37 Comments
  • Tirzac
    Juli 8, 2015

    Hallo Ihr Lieben,

    wer mag, Zeit und Lust hat, dem möchte ich folgendes Buch empfehlen:

    Die Sabbatruhe Gottes von F. T. Wright.

    Hier ein Free Download:

    (http://)members-srac.de/de/literatur/e-books/423-die-sabbatruhe-gottes-1/file.html

    Passt m. E. sehr gut (unter anderem) zu dem Thema Josua und Kaleb

    Habt ein schönes Wochenende & liebe Grüße

    Unser Herr Jesus Christus segne euch!

    Tirza

  • Gerd
    Juli 8, 2015

    Fortsetzung und Schluss:

    3. Alle Lehren und Verhaltenslehren sind auf Gottes Wort gegründet

    Als Ziel ist diese Aussage lobenswert, als behauptete Tatsache muß sie natürlich geprüft werden, denn wir fordern ja andere Menschen auf, ihre Religion zu prüfen, weil diese Behauptung von einer ganzen Anzahl von Gemeinschaften vorgetragen wird.

    Natürlich taucht sofort die Frage auf: Warum gibt es so viele Lehränderungen, wenn doch alles auf die Lehre der Bibel gegründet ist?
    Da gingen z.B. Tausende von jungen Männern ins Gefängnis, um den ‚von der Bibel verbotenen‘ Ersatzdienst nicht verrichten zu müssen. Doch heute erlaubt ihn ‚die Bibel‘ plötzlich!
    Da lehrte ‚die Bibel‘, dass die Generation von 1914 nicht vergehen würde, bis Harmagedon käme; wer seine Zweifel kundtat, wurde zumindest von Dienstämtern entbunden, da er eine so klare biblische Lehre nicht glauben könne. Doch seit 1995 ist das nun anders, und die Zweifler hatten recht.
    Man nannte auch Jahre: 1914, 1925, 1975. Alles auf die Bibel gegründet? In den neuen Jesaja-Büchern werden viele Auslegungen auf 1919 bezogen; [inzwischen auch geändert] wo finde ich das in der Bibel? Dort soll Babylon die Große gefallen sein: als das alte Babylon fiel, haben die Bewohner es deutlich gemerkt; die modernen ‚Babylonier‘ merkten es bis heute nicht.
    Als Gott sein Bundesvolk wählte am Sinai und die Christenversammlung zu Pfingsten, hat er das deutlich bekundet; wie hat er dies heute getan? Es gibt zahlreiche Gemeinschaften, die sich elitärer Erwählung rühmen; wir sollten die Geister prüfen, das verlangt Gottes Wort (1.Joh. 4:1).

    Wie ist das mit den Bewohnern von Sodom? Mal sollten sie ewig vernichtet sein, mal durften sie auferstehen; das wechselte mehrmals. Wie stand und steht es mit Daniel 4 (Nebukadnezars Traum und die Zeitrechnung)? Und warum gibt es über Zweifelsfragen keine offene Diskussion? Warum haben manche Brüder Angst, ihre Zweifel zu äußern?

    Du hast geschrieben, man dürfe Texte nicht einfach drehen und wenden, wie man sie gut gebrauchen könne. Das ist richtig. Doch warnt uns Röm. 2:1, das gleiche zu tun, was wir an anderen beanstanden. Bis 1935 nahmen alle Brüder am Gedächtnismahl die Symbole ein; in den vier Berichten über die Einsetzung steht nichts von bestimmten Hoffnungen, sondern von Vergebung der Sünden; auch die Große Volksmenge wäscht ihre Kleider im Blut des Lammes. Doch 1935 wurde von Rutherford die bisherige Verfahrensweise geändert. Ich spreche hier nicht über ‚Hoffnungen‘, sondern über den veränderten Gebrauch von unveränderten Bibeltexten. Und es gibt nun einmal Punkte, in denen Menschen nach dem eigenen Gewissen und Verständnis handeln müssen (Röm. 14:23), und niemand darf sich zum Herrn des Glaubens anderer machen (2.Kor. 1:24). Sie sollten deshalb nicht diszipliniert und zu Abtrünnigen erklärt werden.

