180 Comments
  • Shannon
    Juni 15, 2014

    Lieber Achim,
    du schreibst: „Ein großer Schritt ist es auch, andere Bibelausleger anzuhören. Wie sollen wir das Gute behalten, wenn wir nicht alles prüfen?“

    Ich war immer der Meinung, dass der Heilige Geist mir die Bibel eröffnet. Und das nach der Weise, wie ich es verstehe und wie Erkenntnis aufnehmen kann. Weshalb sollte ich dann einen „großen“ Schritt gehen und mich mit der Auslegung anderer Bibelausleger beschäftigen? Ist deren Meinung mehr wert, als das, was mir der heilige Geist vermittelt?

    Liebe Grüße
    Shannon

  • Zadok/Achim@Shannon
    Juni 15, 2014

    Liebe Shannon,

    jeder bekommt den heiligen Geist wenn er im Gebet darum bittet. Bibelausleger – das Wort klingt fremd, aber genau das sind wir hier alle auf BI zumindest wer Vorträge schreibt – haben immer ein sehr reges Gebetsleben und haben daher den Geist Gottes. Wenn ich mir also ein Buch gönne oder einen Vortrag anhöre von einem Christen ohne Zeugenhintergrund dann darf ich das als guter Beröer tun.
    Da habe ich sicher mehr davon, als wenn ich mir einen Vortrag anhöre in einer Zusammenkunft der ZJ der von einer Disposition kommt und bereits vorgekaut ist.
    Mein AHA- Erlebnis war ein Vortrag aus 1993 in dem ausgesagt wurde, dass die ZJ chritusfeindlich sind und satanische Züge aufweisen.
    Sind wir bei BI auch draufgekommen – vor zwei Jahren.
    Ausserdem denke ich, dass die äussert befremdlich anmutende Diskussion vom letzten Sommer über den QR-Code als Zeichen des wilden Tieres von sehr wenig bis gar keinem Geist Gottes gezeugt hat,oder? Ich höre da lieber einen guten Vortrag über ein biblisches Thema von jemandem ohne Zeugenhintergrund.
    Liebe Grüße
    Achim

  • Silas/Silvanus
    Juni 15, 2014

    Lieber Gerd,
    Zitat: „Ich hoffe, meine Zeilen wirken nicht überheblich oder dünkelhaft!“
    Ganz und gar nicht, lieber Gerd. Ich unterschreibe deine Worte so, wie sie da stehen, beziehe sie auf mich persönlich und schließe dort alle meine Geschwister unabhängig der Konfession ein, die vom Vater gezogen, berufen und „ekklesia“ = herausgerufen wurden.
    Du beziehst dich vordergründig auf Russell und das ist auch gut so – Russell kannte und lehrte keine „Zwei-Klassen-Einteilung“ wie sie später Rutherford einführte. Diese zwei Klassen sind aber das eigentliche Problem, warum soviel babylonische Konfusion bei den Zeugen besteht. Ist das NT auch für mich geschrieben worden? Wenn ja, kann ich alles auf mich anwenden? Wenn nicht, wo befindet sich die Trennlinie – oder wer zieht sie für mich?
    Nochmals vielen Dank, Gerd

    LG
    Silvanus

  • Zadok/Achim@ Silvanus
    Juni 15, 2014

    Lieber Sivanus,

    da hast du absolut recht:
    Diese zwei Klassen sind aber das eigentliche Problem, warum soviel babylonische Konfusion bei den Zeugen besteht. Ist das NT auch für mich geschrieben worden? Wenn ja, kann ich alles auf mich anwenden? Wenn nicht, wo befindet sich die Trennlinie – oder wer zieht sie für mich?

    Es geht nur so, dass man als Zeuge oder Ex-Zeuge jeden Tag unseren Herrn im Gebet bittet, dieses Zeugendenk wegzunehmen und statt dessen Gottes Wort in uns wirken zu lassen. Ein großer Schritt ist es auch, andere Bibelausleger anzuhören. Wie sollen wir das Gute behalten, wenn wir nicht alles prüfen?

    @Elfie
    Elfie, hast du diese Aussage aus Selters bez. der Sonderlehren der Zeugen schriftlich oder leider nur telefonisch?

    Lieber Gruß
    Achim

  • Gerd
    Juni 15, 2014

    Lieber Silvanus,

    ich fand Russells Sätze im WT 1888, über das „Gospel age“, (typischer Ausdruck für den Zeitraum der allgemein als „Gnadenzeitalter“ benannt ist) nicht falsch. Denn die oft als „Herauswahl“ bezeichnete „Wiedergeburt“ ist ja nicht eine Handlung des Berufenen an s i c h selbst. Die Zeugung zur Gotteskindschaft führt unser Vater aus, somit kommt es eigentlich auf das hinaus: „…are to be so closely identified with their Lord and Head Christ Jesus, as to be called “members of his body,” “his bride” and his joint heirs…“

    Es ist das natürlich ein besonderer „Akt“ dem „von oben her“ eine elitäre Bedeutung zukommt, weil es Sünder betrifft, wie es schlimm ein Saulus von Tarsus war, kann sich keiner auf irgend welche Leistungen berufen – ausser vielleicht, dass das Herz in Ordnung war. (?)

    Ich will keineswegs einer christlichen Elite das Wort reden, ich denke an die Ausdrucksweise Pauli in
    Gal. 1: 3 Gnade euch und Friede von Gott, dem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus,
    4 der sich selbst für unsere Sünden hingegeben hat, damit er uns h e r a u s-nehme aus der gegenwärtigen bösen Welt, nach dem Willen unseres Gottes und Vaters…

    Am Ende kommt es zur Vereinigung in der „Körperschaft Christi“ und zur „Erbschaft durch Gott“, wie auch Russell hinwies – das ist auch in der Tat einmalig und schafft eine besondere göttliche Familie, in der Jesus für immer das Haupt bleibt:
    Römer 8: 29 Denn welche er zuvorerkannt hat, die hat er auch zuvorbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.

    Der E r s t-geborene bleibt dann nicht mehr allein, sondern es wird durch weitere Geschwister zu einer großen Familie. Ob das nun 144.000 sind – ich weiß es nicht…

    Ich hoffe, meine Zeilen wirken nicht überheblich oder dünkelhaft!
    Wer von den Mitlesern es anders versteht, möge sich melden.
    An dich, lieber Silvanus, sende ich recht herzliche –

    Ostersonntagsgrüße!
    Gerd

  • Silas/Silvanus
    Juni 15, 2014

    Danke Gerd für die Mühe, die du dir gemacht hast. Werde mir das in aller Ruhe und sorgfältig durchlesen.
    Ich möchte bei dieser Gelegenheit nochmals meinen Post über die „Gesalbten“ aufgreifen. Ich hatte in meinem Kommentar an Ede nicht den Gedanken vermitteln wollen, dass es einem Menschen verwehrt wäre die „Salbung durch den Heiligen Geist“ zu erhalten – im Gegenteil; wie du ja gezeigt hast ist die Salbung eine Voraussetzung dafür, Christus anzugehören. Ich wollte damit auch nicht sagen, dass es verkehrt ist, diesen Begriff auf einen Nachfolger Christi anzuwenden. Allerdings wie die LG und ihre anhängende WTG diesen Begriff anwenden, ist doch schon sehr bedenklich. Zum einen wird er inflationär verwandt – er kommt in den WT-Schriften ingesammt über 5800!! Mal vor. Zum Zweiten wird dieser Begriff immer nur in Verbindung mit einer elitären Gruppe verwendet. Dabei sagt doch der unmittelbare Zusammenhang aus 2. Korinther, dass es sich auf alle Christen bezieht.
    (2. Korinther 1:21, 22) . . .Er aber, der dafür bürgt, daß IHR und WIR Christus angehören, und der UNS gesalbt hat, ist Gott. 22 Er hat uns auch sein Siegel aufgedrückt und hat uns das Unterpfand für das, was kommen soll, nämlich den Geist, in unser Herz gegeben. . .
    Meiner Meinung nach liegt der exzessive und falsche Gebrauch des Begriffes „Gesalbte“ mit der Geschichte der WTG zusammen. Hier ein Auszug aus einer der WT-Publikationen: „“Since the overcomers of the Gospel age…are to be so closely identified with their Lord and Head Christ Jesus, as to be called “members of his body,” “his bride” and his joint heirs, it is evident that they with him, and by virtue of the ransom which he gave, are to be members in particular of that great Prophet and Life-giver, and will share in the work of life-giving, restoring the dead and dying world to perfection; hence the term Everlasting Father, as well as every other title of the Head, is to be shared by his joint-heirs and co-workers. WT Februar 1888
    Mehr als 20 Jahre später baute er diese falsche Lehre noch aus: This Christ is composed of many members. This age will end when the full number of the “elect” shall have been found and tested. Then the body will have been completed. When the Messiah is complete, The Christ will be complete” WT 15.Juni 1911
    Rutherford war auch nicht besser: Jesus and the members of his body thus developed through trial and tribulation according to the divine arrangement will constitute the seed of Abraham, through which seed God will ultimately extend blessings to all the families of the earth. The Apostle Paul with prophetic vision looking down through the corridors of the age, marking the suffering of mankind and the development of the Christ class, the seed, exclaimed: “The whole creation groaneth and travaileth in pain together until now, waiting for the manifestation of the sons of God”. Millionen jetzt Lebender werden nie sterben S. 84,85.

