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Bruderinfo

Kommentare (58)

  1. Lena says:

    Eine Frage zu Korinther wo ja oben gemeint wird dass es sich um ein Lebenwandel handelt. Also wer ein Trinker ist usw. also mehrmals gesündigt hat. Aber zb wenn jemand auch nur 1 Mal gestohlen hat ist er ein Dieb.

  2. Martin says:

    Lieber Edelmuth,

    Erst einmal vielen Dank für Deine umfangreiche Kommentierung in Sache „Sünden bekennen“. Du hast Dir viel Mühe gemacht und ich werde mich dazu noch näher äußern.Leider ist mir dies aus zeitlichen Gründen derzeit nicht so möglich.
    Du stellst eine interessante Frage:
    „Sind durch das Rechtkomitee unter „Leitung des Heiligen Geistes“ jemals Fehlurteile gesprochen worden, die zu einem ungerechten Gemeinschaftsentzug geführt haben“?
    Dann antwortest du später:
    „Dennoch hat es derartige Fehlurteile vermutlich öfter gegeben und wird sie auch aufgrund des sich ständig ändernden „Lichtes“ vermutlich noch öfter geben. Unser Trost ist es, dass das letzte Urteil vom höchsten Richter Jehova, der bekanntlich Liebe vor Recht ergehen lässt, gesprochen wird“.

    Das ist ein guter tröstender abschließender Satz.
    Keiner von all der Ältesten, die an solche Fehlurteile mitgewirkt haben, sollte meinen, der höchste Richter würde für das Mitwirken an solchen Fehlurteilen von Christus nicht zur Rechenschaft gezogen werden unter der fadenscheinigen Darstellung, das wären ja die Weisungen der Organisation gewesen. Auch sie werden bereuen müssen, wenn sie belegen müssen, was sie getan haben, um leidende Schafe des Herrn zu gewinnen. Nein, alle haben das Wort Gottes und wissen, wie auch in Fällen schwerwiegenderen Sünden Jehova und unser Herr Jesus urteilen.Reue ist eine absolute Voraussetzung für jeden Sünder und somit jeden Menschen.

    Es ist unter der Hand sogut wie allen bekannt, dass den Ältesten in Schulungen eingebleut wird, das Gemeinschaftsentzüge „gewissermaßen ein heiliger Dienst für Gott sind… um ihn nicht in Verruf zu bringen..und damit ist natürlich die Organisation gemeint.

    Viele Gemeinschaftsentzüge werden ausgesprochen, weil „eine Sache bekannt“ wurde, was natürlich unter dem geschwätzigen Volk Gottes absolut kein Problem ist. Natürlich werden auch manche Fehlverhalten zwangsläufig öffentlich. Das liegt nun mal in der Natur des unvollkommenen Menschen. Damit gibt man der Angelegenheit das Prädikat: Besonders gefährlich für die Gemeinschaft… unser Ruf als „vollkommene reine Organisation Gottes“… Da kann ein Mensch noch so viel Reue empfinden oder in Worten ausdrücken – jeder bringt dies auf seine eigene Weise nach Aussen- aber das zählt in vielen Fällen nicht. Die Art der „aufgeschlüsselten Bewertungen“, die von der Organisatonsleitung zusammengeschustert wurde, von Reue bei Personen, denen Fehler unterlaufen sind, ist mehr als eine Tragödie unter Jehovas Zeugen. Es ist ein „selbstherrlicher Eingriff in die Rechte unseres himmlischen Vaters und seines eingesetzten Königs und Richters“. Menschen, die abgeglitten sind, krank geworden sind, benötigen in Ihrer Sündhaftigkeit Ruhe, Beruhigung und Pflege und oft viel Beistand. Doch die sofortige Zwangs-Einladung vor ein Tribunal, das fadenscheinig vorgibt „geistige Hilfe zu leisten“, wobei schon die Faust in der Tasche am Ton von Rechtskomitees oft schon zu Beginn einer Besprechung zu vernehmen ist, durch Vorhaltungen, „welch eine schwere Sünde doch gegen Jehova und die Organisation verübt wurde…“ da kann doch in nicht wenigen Fällen ein geistig angeschlagener Diener Gottes einen inneren Genesungsprozeß beginnen. Der weiss von Anfang an, wenn er vor ein Rechtskomitee vorgeladen wird, geht es nur noch um die Frage Gemeinschaftsentzug JA oder NEIN. In vielen Fällen steht das Urteil schon für einzelne Rechtskomiteemitglieder fest, es müssen nur noch definierbare, auf Papier zu bringende Gründe gefunden werden und nicht selten drehen Komitee-Profis so auf, dass sie jemanden Fallen stellen, man nennt dies überführen… und muss jemand überführt werden, ist das schon keine echte Reue mehr..usw, und so fort. Der ganze Rechts-Komitee-Apparat der WTG in den einzelnen Versammlungen ist teilweise absolut verdorben und verkorkst. Warum? Weil sie mit doppelzünigen Anweisungen der Organisation erfüllt sind, die mit der Weisheit und der Güte und Gnade Gottes nicht vereinbar sind. Da gibt es auch kein Zurück mehr, denn zuviele wurden schon „durch unnötige Gemeinschftsentzüge verschlissen“. Diese Organisation braucht ständig neue, frische Personen, die Jahrzente benötigen, um den eigentlichen Hintergrund zu durchschauen.

    Ich denke alle gegenwärtig als Älteste dienenden Brüder in den Versammlungen, die die Herde unseres himmlischen Vaters „im Unternehmensbereich WTG“ hüten sollten, müssen ernsthaft über die gegenwärtige „Hütebuch-Scharia“ nachdenken und in den Ausführungen der Anweisungen daran denken, dass sie vorgeführt werden und Rechenschaft abzulegen haben, wie sie die Eigenschaften des himmlischen Vaters widerspiegelt haben oder ob sie den Reinheitswahn der WTG Folge leisten. „Da gibt es jemanden, der freut sich, über jeden der rausgeschmissen wird und der sich eines ins Fäustchen lacht…macht nur so weiter…“. Natürlich wendet dies die WTG auf die „Sünder“ an und denkt nicht daran, die Bandagen zu überdenken, die die Ältesten den betroffenen Brüdern anlegen müssen. „Die BRÜDER MÜSSEN GEZÜCHTIGT WERDEN… nur so bleiben sie Organisationstreu… Etwas übertrieben aber kommt der Praxis in vielen Versammlungen sehr nahe. Wie anders, wie fürsorglich behandelte unser Herr Jesus doch Sünder und ermunterte sie, zukünftig anders zu handeln und überlies es dem Einzelnen, ausser in ganz krassen Fällen… siehe Judas!

    Von wegen viele Predigtdienststunden und keine Zeit für von Herzen aus Liebe kommenden Hirtendienst. Man kann nur sagen : „Ihr Hirten der Herde, ERWACHET!!! Drei Mal stellte Jesus Petrus die Frage: Simon…liebst du mich, Liebst du mich…liebst du mich wirklich? „Ja Herr, du weißt es…“DANN WEIDE MEINE SCHAFE…“ Nicht: bilde Rechtskomitees und schlachte die Schafe… Weide meine Schafe.

    Natürlich müssen die Interessen der Gemeinschaft gewahrt werden. Das sind weitere Aspekte, die jetzt zu weit führen. Aber alleine der gigantische Überwachungsapparat, der in den Dienstabteilungen der einzelnen Zweige der Organisation bis hinein in die einzelnen Versammlungen aufgebaut wurde und immer noch nicht ausreichend ist, zeigt, dass diese Entwicklung nicht im Sinnes unseres Erlösers, unseres Hirten und Königs ist.

    Gruß Martin

    1. Anna says:

      Lieber Martin, lieber Edelmuth, liebe Brüder und Schwestern,

      Ihr beide habt euch viel Arbeit mit den Kommentaren gemacht. Danke dafür. Ein Rechtskomitee kann wie ich finde NIEMALS die Leitung des Heiligen Geistes haben. Weil diese Verfahrensweise von Jehova nicht vorgesehen ist und auch nirgendwo in der Bibel steht.

      Bei dieser Verfahrensweise „gewinnen“ Brüder, die wissen, bei welchen Fragen sie aufpassen müssen, so dass ihre Antworten die Ältesten im Komitee auf Reue schließen lassen. Und jeder einfältige Bruder oder Schwester, der in die Falle tappt und hinter seinem vermeintlichen Fehlverhalten steht, z.B. offen zugibt, nicht auf den Sklaven zu vertrauen, wird ausgeschlossen. Natürlich um die Einheit der Versammlung scheinbar zu wahren.

      Ich bitte dringend jeden Ältesten der hier mitliest NIE bei einem solchen Komitee mitzumachen und auch entsprechend in seinem Umfeld darauf hinzuwirken.

      Wie ernst die Angelegenheit ist zeigt deutlich Lukas 12:47 und 48 (hfa)

      „47 Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber bewusst nicht danach richtet, wird schwer bestraft werden. 48 Wer dagegen falsch handelt, ohne es zu wissen, wird mit einer leichteren Strafe davonkommen. So wird von jedem, der viel bekommen hat, auch viel erwartet; denn wem viel anvertraut wurde, von dem verlangt man auch viel.“

      Von einem Ältesten sollte man erwarten Gottes Willen zu kennen, Damit ergibt sich die die große Verantwortung ihm zu gehorchen. Ihnen ist „viel gegeben . . . – viel wird von“ ihnen „verlangt werden“.

      Ob ihnen nun dieses Vorrecht gegeben wurde oder ob sie es sich nun eher an sich gerissen haben und sei es durch großen Stundeneinsatz, sei hier dahingestellt. Was bleibt ist die Blutschuld vor Jehova die Schafe seines Sohnes, wie du so duetlich beschrieben hast lieber Martin, abzuschlachten.

      Herzliche Grüße Anna

      1. Hans says:

        Hi Anna,

        Zu „Ich bitte dringend jeden Ältesten der hier mitliest NIE bei einem solchen Komitee mitzumachen und auch entsprechend in seinem Umfeld darauf hinzuwirken.“

        Man könnte auch mitmachen, um den Ausschluss zu verhindern.

        LG
        Hans

        1. Anna says:

          Lieber Hans, liebe Brüder und Schwestern,

          Der Gedankengang „mitzumachen“ um den Ausschluss zu verhindern und auf Schadensbegrenzung hinzuarbeiten ist nachvollziebar. Ich fürchte nur die Realität sieht anders aus. Angenommen gegen mich gäbe es ein Rechtskomitee, weil ich wiederholten Umgang mit Ausgeschlossenen habe (drestes Verhalten gemäß Hütebuch).

          Ich stehe zu meinen Freunden! Was könntest du da ausrichten? Würdest du meinen Ausschluß verhindern können? Im Gegenteil, hilfst du mir, wäre das für dich sehr nachteilig. Man würde dich gegen einen linientreuen Ältesten austauschen und dein Ältestenamt würde zur Diskussion stehen. Spätestens beim nächsten KA-Besuch.

          Das Problem ist diese so völlig unbiblische Weise von mindestens 3 gegen EINEN unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

          Ich möchte keinesfalls die katholische Kirche schön reden. Aber dort gibt es die Beichte, meist nicht ein 4-Augen- sondern ein 4-Ohrengespräch im Beichtstuhl ohne Sichtkontakt. Der Beichtende fühlt sich wohler weil er sich jemandem anvertraut hat der verschwiegen ist. Bei schweren Vergehen würde der Beichtvater dazu raten sich selbst anzuzeigen. Ein Mensch-zu-Mensch-Gespräch.

          Anders als bei den Komiteeverhandlungen wo dann manchmal leider auch gegenüber Ehefrauen einiges erzählt wird.

          Dir Hans möchte ich Jehovas Segen und den Beistand unseres Hirten Jesus Christus in Verbindung mit deinem Dienstamt wünschen.

          Herzliche Grüße aus der Sommerpause an alle Anna

          1. Edelmuth says:

            » Ich stehe zu meinen Freunden! Was könntest du da ausrichten? Würdest du meinen Ausschluß verhindern können? Im Gegenteil, hilfst du mir, wäre das für dich sehr nachteilig. Man würde dich gegen einen linientreuen Ältesten austauschen und dein Ältestenamt würde zur Diskussion stehen. Spätestens beim nächsten KA-Besuch. «

            Guten Morgen Anna

            Hans könnte dich vor der Verhandlung über deine Rechte informieren, nämlich, dass du das Recht zum Schweigen hast. Du brauchst nicht auf ihre Fragen zu antworten. Das Rechtskomitee hat natürlich größtes Interesse an der Beantwortung seiner Fragen, aber es kann dich nicht zwingen.

            Es ist die Pflicht der Ältesten, zwei Augenzeugen zu präsentieren, die ÜBEREINSTIMMEND deine Verfehlungen berichten können. Diese Zeugen kann ein Ältester mit dem Ziel, Unstimmigkeiten aufzudecken, befragen, um so ihre Glaubwürdigkeit zu untermauern oder infrage zu stellen. Er kann darauf drängen, dass während der Verhandlung biblische Grundsätze angewendet werden, indem z.B. zwei Zeugen dich zweifelsfrei am Tisch mit dir bekannten Ausgeschlossenen speisend gesehen haben müssen.

            Er kann auf die Vermeidung der von Ältesten gerne verwendeten Suggestivfragen achten.

            Wikipedia sagt über Suggestivfragen: Eine Suggestivfrage ist eine Frageform, bei der der Befragte durch die Art und Weise der Fragestellung beeinflusst wird, eine Antwort mit vorbestimmtem Aussageinhalt zu geben, die der Fragesteller erwartet. Die Art und Weise der Frage hat den Zweck, auf das Denken, Fühlen, Wollen oder Handeln einer Person einzuwirken und den Befragten von einer rational bestimmten Antwort abzuhalten. Wer diese Frageform anwendet, stellt keine wirkliche Frage, sondern beabsichtigt, seine Idee, Sicht oder Meinung einer anderen Person zu suggerieren, um beeinflussend zu wirken.

            Ein erfahrener, aufrichtiger Ältester kann dir zum Anwalt werden.

            Ede

          2. Frank&Frei says:

            KOmmentar zu Edelmuth:
            hallo Ede, das alte „Gebt Acht Buch“ erlaubte auch den Ankläger allein vor den Ältesten zu stehen und einen Bruder zu belasten ohne diesem gegenübergestellt zu sein.
            IN solch einem Fall wurde eine sehr unverschämte Tat vollbracht, was dazu führte, dass eine ganze Familie schließlich glaubensmaäßig „gemordet“ wurde.
            Und der Hansel, der das initiierte tat das sogar mit Support von oben. ER hatte übrigens ganz private Gründe diese Familie rauszudrängen.
            Und da sieht man mal wieder wie verlogen die da oben sind. Bei Kinderschändern bestehen sie auf 2 Zeugen und in solche einem Falle genügt anschwärzen – was dann dazu beiträgt, dass der Ehepartner im Beisein des angeklagten Ehepartners die Klage hört und nicht einmal weiß, von wem das kommmt. Der Zeuge hatte auch kaum was erkannt.
            Verkommener und kaltblütiger kann man wohl kaum sein.
            Solche Typen stehen heute noch auf der Bühnr und radebrechten von Liebe und guten Werken wobei die eigene Familie mit nächster Verwandtschaft eh nur noch ein Scherbenhaufen ist.
            Und wenn man diese Dinge anführt und kritisiert gilt man als Buhmann.
            Ein verstorbenen Bruder sagte mir mal: Frank – das sind nicht mehr meine Brüder. Und der war 30 Jahre lang Gegenstand der Polarisation.
            Ausgeführte Aktionen von Ältesten, die den Anspruch haben, vom Heiligen Geist ernannt zu sein.
            solche Männer kann ich nur schwerlich als meine Brüder betrachten, das sind Capos, die sich selbst zu gefallen suchen und systematisch die Versammlung untergraben.
            Zu denen habe ich innerlich keinerlei Verbindung mehr. Die gleichen den Pharisäern der Tage Christi indem sie nach oben buckeln nach unten duckeln.
            Und sie meinen Jehovah sieht das nicht, wie sie lügen und heucheln und selbst unter Gebet ABscheulichkeiten verleugnen.
            Die haben sich schon selbst gerichtet, wiel sie mit ihren Brüdern hartherziger verfahren als Gott mit uns.
            Wer die macht hat, muss achten darauf, dass es nicht Ohnmacht wird. Ohnmacht im Amt ist ein Krebsgeschwür, das Glieder der Versammlung amputiert
            allen einen schönen Sonntag

          3. Hans says:

            Hi Anna und Ede,

            @Ede:

            Ja, so und ähnlich könnte man versuchen, „positiv“ bzw. „gerecht-barmherzig“ zu wirken. Ich hab mir schon öfter gedacht, in der Welt gesteht man JEDEM Angeklagten (zumindest in zivilisierten Ländern) einen Anwalt zu. Der kennt sich mit dem Rechtssystem aus und spricht für einen. Aber in der Theokratie gibt’s das nicht. Für mich ist es leichter, jemand anders sachlich geschickt zu verteidigen, als mich selbst bzw. meine Familie, wo ich automatisch emotional beteiligt bin!