    In diesem Bereich ließen sich noch viele weitere Beispiele anführen. Das heißt nicht, dass es nicht Brüder gibt, die anstreben, sich in Lehre und Raterteilung nach der Bibel zu richten. Aber die Schrift sagt: wir erkennen nur stückweise (1.Kor. 13:9,12). Daher sollten wir in unseren Behauptungen bescheidener sein.

    4. Sie hält sich von der Welt getrennt

    Die einzelnen Brüder haben in der Vergangenheit vieles auf sich genommen, um ihrem Verständnis dieses Textes zu entsprechen. Doch ist ja bekanntlich gerade die Diskussion im Gange über die auch von der WTG zugegebene zehnjährige Mitgliedschaft der WTG als Nichtregierungsorganisation (NGO) bei den Vereinten Nationen. Die von der WTG vorgebrachten Begründungen sind nicht stichhaltig und würden vergleichsweise keinem einzelnen Zeugen abgenommen. Man saß ‚auf dem wilden Tier‘, hat die Neutralität verletzt; dabei kündigte man gleichzeitig den Unterstützern der Vereinten Nationen Vernichtung an. Hier gilt ebenfalls der Grundsatz aus Jakobus 2:10.

    Und wie war das im zweiten Weltkrieg? Während in Deutschland die Brüder in den Konzentrationslagern litten, durften in der Schweiz die Brüder mit Billigung der WTG ihren Militärdienst leisten. Präsident Knorr hat sich 1947 dafür ‚mutig entschuldigt‘, wie ein Wachtturm von 1948 es formulierte. War der Grund für dieses Verhalten vielleicht darin zu suchen, dass man vermeiden wollte, dass das letzte Zweigbüro auf europäischen Boden geschlossen würde? Heiligt der Zweck die Mittel?

    Gewiß, andere haben weit Schlimmeres getan, und die Leiden der Brüder verdienen Achtung und Respekt. Aber die oben aufgestellte Behauptung ist doch wohl nicht so ganz aufrecht zu erhalten.

    5. Ein hohes Maß sittlicher Reinheit

    Dies sollte natürlich das Ziel einer christlichen Gemeinschaft sein. Ich stimme auch keineswegs allem zu, was in manchen Gemeinschaften gestattet wird; aber ich bin auch nicht zum Richter berufen. Ich muß nach meinem Gewissen handeln. Und man kann nicht bestreiten, dass auch andere christliche Gemeinschaften mit hohen ethischen Ansprüchen ein ähnliches Ziel anstreben. Der Unterschied liegt wohl mehr darin, wie man mit ‚Sündern‘, mit Übertretern umgeht. Da gibt es welche, die lassen ‚verlorene Schafe‘ einfach laufen (‚es ist ja ihr Leben‘), andere suchen das, was verloren ist, und suchen zu heilen, und wieder andere versetzen den ‚verlorenen Schafen‘ dann noch ‚Abschiedsfußtritte‘, werfen sie hinaus, oder stellen äußerst unchristliche oder unmenschliche Regeln für eine Rückkehr auf.

    Viele streben nach einer reinen Gemeinschaft, einer reinen Organisation. Aber gibt es die? Jedes Jahr werden Tausende wegen Verfehlungen aus der Gemeinschaft ausgeschlossen, und während ich hier schreibe, laufen schon wieder Hunderte von Rechtskomiteefällen. Gibt es denn eine reine Organisation, können sich Menschen so vor Gott rühmen? Oder gilt Röm. 3:9-12 nur für andere, nicht auch für uns? Bedürfen wir der Barmherzigkeit Gottes so wie auch alle übrigen Menschen? Willst du Dich rühmen, besser zu sein als viele Schlechtere (was ich gern glaube und wovon ich überzeugt bin) oder mißt Du dich am Beispiel Jesu mit dem Maßstab Gottes? Wenn Du Dich selbst rühmst oder auch Deine Gemeinschaft – ungeachtet dessen, dass man christliche Normen anstrebt –, dann bist Du wie der Pharisäer im Gleichnis von Luk. 18:9-14: er log nicht, aber er erkannte nicht sein Versagen!