    Ich hab in meinen Unterlagen leider nur die englischen Ausgaben. Dem Sinne nach sagt Russell, dass bspw. der Titel „Ewigvater“ und andere Titel, die in der Heiligen Schrift explizit auf Jesus angewandt werden auch auf die Gesalbten übertragen werden dürfen.
    Des Weiteren identifiziert Russell „Christus“ als Jesus und „Der Christus“ als die Gesalbten plus Jesus als Haupt.
    Rutherford bringt zum Ausdruck, dass die „Christus-Klasse“, der Samen Abrahams, letztendlich Segnungen über die Menschheitsfamilie bringen werden.
    Man sah sich in den 60er Jahren wohl gezwungen, von dieser Lehre abzurücken (siehe WT 1.September 1963, aber die Falschanwendung des Begriffes „Gesalbte“ ist heute immer noch eine der wichtigsten Schlagworte.
    Da darf man sich also nicht wundern, dass Ede auf seiner Fehlinterpretaton von Johannes 6:53 beharrt…

    LG
    Silvanus

  • Gerd
    Juni 15, 2014

    Lieber Silvanus,

    einen Artikel hielt ich für dich sehr zutreffend, leider ist der Autor verstorben und der Link nicht mehr zu öffnen, daher kopiere ich aus meiner Konserve – zuerst 1. Teil, weil es sonst zu lange wird, Zitat:

    (http://www).come2god.de/herbstisraelsweg.htm

    Gerhard Herbst
    Thema: Israels Weg zwischen Gesetz und Gesetzlosigkeit

    1. Der Begriff »Gesetz« hat im Raum der Gemeinde einen meist negativen Beigeschmack. »Mit dem Gesetz haben wir nichts zu tun. Das ist etwas für Israel. Wir sind aus Gnaden gerechtfertigt. Wir sind frei vom Gesetz.« Das ist nur zum Teil richtig. Wenn Paulus in Röm. 8 sagt: »Das Gesetz des Geistes des Lebens in Christo Jesu hat mich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes«, dann sehen wir daraus, dass für uns lediglich ein Austausch stattgefunden hat: das zum Tode führende Gesetz der Sünde und des Todes ist durch das Leben zeugende Gesetz des Geistes des Lebens in Christo Jesu ausgetauscht worden, aber auch dieses ist ein Gesetz. Warum müssen wir zwischen dem Israel gegebenen mosaischen Gesetz und dem in uns wirkenden Gesetz des Geistes des Lebens in Christo Jesu einen Unterschied machen? Weil das mosaische Gesetz dem Volke Israel für das Leben auf dieser Erde gegeben ist, während das Gesetz des Geistes des Lebens uns für unsere himmlische Berufung zubereiten soll. Wir müssen uns hüten, das eine gegen das andere auszuspielen. Beide Gesetze sind von Gott und dienen der Erreichung Seiner Heilsabsichten.

    2. Nicht nur der Sohn Gottes ist vor Grundlegung der Welt vom Vater als Lamm Gottes, ohne Flecken und Fehl, erkannt worden (1. Petr. 1, 20), sondern auch uns, die Söhne, hat Er in Christo vor Grundlegung der Welt, vor dem Herabsturz der ersten Schöpfung, auserwählt, dass wir heilig und tadellos seien vor Ihm in Liebe, und uns zuvorbestimmt zur Sohnschaft. In diesem wunderbaren Verheißungswort in Eph. 1, 3-5 lesen wir auch, dass Christus uns gesegnet hat mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern (in der Himmelswelt, in der gesamten unsichtbaren Welt). Im Gegensatz dazu liegen Israels Segensverheißungen auf irdischem Gebiet, wie wir noch sehen werden (5. Mose 7, 13; 28, 3-13).
    Ehe das erste auserwählte Glied am Körper des Christus über diese Erde ging, hatte Gott schon 2000 Jahre lang mit Seinem auserwählten Volk Israel Heilsgeschichte gemacht.
    Zunächst holte Er sich einen Mann aus den Völkern, Abram, den Er nach Kanaan führte, wo Er einen Bund mit ihm schloss, ihm versprach, ihn zum Stammvater eines großen Volkes zu machen, dem Er das Land Kanaan zum Besitz geben wollte. 430 Jahre lang mussten die Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs in der Knechtschaft Ägyptens leben, bis Gott sie, die inzwischen zu einem Millionenvolk herangewachsen waren, mit starker Hand aus Ägypten heraus- und in das dem Abraham verheißene Land hineinführte. Erst dann begann Gott Seinen Eid einzulösen, den Er dem Abraham geschworen hatte.

    3. Warum hat Gott gerade dieses Volk erwählt? Das sagt Er selbst in 5. Mose 7, 6-8a, wo Er uns in das tiefste Innere Seines Herzens hineinblicken lässt: »Denn ein heiliges Volk bist du Jahwe, deinem Gott; dich hat Jahwe, dein Gott, erwählt, Ihm zum Eigentumsvolke zu sein aus allen Völkern, die auf dem Erdboden sind. Nicht weil euer mehr wären als alle Völker, hat Jahwe sich euch zugeneigt und euch erwählt, denn ihr seid das geringste unter allen Völkern, sondern wegen Jahwes Liebe zu euch, und weil Er den Eid hielt, den Er euren Vätern geschworen, hat Jahwe euch mit starker Hand herausgeführt.« Und in Kap. 9, 5: »Nicht um deiner Gerechtigkeit und der Geradheit deines Herzens willen kommst du hinein, um ihr Land in Besitz zu nehmen, sondern um der Gesetzlosigkeit dieser Nationen willen treibt Jahwe, dein Gott, sie vor dir aus.« Wir sehen, dass Gottes Auswahl Israels zu Seinem Eigentumsvolk und Sein Eid, den Er Abraham geschworen hat, untrennbar mit der Landverheißung verbunden sind. Israel sollte Sein Eigentumsvolk in Seinem Land sein, das Er Israel zum ewigen Besitz gegeben hat.

    4. Zu welchem Zweck hat sich Gott dieses Volk zum Eigentum aus allen Völkern auserwählt? 1. Petr. 2, 9: »Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein zum Eigentum erkorenes Volk, damit ihr die Tugenden (die Ruhmestaten, die herrlichen Eigenschaften) dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis in Sein wunderbares Licht berufen hat.« Kein anderes Volk (auch nicht das deutsche oder amerikanische) hat einen solchen Auftrag von Gott selbst erhalten, die Tugenden und Ruhmestaten Gottes den Völkern zu verkünden, als nur das auserwählte Volk Israel. Dass wir zur Zeit davon in der Welt kaum etwas erkennen können, ändert nichts daran, dass Israel diesen Auftrag in der Vergangenheit einmal angefangen hatte zu erfüllen und dass es ihn nach Aufrichtung des 1000-jährigen Friedensreiches durch den Messias in vollmächtiger Weise an allen Völkern vollenden wird.

    5. Wenn Jahwe, der auch der Christus ist, der Bräutigam ist und Israel Seine Braut, mit der Er einmal zur Hochzeit des Lammes eingehen wird, dann hat Jahwe Seiner Braut, dem auserwählten Volk Israel, ein kostbares Brautgeschenk gemacht – um in einem Bilde zu sprechen –, damit sie den von Ihm erhaltenen Auftrag ausführen kann. Dieses Geschenk besteht aus sieben kostbaren Edelsteinen. Es war dem Apostel Paulus vorbehalten, diese Edelsteine zu einer Kette zusammenzufügen. Röm. 9, 4: »… welche Israeliten sind, denen
    1. die Sohnschaft,
    2. die Herrlichkeit,
    3. die Bündnisse,
    4. die Gesetzgebung,
    5. der Dienst,
    6. die Verheißungen und
    7. die Väter sind.«
    Es würde sich lohnen, über jeden dieser Edelsteine einen Vortrag zu halten. Wir wollen heute für unser Thema nur den 4. Edelstein herausgreifen: die Gesetzgebung.