            @Anna:

            Ich denke, die persönlichen Einflussmöglichkeiten eines Ältesten in einem Komitee hängen stark von seinem Stand innerhalb der Ältestenschaft ab und von der Struktur der Ältestenschaft bzw. des Komitees. Z.B. viele Hardliner vs. wenige, allgemein liebevolle Vorgehensweise und echte Hirten vs. Auf-dem-Buchstaben-des-Gesetzesrumreiter und Machtmenschen. Und wenn du selbst fest im Sattel sitzt und nicht auf der Abschussliste, kannst du mehr bewirken.

            Fazit: Ist meiner Meinung nach sehr unterschiedlich. Sollte das so sein bei einem „Rechtssystem“? Ich meine nein. Aber die Praxis zeigt leider etwas anderes.

            LG
            Hans

        2. Edelmuth says:

          » Man könnte auch mitmachen, um den Ausschluss zu verhindern. «

          Guten Abend Hans

          Bisher musste ich mich noch keinem Rechtskomitee stellen. Doch mir ist bekannt, dass der Beklagte ein Mitspracherecht bei der Zusammensetzung des Rechtskomitees hat. Dann ist es gut, wenn man Älteste kennt, die liberaler sind und objektiver urteilen.

          Ede

          1. Edelmuth says:

            Hallo Frank

            Es tut mir aufrichtig leid, wenn einem Bruder Unrecht widerfahren ist. Jehova sieht alles und wird ihm und dem Übeltäter in gerechter Weise vergelten.

            Was aber die Zwei-Zeugen-Regelung betrifft, so wird die Aussage eines Zeugen gerne dazu verwendet, den beschuldigten Bruder mittels Suggestivfragen zu einem „Geständnis“ zu bewegen.

            Wer fragt bestimmt das Thema.

            Dem Beschuldigten wird der Vorwurf einer schweren Sünde gemacht, indem ein nicht näher genannter Bruder zitiert wird, um den Beschuldigten zu einer Verteidigungsantwort zu veranlassen. Seine Antwort dient dann als Gesprächsgrundlage, um den Beschuldigten zu einem Geständnis zu veranlassen, weil man ihn bereits für schuldig hält. Allerdings muss man nicht auf jede Frage antworten. Aus einer nicht beantworteten Frage zu entnehmen, dass der Beschuldigte im Sinne des Fragestellers zustimmt, ist unzulässig, weil nur die Aussage von zwei Zeugen oder sein Geständnis der Beschuldigten überführt.

            Bei Fragen, die mit „ja“ oder „nein“ zu beantworten sind, muss man besonders vorsichtig sein, weil der Fragesteller eine Entscheidung zwischen nur zwei Möglichkeiten zulässt, obwohl die Wahrheit ganz wo anders liegen könnte.

            Ebenso, wenn eine Frage sinngemäß mit den Worten eingeleitet wird: „Verstehe ich dich richtig, dass… oder: Ist es richtig, dass…oder: Sollen wir deinen Worten entnehmen, dass…. (es folgt eine unzulässige Unterstellung)“

            Es kann gelegentlich hilfreich sein, mit einer Gegenfrage zu antworten, indem man den Fragesteller fragt, wie man ihn verstehen sollte, ob er dieses oder jenes oder etwas ganz anderes meint.

            Sollte man mich jemals vor ein Rechtskomitee laden, würde ich mir die Namen und Anschrift der Brüder, die das Rechtskomitee bilden, notieren. Sollte man mich dann beschuldigen, würde ich sofort eine Beweismittelprüfung einleiten, indem ich nicht auf die Beschuldigungen antworte, sondern nach den beiden Zeugen frage. Das Ergebnis würde ich in einem Protokoll zusammen fassen und jedem Bruder sowie Selters eine Kopie zusenden, um diesen Komiteefall öffentlich zu machen. Sollten meine Aussagen nicht die Zustimmung der rechtskomiteebildenden Ältesten finden, müssen sie sich schriftlich durch eine Gegendarstellung äußern. Anderenfalls bekommt mein Protokoll Rechtskraft und wird als stimmig angesehen.

            Niemand kann einem Beschuldigten verbieten sich Notizen bei seiner Verhandlung zu machen und ein Protokoll darüber anzufertigen und es den teilnehmenden Brüdern sowie Selters zuzusenden, aber sie werden sich überlegen, womit sie an die Öffentlichkeit gehen und die Folgen bedenken, wenn ihre Vorgehensweise unter den Brüdern oder gar in der Welt bekannt wird.

            Ede

          2. Matthäus says:

            Diese Überlegung von dir lieber Edelmuth:

            >>Das Ergebnis würde ich in einem Protokoll zusammen fassen und jedem Bruder sowie Selters eine Kopie zusenden, um diesen Komiteefall öffentlich zu machen.<<

            …genau das habe ich gemacht! Die stecken alle unter einer Decke, wenn jemand den trvSk. nicht über über Jesu stellt ist ihnen jedes Mittel recht, auch falsche Zeugen oder solche die keine Zeugen im Sinne der Anklage sind. In meinem Fall wurde einfach die Behauptung aufgestellt, ich akzeptiere der trvSk. nicht. Meine Frage aufgrund welcher Zeugen – dann wurden zwei benannt. Bei beiden Zeugen nachgefragt was ich ihnen gegenüber über den trvSk. geäußert habe – NICHTS – darüber wurde beim Komitee (zu dem ich nicht erschienen bin) nicht eine Silbe erwähnt. Und dennoch wurde ein Ausschluß auf dieser Grundlage entschieden. Nur weil ich in einem Gespräch mit einem der beiden Zeugen mir erlaubte die Meinung Jesus nach Apg. 1:6,7 zu verteidigen, das es uns nicht zusteht einen Zeitpunkt für die Aufrichtung des Königreiches zu benennen.

            Eine Berufung war genauso wertlos wie das schreiben ans Bethel, das ganze Rechtssystem wird damit zur Farce und Lächerlichkeit abgestempelt.

            lg. Matthäus

            Nur ein Auszug aus dem berufungsschreiben welches in ähnlicher Weise auch ans Bethel geschrieben wurde:

            Betr.:
            Berufung gegen den Entscheid des Gemeinschaftsentzug vom xxx

            Am xxx um ca. 21 Uhr hat mich Br. K. angerufen und mir obigen Entscheid mitgeteilt, gegen den ich Einspruch erheben möchte.

            Zuvor möchte ich anmerken dass der Anruf über Lautsprecher von meiner Frau xxx mitgehört wurde. Sie steht auch als Zeuge dafür jederzeit zur Verfügung. Der Vollständigkeit halber möchte ich festhalten dass von den 4 Anklagen (lt. letztem Brief xxx) nur mehr Pkt. c.) aufrecht ist.

            Nach Mitteilung zum Gemeinschaftsentzug von Br. K. folgt meine Frage:

            „Mit welcher Begründung?“ – Br. K.:
            „Auf Grundlage von 2. Johannes 9,10 !“

            Meine Frage: „Welche Lehre Christi lehne ich ab oder verdrehe ich?“ Die erste Reaktion war ein herumdrücken und die Aussage, darüber könne er am Telefon nicht reden. Meine eher heftige Reaktion: „Hat man nicht einmal das Recht die Gründe für den Gemeinschaftsentzug zu erfahren …., führten dann doch zur Mitteilung: „Ich akzeptiere den treuen und verständigen Sklaven nicht!“

            Meine Erwiderung: „Hast Du meinen Brief und die Erklärung zu diesem Thema (mein Hinweis war ALLES was der trvSk aus der Bibel lehrt wird von mir akzeptiert) nicht gelesen?“ Er hätte von mir keinen Brief bekommen – trotz der Tatsache dass er an ihn eingeschrieben geschickt wurde!?

            Meine weitere Frage: „Aufgrund welcher Zeugen und deren Aussagen wird mir diese Verurteilung ausgestellt?“ Die Antwort: „Br. D. M. und Br. L. H.“
            Keinerlei Hinweise oder Gründe was die beiden zu dieser Thematik gesagt haben.

            Damit wurde das Telefongespräch beendet.

            Es ist wohl verständlich wissen zu wollen, was die beiden zu diesem Thema gesagt haben. Mein Anruf bei beiden ergibt nur eines – die zwei Zeugen sind keine Zeugen im Sinne der Anklage. Br. L. wird von mir gefragt: „Was wurde über den „Sklaven“ beim Komitee gesprochen, oder was hätte ich mit ihm darüber gesprochen?“ Seine Stellungnahme: „…darüber wurde gar nichts geredet! ???“

            Br. D. schildert mir dass er sehr verwundert war über die Nachfrage zu einem Gespräch vor nahezu 2 Jahren. Er könne sich an Details nicht mehr erinnern, nur soviel es waren von mir einige kritische Bemerkungen gemacht worden. Von sich aus erzählte er den Ältesten, seit ich die Versammlung in I. besuche, gab es mehrere Gespräche, jedoch nicht eine Aussage zu 1914 oder dass ich irgendeine Lehre vertrete die der Lehre Christi oder der Bibel widerspreche! ??? Ende des Auszug!

            So sieht die Beweisführung von einem Rechtskomitee bei den ZJ aus.
            Folglich kann sich jeder ausmahlen wie die schlimmsten Fälle in Verbindung mit Kindesmißbrauch abgehandlet werden.

            Mein Vater war Jahrzehnte Versammlungsdiener (wie es damals noch hieß) er erfuhr von einem Inzest in der Versammlung, der Hilfsversammlungsdiener wollte dies (unter der Hand) erledigen, mein Vater wollte dies nicht einfach hinnehmen – die weitere Folge: mein Vater wurde seines Amtes vom Bethel enthoben – nur ein Beleg von vielen wie man mit Recht und Vergehen bei den ZJ verfährt.

          3. Hans says:

            Hi Ede,

            Mitspracherecht bzgl. der Zusammensetzung?

            Frei aus dem Gedächtnis, ohne nachzulesen, wird ein Komitee gebildet, indem die gesamte Ältestenschaft zusammen festlegt, wer darin dient.

            Ich kenne Fälle, in denen Beschuldigte einzelne Älteste im Komitee wegen Befangenheit abgelehnt haben. Wüsste aber nicht, dass man den Beschuldigten vorher gefragt hat, ob er mit der Zusammenstellung einverstanden ist.

            LG
            Hans

          4. Hans says:

            Hi Ede,

            Gegen- bzw. Verständnisfragen und Notizen machen halte ich für sehr wichtig bei einer Verhandlung. Auch das Umformulieren von Suggestivfragen und sonstige In-den-Mund-Legungen.

            Zu deinen Tipps fällt mir noch ein:

            Wenn’s einem zu schnell geht (mitunter mag absichtlich das Tempo angezogen werden), einfach eine Pause verlangen. Oder auf die Toilette gehen, um Zeit zum Nachdenken bei einem kritischen Punkt zu erhalten oder einfach mal durchzuschaufen. Damit man im Affekt nichts sagt, was man hinterher bereut.

            Aber eigentlich ist schon allein die Berechtigung/Notwendigkeit der hier in den Kommentaren gesammelten Tipps & Tricks ein Armutszeugnis für die gesamte Rechtologie bei ZJ. Sowas sollte man nicht benötigen, wenn es wirklich liebevoll, barmherzig und gerecht zuginge. Dazu sei erwähnt, dass es ab und zu mal auch faire Verhandlungen gibt …

            LG
            Hans

  3. Edelmuth says:

    Bekennst du deine Sünden?

    Jedem Zeuge Jehovas sind die Worte aus Jakobus 5:14-16 gut bekannt.

    (Jakobus 5:14-16) . . .Ist jemand unter euch krank? Er rufe die älteren Männer der Versammlung zu [sich], und sie mögen über ihm beten und [ihn] im Namen Jehovas mit Öl einreiben. 15 Und das Gebet des Glaubens wird dem sich nicht wohl Fühlenden zum Heil sein, und Jehova wird ihn aufrichten. Und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden. 16 Bekennt also einander offen eure Sünden, und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet. . .

    Diese Schriftstelle wird vom Sklaven zum Anlass genommen, um unseren Brüdern zu lehren, dass sie sich bei den Ältesten melden soll, wenn sie eine vom Sklaven so bezeichnete schwere Sünde begangen haben, um sie dort zu bekennen. Das aus drei Ältesten zusammengesetzte Rechtskomitee prüft, ob der Sünder seine Sünde bereut und entscheidet dann über Maßnahmen oder ggf. den Ausschluss des Bruders.

    Hatte der Vater diese von den Ältesten ausgeübte Kontrolle der Brüder im Sinn, als er diese Schriftstelle schuf? Wir wollen einmal den Text Zeile für Zeile analysieren.

    „Ist jemand unter euch krank?“

    Wann ist jemand krank? Der Sklave versteht darunter ausschließlich eine geistige Krankheit in Anlehnung einer Geisteskrankheit, denn in beiden Fällen ist der Geist des Menschen krank. Ist jemand geistig krank oder geisteskrank, wenn er eine schwere Sünde begangen hat? Wir sündigen tagtäglich, also sind wir….!?!

    Was sind schwere Sünden, und warum bei nur schweren und nicht bei einfachen Sünden. Wo nennt die Bibel den Unterschied zwischen schweren und einfachen Sünden.

    (Galater 5:19-21) . . .Nun sind die Werke des Fleisches offenbar, und sie sind: Hurerei, Unreinheit, zügelloser Wandel, 20 Götzendienst, Ausübung von Spiritismus, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Wutausbrüche, Wortzänkereien, Spaltungen, Sekten, 21 Neidereien, Trinkgelage, Schwelgereien und dergleichen Dinge. Vor diesen Dingen warne ich euch im voraus, so wie ich euch im voraus gewarnt habe, daß die, die solche Dinge treiben, Gottes Königreich nicht erben werden.

    (1. Korinther 6:9-11) . . .Was? Wißt ihr nicht, daß Ungerechte das Königreich Gottes nicht erben werden? Laßt euch nicht irreführen. Weder Hurer noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Männer, die für unnatürliche Zwecke gehalten werden, noch Männer, die bei männlichen Personen liegen, 10 noch Diebe, noch Habgierige, noch Trunkenbolde, noch Schmäher, noch Erpresser werden Gottes Königreich erben. 11 Und doch waren das einige von euch. Aber ihr seid reingewaschen worden, aber ihr seid geheiligt worden, aber ihr seid gerechtgesprochen worden im Namen unseres Herrn Jesus Christus und mit dem Geist unseres Gottes. . .

    Waren wir als aktive Zeugen Jehovas immer gerecht? Waren wir nie eifersüchtig? Hatten wir nie Streit? Daran gemessen gebe es bei den Ältesten nicht genügend Termine um zu beichten. Älteste können prüfen, ob sich unser Verhalten negativ aus die Versammlung auswirkt, aber sie können uns nicht ins Herz sehen und keine Sünden vergeben.