    Aber es gibt Dinge, die sogar zu bemängeln sind; gerade gegenwärtig läuft in den Vereinigten Staaten eine Welle der Kritik, weil man der Organisation vorwirft, sie würde Kinderschänder in ihren Reihen dadurch decken, dass sie versuche, die Tatbestände zu vertuschen, um den Ruf der Organisation nicht zu gefährden. Träfe das zu, dann wäre das sicher nicht im Einklang mit dem obigen Ziel. Und wenn man von ‚Theokratischer Kriegslist‘ hört, d.h. vom Verschweigen der Wahrheit gegenüber denen, ‚die keinen Anspruch darauf haben, sie zu erfahren‘ (siehe auch im Einsichten-Buch der WTG, Band 2, S.237, Abs.5), so könnte das in bestimmten Fällen als eine Großzügigkeit gegenüber Täuschung und Lüge verstanden werden, z.B. in Sorgerechtsverfahren usw.

    Wir sollten als Christen vielmehr als Unwürdige danken für Gottes Gnade statt uns in elitärer Selbstbeweihräucherung zu erheben. Wenn andere uns loben sollten, dann ist das etwas anderes (Spr. 27:2). Aber achte doch einmal darauf, ob Du nicht in den eigenen Reihen eine Fülle von Selbstlob liest oder hörst, eine Selbstgerechtigkeit wie die der Pharisäer (Spr. 30:12).

    6. Predigen der guten Botschaft vom Königreich

    Bestimmt war es immer ein Merkmal gläubiger Christen, ihren Glauben zu bekennen und Gottes Werk zu tun (Joh. 6:29). Und die WTG lehrt ja ausdrücklich, dass niemand außer uns die ‚gute Botschaft vom Königreich‘ predigt. Sicher tut das wohl keiner in der gleichen Weise wie wir; aber predigen andere gar nicht, und woher kommt dann ihre Zunahme an Mitgliedern?

    Es ist interessant, einmal den Begriff ‚gute Botschaft vom Königreich‘ in der Konkordanz der WTG (oder einer anderen) nachzuschlagen. Der Ausdruck erscheint dreimal bei Matthäus, zweimal bei Lukas und einmal in Apg. 8:12, dort aber schon als ‚Gute Botschaft vom Reiche Gottes und vom Namen Jesu Christi‘. An allen anderen Stellen wird einfach von der ‚Guten Botschaft‘ gesprochen. Warum erscheint nun dieser Ausdruck ‚Gute Botschaft vom Königreich‘ nicht mehr nach Pfingsten und in den Briefen der Aposteln, warum nur in den Evangelien?

    Die Antwort ist einfach, Jesus hatte seinen Lauf auf Erden noch nicht vollendet; daher sprach er von der ‚Guten Botschaft vom Königreich‘. Er konnte nicht gut die ‚Gute Botschaft von sich selbst‘ verkünden; doch nach Pfingsten änderte sich die Bezeichnung. Auch die Apostel gebrauchten den Ausdruck ‚Gute Botschaft‘, aber sie gebrauchten nun auch 18 Mal – also ein Mehrfaches der fünfmal in Verbindung mit dem Königreich – den Ausdruck ‚Gute Botschaft über Jesus Christus‘, wie gesagt, ohne die Stellen, an denen einfach von der ‚Guten Botschaft‘ die Rede ist. Die Apostel sprachen auch von Reich Gottes oder vom Reich Christi, aber dieses Reich war eingeschlossen in die Dinge, die Christus betrafen, wie z.B. Apg. 28:31, denn ohne Christus kein Reich! Und diese Botschaft wurde verkündigt (2.Kor. 4:3-5). Sie wurde verkündigt als gute Botschaft über den Christus, gewiß manchmal entstellt, mitunter mißverstanden oder falsch motiviert, aber sie wurde gepredigt (Philipper 1:18). Und das taten in der Vergangenheit – und auch heute – viele. Wer immer die gute Botschaft über den Christus verkündigt, verkündigt auch das Reich Gottes, um das ja in Jesu Gebet gefleht wurde.