    Wenn ich am Anfang auf den negativen Beigeschmack hingewiesen habe, den heute das Gesetz vielfach hat, so sehen wir hier, dass die Gesetzgebung zu den sieben kostbaren Geschenken gehört, die Gott Seinem auserwählten Volk gemacht hat. Es sollte ein Segen für Sein Volk sein.

    6. Von großer Bedeutung ist es, wann Jahwe Seinem Volk das Gesetz gab. 430 Jahre lang lebten sie in der Knechtschaft Ägyptens (2. Mose 12, 40) ohne Gesetz. Erst auf der Wüstenwanderung hin zum verheißenen Land, am Berg Sinai, erhält Mose von Gott den Auftrag, zu Ihm auf den Berg zu steigen, um dort die Gesetze und Gebote zu empfangen, die das Volk nach dem Einzug in das Land Kanaan beachten sollte. Das Gesetz vom Sinai ist unlösbar mit der Inbesitznahme des verheißenen Landes verbunden. Der Segen bei Beachtung des Gesetzes und der Fluch bei Nichtbeachtung der Gebote sollten sich auf das irdische Leben des Volkes im Lande auswirken, wie wir noch sehen werden. Das Gesetz sollte kein Fahrplan für das ewige Leben sein. Einzelheiten über den Ablauf der Gesetzgebung lesen wir in 2. Mose 24,12.15.16: »Jahwe sprach zu Mose: Steige zu Mir herauf auf den Berg und sei daselbst; und Ich werde dir die steinernen Tafeln geben und das Gesetz (die Lehre, Unterweisung) und das Gebot, das Ich geschrieben habe, um sie zu belehren … Und Mose stieg auf den Berg, und die Wolke bedeckte den Berg, und die Herrlichkeit Jahwes ruhte auf dem Berg Sinai, und die Wolke bedeckte ihn sechs Tage, und am 7. Tage rief Er Mose aus der Mitte der Wolke. Und das Ansehen der Herrlichkeit Jahwes war wie ein verzehrendes Feuer auf dem Gipfel des Berges vor den Augen der Kinder Israel.« Es war eine furchterregende Atmosphäre. Wenn Jahwe hier sagt, dass Er selbst das Gesetz geschrieben habe, so erfahren wir aus anderen Stellen, dass dabei auch Engel mitgewirkt haben. 5. Mose 33, 2: »Jahwe ist vom Sinai hergekommen und ist gekommen von heiligen Myriaden. Aus Seiner Rechten ging Gesetzesfeuer hervor.« Myriaden ist nach Hebr. 12, 22 eine Bezeichnung für eine Festversammlung von Engeln. Auch die Zahl 10.000 ist darin enthalten oder eine nicht näher bestimmbare große Anzahl. Auch Paulus sagt in Gal. 3, 19, dass das Gesetz von Engeln angeordnet wurde. (Dagegen hat er sein Evangelium nicht von Menschen oder Engeln gelernt, sondern vom erhöhten Herrn durch Offenbarung empfangen.)
    Wenn es um Israel geht, spielen Engel eine große Rolle. Der Erzengel Michael ist nach Dan. 10, 13 und 21 der Engelfürst Israels, der für sein Volk im Himmel streitet. Engel haben bei der Gesetzgebung nicht nur mitgewirkt, sondern sie überwachen auch die Einhaltung des Gesetzes. Diesen Engeln soll die Gemeinde Jesu Christi ein Schauspiel sein (1. Kor. 4, 9). An ihr lernen sie das Staunen, wenn sie sehen, wie die Glieder der Gemeinde Jesu, die aus Gnaden ohne Gesetzeswerke gerettet sind, aus Liebe zu ihrem Herrn und Haupt auch für Ihn leiden.

    7. Bei Beachtung des Gesetzes hat Gott Seinem Volk Segen verheißen, bei Nichtbeachtung Fluch. Beides, Segen und Fluch, beziehen sich ausschließlich auf das irdische Leben des Volkes, liegen auf horizontaler Ebene, während die Gemeinde mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern gesegnet ist; ihre Verheißungen zielen nach oben. Welche Segnungen Israel bei Befolgung des Gesetzes empfängt, lesen wir in 5. Mose 28, 1-3: »Wenn du der Stimme Jahwes, deines Gottes (oder »des Ewigen«, wie die jüdische Übersetzung sagt) fleißig gehorchst, dass du darauf achtest, alle Gebote zu tun, die Ich dir heute gebiete, so wird Jahwe dich zur höchsten über alle Nationen der Erde machen. Gesegnet wirst du sein in der Stadt und auf dem Feld. Gesegnet wird sein die Frucht deines Leibes, deines Landes, deines Viehs. Gesegnet wird sein dein Korb und Backtrog. Jahwe wird deine Feinde, die wider dich aufstehen, geschlagen vor dir dahingeben. Jahwe wird dir Segen entbieten in deine Speicher und zu allen Geschäften deiner Hand und Er wird dich segnen in dem Lande, welches Jahwe, dein Gott, dir gibt. Jahwe wird dich als ein heiliges Volk für sich bestätigen, wie Er dir geschworen hat, wenn du die Gebote Jahwes, deines Gottes, beobachtest und auf Seinen Wegen wandelst. Jahwe wird dir Seinen guten Schatz, den Himmel auftun, um den Regen deines Landes zu geben zu seiner Zeit, um alles Werk deiner Hand zu segnen. Und Jahwe wird dich zum Haupte machen und nicht zum Schwanze, wenn du den Geboten Jahwes, deines Gottes, gehorchst, die Ich dir heute zu beobachten und zu tun gebiete, und nicht abweichst von all den Worten, die Ich euch heute gebiete, weder zur Rechten noch zur Linken, um anderen Göttern nachzugehen, ihnen zu dienen.«
    Wir sehen, dass der Ewige Sein Volk bei Befolgung der Satzungen und Gebote auf allen Gebieten des irdischen Lebens reich segnen wollte. Genauso umfasst auch die Androhung des Fluches bei Nichtbeachtung des Gesetzes alle Bereiche des völkischen Lebens. Vers 15: »Es wird aber geschehen, wenn du der Stimme des Ewigen nicht gehorchst, dass du darauf achtest, zu tun alle Seine Gebote und Seine Satzungen, die Ich dir heute gebiete, so werden alle diese Flüche über dich kommen und dich treffen.« Es folgt bis zum Ende des 28. Kapitels eine lange Aufzählung aller Flüche, die über das Volk kommen werden. Sie enden schließlich in der Androhung der Zerstreuung unter alle Völker und des Holocaust. Dass Gott diese schrecklichen Dinge nicht nur angedroht, sondern auch ausgeführt hat, des sind wir alle Zeuge. Kap. 28, 64-67: »Und Jahwe wird dich unter alle Völker zerstreuen, von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende, und du wirst daselbst anderen Göttern dienen, die du nicht gekannt hast. Und unter jenen Nationen wirst du nicht rasten, und deine Fußsohle wird keine Ruhestätte finden. Und der Ewige wird dir daselbst ein zitterndes Herz geben, Erlöschen der Augen und Verschmachten der Seele, und dein Leben wird schwebend vor dir hangen und du wirst dich fürchten Tag und Nacht und deinem Leben nicht trauen. Am Morgen wirst du sagen: Wäre es doch Abend! und am Abend wirst du sagen: Wäre es doch Morgen! wegen der Angst deines Herzens, die du empfinden wirst und wegen des Anblicks der Schrecknisse, die dir vor Augen stehen« (Menge). Es waren keine leeren Drohungen des Ewigen, sondern das jüdische Volk hat diese Flüche bis zur bitteren Neige durchleiden müssen.
    8. Das Gesetz hat Gott Seinem Volk nicht nur gegeben, damit es ihm zum Segen sei, sondern es sollte Sein Volk auch wie ein Schutzzaun umgeben. Das verheißene Land, in das Gott das Volk Israel führte, war von Gesetzlosen bewohnt. In 5. Mose 9, 5 sagt Gott: »Nicht um deiner Gerechtigkeit und der Geradheit deines Herzens willen kommst du hinein, um ihr Land in Besitz zu nehmen, sondern um der Gesetzlosigkeit dieser Nationen willen treibt Jahwe, dein Gott, sie vor dir aus.« Mit Gesetzlosen sollte das Volk nicht in einem Lande zusammenwohnen. Warum, das lesen wir in 2. Mose 25, 20-31: »Siehe, Ich sende einen Engel vor dir her, um dich auf dem Wege zu bewahren. Er wird dich bringen zu den Amoritern und Hethitern und den Peresitern und den Kanaanitern, den Hewitern und den Jebusitern, und Ich werde sie vertilgen. Du sollst dich vor ihren Göttern nicht niederbeugen und ihnen nicht dienen. Ich werde deine Grenze setzen vom Schilfmeer bis an das Meer der Philister (Mittelmeer) und von der Wüste bis an den Strom Euphrat; denn Ich werde die Bewohner des Landes in deine Hand geben, dass du sie vor dir vertreibst. Du sollst mit ihnen und ihren Göttern keinen Bund machen. Sie sollen nicht in deinem Lande wohnen, damit sie dich nicht wider Mich sündigen machen. Denn du würdest ihren Göttern dienen, denn es würde dir zum Fallstrick sein.«
    Gott wollte, dass das verheißene Land ausschließlich dem auserwählten Volk als Wohnsitz diente. Eine Vermischung und Verbrüderung mit den Ureinwohnern wäre ihnen zum Fallstrick geworden. Eine interessante Aussage finden wir hierzu noch in Habakuk 1, 4: »Darum wird das Gesetz kraftlos, und das Recht kommt nimmermehr hervor, denn der Gesetzlose umzingelt den Gerechten, darum kommt das Recht verdeckt hervor.« Wenn wir die Geschichte Israels im Lande rückschauend betrachten, stellen wir fest, dass das Volk das göttliche Verbot der Vermischung immer wieder missachtet hat, dass Mitläufer immer wieder das Volk verführten. Bei Befolgung der göttlichen Gebote hätte sich das Volk viel Kummer ersparen können.
    Bei der Behandlung unseres Themas »Israels Weg zwischen Gesetz und Gesetzlosigkeit« müssen wir beachten, dass das Wort »gesetzlos« und »Gesetzlosigkeit« eine doppelte Bedeutung hat. Gott hatte nur Seinem auserwählten Volk Israel als einzigem Volk der Erde das Gesetz als besonderes Geschenk, als einen Segen, als einen Schutzzaun gegeben. Alle anderen Völker hatten ein solches Gesetz nicht. In diesem Sinne waren sie also gesetzlos. Das allein sagt noch nichts über ihren Wandel aus. Von solchen »gesetzlosen« Völkern war Israel im Land Kanaan rings umgeben. Einzelne von ihnen lebten auch unter ihnen im verheißenen Land. Gott warnt Sein Volk davor, sich mit diesen Fremdlingen zu verbünden, sich von ihnen verführen zu lassen, anderen Göttern zu dienen. Eine noch größere Gefahr drohte Israel aber von denen, die zwar zum Volk gehörten, dem Gott Sein Gesetz geschenkt hatte, die sich aber vom Gesetz losgesagt hatten, es missachteten und taten, »was böse war in den Augen Jahwes.« Auch das waren Gesetzlose, die das Herz des Volkes verführten. Die Bücher der Könige sind voll von solchen Berichten.#