    Wir können nicht in jedem Fall beurteilen, was eine schwere Sünde ist, was von Jehova auch wohl so beabsichtigt ist. Älteste geben aber bereitwillig Auskunft darüber, was sie unter schwere Sünden verstehen, und das kann auch schon mal das Surfen im Internet auf unerwünschten Seiten sein, weil abtrünniges Gedankengut die Autorität des Sklaven untergräbt.

    Gerade minderschwere Sünden, auf die leicht verzichtet werden kann, könnten von Jehova ganz anders beurteilt werden, weil sie offenkundig aus einer gewissen Geringschätzigkeit gegenüber seinem Wort begangen werden.

    Fordert uns die Bibel aber nicht unmissverständlich auf unser Sünden zu bekennen? Taten es die ersten Christen nicht ebenso?

    (Markus 1:4-5) . . .so trat Johạnnes, der taufte, in der Wildnis auf [und] predigte die Taufe [als Symbol] der Reue zur Vergebung von Sünden. 5 Demzufolge zogen das ganze Gebiet von Judäa und alle Bewohner von Jerusalem zu ihm hinaus, und sie wurden von ihm im Jordanfluß getauft, indem sie offen ihre Sünden bekannten.

    Wir wissen, dass die Taufe des Johannes eine andere war, als die im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes es war. Dennoch zeigt dieses Sündenbekenntnis recht eindrucksvoll, dass niemand die dabei gewonnenen Informationen zum Anlass genommen hat, seine Brüder vor dem Sanhedrin zu verklagen. Ihr Sündenbekenntnis wäre dann für einige tödlich gewesen, noch bevor sie getauft worden wären, was Jehova bestimmt nicht beabsichtigt hätte.

    (Sprüche 28:13) . . .Wer seine Übertretungen zudeckt, wird kein Gelingen haben, doch dem, der [sie] bekennt und läßt, wird Barmherzigkeit erwiesen werden.

    *** EW 8. 2. 1975 S. 27 Sollten wir unsere Sünden bekennen? Wenn ja, wem? ***
    Wenn wir gegen Gott gesündigt haben, sollten wir IHM unsere Sünde bestimmt bekennen und IHN um Vergebung bitten. (Vergleiche Psalm 32:3-5.) Was aber, wenn wir unserem Mitmenschen unrecht getan haben? Die Bibel sagt, wir sollten die Angelegenheit mit demjenigen in Ordnung bringen, dem wir unrecht getan haben. Beachte, was Jesus den Juden in seiner Bergpredigt sagte: „Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, daß dein Bruder etwas gegen dich hat, so laß deine Gabe dort vor dem Altar und geh weg; schließe zuerst mit deinem Bruder Frieden; und dann, wenn du zurückgekommen bist, bringe deine Gabe dar“ (Matth. 5:23, 24). Wenn man diesen Rat beachten will, müßte man dem anderen seinen Fehler bekennen und Schritte unternehmen, um sich mit ihm zu versöhnen, auch wenn es ein Glied der Familie ist.

    Wir bekennen unser Sünden demjenigen, gegen den wir gesündigt haben, und bei Jehova, da wir gegen seine Gebote gefehlt haben.

    (1. Johannes 1:9) . . .Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, uns die Sünden zu vergeben und uns von aller Ungerechtigkeit zu reinigen. . .

    Ein Mensch ist offenkundig dann krank, wenn er sich schlecht fühlt. Dafür kann es viele Gründe geben, sowohl körperliche wie auch geistige. Bei körperlichen Beschwerden wenden wir uns an einen Arzt, aber bei seelischen Probleben können wir uns vertrauensvoll an die Ältesten wenden. Die Ursache für seelische Probleme können Trauer, Einsamkeit, Depressionen, Minderwertigkeitsgefühle, Versagensängste aber auch begangene Sünden sein.

    (2. Korinther 7:10-11) . . .Denn gottgemäße Traurigkeit bewirkt Reue zur Rettung, die nicht zu bereuen ist; die Traurigkeit der Welt aber bewirkt Tod. 11 Denn seht, gerade dies, daß ihr in gottgemäßer Weise traurig gemacht worden seid, welch große Ernsthaftigkeit hat es in euch bewirkt, ja eure Entlastung, ja Unwillen, ja Furcht, ja Sehnsucht, ja Eifer, ja Berichtigung des Unrechts! In jeder Hinsicht habt ihr euch in dieser Sache als sittlich rein erwiesen.

    Ein reueloser Sünder hat bei begangenen Sünden keine seelischen Probleme. Im Gegenteil, er fühlt sich im Recht und ist auch noch stolz über seine (un-)sittliche „Freiheit“. Er hätte allen Grund sich an die Ältesten zu wenden, denn er benötigt dringend Hilfe und stellt eine Gefahr für die Versammlung dar.

    Aber einem reuigen Sünder geht es furchtbar schlecht. Er weis, dass er den Vater enttäuscht hat, und weis nicht, wie es weiter gehen soll. Er fürchtet um sein Leben. Er hat kaum noch Hoffnung, denn er weiß, dass er gesündigt hat.

    „..und sie mögen über ihn beten und [ihn] im Namen Jehovas mit Öl einreiben“

    Sicherlich ist jedem klar, dass Älteste den Sünder nicht mit einer Flasche Sonnenschutzöl einreiben wollen, sondern sie sollen ihn ohne vorherige Prüfung des Sachverhaltes trösten und aufmuntern, denn wenn die Ursache für sein Unwohlsein eine begangene Sünde ist, so ist sein Unwohlsein das sicherste Zeichen einer von Herzen kommenden Reue.

    „Und das Gebet des Glaubens wird dem sich nicht wohl Fühlenden zum Heil sein, und Jehova wird ihn aufrichten.“

    Die Tatsache, dass sich der Sünder unwohl fühlt und sich hilfesuchend an Älteste wendet, belegt, dass ihm etwas an seinem guten Verhältnis zu Jehova und an der Glaubensgemeinschaft liegt und er akzeptiert, dass Jehova ihm Maßstäbe setzen kann. Deshalb sollten Älteste ihn trösten und Jehova bitte ihm zu vergeben. Jehova sichert ihm im Gegenzug zu, dass er ihn aufrichten wird, damit er weiterhin mutig an sich arbeite.

    „Und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden“

    Jehova sichert jedem auch auf die Gefahr hin, dass seine Güte dadurch missbraucht werden könnte, die Vergebung seiner Sünden, die Ursache für sein Unwohlsein sind, zu. Jehova unterscheidet nicht in schwere und minderschwere Sünden, er vergibt sie jedem großzügig, der IHN reumütig um Vergebung bittet.

    Kein Rechtskomitee oder irgend ein Menschen ist in der Lage Gottes Wort außer Kraft zu setzen und berechtigt, dem Sünder aufgrund dieser Sünde die Gemeinschaft zu entziehen. Wenn Jehova sagt, dass er dem Sünder vergeben hat, dann ist es so, und wir sollten uns alle darüber freuen.

    „Bekennt also einander offen eure Sünden, und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet. . .“

    Die Aufforderung Jehovas unsere Sünden zu bekennen, dient nicht der Kontrolle oder der Informationsbeschaffung der Ältesten, damit sie Maßnahmen ergreifen können, sondern damit wir unseren Herzensfrieden wieder herstellen und ermutigt werden an uns zu arbeiten und nicht durch einen Rückschlag verzagen.

    Es könnte sein, dass jemand Reue vortäuscht.

    Dieses Argument hören wir öfter. Doch demjenigen, der Reue vortäuscht, liegt etwas an der Versammlung und es ist besser, wenn er durch Brüder positiv beeinflusst als in die Welt hinausgestoßen wird. Würde bekannt werden, dass er weiterhin an seiner sündigen Handlungsweise festhält, würden sich die Brüder gemäß 1. Korinther 5:11 verhalten und ihm die Gemeinschaft entziehen.

    (1. Korinther 5:11) . . .Nun aber schreibe ich euch, keinen Umgang mehr mit jemandem zu haben, der Bruder genannt wird, wenn er ein Hurer oder ein Habgieriger oder ein Götzendiener oder ein Schmäher oder ein Trunkenbold oder ein Erpresser ist, selbst nicht mit einem solchen zu essen.

    Im Unterscheid zu 1. Korinther 6:9-11 wird in 1. Korinther 5:11 von einem reuelosen Sünder, einem uneinsichtigen Bruder, gesprochen, der die über ihn bekannt gewordenen Sünden nicht unterlassen will.

    Es könnte aber sein, dass er heimlich sündigt.

    Gewiss könnte das sein. Aber ist das unsere Sache? Wenn in der Versammlung nichts darüber bekannt wird und sie keinen Schaden nehmen kann, so ist es eine Sache zwischen ihm und Jehova.

    Im „Gebt-Acht-Buch“ von 1991 heißt es auszugsweise:

    Einige bekunden unmittelbar nach ihrer Sünde Reue, indem sie sofort Schritte unternehmen, sie zu bekennen; …
    Es spricht natürlich für den Betreffenden, wenn er seine Sünde von sich aus bekennt; …

    Offenkundig anerkennt der Sklave eine Reue nur durch Bekenntnis der Sünde vor den Ältesten. Das Bekenntnis vor Jehova, der Sünden vergeben kann, wird nicht erwähnt.

    Sündigt jemand über einen längeren Zeitraum ohne sie bei den Ältesten zu bekennen, wird seine Glaubwürdigkeit hinsichtlich seiner Reue bezweifelt.

    Wurde eine schwere Sünde über längere Zeit getrieben, sollte besonders sorgfältig geprüft werden, ob die Reue echt ist

    Woran sollen Älteste die echte Reue des Sünders erkennen?

    Woran echte Reue zu erkennen ist:
    Hat er seine Missetat zugegeben, entweder vor der Verhandlung von sich aus gegenüber einem Ältesten oder als er seinen Anklägern gegenübergestellt wurde?

    Die Ältesten, die im Rechtskomitee dienen, müssen in allen Fällen folgende Umstände abwägen: Wieviel Zeit seit der Übertretung vergangen ist.

    Wie sollten sich Brüder verhalten, die von der Sünde eines Bruders Kenntnis erhalten

    Wird jemand Zeuge einer schweren Sünde, so sollte er den Missetäter ermuntern, die Sache den Ältesten bekannt zu geben. Er kann den Missetäter anspornen, die Ältesten um Hilfe zu bitten und seine Sünde zu bekennen; tut der Missetäter dies nicht, wird der Zeuge die Ältesten informieren.

    Den meisten Brüdern sind diese Vorgaben bekannt. Sie gelten auch für Ärzte und ihre Helferinnen, die an die ärztliche Schweigepflicht gebunden sind. Aufgrund der diagnostizierten Krankheiten können sie auf schwere Verfehlungen schließen. Für sie hat der Sklave eine höhere Priorität als ihre Schweigepflicht.

    Die Sündenvergebung wird offenkundig vom alleinigen Urteil des Rechtskomitees abhängig gemacht.

    Wie ist aber eine Sündenvergebung dort möglich, wo es keine Ältesten und kein Rechtskomitee gibt, z.B. in Einzelhaft oder in fernen Ländern.

    Wie war während der Zeiten der Nationen, als es die Zeugen Jehovas und ihr Rechtskomitee noch nicht gab, eine Sündenvergebung möglich?

    Ich vermisse hier die deutliche Aufforderung, die Sünden vor Jehova, demjenigen, der Sünden vergeben kann, zu bekennen und IHN um Vergebung zu bitten.

    Im neuen Lichtes veröffentlich der Sklave folgende Erkenntnisse

    *** WT 15. 5. 1993 S. 16-17 Abs. 20 „Rufe die älteren Männer“ ***
    Das Gebet ist unerläßlich und darf nicht vernachlässigt werden. Doch vielen geistig kranken Christen fällt das Beten schwer. Welche Absicht steht dahinter, wenn Älteste für einen geistig Leidenden Gebete des Glaubens sprechen? „Jehova wird ihn aufrichten“ aus seinem Zustand der Niedergeschlagenheit und ihn stärken, damit er weiterhin den Weg der Wahrheit und der Gerechtigkeit gehen kann. Ein geistig kranker Christ hat möglicherweise eine falsche Einstellung, aber er muß nicht unbedingt schwere Sünden begangen haben, denn Jakobus sagte: „Und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden.“ Der biblische Rat der Ältesten in Verbindung mit einem ernsten Gebet bewirkt manchmal, daß der geistig Schwache schwere Sünden bekennt, die er begangen hat, und einen reumütigen Geist offenbart. Das veranlaßt Gott wiederum zu vergeben (Jakobus 5:15, 16).

    Ob einem „geistig“ kranken Christen das Beten schwer fällt, kann ich nicht beurteilen. Im Gegenteil, wenn es mir schlecht erging, weil ich wieder einmal einen Bock geschossen hatte, habe ich mich hilfesuchend an den Vater gewand. Dass die Ältesten den Schwachen wieder aufrichten wollen, ist eine gute Sache und im Sinne von Jehova, doch das Gespräch, zu dem der Sünder eingeladen wird, dient vorrangig der Beurteilung seiner Einstellung zu seiner Sünde und zur Organisation. Erst wenn die Reue und die bedingungslose Unterordnung unter die Gerichtsbarkeit des Sklaven durch das Rechtskomitee eindeutig festgestellt wurde, wird ein Gebet gesprochen. Wird diese Reue aber nicht festgestellt, wird dem Sünder die Gemeinschaft entzogen. Gottes Zusicherung, dass „ihm vergeben werden [wird] …wenn er Sünden begangen hat“ wird nicht bedingungslos umgesetzt. Dem Bruder, der echte Reue empfindet, sie aber nicht so überzeugend darlegen kann, wird möglicherweise die von Jehova zugesicherte Sündenvergebung vorenthalten und dem Schauspieler, der alle überzeugen kann, gewährt.

    Leider kommt es bei uns immer wieder vor, dass junge Leute Dinge tun, die wir weitestgehend mit Hurerei bezeichnen würden. Aber auch reifere, alleinstehende Brüder und Schwestern sind davon betroffen. Je nach Mentalität geht es ihnen hinterher mehr oder weniger schlecht, da sie wissen, dass sie gegen Jehova gesündigt haben. Vielen reumütigen Brüdern ist ihr Verhältnis so viel wert, dass sie ihre Beziehung durch Eheschließung legalisieren oder sich voneinander trennen, um Gott wieder zu gefallen, aber sie offenbaren sich nicht den Ältesten. Niemand redet gerne über seine Sünden, insbesondere dann nicht, wenn es sich um eine gleichgeschlechtliche Beziehung oder Beziehung mit einem großen Altersunterschied gehandelt hat. Doch die durchgeführten Maßnahmen belegen ihre Reue, insbesondere dann, wenn sie anschließend viele Jahre treu geblieben sind. Mit ihrem Bekenntnis ihrer Sünde vor Jehova und der erfolgreichen Änderung in ihrem Verhalten aufgrund ihrer Wertschätzung für Jehovas haben sie Reue bewiesen und Gottes Vorgaben zur Vergebung der Sünde erfüllt.

    Dennoch entzieht das Rechtskomitee ihnen bei Bekanntwerden ihrer Verfehlung die Gemeinschaft, weil sie sich nicht unverzüglich den Ältesten anvertraut haben, und unterstellt ihnen keine aufrichtige Reue.

    Auch wenn jemand sein Sündenbekenntnis unter der Auflage macht, dass die beiden Ältesten mit niemandem darüber reden dürfen, um so ein Rechtskomitee von mindestens drei Älteste zu verhindern, so hören sich die beiden Brüder das Geständnis geduldig an, und wenn es sich um eine Sünde handelt, die zum Ausschluss führen könnte, entziehen sie ihm unverzüglich die Gemeinschaft, weil der Bekennende durch seine Begrenzung auf zwei Personen die Gerichtsbarkeit des Sklaven nicht anerkennt. Sie unterstellen ihm auch hier fehlende Reue.