    Aber vielleicht sagst Du: wir verkünden dennoch etwas anderes, nämlich die Botschaft vom 1914 aufgerichteten Königreich! Doch warnt uns die Schrift, von der Lehre Jesu und der Apostel abzuweichen (2.Joh. 9 und Gal. 1:6-9). Ich sage das keineswegs als Angriff (Gal. 1:10; 4:16), sondern aus aufrichtiger Sorge; ein ‚Evangelium von 1914‘ gibt es nicht in der Bibel und ist darin auch nicht vorhergesagt. Man sollte nicht von dem Evangelium der Bibel, dem Evangelium über den Christus, dem und zu dem das Reich gehört (1.Kor. 15:24) abweichen und auch andere, die den Christus predigen, nicht gering achten.

    7. Frucht des Geistes mehr als in der Welt

    Wie sollte man denn ‚Gottes Organisation‘, einen treuen und verständigen Sklaven, erkennen können? An der Liebe der einzelnen Glieder untereinander und an ihren Früchten. Es fragten schon Christen ob nicht auch andere Gemeinschaften solche Früchte aufweisen, und Du sagtest ja, man müsse alle sieben Punkte im Zusammenhang sehen, nicht einen allein.

    Man darf nicht vergessen, dass auch ethisch hochstehende Menschen und humanistisch eingestellte Personen viel Gutes tun; das war auch in den Tagen Jesu schon so, und Jesus hat in Gesprächen die guten Taten bestimmter Personen auch nicht bestritten. Doch sprechen wir hier ja von Christen und deren Frucht des Geistes. Bestimmt wäre es kaum ein Zeichen des Geistes, sich seiner Taten zu rühmen; selbst ein Paulus, der andere Christen achtungsvoll als ‚Geistesmenschen‘ bezeichnete (Gal. 6:1), sagte das niemals von sich selbst, sondern bekannte sich bescheiden als immer noch ‚im Fleische‘ (Römer 7:18). Das Selbstrühmen scheint mir aber ein großes Problem zu sein.

    Auch was gute Werke betrifft, sollten wir uns nicht selbst loben; wir sollen als Christen eifrig sein in guten Werken (Tit. 2:14; 3:8). Und wenn man z.B. Römer 12:9-21 oder Eph. 5:25-6:9 liest – neben zahlreichen anderen Stellen und Worten Jesu –, dann ist zu erkennen, dass gute Werke nicht nur im Predigen bestehen. Gewiß, einzelne Brüder und Schwestern versuchen auch, gute Werke im Sinne der Worte der Schrift zu tun, aber als Gemeinschaft besteht unser Ziel ausschließlich im Predigen. Auch Freundlichkeit und Milde sind Kennzeichen, ja, aber nicht nur gegen Brüder und am Glauben interessierte Personen, sondern auch gegenüber Kritikern und Gegnern, wenn es denn die Frucht des Geistes wirklich ist.

    Oft hört man in Versammlungen: ‚Es ist so wenig Liebe da‘, ‚Niemand kümmert sich um mich‘ usw. Ich will hier keine Einzelfälle untersuchen, die auch unberechtigt sein können, aber die glänzende Rüstung eines Ritters ohne Furcht und Tadel dürfen wir uns doch wohl nicht anziehen und gleichzeitig auf die Flecken anderer hinweisen. Wir sagen: ‚wir predigen kein soziales Evangelium‘. Ich will mich nicht an diesem Wort ‚aufhängen‘. Christen predigen das Evangelium Jesu Christi, und wenn wir ihn nachahmen, dann ist es unerheblich, ob andere das ’sozial‘ nennen; aber er predigte und praktizierte Liebe, half Armen auch materiell, und gab ein Beispiel. Auch Jakobus führt in seinem Brief Beispiele an (Jak. 2:15-16). Gutes zu tun gegenüber jedermann, selbst gegenüber Gegnern: für mich ist das sozial. Und gibt es da nicht wirklich Personen und Gruppen, die in diesem Bereich auf Grund ihres Glaubens mehr tun als wir? Wir setzen andere Schwerpunkte; aber der Richter aller ist Christus, der Herr!