    Fortsetzung morgen

  • Gerd
    Juni 15, 2014

    Fortsetzung und Schluss:

    9. Jom Kippur. Welche Möglichkeiten hatten in dem Zeitalter des Gesetzes, also zwischen dem Einzug Israels in das Land Kanaan und seiner Zerstreuung unter alle Völker, die Angehörigen des jüdischen Volkes, die sich gegen das Gesetz versündigt hatten, um mit Gott wieder versöhnt zu werden? Das Blut des Lammes Gottes war noch nicht auf Golgatha vergossen. Als Vorschattung auf dieses von Gott schon vor Grundlegung der Welt geplante Opfer Seines Sohnes hatte Er Seinem Volk im Gesetz das Tieropfer als Mittel der Sühnung verordnet. Der Begriff Versöhnung hat im Lauf der Heilsgeschichte eine gewisse Entwicklung erfahren. Die Grundbedeutung ist das Bedecken der Sünde und Schuld vor dem Angesicht Gottes. Das hebräische Wort für versöhnen = kippär bedeutet bedecken (der Sünde und Schuld, dass sie nicht gestraft wird. Das Wort kippär kennen wir von kippa, der Kopfbedeckung des Mannes). Dem ganzen mosaischen Opferkult liegt der Begriff der Deckung oder Sühnung zugrunde. Der Mensch muss mit Gott versöhnt und seine Sünden müssen gesühnt werden, bevor er es wagen darf, Gott zu nahen. Eine klare Sinndeutung der Sühne beim Opfer finden wir in den mosaischen Opfergesetzen. 3. Mose 17, 11: »Denn die Seele des Fleisches ist im Blute, und Ich habe es euch auf den Altar gegeben, dass eure Seelen damit versöhnt werden, denn das Blut ist es, welches Sühnung tut (kippär) durch die Seele.« In dem Opferblut wird also die Tierseele dargebracht als Sühne (Deckung) für die Menschenseele. Nicht Blut schlechthin als Materie dient zur Deckung des Sünders vor Gott, sondern die Seele im Blute, und zwar die Seele eines von Gott als rein bezeichneten Tieres. Die Schuld wird zugedeckt vor den Augen Gottes. Bedeckung der Schuld ist aber noch nicht ihre Beseitigung, sondern vielmehr ein Erinnern an Sünden. Daher konnte auch die Versöhnung im mosaischen Kultus noch keine vollgültige sein. Diese hat erst Jesus durch Seinen Opfertod vollbracht.
    Die Schwachheitssünden, alles, was aus Versehen geschehen, wurde das ganze Jahr hindurch von Fall zu Fall durch die vorgeschriebenen Schuld- und Sündopfer gesühnt, d. h. bedeckt. Für Sünden »mit erhobener Hand«, d. h. mit voller Absicht und in Opposition gegen Gott, also Verbrechen am heiligen Gesetz Gottes, gab es im Alten Bund überhaupt keine Versöhnung, sondern unnachsichtige Strafe (4. Mose 15, 30.31).
    Für das Volk als Ganzes hatte Gott den großen Versöhnungstag, Jom Kippur, den Tag der Bedeckung, eingerichtet. An diesem Tag wurde das ganze Volk, das Priestertum und selbst das Heiligtum versöhnt. Bei dieser Versöhnung ging es nicht um einzelne Sünden, sondern um die Gesamtverschuldung des Volkes vor Gott, die durch das menschliche Gericht nicht erfasst werden konnte. Die Versöhnung bezog sich ausnahmslos auf alle Sünden, die das Volk während des Jahres seit dem letzten Versöhnungstag begangen hatte. Für diese ging der Hohepriester einmal im Jahr in das Allerheiligste, deckte mit dem Blut eines reinen Tieres die Bundeslade, das Heiligtum, den Altar, die Priester und das Volk. Danach legte er auf den Kopf eines lebendigen Sündenbocks alle Ungerechtigkeiten der Kinder Israel und schickte diesen Bock fort in die Wüste. Alles dieses schattete die Erlösungstat des Lammes Gottes auf Golgatha ab. Die Versöhnung durch Christi Blut geschah nicht einmal im Jahr, sondern ein für allemal (Hebr. 7, 27), sie galt nicht nur Israel, sondern war universal, und sie diente nicht der Bedeckung der Sünden, sondern der Abschaffung der Sünde (Hebr. 9, 26).