    Den Tatbestand der fehlenden Anerkennung der Gerichtsbarkeit des Treuen und Verständigen Sklaven, vertreten durch die Ältesten, kennt die Bibel nicht. Weiterhin bleibet unberücksichtigt, dass der Bruder seine tätige Reue durch die Eheschließung zur Wahrung seines Verhältnisses zu Jehova bewiesen hat. Darüber hinaus hat er jahrzehnte langen Treue bewiesen.

    Die Sündenvergebung ist offenbar stark von der persönlichen Demütigung unter den Sklaven, vertreten durch das Rechtskomitee, abhängig, als habe man gegen die Gebote des Sklaven gesündigt. Dann wird auch verständlich, warum im Falle von menschlicher Unvollkommenheit, wie Hurerei, eine Zurechtweisung oder eine spätere Wiederaufnahme eher möglich ist, als bei Kritik an der Organisation und ihren Lehren, denn diese Kritik richtet sich stets gegen den Sklaven, und wenn diese Kritik dann noch berechtigt ist, ist eine Wiederaufnahme in die Gemeinschaft, wo man mit den Brüdern Gedankenaustausch pflegen könnte, nahezu undenkbar.

    Sind durch das Rechtkomitee unter „Leitung des Heiligen Geistes“ jemals Fehlurteile gesprochen worden, die zu einem ungerechten Gemeinschaftsentzug geführt haben?

    Bei Komiteeverhandlungen sind keine Aufzeichnungsgeräte und Zuschauer oder gar Rechtsbeistand zugelassen. Nicht einmal Notebooks mit der WTG-CD-Rom, die dem Beschuldigten Argumentationshilfe geben könnten, sind zugelassen. Darum fehlen uns verbindlich Informationen. Es kann auch nicht bezeugt werden, ob alles rechtmäßig und liebevoll abgelaufen ist.

    Vor einigen Jahren wurden Brüdern, die den Wehrdienst verweigerten und statt dessen Ersatzdienst geleistet haben, die Gemeinschaft entzogen, weil der Sklave der Meinung war, dass es keinen Ersatz für den Wehrdienst geben kann. Als es dann aufgrund der Veröffentlichungen von Raymond Franz, ein ehemaliges Mitglied der leitenden Körperschaft, „neues Licht“ gab, wurden die ausgeschlossene Brüder unbürokratischen wieder aufgenommen. Die Ältesten beriefen sich selbstverständlich auf die Veröffentlichungen des Sklaven. Dass jemandem von der Leitenden Körperschaft aufgrund der Verbreitung von Irrlehren die Gemeinschaft entzogen wurde, ist bisher nicht bekannt geworden, weder in dieser Angelegenheit, noch bei anderen Endzeitvoraussagen, die später korrigiert werden mussten. Es fällt auch hier schwer zu glauben, dass eine Änderung in der Glaubenslehre aufgrund der Veröffentlichungen eines aufgrund von Abtrünnigkeit ausgeschossenen Bruders durch den Heiligen Geist Gottes bewirkt wurde. Was wäre, wenn es doch so gewesen wäre?

    Dennoch hat es derartige Fehlurteile vermutlich öfter gegeben und wird sie auch aufgrund des sich ständig ändernden „Lichtes“ vermutlich noch öfter geben. Unser Trost ist es, dass das letzte Urteil vom höchsten Richter Jehova, der bekanntlich Liebe vor Recht ergehen lässt, gesprochen wird.

    Eine Ältestenschaft gab und gibt es nicht zu jeder Zeit und überall. Daher können sie als unbedingtes Mittel zur Sündenvergebung von Jehova nicht vorgesehen worden sein, denn er vergibt jedem reumütigen Sünder bedingungslos und zu jeder Zeit. Ein Gemeinschaftsentzug ist dann ungerechtfertigt, wenn sich ein Brüder niedergeschlagen und hilfesuchend an die Ältesten wendet und Jehova ihm die Sünden nach Jakobus 5:15 vergibt. Er ist auch dann ungerechtfertigt, wenn sich jemand spät oder gar nicht bei den Ältesten meldet, um seine Sünden zu bekennen, wenn er seine sündige Tätigkeit inzwischen aufgrund von Reue beendet hat. Jehova hat mit seinem Rat kein Mittel zur Kontrolle und Disziplinierung der Brüder, sondern des Trostes und der Ermunterung für reumütige Sünder geschaffen.

    (Matthäus 18:15-17) . . .Überdies, wenn dein Bruder eine Sünde begeht, so gehe hin, lege seinen Fehler zwischen dir und ihm allein offen dar. Wenn er auf dich hört, so hast du deinen Bruder gewonnen. 16 Wenn er aber nicht hört, nimm noch einen oder zwei mit dir, damit jede Sache aus dem Mund von zwei oder drei Zeugen festgestellt werde. 17 Wenn er nicht auf sie hört, sprich zu der Versammlung. Wenn er auch nicht auf die Versammlung hört, so sei er für dich ebenso wie ein Mensch von den Nationen und wie ein Steuereinnehmer.

    Die öffentliche Verhandlung von bekannt gewordenen Verfehlungen eines Sünders hat den Vorteil, dass alle Brüder daraus lernen können. Außerdem wird für alle sichtbar, dass willentliche Missachtung der Autorität Jehovas in der Versammlung nicht geduldet wird. Die Brüder werden Augenzeuge, dass die Ältesten nicht über ihre Befugnisse hinaus gegangen sind und dem Sünder trotz aller Maßnahmen Gottes Gerechtigkeit widerfahren ist.

    Ein Rechtkomitee, in dem unter dem Mantel der Verschwiegenheit im Geheimen willkürlich Unteile gefällt werden, von denen aufgrund des Ausschlusses von Beobachtern und Aufzeichngeräte niemand außer dem Rechtskomitee Kenntnis haben darf, kennt die Bibel nicht. Verteidiger, wie bibelkundige Brüder oder technische Hilfsmittel, sind nicht zugelassen. Eltern sollen bei minderjährigen Brüdern anwesend sein. Sie dürfen sich aber nicht schützend vor ihre Kinder stellen und haben zu schweigen. Hilfesuchende Brüder, die sich bei einer Verfehlung an die Ältesten wenden, sind der Willkür des Rechtskomitees hilflos ausgesetzt.

    Bekennst du deine Sünden? Ja! Aber vor Jehova, denn er ist unser Gott, der zum Vergeben bereit ist. Und die Sünden, die man aus Scham nicht bekennen mag? Jehova kennt sie, denn er hat uns und unser Herz gesehen und uns erkannt. Ihm können wir alle unsere Sünden bekennen.

    (Jesaja 1:18-19) . . .Kommt nun, und laßt uns die Dinge zwischen uns richtigstellen“, spricht Jehova. „Wenn sich eure Sünden auch wie Scharlach erweisen sollten, werden sie so weiß werden wie Schnee; wenn sie auch rot sein sollten wie Karmesintuch, werden sie sogar wie Wolle werden. 19 Wenn ihr Willigkeit zeigt und tatsächlich zuhört, so werdet ihr das Gute des Landes essen.

    Auf jeden Fall müssen wir alles tun, um nicht mehr zu sündigen. Wir können, wenn es uns hilft und uns tröstet, die Ältesten ansprechen und sie um Unterstützung bitten. Sünden vergeben können sie nicht. Jehova hat uns zugesichert unsere Sünden zu vergeben, wenn wir uns ändern und IHN reumütig um Vergebung bitten.

    Ede

    Wenn nicht anders angegeben sind alle Bibelzitate der Neuen Weltübersetzung entnommen

    1. Eddi says:

      Guten Morgen Ede,

      die Abhandlung ist sehr ausführlich und du hast sehr viel miteinander abgeglichen, was die Organisation sagt und will und was die Bibel dazu sagt. Im Wesentlichen hast du die schöne Abhandlung von Bruder MHP wiederholt.

      Die Bibel sagt nirgends, dass ich zu zwei Ältesten gehen soll um was loszuwerden. Eine gute Freundin tut´s auch. Tu mir den Gefallen und teste es aus, ob sich zwei Älteste auf den Weg machen zu einer Schwester, wenn sie vom Arzt eine schlechte Diagnose bekommen hat und dringend jemand braucht. Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich sagen, dass so gut wie nie ein Ältester zu sprechen war, wenn ich einen akuten Schub in einer Depression hatte und suizidgefährdet war. Meist hätte ein gemeinsames Gebet, auch am Telefon, schon gereicht. Aber es war halt nicht. Glaubt irgend jemand allen Ernstes, dass ich mich, wenn ich z. B. eine sexuelle Verfehlung begangen hätte, mich tatsächlich an diese Leute gewandt hätte? Schon allein der Gedanke ist so widerlich! Als ich einmal total verzweifelt war rief ich in Selters an (es waren ja wieder einmal keine Ältesten greifbar)und der gab sich zunächst auch sehr viel Mühe. Als ich erwähnte, dass ich kein Problem sexueller Natur hätte, da ich schon von Kindesbeinen an schlechte Erfahrungen damit gemacht habe, wollte er es ganz genau wissen und er war beleidigt, dass ich es nicht erzählt habe. Ich habe innerlich komplett abgeschaltet, den Anruf dann auch, danach hatte ich den WUNSCH, meinem Gott richtig weh zu tun, weil es mir noch schlechter ging als vorher. Weil ich zu müde war, habe ich mich darauf beschränkt, eine halbe Flasche Rum zu trinken und ins Nichts zu tauchen.

      Du stellst fest, dass es Älteste gibt, bei denen schon das Surfen auf unliebsamen Seiten als Sünde gilt. Das stellt zutreffend die Haltung dieser Richterklasse dar. Da wird etwas konstruiert, zwar gibt es dafür keinen biblischen Beleg, das macht nichts, dann dreht man halt einen Text um und schon passt es. Wäre doch gelacht, wenn man keine Sünde finden könnte! Wie abartig ist das! Ich kannte Älteste, die haben das Tragen von Ohrringen bei Jungs verpönt. Kann man machen, führte dazu, dass ein Jugendlicher halt nicht mehr zur Versammlung kommen wollte. Als er eines Sonntags von seinem Schwager gezwungen wurde (!) machte ich ihm wegen seines wirklich hübschen Ohrrings ein Kompliment. Er sah mich an, als wäre ich vom Baum gefallen, wies mich mit verstohlenem Blick darauf hin, dass „die andern“ das eher als anstößig sehen. Ich bat ihn, seine Bibel zu holen und die Geschichte mit dem goldenen Kalb zu suchen. Das dauerte einen Moment und zwischenzeitlich gesellten sich noch zwei Schwestern dazu (Der Junge die Bibel in der Hand, das musste was bedeuten). Dann las er, wie Aaron dem Volk Israel sagte, sie sollten die Ohrringe von den Ohren der Frauen und der Männer abreißen… und die beiden Schwestern zeigten reges Interesse daran, was hat der Ohrring rechts zu bedeuten und links.. Wenn er sich irgendwann einmal an mich erinnert, dann, dass ich ihn nicht einfach verurteilt habe und nicht über das hinausgegangen bin, was in der Schrift steht.

      Von mir würde kein Ältester mehr erfahren wie es mir geht oder ob ich einen Fehler gemacht habe. Und ich schätze, Gott sieht das Elend des Machtmissbrauchs. Viele Kommentare zeigen sehr schlechte Erfahrungen. Du hast angeführt, nicht zu wissen, ob es Unrechtsurteile gibt. In den letzten Tagen mindestens eins und zwar bei Manfred. Selbstverständlich muss man die Hornviecher in Selters beglückwünschen zu der Entscheidung, jetzt haben sie ihm endlich ermöglicht für die Wahrheit frei zu sein, aber dennoch ist doch auch Bitterkeit, Unverständnis und Opfer damit verbunden. Allein die Tatsache, dass man eigentlich nicht wissen kann, ob es ein Unrechtsurteil ist, weil alle Verhandlungen Geheimsache sind, setzt die Organisation ins Unrecht, denn das widerspricht Gottes Auffassung. Entweder ist die Sünde schwer genug um sie öffentlich auszuhandeln, dann kann jeder das Urteil nachvollziehen oder es braucht gar keine Verhandlung. Und genau deswegen können Älteste keine Freunde sein und keine Hirten. Der Grundbegriff bedeutet Beschützer, aber nicht Beschützer einer Wachtturm-Scharia, sondern der Schafe des HERRN. Seit ich auf BI lese, bin ich wesentlich stärker und wachsamer geworden, auch in dem Bewusstsein, dass ich selbst vor Gott gerade zu stehen habe.
      Und gerade der freie Austausch der Meinungen führt – zumindest bei mir – dazu, dass meine Wachsamkeit geschärft wird, das ist halt auch ein Unterschied zur monotonen Ansage der WTG.

      Gute Nacht.
      Eddi

      1. Hans says:

        Hi Eddi,

        leider scheinen viele Älteste seelsorgerisch nicht kompetent. Wie man mit psychisch angeschlagenen wirklich umgehen sollte, wissen sie nicht. Woher auch.

        Einige schaffen das vielleicht ganz gut, weil sie echte Liebe, echtes persönliches Interesse zeigen und sich selbst nicht zu wichtig nehmen. Manche informieren sich sogar privat darüber, wie man mit psychisch belasteten umgehen kann/sollte. Ist aber leider eher die Minderheit.

        LG
        Hans

        1. Eddi says:

          Lieber Hans,

          deine Kommentare sind sorgfältig abgewogen, das schätze ich sehr.

          Es gibt psychische Krankheiten, die sind halt da, die lassen sich nicht mit Glaube wegdiskutieren, da hilft nur ein Arzt. Aber da haben wir schon wieder ein Dilemma, denn im Ältestenlehrbuch werden die Ältesten angehalten, jemandem, der einen Therapeuten aufsucht, nahe zu bringen, nichts über die Organisation oder andere Zeugen zu erzählen. Aber wenn man nicht an Gespenster glaubt hat man halt nur das eine Leben und damit als braver ZJ nur Kontakt zu seinesgleichen. Also über seinen Lebensinhalt darf man nicht reden, wie soll der Arzt da jemals helfen können? Und dann gibt es Gegenden in Deutschland, da ist die erste Anlaufstelle Caritas oder Diakonisches Werk und dort bekommt man Adressen. Da kann man als ZJ gerade froh sein, wenn es nicht zu einem Rechtskomiteefall wird. Das ist leider kein Scherz.

          Aber hat denn der/diejenige keinen Anspruch auf brüderliche Liebe weil das so nach dem Motto geht, der/die ist schon neben der Spur, da können wir unsere Zeit besser einsetzen? Ach ja, Paragraf 2 nicht vergessen: besondere Vorsicht im Umgang mit Schwestern, erst recht, wenn sie depressiv sind oder Opfer sexueller Gewalt waren.

          Du schreibst, dass es Älteste gibt, die sich von sich aus informieren, damit sie seelsorgerisch helfen können. Solange die WT-Scharia solche Gesetze hat, können sie nicht wirklich helfen. Das schließt sich gegenseitig aus. Ich bin froh, mir darüber keine Gedanken mehr machen zu müssen, auch das ist Freiheit.

          Liebe Grüße
          Eddi

  4. Frank&Frei says:

    das Denunziantenlied von Ougenweide
    aus einem Liederbuch von 1897

    Das Spionieren auf der Welt
    Als bestes Handwerk mir gefällt;
    Ich schnüffle hin, ich schnüffle her
    Ich schleich herum, mal kreuz, mal quer.

    Mit meinen Ohren lang und weit
    Steh ich zum Horchen stets bereit,
    Und mir entgeht kein einzig Wort,
    Ich merke alles mir sofort.

    Dafür empfang ich guten Lohn
    im eignen Pflichtbewußtsein schon,
    Und unsre Zeit, sie ist mir hold,
    Bald wiegt sie mich wohl auf in Gold.

    So steh in hoher Achtung ich,
    und der Philister liebet mich.
    Auch fühl ich weder Scham noch Schand,
    Ich bin ein braver Denunziant.

