häufig materialistisch gesinnten) Wissenschaft beipflichtet, wenn es gerade in den eigenen Kram passt. An Gott glaubt man dann zwar wieder, aber dass seine Gegenwart für den einzelnen normalen Gläubigen real werden kann, das dann lieber nicht. Da hält man den Schäfchen lieber was „greifbareres“ hin, ein Paradies z.B. Der Übergang oder die Auferweckung hinein in eine andere Dimension, das ist dem Wachtturm nicht geheuer. Und wenn ich 2.Korinther 4:18 lese: „während wir unseren Blick nicht auf die Dinge gerichtet halten, die man sieht, sondern auf die Dinge, die man nicht sieht. Denn die Dinge, die man sieht, sind zeitlich, die Dinge aber, die man nicht sieht, sind ewig.“ Ich frage mich, was ist hier mit „ewig“ gemeint? Ganz sicher nicht ein naiv-idyllisches Paradies-Bild aus 50er-Jahren-Heimatfilmen. Direkt leugnet man zwar nicht was in der Bibel steht, aber durch die Hintertür wird doch ein anderes Evangelium gepredigt, viele Texte des Neuen Testaments werden zu leeren Worthülsen. Ein „Evangelium des geistigen Materialismus“ eben. Eine geniale Wortschöpfung finde ich. So stand es bei Raymond Franz, der es wiederum woanders gelesen hat. LG an alle

  • Anna
    Oktober 31, 2012

    Hallo lieber Orakel Fred,liebe Brüder und Schwestern,

    ich bin erst jetzt in der Mittagspause draußen in der Sonne dazugekommen Deinen Kommentar an @Dennis vom 31.10.12 zu lesen.

    Ich finde es schön, dass es jetzt so ist, dass wir hier das Strahlen der Guten Botschaft über den Christus wahrnehmen können. Grad’ kann ich’s mit sehr gut vorstellen, weil mich hier auf meinem Bankerl im Park eine gnädige Herbstsonne wärmt.

    Die Gegenwart unseres Schöpfers muss für die Gläubigen real sein, so sehe ich das auch. Jehova fordert uns doch schließlich auf uns ihm zu nahen. Deine Gedanken unter Berücksichtigung der Worte von Jesus aus der Bergpredigt, sich nicht übermäßig Sorgen um den nächsten Tag zu machen, ist für uns alle tröstlich, egal wie es in und mit der WTG weitergeht.

    Nun zu einem Teil Deines Kommentars vom 31.10.2012
    ZITAT … Da hält man den Schäfchen lieber was “greifbareres” hin, ein Paradies z.B. Der Übergang oder die Auferweckung hinein in eine andere Dimension, das ist dem Wachtturm nicht geheuer. Und wenn ich 2.Korinther 4:18 lese: “während wir unseren Blick nicht auf die Dinge gerichtet halten, die man sieht, sondern auf die Dinge, die man nicht sieht. Denn die Dinge, die man sieht, sind zeitlich, die Dinge aber, die man nicht sieht, sind ewig.” Ich frage mich, was ist hier mit “ewig” gemeint? Ganz sicher nicht ein naiv-idyllisches Paradies-Bild aus 50er-Jahren-Heimatfilmen. Direkt leugnet man zwar nicht was in der Bibel steht, aber durch die Hintertür wird doch ein anderes Evangelium gepredigt, viele Texte des Neuen Testaments werden zu leeren Worthülsen. Ein “Evangelium des geistigen Materialismus” eben. Eine geniale Wortschöpfung finde ich. So stand es bei Raymond Franz, der es wiederum woanders gelesen hat. ENDE ZITAT

    Was hier mit EWIG meiner Ansicht gemeint sein könnte gibt die Übersetzung Neues Leben wieder :

    2. Korinther 4 Verse 17 und 18
    „17 Denn unsere jetzigen Sorgen und Schwierigkeiten sind nur gering und von kurzer Dauer, doch sie bewirken in uns eine unermesslich große Herrlichkeit, die ewig andauern wird!
    18 So sind wir nicht auf das Schwere fixiert, das wir jetzt sehen, sondern blicken nach vorn auf das, was wir noch nicht gesehen haben. Denn die Sorgen, die wir jetzt vor uns sehen, werden bald vorüber sein, aber die Freude, die wir noch nicht gesehen haben, wird ewig dauern.“

    Nicht zu sehr mit der Vergangenheit hadern, die Gegenwart genießen und sich auf die Zukunft freuen. FREUDE ist eine Frucht des Geistes und diese wird ewig dasein. Und bei Jehova gibt es keine Veränderung, d.h. alles war er in Verbindung mit uns Menschen in seinem Wort offenbart hat muß niemals scheibchenweise erleuchtet werden.

    Das nach außen alles gut erscheinen soll, so wie auf der jw.org-Website dargestellt, aber durch die Hintertür das Leistungseveangelium gepredigt wird ist gut an der Abfolge der Studienartikel der letzten Wochen erkennbar.

    22.-28.10.12 „Wie wird das heutige System untergehen“?
    Eine Abfolge von unbewiesenen Behauptungen vermischt mit grausig bebilderten Horrorszenarien.

    29.10. – 04.11.12 „Frieden für tausend Jahre – und bin in alle Ewigkeit“
    Ein „Wüstenrot“-Artikel mit Häuslebauen und Tiegerle streicheln“

    Und dann, wenn der Wohlfühlartikel Wirkung bei den Brüdern gezeigt hat die Woche darauf der Dämpfer

    05.11.-11.11.12 „Lerne von Jehova und Jesus Geduld zu üben“
    Damit die Zeit schneller vergeht bis zum Eigenheim erst mal geduldig weiterhin tätig sein. Und im Absatz 12 wird wieder mal gezeigt, dass die Wartezeit am besten durch noch mehr Einsatz im Predigtdienst vergeht.

    Noch etwas was mir heute früh im Bett beim Aufstehen eingefallen ist:

    Das Licht wird immer heller,
    die Lieder werden immer schwerer und
    die Mitglieder der Leid(t)enden Körperschaft werden immer jünger.

    Liebe Grüße an alle Anna

  • Alois
    Oktober 31, 2012

    Lieber Bruder HPM

    Danke für den sehr guten Vortrag, ich kann mich den Worten von Bruder Dennis nur anschließen.

    Liebe Grüße
    Alois

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