    10. Mit dem Gesetz vom Sinai hatte Gott alle Dinge des irdischen Lebens, sowohl des Einzelnen als auch des ganzen Volkes geregelt. Der verheißene Segen bei Befolgen des Gesetzes wie auch der angekündigte Fluch bei Nichtbefolgen der Gebote betrafen das irdische Leben. Auch die Tieropfer hatten keinen Einfluss auf das ewige Leben. Warum also das Gesetz?, könnte man fragen. Darauf gibt der Apostel Paulus eine ganz klare Antwort in Röm. 3, 19.20: »Wir wissen aber, dass alles, was das Gesetz sagt, es denen sagt, die unter Gesetz sind. Aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor Ihm gerechtfertigt werden, denn durch Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.« Und in 1. Tim. 1, 9 sagt er, dass für einen Gerechten das Gesetz nicht bestimmt ist, sondern für Gesetzlose. Kein Mensch war und ist in der Lage, das ganze Gesetz zu erfüllen. Nur einer konnte es: der Sohn Gottes, der allein ohne Sünde war. Er sagt von sich selbst in Matth. 5, 17: »Meint nicht, dass Ich gekommen bin, das Gesetz aufzulösen, sondern zu erfüllen.« Die Aussage des Apostels Paulus in Röm. 10, 14 wird oft missverstanden, wo er sagt: »Christus ist des Gesetzes Ende.« Im Griechischen steht dort das Wort »telos«, Ziel. Durch Christus hat das Gesetz sein Ziel, zu dem Gott es gesetzt hatte, erreicht. Durch Ihn hat es seine Erfüllung gefunden. Seit Golgatha werden Sünden nicht mehr durch das Blut von Tieren bedeckt, sondern allein durch das am Kreuz vergossene Blut des Lammes Gottes gesühnt. Das ist auch u. a. eine Erklärung dafür, weshalb der Tempel zerstört und der Priester- und Opferdienst aufhören mussten. Sie hatten ihre Aufgabe erfüllt. Jesus deutet das bereits in Luk. 16. 16 an: »Das Gesetz und die Propheten waren bis auf Johannes; von da an wird das Evangelium vom Königreich Gottes verkündigt.« Mit der Ablehnung des Messias Jesus durch das Volk Israel (»Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche! Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!«) ging nach Gottes Heilsplan das 2000-jährige Zeitalter des Gesetzes zu Ende, und Christus begann mit den vor Grundlegung der Welt auserwählten Gliedern Seines Leibes ein neues Zeitalter, das Zeitalter der Gnade.
    »Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott Seinen Sohn«, sagt Paulus in Gal. 4, 4. Die Zeit war erfüllt (das Pläroma des Chronos erreicht) nicht, als Israel die geistlichen Voraussetzungen für das Kommen des Messias erfüllt hatte, sondern als durch Zeitablauf der von Gott lange im Voraus festgesetzte Zeitpunkt erreicht war. Es war ein Zeitpunkt, an dem Israel in tiefe Gesetzlosigkeit verfallen war. Seit dem Auftreten des letzten alttestamentlichen Propheten Maleachi hatte Gott 400 Jahre lang nicht mehr mit Seinem Volk geredet. Maleachi (= Mein Bote) beschließt das Alte Testament als ernstes Vermächtnis mit dem Ruf des Herrn (Kap. 4, 4): »Gedenkt des Gesetzes Moses, Meines Knechtes, welches Ich ihm auf Horeb an ganz Israel geboten habe – Satzungen und Rechte.« Israel hat sich um dieses Vermächtnis nicht gekümmert.

    11. Der Weg Israels in die Gesetzlosigkeit, der schon Jahrhunderte vor dem ersten Kommen Jesu begann, erreichte einen ersten Höhepunkt, als Israel seinen Messias in die Hand von Gesetzlosen überlieferte. Das Volk erfüllte zwar damit – ohne es zu wissen – das, was der Prophet Jesaja bereits in Kap. 53, 9.12 geweissagt hatte: »Und Er ist unter die Gesetzlosen gerechnet worden.« Und: »Man hat Sein Grab bei Gesetzlosen bestimmt.« Und es erfüllte mit dieser Tat auch den Heilsratschluss Gottes, wie Petrus es in seiner großen Pfingstrede in Apg. 2, 23 dem Volk vorhält: »Diesen, übergeben nach dem bestimmten Ratschluss und nach Vorherbestimmung Gottes, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geheftet und umgebracht.« Einerseits – von Gott her gesehen – erfüllten sie mit dieser Tat den Ratschluss Gottes, andererseits traf sie dafür der Fluch, den Gott ihnen bereits am Sinai angedroht hatte (5. Mose 28, 64), sie unter alle Völker zu zerstreuen. Jesus selbst hatte in Seiner Ölbergrede die Zerstörung des Tempels angekündigt. Matth. 23, 37-39: »Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind. Wie oft habe Ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen; denn Ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Baruch habah! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!« Das, was die Juden ihrem Messias angetan haben, Ihn den Gesetzlosen auszuliefern, erleben sie nun ihrerseits als Volk: Der Tempel und die Stadt Jerusalem werden von Gesetzlosen zerstört und sie werden unter die Gesetzlosen zerstreut und ihnen ausgeliefert. Auf dem 1900 Jahre langen Weg des jüdischen Volkes unter den Gesetzlosen ist das mosaische Gesetz mehr und mehr verkümmert. Es wurde von den Rabbinern um viele menschliche Vorschriften erweitert, besonders in den Äußerlichkeiten, und diejenigen, die es überhaupt noch beachten, sind oft sehr erfindungsreich, Tricks zu ersinnen, wie bestimmte Gebote umgangen werden können, z. B. das Arbeitsverbot am Shabbat oder das Verbot, im 7. Jahr das Land zu bearbeiten. Auch heute, 50 Jahre nach der Rückkehr der Juden ins verheißene Land, hat sich dies nicht grundlegend geändert. Die Masse des jüdischen Volkes will sein wie andere Völker, und so sind auch Unmoral, Kriminalität, Drogensucht mindestens genauso verbreitet wie bei den andern Völkern. Auch bei denen, die das Gesetz beobachten, ist es vielfach reine Formsache, nicht anders als bei den Formchristen der Endzeit, die »eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen« (2. Tim. 3, 5). Der Weg des jüdischen Volkes in der Gesetzlosigkeit wird einen zweiten Höhepunkt erreichen, wenn Israel auf den Gesetzlosen hereinfallen wird. Das hatte Jesus ihnen schon bei Seinem 1. Kommen verheißen (Joh. 5, 43): »Ich bin in dem Namen Meines Vaters gekommen und ihr nehmet Mich nicht auf; wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen.« Paulus sagt in 2. Thess. 2, dass, bevor der Gesetzlose, der Mensch der Sünde, geoffenbart wird, der Abfall kommen und das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam werden wird. Jesus weissagte in Seiner Ölbergrede (Matth. 24, 12), dass die Gesetzlosigkeit überhand nehmen und deshalb die Liebe »der Vielen« erkalten wird. Mit diesen »Vielen« wird der Antichrist nach Dan. 9, 27 einen festen Bund für eine Jahrwoche, also 7 Jahre, schließen, den er nach 3 ½ Jahren brechen wird, nachdem er sich selbst erhöht hat über alles, was Gott heißt, sich in den Tempel Gottes gesetzt und sich selbst dargestellt hat, dass er Gott sei (2. Thess. 2, 4). Da ist dann Israel auf dem absoluten Tiefpunkt seiner Geschichte. Gibt es einen Ausweg daraus? Menschlich gesehen nicht. Wenn der Messias Christus erst dann wiederkommen könnte, wenn Israel sich aus eigener Kraft zum Herrn bekehrt und Ihm den Weg zur Errichtung des Reiches gebahnt hat, dann könnte Christus wohl nie wiederkommen. Aber der Vater hat die Wiederkunft Seines Sohnes nicht an die Erfüllung menschlicher Voraussetzungen geknüpft, sondern dafür einen ganz bestimmten Zeitpunkt festgesetzt. Jesus sagt in Matth. 13, 32: »Von jenem Tage aber oder der Stunde weiß niemand, weder die Engel noch der Sohn, sondern nur der Vater.« So wie das erste Kommen Jesu ins Fleisch geschah, »als die Zeit erfüllt war« (Gal. 4, 4) (= als das Pläroma des Chronos erreicht war), so wird auch die Wiederkunft Christi stattfinden, wenn die Zeit erfüllt sein wird, wenn der vom Vater gesetzte Zeitpunkt erreicht ist. Da sich das abgefallene Israel nicht aus eigener Kraft aus der Gottlosigkeit befreien kann, greift Gott ein. Bei der Rettung ganz Israels ist Er der allein und souverän Handelnde. Paulus zitiert in Röm. 11, 26: »Es wird aus Zion der Erretter kommen. Er wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden.« (Jakob ist die Bezeichnung für das noch im Unglauben befindliche Israel.)

    12. Wie sieht das souveräne Handeln Gottes zur Errettung Israels aus? Nachdem Er nach Sach. 12, 10 über das Haus Davids und über die Bewohner von Jerusalem den Geist der Gnade und des Flehens ausgegossen und damit ihre Herzen vorbereitet hat und nachdem sie den geschaut haben, den sie durchbohrt haben, beginnt Gott in Seiner Souveränität mit der Errettung ganz Israels. Davon lesen wir in den Kapiteln 36 und 37 des Propheten Hesekiel. In Kap. 36, 23-28 spricht Gott 10-mal: Ich werde!
    1. Ich werde Meinen großen Namen heiligen, der entweiht ist unter den Nationen.
    2. Ich werde mich vor den Augen der Nationen an euch heiligen.
    3. Ich werde euch aus den Nationen holen und euch sammeln aus allen Ländern und euch in euer Land bringen.
    4. Ich werde reines Wasser auf euch sprengen, und ihr werdet rein sein.
    5. Ich werde euch von allen euren Unreinigkeiten und Götzen reinigen.
    6. Ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben.
    7. Ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleische wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben.
    8. Ich werde Meinen Geist in euer Inneres geben.
    9. Ich werde machen, dass ihr in Meinen Satzungen wandelt und Meine Rechte bewahrt und tut. (Hier bekommt das mosaische Gesetz für Israel eine neue Bedeutung. In 5. Mose 11, 32 lesen wir, dass Gott am Ende der Gesetzgebung vom Horeb das Volk ermahnt: »So achtet darauf, alle die Satzungen und Rechte zu tun, die Ich euch heute vorlege.«)
    10. Ich werde euer Gott sein.