    Als Wachtturmbüttel schätzt man mich
    besonders den Verrat
    die Brüder deshalb meiden mich
    doch steh ich stets parat.

    Mit meinen langen Horcherohren
    habe ich sie auserkoren
    die Sünder, die eklatanten
    lob mir , dem Denunzianten

  5. Diener 1000 says:

    Sehr guter Artikel!
    Ich kenne persönlich einige Älteste die so eine Art Sport oder besser gesagt ganz heiss auf Verfehlungen von Brüdern und Schwestern sind!Wenn Sie einen sogenannten Rechtsfall wittern,beginnt so eine richtige Menschenjagt.Der Chefankläger lebt selbst seit Jahren von seiner Alkoholkranken Frau getrennt,ist im Vollzeitdienst tätig, vielem Wein ergeben und die Frage die man sich stellen muss ist, ob der liebe Bruder überhaupt seine eigene Sexualität im Griff hat,oder wie kommt man als alleinstehender oder getrennt lebender Hirte,was ja im letzteren ja eigentlich eine Sache ist, die gar nicht geht, zurecht? Befleckt er sich heimlich selber? Diese Stasi ähnlichen Pseudotheokratischen Machenschaften müssen endlich ein Ende haben!Dieses Regiment der Angst muss verschwinden wenn man nicht will das immer mehr die Gemeinschaft verlassen.

    1. Frank&Frei says:

      Diener 1000. Bedenke bitte, dass die Ältesten in Selters Standortvorteil haben. Und damit haben Sie Narrenfreiheit ganz nach Belieben zu verfahren. Man wird immer ihnen zuerst glauben.
      Das ist die Nomenklatura der WT Diktatur, die so erhaben dasteht, dass sie jede Kritik und jegliches Lob nicht mehr mitbekommt.
      Völlig losgelöst….. schwebt das Raumschiff….
      einem Asteroiden gleich durch die endlose WEite des Nirwana.
      Und die Besatzung ist im Tiefschlaf

    2. Dennis says:

      Lieber Diener 1000,

      ich stimme dir zu, dass diese Denke des Denunziantentums und der Überwachung immer schlimmer werden. Man schaue sich nur die WT-Artikel der letzten Zeit an, wo allen ernstes 3. Mose zitiert werden muss um zu begründen warum es erforderlich ist, dass jemander, der etwas schlimmes erfährt zu den Ä. gehen MUSS, egal wie die jeweilige Situation ist. Der Gipfel ist für mich die Aussage, dass der mitwissende Brd. dem vermeintlichen Sünder „eine angemessenen Frist“ zu setzen hat. Wo steht das bitte nochmal in der Bibel? Danach muss der wissende Brd. natürlich noch „überprüfen“ ob der vermeintliche Sünder auch wirklich bei den Ä. war. Wo steht das bitte nochmal in der Bibel? Das ganze gilt natürlich nur für „schwere Sünden“. Wer den Sündenkatalog der „leichten“ und „schweren“ Sünden ständig auf dem Laufenden hält ist natürlich auch klar.

      Einfach nur noch „krank“ diese Denkweise, wie es Paulus treffend beschreibt (1. Tim. 6:4).

      Doch leider habe ich wenig Hoffnung, dass diese Dinge sich so schnell ändern im Gegenteil. Es sollte jedem inzwischen auffallen wie fast jeder WT-Artikel seine Grundlage aus dem AT beziehen muss um Gehorsam, Unterordnung und Organisationstreue zu rechtfertigen. Die „Freiheit des Christus“ und das „vollkommene Band der Einheit durch Liebe“ stören da nur und werden auch deshalb wenig bis überhaupt erwähnt, geschweige denn zum Hauptthema gemacht.

      Das ist wohl die schlimmste Angst der WT-Führung: Selbstdenkende, überzeugte Nachfolger Christi, die keine Milch (geistige Speise des Sklaven) mehr benötigen sondern zum „Vollerwachsenen Mann“ (Eph. 4:13) in Glaubensdingen kommen und „feste Speise“ aus der Bibel zu sich nehmen.

      LG
      Dennis

  6. Ulrike P. says:

    Ich möchte hiermit diesen wichtigen Artikel und die erhellenden Kommentare aus den Tiefen dieses Forums hervorholen.
    Zeigen sie doch klar und deutlich, dass NIEMAND sich vor einem anderen Menschen, auch keinem Ältesten gegenüber, erniedrigen muss, nur weil er in seiner Unvollkommenheit einen Fehler begangen hat.

    Gemäß 1. Petr 5, 6 gibt es dafür nur einen Ort und das ist die mächtige Hand Gottes.

    LG Ulli

    1. Barbara says:

      Hallo Ulli!
      Ich wünschte das hätte ich früher gewußt, dann hätte ich mir nicht 4 Rechtskomitees angetan.Stundenlange Verhöre in denen ich genötigt wurde mein inneres zu entblößen. Was mich aber am meisten verletzt hat war das in Frage stellen meiner Reue über meine Fehltritte. Das ich aus eigenem Antrieb zu den Ältesten gegangen bin , nicht weil es Mitwisser gab, sondern weil ich so enttäuscht von mir selbst war und das zutiefst bereut habe- war für diese kein Zeichen der Reue.
      Und dann die Auflagen für die es keine biblische Grundlage gibt- damit auch ja jeder weiß das du was verbrochen hast und dann automatisch auf Abstand geht.Naja immerhin war bei mir jedesmal ein vernünftiger und mitfühlender Ältester dabei, sonst hätte man mich schon vor Jahren ausgeschlossen.
      Liebe Grüße,
      Barbara

  7. Egbert says:

    Meine Frau hatte ein kleines Techtelmechtel mit einem anderen Mann. Das geschah bei einer Firmenveranstaltung. Sie hat es mir anschließend sofort erzählt, und nach einem eingehendem Gespräch habe ich ihr gesagt, dass sich niemand davon freisprechen kann, mal einen Fehler zu machen und ich ihr vergebe. Denn Liebe verzeiht alles.

    Als getaufte Schwester drängte es sie auch zu den Ältesten zu gehen. Das war ein Fehler. Die Herren stellten derart private und intime Fragen, das es so aussah als würden sie sich daran „aufgeilen“. Einer jungen und hübschen Frau solche Fragen zu stellen, machte ihnen augenscheinlich Spass. Bei einer Frage habe ich meiner Frau den Mund verboten und den Herren gesagt, dass ich nicht verstehe was die Antwort dieser Frage mit dem eigentlichen Sinn dieses Komitees zu haben soll. Wichtig wäre doch nur herauszufinden, ob ein Vergehen bereut wird oder nicht. „Es wäre nicht meine Angelegenheit mich in die Vorgehensweisen und Richtlinien der Ältestenschaft einzumischen“ bekam ich zur Antwort.
    „Gut. Aber es ist nicht eure Angelegenheit euch in die Intimsphäre meiner Frau einzumischen. Ich als ihr Ehemann und somit Haupt, habe ihr verziehen und bin von ihrer Reue absolut überzeugt. Ihr habt schon mehr als genug Fakten um über die Sachlage zu entscheiden. Ich bitte euch daher um Abschluss der Beweisführung und Beratung zur Sachlage. Meine Frau wird euch keinerlei Einzelheiten mehr preisgeben. Alles was entscheident ist, hat sie im Gebet vorgebracht.“
    Damit war es dann aber nicht ausgestanden. Es erfolgte eine „Stille Zurechtweisung“ und ich bekam eine öffentliche Ermahnung – von der ich nichts wusste – aufgrund Missachtung der Ältestenschaft. Da hat man noch richtig Lust in die Versammlung zu gehen

    1. Lieber Berner,
      erst einmal grossen Respekt das Du deiner Frau verziehen hast. Da hättest Du eigentlich von den Ältesten ein Lob verdient und kein Tadel. Schon der Name „Rechtskomitee“ ganz schlimm. Hat alles mit der Bibel nichts zu tun. Aber Du hast den Artikel „Verlangt Gott Sünden zu beichten…“ ja gelesen. Wir hoffen das der Artikel Dir und deiner Frau ein wenig Trost gibt. Verzagt nicht im Glauben zum Vater und verliert euer Vertrauen nicht. Menschen die andere Menschen richten werden von Jehova gerichtet werden. Einige Älteste vergessen immer mehr Ihre eigentliche Aufgabe, nämlich zu trösten und zu helfen, stattdessen reissen Sie nieder und „schlagen“ unsere Brüder und Schwestern. Sie reissen den Glauben nieder und beschämen den Namen Gottes. Lieber Berner wie geht es Dir und deiner Frau jetzt? Liebe Grüße Bruderinfo

    2. Michael says:

      Hallo Brd.Berner, Dein Verhalten Deiner Frau gegenüber ehrt dich und verdient Anerkennung, denn Du hast u.a. den Grundsatz erfüllt “ ein Mann sollte FEST zu seiner Frau halten“, auch wenn sie einen Fehler gemacht hat, aber sie ist damit nicht allein,wir alle machen tagtäglich Fehler, grössere uns kleinere, aber Jehova weiss , das wir schwach sind und SEINER Gnade bedürfen, nicht der Gnade von Menschen, eigentlich habt ihr die Sache bereits unter euch ,gebetsvoll nehme ich an, geklärt und damit ist die Sache auch vor Jehova bereinigt.Ich war auch mal so“treu“dem Sklaven gegenüber und habe Sünden meiner Kinder den Ältesten mitgeteilt, mit Katastrophalem Ausgang, ich würde nie mehr einer Ältestenschaft vertrauen. Jehova hatte selber einmal gesagt: Kommt und lasst uns die Dinge ZWISCHEN UNS RICHTIGSTELLEN, nicht mit der Hilfe von Menschen, heute haben wir zusätzlich auch noch das Loskaufsopfer Jesu, wir brauchen kein Rechtskomitee aus unvollkommenen Menschen!!Wir sind nur Jehova gegenüber Rechenschaftspflichtig und sonst niemandem, und das ist sehr gut, da Jehova immer gerechte Urteile fällt.Möge Jehova Euch beide reichlich segnen, zeige Deiner Frau jeden Tag das Du sie liebst und vertraut beide auf Jehova und lasst die Brüder Brüder sein, ihr beide seid füreinander die wichtigsten Menschen und Jehova ist der dritte in eurem Bund.
      Euer Bruder Michael

    3. Eddi says:

      Lieber Egbert,

      du hast genau richtig gehandelt. Es steht geschrieben: „und die zwei werden ein Fleisch sein“ – nichts von drei Reservegliedern!

      Bei einer ähnlichen Erfahrung in meinem Umfeld habe ich ernsthaft Zweifel an der Richtigkeit der Bibel bekommen, dass es nur männliche Älteste geben soll. Besonders haarig finde ich es, dass anschließend zwei Älteste ein Hilfe-Studium durchführten. (Von Selters werden sie wohl die Ehrenmedaille für besondere Auslegung bekommen!)

      Das ist mit ein Grund, weshalb ich sage, die Bibel spricht zwar von der Taufe als Mittel zur Rettung, aber für einen ZJ ist es die Fahrkarte in den Tod.

      Ich wollte mich nie schämen, ein ZJ zu sein, jetzt schäme ich mich, einer gewesen zu sein.

      Deiner Frau und dir wünsche ich allen Trost und Hoffnung, die unser himmlischer Vater bereit hält.
      Eddi

  8. joshua says:

    Ich hatte wegen schwerer Sünde vor 2,5 Jahren ein Rechtskommitee. Es gab eine öffentliche Zurechtweisung. Seit dieser Zeit darf ich keine Antworten mehr geben und auch sonst nichts. Das Singen für Jehova können sie mir nicht verbieten und ich geniesse es für Jehova zu singen. Nie wieder würde ich bei einem erneuten Rückfall ( ich bin süchtig ) zu den Ältesten gehen. Jehova und Jesus sind meine Richter, sonst niemand.

    1. Lieber Joshua,
      das schmerzt uns sehr wenn wir dich hören und wie du hier deinen Kommentar schreibst. Es ist sehr demütigend wenn man sein innerstes vor „Menschen“ nach aussen stülpen muss nur damit man Vergebung von Ältesten bekommt. Dann nicht genug. Man bekommt noch Auflagen die jedesmal wenn man in der Versammlung sitzt einem nochmals und immer wieder demütigt und das Herz immer mehr Wunden bekommt. Es steht Brüder nicht zu über andere Brüder zu richten. Du hast es richtig erkannt, nur Jehova und Jesus sind unsere Richter. Dennoch sagt Jesus wenn wir an Ihn Glauben dann kommen wir nicht ins Gericht. Da Du eine Sucht hast, ist die Frage: wird Dir in deiner Versammlung geholfen, diese Sucht zu überstehen? – wirst Du auferbaut und gestärkt? Wenn Du Hilfe benötigst so schreibe uns eine Mail an info@bruderinfo.de Deine Brüder

    2. Alois says:

      Lieber Bruder Joshua

      Ich weiß nicht was für eine Sucht Du hast, aber keine fleischliche Sucht der Welt kann Dich von der Gnade unseres Vaters Jehova abschneiden. Nicht die Gerechten werden am Ende gerettet, sondern die Schwachen, Gedemütigten und Elenden. Es würde Dir auch nichts nützen irdische Schätze bei der Organisation oder der örtlichen Versammlung aufzuhäufen. Sammle Schätze im Himmel indem Du ausschließlich Jehova anbetest. Wenn Dir also wichtig wäre ob Du monatlich Deinen Berichtszettel abgibst damit Du in der Versammlung respektiert wirst, dann würdest Du Dir auf der Erde Schätze anhäufen.
      Dass mit Schätze nicht der monitäre Reichtum gemeint sein kann, sollte logisch sein, denn wie will man menschliches Geld im Himmel anlegen?
      Der größte Schatz den Du anlegen kannst ist der Glaube und dass Dein Herz ungeteilt Jehova gehört. Sobald Du auf die Interessen der Organisation Rücksicht nimmst, ist Dein Herz schon nicht ungeteilt, Du würdest schon ein bischen einen Nebengott anbeten. Im Alten Testament wurde er oft Baal genannt.

      Röm. 1:17.
      Denn Gottes Gerechtigkeit wird darin geoffenbart aus Glauben zu Glauben, wie geschrieben steht: „Der Gerechte aber wird aus Glauben leben“.

      Galater 3:9-12
      9.Also werden die, welche aus Glauben sind, mit dem gläubigen Abraham gesegnet.
      10.Denn so viele aus Gesetzeswerken sind, sind unter dem Fluche; denn es steht geschrieben: „Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buche des Gesetzes geschrieben ist, um es zu tun!“
      11.Daß aber durch Gesetz niemand vor Gott gerechtfertigt wird, ist offenbar, denn „der Gerechte wird aus Glauben leben“.
      12.Das Gesetz aber ist nicht aus Glauben, sondern: „Wer diese Dinge getan hat, wird durch sie leben“.

      Vers 11 ist eindeutig, wer den Gesetzen der Organisation folgt, wird vor Gott nicht gerechtfertigt. Wer aber glaubt wie Abraham, der wird gesegnet werden.

      Du und wir alle müssen uns entscheiden, wollen wir durch 100 prozentige Einhaltung von menschlichen Gesetzen vor Jehova gerechtfertigt werden, oder wollen wir durch Glaube und Gnade gesegnet werden. Da wir das 100 prozentige Einhalten von Gesetzen sowieso niemals schaffen, bleibt diese Option verwehrt. Bleibt uns nur noch Glaube und Gnade zur Rettung.

      Wenn es aber so ist, ist es im Hinblick auf die Gnade durch Jehova egal ob Du süchtig bist oder sonst irgendwelche fleischlichen Sünden machst. Alle Sünden können vergeben werden, außer die Sünde wider den Heiligen Geist. Und das nicht 7 mal, sondern 77 mal. Deswegen ist z.B. ein Gemeinschaftsentzug oder sonstige Repressalien wegen Rauchen nicht mit dem christlichen Teil der Bibel kompatibel.