    In Kapitel 37, 26.27 kommen noch zwei Dinge dazu:
    11. Ich werde einen Bund des Friedens mit ihnen machen.
    12. Ich werde Mein Heiligtum in ihre Mitte setzen.
    Mit diesem 12fachen souveränen Handeln Gottes, für das Israel keine Vorbedingungen zu erfüllen hat, ist die Rettung ganz Israels gemäß Röm. 11, 26 vollzogen. In dem dann neu zu errichtenden Tempel werden nach Hesekiel 40-48 wieder Priesterdienst und Opfer stattfinden. »Das Gesetz wird von Zion ausgehen und das Wort des Herrn von Jerusalem« (Jes. 2, 3).
    Das errettete und mit dem Heiligen Geist erfüllte Israel wird in der Lage sein, die Satzungen und Rechte des Herrn auch tatsächlich zu tun. Das verheißt Gott in Hes. 37, 24: »Und sie werden allesamt einen Hirten haben, und sie werden in Meinen Rechten wandeln und Meine Satzungen bewahren und tun.« Sie werden sie nicht nur selbst tun, sondern alle Völker lehren, sie zu halten, so wie es Jesus ihnen bei Seinem Abschied geboten hatte (Matth. 28, 19.20): »Geht hin und macht alle Nationen zu Jüngern, indem ihr sie taufet auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu bewahren, was Ich euch geboten habe.«

    Israels Weg zwischen Gesetz und Gesetzlosigkeit endet nicht in der Gesetzlosigkeit (auch in ihrer doppelten Bedeutung), sondern in der vollen Erfüllung des Gesetzes, wozu Gott dann Sein Volk durch Seinen Geist befähigt haben wird.

    Das Gesetz, die Satzungen und Rechte des Herrn und die Gebote Jesu, wie sie uns vor allem in der Bergpredigt überliefert sind, werden der Inhalt des Evangeliums sein, mit dem Israel im 1000-jährigen Reich alle Nationen zu Jüngern machen wird. In Offb. 14, 6.7 wird das äonische Evangelium, das dann verkündigt wird, auf die Kurzformel gebracht: »Fürchtet Gott und gebt Ihm die Ehre!« Dem alleinigen Gott, unserm Heiland, durch Jesus Christus, unseren Herrn, sei Herrlichkeit, Majestät, Macht und Gewalt vor aller Zeit und in alle Äonen! Amen.

    (Quelle: „Gnade und Herrlichkeit“; 6/2001; Paulus-Verlag Heilbronn)
    ———————–
    Dies sind exegetische Anregungen mit Vorbehalt, daher Erwiderungen oder Ergänzungen willkommen!

    Gerd

  • Gerd
    Juni 15, 2014

    Was immer als Art Gegenargument ins Treffen geführt wird, ist der Hinweis auf den STAAT Israel. Wie ich selber schon mind. 2mal anführte, sind die Bürger dort bis jetzt nicht automatisch „Volk JHWHs“. Dieser Staat ist demokratisch strukturiert und eine Vielzahl der Bürger ist atheistisch. Aber das LAND ist ihren Vorvätern und Nachkommen per Schwur zugesagt worden und JHWH steht zu seinem Eid. Bei der Aufhebung der Verstockung und die dadurch bewirkte Hinwendung zu Gott, setzt doch die Annahme ihres Messias voraus. Von Ausnahmen abgesehen – die Glieder die im Ölbaum verblieben sind – ist die Verstockung immer noch aufrecht.

    Übrigens leben allein in New York mehr Juden als im Staat Israel. Und dass sie seit Jahrhunderten schon unter Pogromen leiden zeigt deutlich, welch dunkle Geist dabei Regie führte und noch immer führt.

    Neuerlicher Versuch von „geistigen Israeliten“ einer Erklärung (Auslegung) zu Sacharja 12 zu bekommen, von der WTG stellte ich schon einmal herein, wie die die Erfüllung erklären: Stichwort 1919, sagt eh alles… Nun noch einmal:

    Sach. 12: 9 Und es wird geschehen an jenem Tage, da werde ich alle Nationen zu vertilgen suchen, die wider Jerusalem heranziehen.
    10 Und ich werde über das Haus Davids und über die Bewohner von Jerusalem den Geist der Gnade und des Flehens ausgießen; und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über i h n wehklagen gleich der Wehklage über den Eingeborenen, und bitterlich über i h n leidtragen, wie man bitterlich über den Erstgeborenen leidträgt.

    Wie erklärt hier ein „geistiger Israelit“ den Teilsatz, der fett hervor gehoben wurde?

    Shalom!
    Gerd

  • Silas/Silvanus
    Juni 15, 2014

    Hallo Gerd,
    hast du die Möglichkeit, mir irgendwelche näheren Ausführungen über das Thema zukommen zu lassen? Ich wäre dir sehr verbunden…

    LG
    Silvanus

  • Manfred an Edelmuth
    Juni 15, 2014

    Hallo Ede,

    ich antworte hier auf diesen Kommentar von Dir: http://www.bruderinfo-prophetie.de/?p=1285#comment-7338.

    Diese Aussage von Dir ist nicht biblisch: Daher sinnbildlicht das himmlische Jerusalem, das auf die Erde kommt, die göttliche Regierungsmacht, vertreten durch Jesus, die sich über die gesamte Erde ausdehnt. – Zitat Ende.

    Ja, das himmlische Jerusalem ist keine buchstäbliche Stadt, es ist aber auch nicht das was Du behauptest. Denn die Bibel lässt uns darüber nicht im Unklaren, wer oder was das himmlische Jerusalem ist. Wir lesen:

    Off. 21:9-11; Elb:
    9 Und es kam einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen hatten, voll der sieben letzten Plagen, und redete mit mir und sprach: Komm her! Ich will dir die Braut, die Frau des Lammes, zeigen. 10 Und er führte mich im Geist hinweg auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie aus dem Himmel von Gott herabkam, 11 und sie hatte die Herrlichkeit Gottes. Ihr Lichtglanz war gleich einem sehr kostbaren Edelstein, wie ein kristallheller Jaspisstein;

    Die Braut des Lammes ist das himmlische Jerusalem und es kommt aus dem Himmel herab. Somit kommen die Gesalbten, wie Du es ausdrücken würdest, vom Himmel auf die Erde hernieder. Genau das verwehrst Du ihnen aber, sie dürfen laut Deiner Ansicht nie mehr auf die Erde, weil sie angeblich ihr irdisches Leben für die anderen geopfert haben. Das braucht es aber gar nicht, das Opfer Jesu ist für jeden Menschen ausreichend, denn es steht geschrieben:

    Röm 5,19 Denn wie durch des einen Menschen Ungehorsam die vielen in die Stellung von Sündern versetzt worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen in die Stellung von Gerechten versetzt werden.

    An Silvanus hast Du geschrieben: Erkläre du uns doch einmal wozu sie das Leben in sich selber gebrauchen. Den Vater und den Sohn braucht niemand zu retten. Sie selber sind aufgrund Jesus Opfer gerettet. Also wozu das Leben in sich selber? – Zitat Ende.

    Weil es für einen Menschen das ewige Leben bedeutet, wenn er das Leben in sich selbst trägt. Heute ist es noch so wie es in Hiob steht:

    Hiob 34:14, 15; Elb.: 14 Wenn er sein Herz nur auf sich selbst richtete, seinen Geist und seinen Atem zu sich zurückzöge, 15 so würde alles Fleisch insgesamt verscheiden, und der Mensch zum Staub zurückkehren.

    Heute gibt Gott uns seinen Atem um zu leben und wer zu ewigem Leben auferstanden ist, braucht das nicht mehr, weil Gott ihm dieses Leben für immer in sich selbst überträgt. Das ist der Grund warum sie das Leben in sich selber brauchen. Jeder Mensch braucht es, damit er ewig leben kann und nicht damit er anderen zum Leben verhelfen muss. Das macht schon Jesus.

    Gerade heute wo jeder dem Opfertod von Jesus gedenkt, schmälerst Du genau dieses Opfer in dem Du sagst, dass es nicht für alle Menschen ausreicht. Weitere Menschen müssen ihr Leben für andere opfern.

    Jesus ist für alle Menschen gestorben, egal welcher Nation, welcher Religion, welcher Hautfarbe oder was auch immer uns Menschen unterscheidet, sie angehören. Kein anderer Mensch kann dieses Opfer bringen und daher sagte Jesus von sich selbst:

    Joh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

    Wenn es außer Jesus noch einen anderen Weg zu seinem Vater geben würde, dann hätte er wohl kaum diese Worte gesprochen.

    Liebe Grüße Manfred

  • edelmuth an Manfred
    Juni 15, 2014

    Guten Abend Manfred

    » Die Braut des Lammes ist das himmlische Jerusalem und es kommt aus dem Himmel herab. Somit kommen die Gesalbten, wie Du es ausdrücken würdest, vom Himmel auf die Erde hernieder. Genau das verwehrst Du ihnen aber, sie dürfen laut Deiner Ansicht nie mehr auf die Erde, weil sie angeblich ihr irdisches Leben für die anderen geopfert haben. «

    Jesus ist alle Macht im Himmel und auf Erde gegeben worden. Der Heilige Geist ist die Kraft oder auch die Macht Jehovas, die ER unter Befehlsgewalt seines Sohnes Jesus gestellt hat. Deshalb konnte Jesus seinen Jüngern auch versprechen, dass er ihnen einen Helfer schicken werde, den Heiligen Geist.

    Die Kraft Gottes, auch Heiliger Geist genannt, war in der Lage das gesamte Universum zzgl. der Himmel zu schaffen. Gott, respektive Jesus ist damit nichts mehr unmöglich.

    (Offenbarung 3:12) . . .Wer siegt — ihn will ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen, und er wird auf keinen Fall mehr [aus ihm] hinausgehen, . . .

    Die zu himmlischen Geistwesen verherrlichen Brüder Christi brauchen nicht mehr auf der Erde erscheinen. Sie bedienen sich des Heiligen Geistes, der unter der Verwaltung Jesu steht.

    In der neuen Ordnung werden Buchrollen geöffnet, die ein Synonym für neue Bestimmungen und Gesetze, erlassen durch die himmlische Regierung mit Jesus als König, sind. Ob ein Besuch durch einen materialisierten Engel beabsichtig ist, kann ich nicht sagen. Immerhin steht der himmlischen Regierung weiterhin der heilige Geist zur Verfügung.

    Allerdings sagt die Offenbarung:

    (Offenbarung 20:7-9) 7 Und sobald die tausend Jahre zu Ende sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis losgelassen werden, 8 und er wird ausziehen, um die Nationen, die an den vier Ecken der Erde [sind], irrezuführen, Gog und Mạgog, um sie zum Krieg zu versammeln. Die Zahl dieser ist wie der Sand am Meer. 9 Und sie rückten über die Breite der Erde vor und umringten das Lager der Heiligen und die geliebte Stadt. Aber Feuer kam aus dem Himmel herab und verzehrte sie.

    Danach müssten sich die Heiligen auf der Erde befinden. Wir werden es wohl abwarten müssen.

    » Heute gibt Gott uns seinen Atem um zu leben und wer zu ewigem Leben auferstanden ist, braucht das nicht mehr, weil Gott ihm dieses Leben für immer in sich selbst überträgt. Das ist der Grund warum sie das Leben in sich selber brauchen. Jeder Mensch braucht es, damit er ewig leben kann und nicht damit er anderen zum Leben verhelfen muss. «

    Deine Argumentation ist nicht schlüssig. Der Schächer, wie auch alle Ungerechten, von denen Paulus spracht, die auf der Erde auferstehen werden – Ungerechte können den Himmel nicht erreichen (1. Kor. 6:9) – können kein Leben in sich haben, denn die Bibel spricht davon, dass in der neuen Ordnung böse Menschen sterben werden „Nicht mehr wird es dann von jenem Ort einen Säugling von wenigen Tagen geben noch einen alten Mann, der seine Tage nicht erfüllt; denn obwohl hundert Jahre alt, wird einer noch als Knabe sterben; und was den Sünder betrifft, obwohl hundert Jahre alt, wird Übles auf ihn herabgerufen werden. (Jesaja 65:20).

    Alle Geistwesen leben direkt von der Kraft Gottes und haben für sich kein eigenes Leben in sich selber nötig.

    Ede

  • Gerd
    Juni 15, 2014

    Liebe Sarai,

    bei manchen Religionssystemen und ihren Anhängern ist es – wie übrigens vorhergesagt – völlig sinnlos, immer wieder auf eindeutige Aussagen der Bibel hinzuweisen, es wird eisern ausgeblendet. Ein Beispiel aus vielen, kopiert aus dem Bechhaus-Forum:

    Gerd
    Beitrag Verfasst am: 25.01.2013, 11:11

    Bernstein hat Folgendes geschrieben, Zitat:

    Aber Thema bezogen, die
    5. Moses Kapitel 4 Schriftstelle, die du schon bei Gerd ignorierst, ( als ob Gott diesen Schwur nicht aufschrieben ließ ) auch bei mir, zumindest bis jetzt,findet ihre Parallele auch im NT.

    in Römer Kapitel 11. Das ganze Kapitel handelt nur davon, dass Gott die Juden nicht verworfen hat, sondern Paulus macht klar deutlich,

    als einen der vielen Schlüsselverse nenne ich nun Vers 28
    Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde, um euretwillen, hinsichtlich der Auswahl aber Geliebte, um der Väter willen.

    Immer das gleiche, es wird wie bei Zeugens auch bei den STA nie auf die Bibelstelle DIREKT Bezug genommen, sondern herumpalavert.

    [Gerd:] Es wird dem Allmächtigen weiterhin unterstellt, dass er den Nachkommen Abrahams den Segen SCHWÖRT, aber den Schwur nicht einhält – Bernstein hat dies zu Recht als Blasphemie bezeichnet!

    5. Mose 4, 30 In deiner Bedrängnis, und wenn alle diese Dinge dich treffen werden am Ende der Tage, wirst du umkehren zu Jahwe, deinem Gott, und seiner Stimme gehorchen.
    31 Denn ein barmherziger Gott ist Jahwe, dein Gott; er wird dich nicht lassen und dich nicht verderben und wird des Bundes deiner Väter nicht vergessen, den er ihnen geschworen hat.

    Angesichts dessen, dass Paulus (NT!) die Nachkommen Abrahams (über Jakob usw.) immer noch als „Geliebte um der VÄTER willen“ hervorhebt, kommen die sich selbst ernannten Jünger des Augustinus daher und meinen s i e seien die rechtmäßigen geistlichen Israeliten – und wischen ganz einfach all die Verheißungen und Versprechungen Jahwes kurzerhand hinweg – Beispiel:

    3. Mose. 26: 40 Und sie werden ihre Ungerechtigkeit bekennen und die Ungerechtigkeit ihrer Väter infolge ihrer Treulosigkeit, die sie gegen mich begangen haben, und auch daß, weil sie mir entgegen gewandelt sind,
    41 auch ich ihnen entgegen wandelte und sie in das Land ihrer Feinde brachte. Wenn alsdann ihr unbeschnittenes Herz sich demütigt und sie dann die Strafe ihrer Ungerechtigkeit annehmen,
    42 so werde ich meines Bundes mit Jakob gedenken; und auch meines Bundes mit Isaak und auch meines Bundes mit Abraham werde ich gedenken, und des Landes werde ich gedenken.
    43 Denn das Land wird von ihnen verlassen sein, und es wird seine Sabbathe genießen, in seiner Verwüstung ohne sie; und sie selbst werden die Strafe ihrer Ungerechtigkeit annehmen, darum, ja darum, daß sie meine Rechte verachtet und ihre Seele meine Satzungen verabscheut hat.
    44 Aber selbst auch dann, wenn sie in dem Lande ihrer Feinde sind, werde ich sie nicht verachten und sie nicht verabscheuen, ihnen den Garaus zu machen, meinen Bund mit ihnen zu brechen; denn ich bin Jahwe, ihr Gott.
    45 Und ich werde ihnen meines Bundes mit den Vorfahren gedenken,
    die ich aus dem Lande Ägypten vor den Augen der Nationen herausgeführt habe, um ihr Gott zu sein. Ich bin Jahwe.