      Schon wenn Du meinst Jehova einen Gefallen zu tun wenn Du die Zusammenkünfte besuchst machst Du ein Gesetz daraus. Wenn man Dich nicht in der Versammlung haben will, bleibe zuhause, bete zu Jehova um den Heiligen Geist und lese täglich die Bibel. Glaube mir, das bringt Dich 100 mal weiter als die andauernde Milchspeise ohne wirkliche Fortschritte. Eine Milchspeise, welche zum 100’stem Male durchgekaut, weil seit Jahrzehnten wiederholt, einem langsam zum Halse raushängt.
      Hier in bruderinfo lesen wir endlich mal tiefer sitzende Erkenntnisse.
      Bleibe Jehova und seinem Sohn unserem wahren Hirten treu, dann wirst Du ganz bestimmt den Sieg davontragen.

      1. joshua says:

        Danke für die Ermunterung hier in diesem Forum. Ich gehe in die Zusammenkünfte um Jehova anzubeten. Dies kann ich nur noch wenn ich meinen „Filter“ aufsetze, so das nur das eigentliche Wort Jehovas aus der Bibel übrigbleibt. Mich an die Bibel zu halten verbessert meine Lebensqualität, das liegt auf der Hand, denn ich habe es auch ohne versucht, was danebenging. Heute horche ich in mich rein, was meiner Spiritualität gut tut und was nicht.
        Religion ist was für die, die Angst vor der Hölle ( Gehenna ) haben, Spiritualität ist für die, die schon dort waren.

    3. Eddi says:

      Lieber joshua,

      Zitat: Seit dieser Zeit darf ich keine Antworten mehr geben und auch sonst nichts.

      Dann merkt es auch keiner, dass einem immer öfter die Worte fehlen!

      Die Wahrheit wird die freimachen, kein Druck – auch keinen, den du selbst aufbaust, keine Schuldgefühle (wieder nicht geschafft), nur die intensive Beziehung „nach oben“.

      Aber viele Gebete werden ab jetzt die Fehler deiner Sucht umhüllen und die Kraft Gottes für dich erbitten. Diese Kraft ist stärker als jede Sucht, also denke bitte jedes Mal daran, dass vielleicht gerade wieder eine Fürbitte zu Gott unterwegs ist.

      Alles Gute für dich
      Eddi

  9. MIKE says:

    Lieber Egbert.
    Mit letzter Instanz meine ich aus reinmenschlicher Sichtweise.
    Wenn es in der Versammlung nicht so rundläuft, dann ist der KA noch da um bestimmte dinge zu klären. Wie in der Arbeit wäre dann noch der Chef da. Alles klar?
    Denn Jehova kann ja nichts dafür wenn es in der Versammlung mal hackt, richtig?

    1. Egbert says:

      Richtig. Jehova kann nichts dafür. Schließlich existiert er nicht in der Wachtturm-Gesellschaft. Denn diese Herren zeigen durch ständige Veränderungen der Lehren, dass sie nicht von Gott geleitet sein können. Denn warum sollte Gott uns anlügen und dies immer wieder?
      Genau das tut die WTG mit ihren Änderungen. Sie sagend as Gottes Wort beständig ist, ändern dieses Wort aber regelmäßig…

  10. Stefan says:

    @Mike

    Ich freue mich für Dich, daß Du in Deinem Fall wohl auf einen „vernünftigen“ KA getroffen bist.
    Hierbei verhält es sich wie mit den Ältesten, es gibt fähige und unfähige.

  11. MIKE says:

    Aber wenn es einem nicht passt sollte man ohne weiteres den Mundaufmachen dürfen. Ich habe es damals bei einem Kreisaufseher getan und ihm alles erzählt unter 4 Augen was bei uns falsch gelaufen ist. Den Kreisaufseher hättet iht sehen müssen wie der im Gesicht aussah!! Wie ich erfahren hatte bekamen die Ältesten einen auf den Deckel vom Kreisaufseher. Da sie nicht aus Liebe gehandelt haben. Mittlerweile bemüht sich jetzt jeder nach der Liebe zu handeln. Man mit Kreisaufseher vernünftiger reden als mit den Ältesten. Darum die Bitte an Euch alle: Redet noch mit dem Kreisaufseher bevor Ihr irgendwelche Entscheidungen trifft, denn er ist noch die letzte Instanz!!!

    1. Egbert says:

      KA = Letzte Instanz? Ich dachte Gott wäre die höchste Instanz?
      Älteste und KA sind nur von Menschen eingesetzt. Sie sind genauso Menschen wie alle anderen Verkünder auch, nur das sie der Herde DIENEN sollen. Nirgendswo steht geschrieben, dass sie Leiten oder Anführen sollten.
      Auch steht nirgendwo, dass man seine Sünden einem MENSCHEN bekennen muss. Nur Christus vergibt uns Sünden durch seinen Vater.

  12. MIKE says:

    Ich kann aber eines zu euch saagen:
    Der Dienst steht bei unserer Versammlung auch oben an.
    Aber Hirtenbesuche und Gastfreundschaft gleich Null.
    Obwohl es in den Erfordernissen für eines Ältesten heisst das er gastfreundlich sein sollte, stattdessen sin die Stunden wichtiger
    als die Seelsorge. Kein Wunder wenn viele nicht mehr in die Versammlung gehen wollen. Geborgenheit sieh anders aus!

    1. Dieter says:

      Hallo Mike, du schreibst Geborgenheit sieht anders aus. Da hast du völlig recht. Ich habe es nicht mehr gepackt, die grossen Unterschiede zwischen dem, was über die Liebe geredet und geschrieben wird und der Realität einfach zur Seite zu schieben. Die traurigen und teils bedrückenden Erfahrungen, die ich in Jahrzehnten gemacht habe würden niedergeschrieben, bestimmt 20 oder 30 A4-Seiten füllen. Traurig aber wahr.

      1. Eddi says:

        Guten Morgen Dieter,

        das kann ich so zu 100% unterschreiben.

        Es geht nicht mehr um irgendwelche Unvollkommenheiten, sondern um das Recht des Stärkeren. Und darauf habe ich kein Taufversprechen und auch kein anderes Versprechen abgelegt und das hätte ich auch nie gewollt und garantiert auch die anderen zig-tausend „normale“ Leute in der Versammlung auch nicht. Menschliche Fehler kann man ertragen, selbst wenn sie schwer sind, die Dinge, die da geschehen, d a r f man nicht ertragen, weil man sich sonst mitschuldig macht.

        Liebe Grüße
        Eddi

  13. Mäusle says:

    Hallo Dieter,

    da kann ich Dir nur zustimmen.

    LG

  14. Mäusle says:

    Hallo Dieter.

    Was Dir und Deiner Frau wiederfahren ist tut mir wirklich leid.

    Jehova kennt Dich und Dein Herz. Wahrscheinlich besser als Du selbst.

    Nicht das Forum hier, nicht die Organisation oder ein Ältester kann Dir Rettung geben, es ist Jehova, dem Du, und das ist auch schön zu hören, weiterhin vertraust.

    Jehova die Fehler zuschreiben, die wir unvollkommen Menschen machen, wäre grundverkehrt.

    Ich glaube aber nicht, dass wir hier Bibelstellen auslegen möchten.

    Ich verstehe es so, dass hier jeder eine Gedanken so äussern kann wie er es versteht ohne Angst zu haben, von anderen kritisiert zu werden dass man das falsche Verständnis habe.

    Eben dies geschieht in der Organisation und es wäre schade, wenn man hier wieder gerügt wird, weil man einen Bibeltext eben anders versteht als andere.

    Ich finde gerade das macht den Reiz einer Diskussion aus, bei dem jeder dem Anderen zugesteht so zu denken, wie er es für richtig hält, ohne natürlich der Gotteslästerung schuldig zu werden.

    Ich glaube nicht, dass es hier um Bibelauslegung geht, ich finde es geht darum Wege zu suchen, den einen oder anderen Bibeltext richtig zu verstehen, was allerdings alles andere als einfach ist.

    Und so freue ich mich schon jetzt auf weitere Brüder die Jehova treu sind und mit denen sachlich diskutiert werden kann.

    Dir nochmals alles Gute!

    LG Mäuslein

    1. Dieter Jost says:

      Vielen Dank für die lieben Wünsche und alles, alles Gute auch für dich. Ich hab das auch nicht bezogen auf Bibelauslegung gemeint, sondern wenn du die Abhandlungen zur Literatur der Organisation und zu bestimmten Vorgehensweisen siehst, stellst du leider eine Differenz zwischen der Organisation und der Bibel fest. Und das finde ich ziemlich traurig

      1. Matthäus says:

        Hallo Dieter, ja leider muß ich nach 5 Jahrzehnten insbesondere in den letzten Jahren Deine Erfahrungen bestätigen. Ich war selber viele Jahre Ältester, Pionier und habe wegen der Heuchelei – von anderen Dinge einzufordern die die Ältesten nicht erfüllen – mein Amt schon vor vielen jahren zurückgelegt.

        Das was im WT steht stimmt nicht immer aber wenn es zutrifft dann stelle ich immer häufiger fest daß sehr oft die LK oder Ä die WTG insgesammt dem NICHT entspricht oder wie Jesus von den Pharisäern sagte:

        ..alles was sie euch sagen tut und haltet aber handelt nicht nach ihren Taten, sie sagen es wohl aber handeln nicht entsprechend z.B.: auszugsweise

        w98 15.3. S. 18 Wessen Sklave möchte man sein?

        „Wo der Geist Jehovas ist, da ist Freiheit“ (2. KORINTHER 3:17).

        2 Als Gott hingegebene Diener sind Zeugen Jehovas verpflichtet, die Anweisung Jesu zu befolgen….
        4 ….. achten Jehovas Zeugen sorgfältig darauf, wie sie sich ausdrücken. Statt zu sagen: „Die Gesellschaft lehrt . . .“, verwenden viele Zeugen Jehovas Formulierungen wie: „In der Bibel heißt es . . .“ oder: „Gemäß meinem biblischen Verständnis . . .“ Dadurch weisen sie nachdrücklich auf die persönliche Entscheidung hin, die jeder Zeuge Jehovas bei der Annahme biblischer Lehren getroffen hat, und vermeiden es außerdem, den falschen Eindruck zu erwecken, Jehovas Zeugen würden irgendwie dem Diktat einer religiösen Sekte unterliegen.

        Durch Gottes Geist weniger Regeln nötig

        5 „Alle Dinge sind erlaubt; aber nicht alle Dinge sind von Vorteil“, stellte der Apostel Paulus fest. Er fügte hinzu: „Alle Dinge sind erlaubt; aber nicht alle Dinge erbauen“ (1. Korinther 10:23). Paulus wollte damit offensichtlich nicht sagen, daß es erlaubt ist, Dinge zu tun, die in Gottes Wort ausdrücklich verurteilt werden. Im Vergleich zu den etwa 600 Gesetzen, die der Nation Israel gegeben worden waren, gibt es eigentlich wenige ausdrückliche Gebote, die das christliche Leben regeln. Viele Dinge sind somit dem Gewissen des einzelnen überlassen. Wer sich Jehova hingegeben hat, genießt die Freiheit, die die Führung durch Gottes Geist mit sich bringt. Ein Christ, der sich die Wahrheit zu eigen gemacht hat, folgt seinem biblisch geschulten Gewissen und verläßt sich auf Gottes Anleitung durch den heiligen Geist. So wird dem Gott hingegebenen Christen geholfen, darüber zu entscheiden, was für ihn und andere ‘erbauend’ und „von Vorteil“ ist

        6 Ein Zeuge Jehovas zeigt ….. daß er biblische Lehren in eigenen Worten darlegen kann. Dadurch, daß er nicht mehr nur das wiederholt, was andere formuliert haben, liefert er den Beweis, daß er seine Denkfähigkeit weiterentwickelt. (vergleiche Römer 14:5b ……..jeder sei in seinem eigenen Sinn völlig überzeugt.). ……gemäß biblischen Maßstäben zu leben. Diese Entscheidungen werden niemandem aufgezwungen.

        Einer leitenden Körperschaft verantwortlich?

        8 In der Bibel wird deutlich gezeigt, daß wahre Christen Gott nicht unter Zwang dienen. Es heißt darin: „Jehova nun ist der GEIST; und wo der Geist Jehovas ist, da ist Freiheit“ (2. Korinther 3:17). Wie kann diese Tatsache jedoch mit der Vorstellung in Einklang gebracht werden, daß es einen „treuen und verständigen Sklaven“ mit einer leitenden Körperschaft gibt? (Matthäus 24:45-47).

        9 Bei der Beantwortung dieser Frage müssen wir den biblischen Grundsatz der Leitung durch ein Haupt im Sinn behalten (1. Korinther 11:3). In Epheser 5:21-24 wird Christus als das „Haupt der Versammlung“ gekennzeichnet, als derjenige, dem die Versammlung „untertan ist“.

        12 Bedeutet die Aufsichtsstellung, die der leitenden Körperschaft gemäß der Bibel verliehen worden ist, daß jeder Zeuge Jehovas ihr für seine Tätigkeit Rechenschaft geben muß?

        Das ist nicht der Fall, denn Paulus schrieb an die Christen in Rom:

        „Warum . . . richtest du deinen Bruder? Oder warum blickst du auch auf deinen Bruder hinab? Denn wir werden alle vor dem Richterstuhl Gottes stehen; . . . jeder von uns [wird] für sich selbst Gott Rechenschaft ablegen“ (Römer 14:10-12).

        ….Hebräer 13:7 ….Gedenkt derer, die unter euch die Führung übernehmen, die das Wort Gottes zu euch geredet haben

        15 Falls ein Zeuge Jehovas Entscheidungen auf der Grundlage von biblischem Rat trifft, …….., weil ihn sein persönliches Studium der Bibel davon überzeugt hat, daß das der richtige Weg ist. Jeder Zeuge Jehovas wird von Gottes eigenem Wort beeinflußt, den vernünftigen biblischen Rat zu befolgen, …wobei er voll und ganz anerkennt, daß sich Entscheidungen, die er trifft, auf sein persönliches Verhältnis zu Gott auswirken, dem er sich hingegeben hat (1. Thess. 2:13 – Gottes od. Menchenwort).

        16 Wenn es eine persönliche Angelegenheit ist, über seine Lebensführung zu entscheiden, warum werden dann einige Zeugen Jehovas ausgeschlossen? Niemand trifft im Fall einer bestimmten Sünde willkürlich die Entscheidung, daß sie einen Gemeinschaftsentzug erfordert. Dieses Vorgehen ist gemäß der Bibel nur dann unumgänglich, wenn ein Glied der Versammlung schwere Sünden begeht, wie sie unter anderem im 5. Kapitel des 1. Korintherbriefs genannt werden, und nicht bereut. Ein Christ kann zwar ausgeschlossen werden, wenn er beispielsweise Hurerei begangen hat, doch das geschieht nur dann, wenn sich der Betreffende weigert, den geistigen Beistand liebevoller Hirten anzunehmen. …daß Zeugen Jehovas Diener Gottes sind und nicht Sklaven von Menschen? Als Gott hingegebene Christen genießen sie die Freiheit, für die Christus sie frei gemacht hat ….!

  15. Mäusle says:

    Hallo Christof.

    Ich kann Deine Reaktion gut verstehen.

    Ich habe derartige Dinge selbst oft miterleben müssen
    und stand dem hilflos gegenüber.

    Wenn Jesus Christus von Vergebung von Sünden spricht, meinet er sicher nicht „Vergebung in Etappen“.

    Du hast bereut. AUS UND PUNKT.

    Auflagen in dieser Sache sind fehl am Platz und schwächen den Betroffenen.

    Gerade das Studium und Antworten geben und Aufgaben halten schweißt das Verhältnis zur Versammlung und zu Jehova zusammen.

    Wenn Du kein DAG oder Ältester bist, hast Du ohnehin kein Vorrecht in der Versammlung zu lehren (sonnst dürften Schwestern z.B. auch keine Antworten geben und Aufgaben halten).

    Worin also besteht der Grund solcher Auflagen?