    Psalm 105, 7 Er, Jahwe, ist unser Gott; seine Gerichte sind auf der ganzen Erde.
    8 Er gedenkt ewiglich seines Bundes, des Wortes, das er geboten hat auf tausend Geschlechter hin,
    9 Den er gemacht hat mit Abraham, und seines Eides, den er Isaak geschworen hat.

    10 Und er stellte ihn Jakob zur Satzung, Israel zum ewigen Bunde…

    Aus NT! Lukas 1:

    67 Und Zacharias, sein Vater, wurde mit Heiligem Geiste erfüllt und weissagte und sprach:

    68 Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, daß er besucht und Erlösung geschafft hat seinem Volke,
    69 und uns ein Horn des Heils aufgerichtet hat in dem Hause Davids, seines Knechtes
    70 (gleichwie er geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, die von alters her waren),
    71 Rettung von unseren Feinden und von der Hand aller, die uns hassen;
    72 um Barmherzigkeit zu vollbringen an unseren Vätern und seines heiligen Bundes zu gedenken,
    73 des Eides, den er Abraham, unserem Vater, geschworen hat, um uns zu geben

    ZJ und Vorläufer sagen sich: was scheren mich die Eide und Schwüre Jahwes, die Verheißungen sind nun auf uns übergegangen!
    ————————-
    Es ist bei Manchen ein sinnloses Unterfangen, wenn man versucht indoktrinierte Lehren mit Bibelzitaten zu widerlegen – daher nicht enttäuscht sein, liebe Sarai!

    Grüße zum 14. Nisan!
    Gerd

  • Zadok/Achim@Gerd
    Juni 15, 2014

    Lieber Gerd, liebe Sarai,

    das hast du wohl recht,wenn du sagst, dass die Indsolktrination größer ist als die Wirkung von Bibeltexten. Schade eigentlich, aber ist halt so.
    Ich habe mich dem Thema „Israels Bewahrung in der Endzeit“ erst seit ca einem Jahr genähert und heute ist es für mich klar, dass es nur einer konsequenten Bibeltreue bedarf um hier den Willen Gottes zu erkennen.
    Und das was in Römer 9:1 steht, hat mich völlig überzeugt:
    Was ich nun sage, sage ich in der Gegenwart von Christus. Es ist die Wahrheit – ich lüge nicht – und der Heilige Geist bestätigt es mir durch mein Gewissen
    was Paulus also in Römer 9-11 über die Juden sagt, kommt direkt vom Christus, der dem Paulus gewissermaßen die Hand führte.
    Und damit ist der Inhalt dieser Kapitel nicht interpretierbar, sondern bare Münze. Jedenfalls für mich. Und zum Glück auch für einige andere hier.
    Lieber Gruß
    Achim

  • Alois an Achim
    Juni 15, 2014

    Lieber Achim

    Jesu Worte gemäß Joh. 12

    46. Ich bin als Licht in die Welt gekommen, auf daß jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe;
    47. und wenn jemand meine Worte hört und nicht bewahrt, so richte ich ihn nicht, denn ich bin nicht gekommen, auf daß ich die Welt richte, sondern auf daß ich die Welt errette.
    48. Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, hat den, der ihn richtet: das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten an dem letzten Tage.

    Der Wille Jesu ist dass er die ganze Welt errette, natürlich auch die Israeliten. Ich frage mich nur warum man das immer wieder wiederholen muss um nicht in eine bestimmte Ecke gestellt zu werden, ist doch klar dass alle Menschen die Jesus nicht verwerfen – und Israeliten sind bekanntermaßen auch Menschen, von Jesus gerettet werden. Am Glaube an Jesus und am Annehmen der Worte Jesu führt kein Weg vorbei, denn sonst würde man in der Finsternis bleiben wie in Vers 46 steht.

    Liebe Grüße
    Alois

  • Zadok/Achim@Alois
    Juni 15, 2014

    Lieber Alois,

    ich kann nicht erkennen, dass und wenn ja wie mein Kommentar irgendjemand in eine Ecke gestellt hat.
    Aber wie Gerd schon ausgeführt hat mit der Stelle aus Lukas 1:73 geht es bei diesem Thema um etwas mehr als um „gerettet werden“ das gilt tatsächlich für jeden Menschen auf der ganzen Welt.
    Es geht um die Reste der Indoktrination der Lehre von den 144000 die über die Menschen herrschen dürfen. Genau dieses Denken können einige hier nur schwer ablegen. Und wie soll ein Ex-Zeuge, der diesem Denken noch verhaftet ist und nicht akzeptieren kann dass die 144000 aus den Juden genommen werden gemäß Offb.7, wenn man sie nicht in die Ecke stellt und dafür die ZJ einsetzt?
    Genau dieses Ersetzen der Juden durch die Zeugen ist es, um das es seit Jahren geht. Das ist unbiblisch, Zeugenarroganz und sektiererisch.
    Schau, selbst du hast Weihnachten 2013 – ich müsst den Kommentar jetzt raussuchen – an Sarai geschrieben, dass man bei den Zeugen gewesen sein muss um die Propheten richtig zu verstehen. Auch hier stellt sich mir die Frage, mit welcher biblischen Belegstelle man das begründen soll, dass anderen Christen das Verständnis von Teilen der Bibel abgesprochen wird und den Zeugen zugesprochen wird.
    Aber das nur am Rande, denn in meinem Kommentar an Gerd habe ich nicht an dich gedacht.
    Weiterhin besinnliche Ostertage. Heute ist der Tag an dem das große Trauern war,bevor am Sonntag dann Maria früh am Morgen ans Grab ging und es leer fand.
    Lieber Gruß
    Achim

  • edelmuth an Zadok/Achim
    Juni 15, 2014

    Guten Morgen Zadok/Achim

    » Denken noch verhaftet ist und nicht akzeptieren kann dass die 144000 aus den Juden genommen werden gemäß Offb.7, wenn man sie nicht in die Ecke stellt und dafür die ZJ einsetzt? «

    Warum sind die 12 Stämme Israels, die in der Offenbarung im Zusammenhang mit dem Richten Israels erwähnt werden, symbolisch zu verstehen? Weil dort zwei Stämme genannt werden, die es tatsächlich nie gab und statt dessen zwei reale Stämme Israels fehlen.

    Du kannst einmal heraus finden um welche Stämme es sich handelt.
    Übrigens, Jehova irrt sich nicht.

    Ede

  • Alois
    Juni 15, 2014

    Lieber Achim

    Du hast geschrieben:

    Und wie soll ein Ex-Zeuge, der diesem Denken noch verhaftet ist und nicht akzeptieren kann dass die 144000 aus den Juden genommen werden gemäß Offb.7,……….

    Mein Einwand ist, wie ist Deine Aussage mit dem Text aus Offbg. 20:4
    in Einklang zu bringen in dem steht:

    4. Und ich sah Throne, und sie saßen darauf, {In Dan. 7 sieht man niemand auf den Thronen sitzen} und es wurde ihnen gegeben, Gericht zu halten; und die Seelen derer, welche um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen enthauptet waren, und die, welche das Tier nicht angebetet hatten, noch sein Bild, und das Malzeichen nicht angenommen hatten an ihre Stirn und an ihre Hand, und sie lebten und herrschten mit dem Christus tausend Jahre.

    Bei diesem Vers handelt es sich offensichtlich um die 144.000 von der Erde erkauften und teilweise im Glauben an Jesu Gestorbenen. Aus diesem Vers geht hervor dass zumindest ein Teil wegen des Zeugnisses Jesu enthauptet wurden und somit eindeutig Christen waren. Sicherlich waren auch Judenchristen dabei, aber Judenchristen sind auch Christen. Christen sind bekanntlich alle gleich, da gibt es vor Jesus und dem Vater sicher keinen Unterschied wegen der Herkunft.

    Liebe Grüße
    Alois

  • Gerd
    Juni 15, 2014

    Zum Stichwort „Gesalbte“:

    2Kor. 1: 20 Denn so viele der Verheißungen Gottes sind, in ihm ist das Ja und in ihm das Amen, Gott zur Herrlichkeit durch uns.
    21 Der uns aber mit euch befestigt in Christum und uns gesalbt hat, ist G o t t ,
    22 der uns auch versiegelt hat und hat das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben.

    1Joh. 2: 20 Und ihr habt die Salbung von dem Heiligen und wisset alles.
    27 Und ihr, die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr bedürfet nicht, daß euch jemand belehre, sondern wie dieselbe Salbung euch über alles belehrt und wahr ist und keine Lüge ist, und wie sie euch belehrt hat, so werdet ihr in ihm bleiben.

    MFG – Gerd

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