    Biblischen Grund gibt es keinen.

    Eph. 4:32 fordert uns auf zu vergeben, so wie Jehova vergeben hat.

    Wir finden viele Beispiele, bei denen Jehova großzügig vergeben hat. Du sagtest ja selbst, dass einige derartige Punkte in der „Verhandlung“ angeführt wurden.

    Und das waren zum Teil weit schlimmere Vergehen wie solche, wie ich in Deinem Fall vermuten darf.

    ABER: Ist in einem Fall von Vergebung bekannt, dass Jehova Auflagen bzw. Einschränkungen gemacht hätte, aus dem sich die Handlungsweise rechtfertigen liese, jeder zurechtgewiesene Sünder muss Auflagen erhalten.

    Älteste dürfen vom Sklaven aus schon nicht so vergeben wie Jehova vergeben hat.

    Das der Sklave mit diesem Thema nicht biblisch umgeht zeigt folgender Gesichtspunkt:

    Zitat aus WT i.12.81 S. 27/28

    „Das Rechtskomitee erachtet es vielleicht außerdem für notwendig, dem Betreffenden bestimmte Einschränkungen aufzuerlegen, die unter anderem darin bestehen könnten, daß er sich nicht an Programmpunkten beteiligen, die Versammlung nicht im Gebet vertreten oder vielleicht in Zusammenkünften keine Schriftstellen vorlesen oder keine Kommentare geben darf. Wenn das Komitee Einschränkungen auferlegt hat, wird es die Ältesten davon unterrichten, ob es glaubt, daß dies der Versammlung bekanntgegeben werden sollte. Solche Einschränkungen können später nach und nach wieder aufgehoben werden.“

    Hier wird der Versammlung der Eindruck erweckt, man kann Auflagen beschließen indem es dort heißt „vielleicht notwendig“ oder „bestehen könnten“…. .

    In dem Buch für Älteste jedoch steht auf der Seite 124 in dicken Lättern ganz klar:
    „Wer durch ein Rechtskomitee zurechtgewiesen wurde erhält AUF JEDEN FALL Einschränkungen.

    Musste Jesus seine Jünger und Apostel so täuschen?

    Hat uns Jesus solch eine Verhaltensweise gelehrt?

    Christof, sei nicht entmutigt oder lass Dich bitte nicht entmutigen.

    Jesus zeigt im Mustergebet selbst, dass Jehova in dem Maße Sünden vergibt, wie der Einzelne bereit ist, Sünden zu vergeben.

    Von Bewährungsprobe ist keine Rede.

    Wenn der Sklave oder einige dominante Personen des Sklaven meinen, sie können sich über die heilige Schrift und dem Beispiel Jesu hinwegsetzen, so müssen sie auch damit rechnen, dass Jehova ihre Sünden in der Form vergibt, wie diese bereit waren zu vergeben.

    Lass also den Kopf nicht hängen, konzentriere Dich auf die Personen, die Euch mögen und lass die anderen, die meinen sie müssten Euch schneiden, mit einem freundlichen Gruß einfach links liegen.

    Jehova ist derjenige, der Dein Herz erforscht. Aber Jehova sieht auch, wenn Leitende Brüder anderen schwere Lasten aufbürden.

    Und denke stets daran, es gibt sehr viele liebevolle und Gütige Älteste und ich bin fest davon überzeugt, dass diese von Jehova zur rechten Zeit, zu seiner Verherrlichung, zur Richtigstellung einiger Probleme in der Organisation herangezogen werden.

    Somit wünsche ich Euch Kraft und sende Euch liebe Grüsse

    Mäuslein

  16. Christof says:

    Hallo, es tut, eure Gedanken hierzu zu lesen. Vor ca. 2 Jahren suchte ich von mir aus Hilfe bei einem Ältesten. Ich bereute meinen Fehler. Innerhalb kurzer Zeit wurde ein Rechtskomitee gebildet. Sicher, zu Fehlern sollte man stehen.. aber die Art und Weise hat mich direkt an das „beichten“ in anderen Kirchen erinnert. Da ging es nicht in erster Linie darum, einen „geistig kranken“ zu helfen, ihn aufzumuntern sondern einfach nur darum, Recht zu sprechen. Die 3 Ältesteten saßen mir gegenüber, die Eröffnungsworte waren, nachdem das „blaue“ Buch geöffnet wurde: „Wir sind hier, um festzustellen, ob du echte Reue zeigst. Was sind deine Werke der Reue?“ Naja.. ich sitze vor euch, bekenne meinen Fehler und habe Jehova um Vergebung gebeten. „Was zeigst du sonst noch für Werke der Reue ? “ Es wurde mir das Beispiel von König David vorgelesen.. Schweigen von mir. Daraufhin zogen sich die 3 zur Beratung zurück, nach ca. 30 Minuten lag das Ergebnis vor: „Ja, es ist echte Reue zu erkennen“. Als Abschlußworte wurden mir und meiner Frau die Worte mitgeteilt: „Und übrigends, es wird empfohlen, den ehelichen Beischlaf in den nächsten Tagen zu vollziehen, damit die Ehe vor Jehova wieder geschlossen ist“. Hm.. Schöne Ermunterung. Als Auflagen bekam ich: keine Antworten mehr geben, Aufgaben darf ich weiter halten (hatte die letzten Jahre aus gesundheitlichen Gründen sowieso keine mehr gehalten) und nicht öffentlich beten.
    Nach einiger Zeit (Rücksprache mit dem KA) wurden die Auflagen geändert, nämlilch auch keine Aufgaben mehr halten – damit alles seine Ordnung hat…. Als ich den Raum verlassen hatte war mir klar, niemals mehr, egal was, ein Ältesten in so einer Sache ansprechen. Es war herabwürdigend und erniedrigend… Als ich nach einiger Zeit einen Vortrag besuchte, kam ein Ältester auf mich zu; seine Begrüßungsworte waren: Du musst den Bericht abgeben, sonst bist du untätig.. Nicht mehr und nicht weniger… Manche Älteste haben offensichtlich die Gangseite im Saal gewechselt (war ich etwa doch ausgeschlossen?) um nicht mit mir zu reden… Liebe Grüße, und danke für die offene Kritik in euren Zeilen. Christof

    1. Dieter Jost says:

      Zu Christofs Ausführungen kurz folgendes: Mir ist es ähnlich gegangen. Ich war schon mal in 1981/82 ausgeschlossen: Hilfe nach der Wiederaufnahme: gleich Null. Ich habe 21 Jahre allerschwerster Ehe mit einer paranoid-schizophrenen Frau hinter mir. Hilfe durch Älteste: Null. In den späten 80ern brüllte ein KA im Saal ziemlich laut: Mehr Dienst! Zehn Jahre später konnte er sich im WT ausweinen, dass die Brüder nicht so auf ihn eingegangen sind, wie er sich das vorgestellt hat.
      Als meine damalige Frau 4 Jahre in keiner Zusammenkunft mehr war, kam ein Altester auf die Idee, mal anzurufen. Ein anderer Ältester hat, wenn ich ihn begrüsste, den Kopf weggedreht. Zwei Wochen später als der KA da war, mit inbrünstiger Stimme in dessen Hörweite: Dieter, wie geht es dir?
      Zwei Schwestern waren sehr lieb zu mir, die eine in ihrer Familie in wirklich schwierigen Umständen, die andere 90 Jahre alt und ein wunderbarer Mensch, doch leider inzwischen tot. Durch meine Ehe hatte ich schwerste Depressionen, bis hin zu konkreten Selbstmordplänen. Die Altesten hat es nicht interessiert.
      Im Frühjahr dieses Jahres habe ich gemäss der Bibel einen Fehler gemacht. Ich hab dem erträglichsten Ältesten ne Mail geschrieben, ich will beiden Seiten die Prozedur eines Kommittees erspraren und meinen Abgang erklärt. Seitdem bin ich ruhiger und ausgeglichener, meine Arbeitsleistung ist deutlich besser und ich komme mit meinen Kollegen besser aus. Ich bin lange nicht mehr so unter Druck und kann wenigstens am Wochenende endlich ausschlafen. Und diese an den Haaren herbeigezogene Berichtszettelschreiberei ist auch vorbei.
      Ich glaube nach wie vor an Jehova und dass die Bibel von ihm stammt, aber packe es nicht mehr, in einer derart menschlichen Organisation zu sein. Leider muss man hier noch lesen,dass in so manchen Dingen, die Bibel nach eigenem Gutdünken ausgelegt wird. Ausschliesslich Jehova ist mein Richter, niemand sonst.

      1. Alois says:

        Lieber Dieter

        Du hast geschrieben: „Im Frühjahr dieses Jahres habe ich gemäss der Bibel einen Fehler gemacht.“
        Ich bin da ganz anderer Meinung. Du hast biblisch gesehen das einzig Richtige gemacht!
        Du hast gewählt zwischen einer Anbetung der menschlichen Organisation und Jehova -und- einer Anbetung von ausschließlich Jehova.
        Du hast Dich für den schwierigen Weg entschieden, den nur wenige finden und bist nicht auf dem breiten Weg geblieben, den die Masse geht.
        Die Bibel, der Geist Jehovas und die vielen Vorträge und Kommentare in bruderinfo werden Dir helfen an Erkenntnis und ungeteiltem Glauben an Jehova zuzunehmen.

        Nur wer im Glauben ausharrt bis zum Ende wird gerettet werden. Das befolgen menschlicher Gesetze und Verordnungen rettet keinen von uns.

        Jesaja 13 schreibt über Jehovas Volk ab Vers

        13. Und das Volk kehrt nicht um zu dem, der es schlägt, und Jehova der Heerscharen suchen sie nicht.
        14. Und Jehova wird aus Israel Haupt und Schwanz, Palmzweig und Binse ausrotten an einem Tage.
        15. Der Älteste und Angesehene, er ist das Haupt; und der Prophet, der Lüge lehrt, er ist der Schwanz.
        16. Denn die Leiter dieses Volkes führen irre, und die von ihnen Geleiteten werden verschlungen.

        Der letzte Satz ist doch eindeutig, oder?

        Grüße

  17. Mäusle says:

    Hallo Alois!

    Einem kann ich Dir zu 100% bestädigen:

    örtliche Versammlungen bzw. Älteste beurteilen Rechtsfälle
    ganz unterschiedlich.

    Wenn Du Ältester bist oder Ältester warst weißt Du sicher,
    dass jeder KA seine eigenen Regeln oder Ansichten vertrat, was zum Teil so weit geht, dass sie sich über Anweisungen des Sklaven hinwegsetzen um ihrer eigenen Ansicht zu folgen.

    Beispiel Treffpunkt:

    Wenn der KA anwesend ist, ist es meist nicht wichtig was wir in der Dienstzusammenkunft über den Dienst, die Einleitung u.s.w. gelernt haben, nein, wihtig ist jetzt plötzlich so vorzugehen, wie der KA das vorschlägt, was meist mit dem gar nichts zu tun hat, was wir in der Versammlung gelernt haben.

    Schon hier ist zu erkennen, wie willkürlich Älteste und KA tätig sind, was nicht gerade für eine Einheit in der Org. spricht.

    Ich kann nicht in einer Versammlung sagen, der Sundendurchschnitt von 9 Stunden Reicht völlig aus um einen Diener zu ernennen, nur weil der Vers.- Durchschnitt bei 6,8 Sunden liegt, wobei in einer anderen Versammlung ein Diener entbunden wird der 10 Stunden im Schnitt hat, wohingegen die Versammlung aber 12 Stunden durchschnittlich predigt.

    Somit glaube ich auch nicht, dass alle Rechtskommitees einen Gemeinschaftsentzug als „Verurteilung“ sehen.

    Gerade der letzte BZK hat gezeigt, wie wichtig es ist, sich um „Abgefallene“ zu kümmern und zwar mit der deutlichen Ermahnung, nicht auf ehemalige „Sünder“ herabzublicken.

    Vielmehr wurde gezeigt, dass der Einsatz als Diener sogar wieder offen steht was mich angenehm berührt hat. Alleine diese Tatsache zeigt, dass in der leitenden Körperschaft aufrichtige Brüder sind, welche die Eigenschaften der Liebe hochhalten.

    Hier muss ich sagen, wenn eine Gesllschaft, egal ob Hasenzüchterverein oder jemand anderes Regeln aufstellt, so ist es schon in Ordnung, wenn Verstösse gegen diese Regeln geahndet werden – auch mit einem Gemeinschaftsentzug.

    In erster Linie unabhängig davon, ob gewisse Regeln einen Sinn machen oder nicht.

    Aber lass mich bitte nochmals auf den 2. Kor. Brief, speziell den von Dir angeführten Vers 3, kommen.

    Hier kann ich sogar noch weiter gehen.

    Ich zitiere einmal Matt. 12:31:

    „Deswegen sage ich euch: Jede Art von Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben werden.“

    Im Vers 34 warnt Jesus dann noch: „Wie könnt Ihr gutes reden wenn ihr böses tut?“

    Leider, und das musste ich auch schon beobachten, gibt es Rechtsfälle, bei denen menschliche Emutionen überwogen und der „Sünder“ tatsächlich „verurteilt“ wurde und dies sogar mit gehobener Brust und aller Genugtuung des Komitees.

    Auch hier sehe ich es als Versäumnis des Sklaven, dass die einzelnen Ältesten urteilen können wie sie möchten, auf der anderen Seite aber bekommen sie ganz konkrete Anweisungen in Bezug auf den Predigtdienst, die „Verwaltung“ der Spenden u.s.w..

    Königreichssääle werden den Versamlungen enteignet und der relig. Gemeinschaft überschrieben, wohigegen ein „Sünder“ mit seiner „Sünde“ sich selbst überlassen bleibt und der Willkür der Ältesten ausgeliefert ist. Und dies ist nicht böse gemeint, denn kann ein unvollkommener Mensch gerecht urteilen?

    Aber Matt. 12:36+37 geht noch weiter wenn es dort heißt:

    Ich sage euch, daß die Menschen von jedem nutzlosen Ausspruch, den sie machen, am Gerichtstag Rechenschaft ablegen werden; 37 denn durch deine Worte wirst du gerechtgesprochen werden, und durch deine Worte wirst du verurteilt werden.“

    Das also nutzlose Dinge geschehen, lässt sich aus o.g. Text schließen.

    Und diejenigen, die lieblos sind und ein verhärtetes Herz haben, die müssen Rechenschaft für all das ablegen, was sie tun.

    Beten wir also darum, dass wir in der Liebe bleiben.

    Und zum Schluss noch eines: Letztendlich ist Jehova derjenige der alles kennt, und wir müssen nicht meinen, dass sich Jehova wegen einem Gemeinschaftsentzug vorschreiben lässt wer gerettet wird und wer nicht.

    In diesem Sinne liebe Grüße und Danke für Deine
    Gedanken!

  18. Mäusle says:

    @ Alois

    Hallo Alois.

    Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass nur wegen dem nicht akzeptieren von 1975 jemand ausgeschlossen wurde.

    Meine Eltern, und mein Vater war Ältester, haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass 1975 für sie kein besonderes Jahr ist und sie vertraten immer schon die Meinung, dass weder Tag noch Stunde bekannt sind.

    Was das Rauchen angeht, finde ich die Regelung des t.u.v.S. schon in Ordnung.

    Wir haben von Jehova mit unserem Körper ein wundervolles Geschenk erhalten. Wenn Jehova verlangt, dass wir dieses Geschenk sorgfältig behandeln müssen, so finde ich, sind wir auch dazu verpflichtet.

    Rauchen erzeugt nun mal Sucht und macht krank. Mehr sogar noch als man die letzten Jahre vermutete, so konnte man es die letzte Woche in den Nachrichten vernehmen.

    2. Kor. 7:1 spricht von der befleckung des Fleisches und ich sehe es schon so, dass durch Hurerei, Blut, Tabak u.s.w. unser Körper befleckt und verunreinigt wird.

    Wenn ich jemandem eine schöne und teuere Vase schenken würde, wäre ich ehrlich gesagt auch nicht glücklich, wenn diese dann als Abfalleimer herhalten müsste.

    Letztendlich, so finde ich, müssen wir vorsichtig sein was Rechtsangelegenheiten in der Versammlung angeht wenn wir selbst nicht direkt damit zu tun haben, weil wir als Menschen sehr schnell der Meinung folgen, die uns Sympatisch erscheint.

    Und: Kennen wir die Hintergründe der einzelnen Fälle wirklich?!

    Zu einem weiteren Punkt.

    Natürlich gibt es einige Entscheidungen des Sklaven die ich nicht nachvollziehen kann.

    Ich finde es auch schön, dass man sich hier austauschen kann.

    Dennoch dürfen wir eines nicht vergessen: Immer noch ist der t.u.v.S. von Jehova eingesetzt und so müssen wir das auch sehen.

    Dieser Sklave trägt eine sehr große Verantwortung und wird auch in besonderer Weise Rechenschaft für sein Handeln ablegen müssen.

    Deshalb finde ich es O.K., wenn hier über so manches diskutiert wird, ich fände es aber den falschen Ansatz, den Sklaven generell als falschen Lehrer abzutun.

    Wir dürfen eines nicht ausser Acht lassen, der Sklave wie auch wir sind UNVOLLKOMMEN!

    Wir machen Fehler und der Sklave macht Fehler weil auch er gemäss Römer 8 der Nichtigkeit unterworfen ist.

    So bleibt uns nur darauf zu hoffen, dass Jehova bald alles richtig stellt.

    Wer weiß, vieleicht werden wir uns noch über einiges wundern.

    Aber genau das macht die Treue zu Jehova aus, treu zu bleiben, gleich der Einflüsse, die auf uns einströmen mögen.

    Der Prophet Jesaja wollte auf keinen Fall sagen, dass das Volk ins Exil weggeführt wird, weil sie falsch geleitet wurden.

    Es gab ausser Jesaja genügend Propheten, die das Volk Israel und Juda gewarnt hatten. Doch sie entschieden sich leider für die falsche Anbetung. Das war ihr Verhängnis, nicht die Leitung und Warnungen der Propheten.

    Dass die Zeiten nicht leichter werden, dessen sind wir uns bewusst. Deshalb ist es um so wichtiger, dass wir uns gegenseitig stärken und ausharren und vieleicht noch besser lernen müssen, mit Fehlern die die anderen machen, vernünftig umzugehen.

    In diesem Sinne noch einen schönen Abend und liebe Grüsse.

    1. Alois says:

      Hallo Mäusle

      Es geht nicht darum ob rauchen gesundheitsschädlich ist oder nicht. Gesundheitsschädlich ist auch zu viel oder falsches Essen, Alkohol und Kaffee trinken, zu viel Arbeiten, die Nacht durch Auto fahren usw.
      Es geht darum, dass alles was über die wenigen klaren Regeln der Bibel hinausgeht Gebote sind die nicht von der Bibel sondern von Menschen stammen.
      Du gibst die Bibelstelle 2. Korinther 7 an. Du solltest einen Bibelvers nicht nur alleine betrachten, ohne ein kleines Stück weiter zu lesen oder Paralleltexte in den Propheten mit in das Verständnis mit einzubeziehen. Lesen wir mal Vers 1 und die nächsten Verse:

      1.Da wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so laßt uns uns selbst reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes, indem wir die Heiligkeit vollenden in der Furcht Gottes.
      2.Nehmet uns auf; wir haben niemand unrecht getan, wir haben niemand verderbt, wir haben niemand übervorteilt.
      3.Nicht zur Verurteilung rede ich; denn ich habe vorhin gesagt, daß ihr in unseren Herzen seid, um mit zu sterben und mit zu leben. (Elberfelder)

      Was schreibt Paulus in Vers 3? Nicht zur Verurteilung rede ich.

      Er ermahnt alle das Fleisch nicht zu beflecken, aber er will nicht verurteilen. Davon abgesehen dass da nirgens steht was alles eine Befleckung des Fleisches ist. Ich bin auch konsequent gegen rauchen. Aber deswegen einen Bruder die Gemeinschaft zu entziehen, ihn mit diesem Gemeinschaftsentzug geistig zu töten, falls er nicht vom Rauchen weg kommt, das hätte Paulus gemäß Vers 3 nicht getan. Eine einzige Zigarette zu rauchen zieht schon einen Gemeinschaftsentzug nach sich! Bei einem wirklich süchtigen Kettenraucher hätte ich noch Verständnis. Somit geht der „tuvS“ über das hinaus was in der Bibel steht.

      Was die Ausschlüsse wegen dem Jahre 1975 betrifft, ich weiß schon dass jede Versammlung damals anders verfahren ist, je nachdem wie die örtlichen Ältesten geurteilt haben. Ein Teil der Fälle welche ich erlebt habe, waren so nah an mir dran, dass ich ganz genau weiß dass es keine anderen Gründe gab.
      Dass der „tuvS“ von Jehova eingesetzt wurde ändert nichts daran dass er auch sehr schwere Fehler machen kann, denn auch Saul, David oder Salomo wurde von Jehova eingesetzt und außer David, welcher doch unstrittig Jesus Christus vorschattet, wurden die anderen beiden Könige am Ende von Jehova wegen ihrer Sünden verurteilt.
      Jehova wird noch alles richtigstellen, dessen bin ich mir auch sicher. So lange gilt Ausharren!

      Liebe Grüße

      1. Matthäus says:

        Zur Sache mit dem Rauchen muß ich eine Anmerkung machen: Ich bin der Organisation dankbar das sie zum Rauchen und dessen Schädlichkeit immer eine klare Haltung eingenommen und damit meine Erziehung NICHT zu rauchen mit beeinflußt hat.
        Doch wie mit dem Essen (wie viele essen zuviel – ich habe noch nie erfahren daß jemand wegen Schlemmerei ausgeschlossen wurde) sollte mit den Rauchen ebenso verfahren werden. Es ist und bleibt die eigene Verantwortung für die jeder selbst verantwortlich ist.

        Denn dann müßten alle die regelmäßig Grillfleisch essen ebenso ausgeschlossen werden.

        In der Wissenzeitschrift „Welt der Wunder“ gab es im Sommer die Erklärung: Jeder der ein Kotlett auf Holzkohle gegrillt ißt muß sich im Klaren sein daß er genausoviel Gift zusich nimmt als wenn er 100 Zigaretten raucht.

  19. Stefan says:

    @Mike

    Warst Du schon einmal bei einem Rechtskomitee dabei??

  20. MIKE says:

    Es geht ja auch darum die Versammlung reinzuerhalten,
    damit der Sünder weiss was er bei sich ändern muss. Denn wir ganz klar von der Masse ab, wir sind anders als die anderen, das Zeichnet uns doch aus, oder?
    Was ist wenn einer von uns etwas falsches tut, sagen wir mal
    einer fängt mit dem rauchen an?
    Da würden doch viele Mensch sagen: Die Zeugen sin doch auch nicht besseer!!
    Damit der gute Ruf erhalten bleibt ist so ein Rechtskomitee schon notwendig damit der Sünder zum nachdenken angeregr wird, wenn er will. Es geht daher um den Schutz der Versammlung als Ganzes!!
    In der Politik gibt es doch Fälle wenn jemand zur Rechenschaft gezogen wird und so ist das auch bei uns.
    Wir wollen Jehova doch nicht dauernd kränken, so wie die Israeliten damals.

    1. Alois says:

      Lieber Mike

      Rauchen ist sicher nicht gut, man darf es auch kritisieren, aber mit welche biblischer Begründung würdest Du einen Raucher ausschließen? Die von der Organisation genannten biblischen Gründe sind mehr als nur an den Haaren hergezogen. Keinesfalls ein Grund jemandem die Gemeinschaft zu entziehen, ihn geistig zu töten.
      Ich kenne einen Bruder, der erleben musste wie sein Vater nachdem er und seine Familie die Wahrheit kennengelernt hatten, es nicht geschafft hat sich das Rauchen abzugewöhnen. Das war kurz vor dem Jahre 1975 und damals glaubten alle der falschen Prophezeihung es würde bald Harmagedon kommen. Der Druck gegenüber ihm war dann so groß dass er Selbstmord gemacht hat. Er glaubte an Harmagedon und an die Verheißung. Aber er glaubte offensichtlich dass er in Harmagedon umkommen wird, weil er es nicht geschafft hat, sich das Rauchen abzugewöhnen.
      Diejenigen Brüder welche ihm dieses schwere, nicht zu tragende Joch auferlegt haben, bis hoch in die Spitze der Organisation, haben diesen Gläubigen umgebracht. Es könnte sein, Jehova sieht sie im Gericht alle als Mörder an, lässt den zu Tode gekommenen Bruder aber zum Leben auferstehen. Nicht umsonst steht oft in der Bibel, dass Mörder nicht das Reich Gottes ererben werden.
      Ähnlich verhält es sich bei denjenigen Brüdern welche ausgeschlossen werden weil sie nicht alles glauben können was der „treue und Verständige Sklave“ als Speise darreicht.
      Ich kenne einige Brüder welche in den Jahren 1972 bis 1975 ausgeschlossen wurden, weil sie der Chronologie und dem Harmagedon in 1975 nicht geglaubt hatten. Bis Heute hat die Organisation solchen Brüdern und Schwestern nicht die Hand gereicht und sie wieder aufgenommen. Die betreffenden Brüder müssten bis Heute bereuen, dass sie nicht an 1975 geglaubt haben, dann würden sie wieder aufgenommen werden. Ein anderes Vergehen haben sie ja nicht gemacht was sie bereuen könnten.
      Aber alles was im Volke Gottes geschieht ist in den Propheten voerhergesagt:
      Beispielsweise sagt Jesus unser guter Hirte in Matthäus 15 Vers
      7.Heuchler! Trefflich hat Jesaias über euch geweissagt, indem er spricht:
      8.“Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir.
      9.Vergeblich aber verehren sie mich, indem sie als Lehren Menschengebote lehren.“

      Ja die Menschengebote gibt es zuhauf, sie werden besser beachtet wie die Gebote unseres Vaters Jehova und unseres Königs Jesus Christus. Beispielsweise dem Gebot man soll sich keine Götter machen neben Jehova. Dieses Gebot wird von den meisten Zeugen Jehovas missachtet, denn wer Menschengebote beachtet oder sogar durchsetzt, der sieht denjenigen der die Menschengebote aufgestellt hat, bereits als Gott neben Jehova an.

      Jeder liest die Bibel und die Meisten unserer Brüdern und Schwestern sind doch nicht in der Lage die Bibel zu verstehen. Hier zwei Beispiele:

      Jesaja 1: 2-4
      Höret, ihr Himmel, und horche auf, du Erde! Denn Jehova hat geredet: Ich habe Kinder großgezogen und auferzogen, und sie sind von mir abgefallen. Ein Ochse kennt seinen Besitzer, und ein Esel die Krippe seines Herrn; Israel hat keine Erkenntnis, mein Volk hat kein Verständnis. Wehe der sündigen Nation, dem Volke, belastet mit Ungerechtigkeit, dem Samen der Übeltäter, den verderbt handelnden Kindern! Sie haben Jehova verlassen, haben den Heiligen Israels verschmäht, sind rückwärts gewichen.

      Jesaja 5:13
      Darum wird mein Volk weggeführt aus Mangel an Erkenntnis, und seine Edlen verhungern, und seine Menge lechzt vor Durst.

    2. BiWo says:

      @Mike
      Du sagtest „Wir wollen Jehova doch nicht dauernd kränken, so wie die Israeliten damals.“

      Verwendest Du auch manchmal im PD den Schrifttext aus Mat 7:21,22?

      „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird in das Königreich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist.“

      Und Vers 22. „haben wir nicht in deinem Namen prophezeit..,viele Machttaten vollbracht… usw. Trotzdem sagte Jesus „Weichet von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit!“

      Es kommt somit weniger auf den eigenen guten Willen oder Absicht an, auf eine scheinbar gute, rationale, menschliche Begründung sondern vielmehr auf das Urteil des einzigen Richters, den Jehova eingesetzt hat, Jesus Christus. Und dieser weist uns unmissverständlich auf den Massstab für unser Handeln hin: den Willen seines Vaters zu tun!

      An der Tür laden wir Menschen anhand dieses Schrifttextes oftmals ein mit uns den Willen des Vaters zu erforschen („Bibelstudienkurs“). Aber legen wir als Zeugen Jehovas noch DEN Wert auf die Erforschung des Willens GOTTES, den wir Menschen glauben machen wollen?

      Ich zweifle daran! Gerade der vorige Artikel zeigt sehr klar wie ein Gottesgebot, von Menschen mißbräuchlich vereinnahmt, zu einem politischen/religiösen Machtinstrument degradiert wurde. Damit erweisen wir Jehova keinen Dienst und leisten (wieder mal)der berechtigten Kritik unserer Umgebung Vorschub (Rö 2:19,20,23,24)

      Deine Absichten sind zweifellos gut und unbelehrbare Sünder dürfen sich nicht durch das Verhalten der Christenversammlung bestätigt fühlen. Aber bitte nur im Rahmen der biblischen Grenzen. Russel hatte diese richtig erkannt, weil er noch ein wirklicher „Bibelforscher“ war. Dafür schoss er bei anderen Dingen über das Ziel hinaus. Aber er entzog niemanden die Gemeinschaft, weil er nicht alles glauben konnte, was er lehrte. Er veröffentlichte einige Zeit sogar Leserbriefe von eigenen Nachforschungen der Brüder im Wachtturm.

      Wenn dieses Forum und die hier veröffentlichten Artikel das jetzige Nivau halten, leistet es bestimmt einen wertvollen Beitrag zum WIRKLICHEN „geistig gesinnt sein“ (nicht nur Vers.besuch, kompatible Kommentare geben, predigen, und Ämter anstreben)

  21. Lavendel says:

    Hier noch ein Nachtrag aus der Wuppertaler Studienbibel zu Galater 6:1:

    “ Er ist von einer Verfehlung überrascht worden. Sie erwuchs nicht aus einer Grundeinstellung. Er ist ein Glaubender wie du und ich. Der Tat ging kein böser Vorsatz voraus. Im Gegenteil, er hat nur noch das Nachsehen und mag über sein eigenes Tun selber entsetzt sein. Welchen Schaden hatte er der Bruderschaft und seinem Herren Zugefügt!

    Hier darf man 2Thess 3,15 zitieren: ‚Doch haltet ihn nicht für einen Feind, sondern weist ihn zurcht als einen Bruder‘ „

  22. Lavendel says:

    Galater 6:1-2(Neues Leben):
    „Liebe Freunde, wenn ein Mensch einer Sünde erlegen ist, dann solltet ihr, deren Leben vom Geist Gottes bestimmt ist, diesem Menschen liebevoll und in aller Demut helfen, wieder auf den rechten Weg zurückzufinden. Und pass auf, dass du nicht in dieselbe Gefahr gerätst. Helft euch gegenseitig bei euren Schwierigkeiten und Problemen, so erfüllt ihr das Gesetz, das wir von Christus haben.“
    Zu diesem Text den „Kommentar zur Bibel“ von Brockhaus:
    „Zurechthelfen bedeutet „vollkommen machen“ oder „in den richtigen Zustand bringen“, wie ein Maurer eine Wand repariert. Der Geist Christi in einer christlichen Gemeinschaft wirkt nicht durch festgelegte Statuten, sondern durch seine alles umfassende Liebe. Diejenigen, die einen anderen zurechtweisen, sollen dies demütig tun, in dem Bewußtsein ihrer eigenen Grenzen und ihrer eigenen Versuchlichkeit. Versucht werden bedeutet hier nicht die Prüpfung des Gerechten, sondern das Geraten in den Bereich der
    Sünde. Grundsätzlich ist die Sünde besiegt, und trotzdem müssen die Christen sich darüber im klaren sein, da sie eine Macht ist.“

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