    Meine Erfahrungen in Jahrzehnten zeigten mir: hier steht mehr die Loyalität zu einer Organisation im Vordergrund als gute Werke für Bedürftige. Vielleicht hat jemand andere Erfahrungen gemacht. Auf jeden Fall erkenne ich keinen Grund, sich zu rühmen. Kennst Du die Menschen anderer Gruppen so gut, um Dich zu einem Urteil berufen zu fühlen? Wenn ich die Frucht des Geistes suche, auch unter Brüdern, auch bei mir selbst, dann komme ich immer wieder auf Römer 7:24-25 zurück.

    Zusammenfassung

    Liebe Regina, ich kann nur hoffen, dass Deine Leselust Dich bis hierhin geführt hat. Sei meines tiefen Respekts und meiner besten Wünsche für Dich versichert und gewiß. Ja, man muß alle Punkte – und es gibt deren noch mehr – im Zusammenhang sehen, aber auch mit ‚unverdecktem Gesicht‘ und mit dem Licht des Wortes Gottes. Folgen wir dem Lamme nach, wohin immer es geht! Das wünsche ich Dir jedenfalls von ganzem Herzen.

    Die Wachtturm-Gesellschaft – wieder einmal verantwortungsscheu
    – WT vom 15.08.1998, bezeichnenderweise betitelt ‚Warum die Vertrauenskrise?‘
    Die Scheu der Wachtturm-Gesellschaft (WTG), Verantwortung zu übernehmen für falsche Lehrentscheidungen oder andere Entscheidungen in der Vergangenheit, ist gut bekannt und wurde auch schon wiederholt dokumentiert. Sie gebraucht dabei vor allem zwei Methoden:

    1. sie erhält ‘neues Licht’; für das alte, irrige Licht ist ja dann nicht sie verantwortlich, sondern der Lichtgeber, also nach ihrem Verständnis letztlich Gott. Manchmal ermahnt sie dann noch zur Dankbarkeit ‘selbst für die Fehler’;
    2. sie überträgt die Verantwortung auf das ‘Volk Gottes’, das heißt auf alle Zeugen Jehovas, die entweder zu viel erwartet oder letztendlich nach ihrem eigenen Gewissen entschieden hätten.

    Der Wachtturm (WT) vom 15.08.1998, bezeichnenderweise betitelt ‘Warum die Vertrauenskrise?’ – die Fragestellung bezieht sich natürlich nicht auf die WTG -, enthält ein neues, verletzendes Beispiel von verantwortungsscheu.

    Wie als bekannt vorausgesetzt werden darf, wurde mit dem WT vom 01.05.1996 die Ableistung des Wehrersatzdienstes (Zivildienstes) ‘gleichsam erlaubt’, d.h. ein Zeuge Jehovas, der diesen Dienst annähme und verrichtete, hätte damit nicht mehr ‘die Gemeinschaft verlassen’ und müsste nicht mehr wie ein Ausgeschlossener behandelt werden, sondern wäre anzusehen wie ein Christ, der in gutem Ruf stünde. Dies war eindeutig eine Entscheidung ‘von oben’, und den örtlichen Ältesten wurde diese Entscheidung auch noch mit einem besonderen Brief mitgeteilt. Der Grund der Änderung sei ein neues Verständnis auf Grund eines intensiveren Studiums von Römer 13 gewesen. Die Entscheidung erregte den Unmut und die Entrüstung nicht weniger Zeugen, die nun einsehen mussten, wegen ihres Gehorsams gegenüber Organisationsentscheidungen oder Entscheidungen des ‘treuen und verständigen Sklaven’, der ‘Leitenden Körperschaft’, unnötigerweise Opfer, vielleicht sogar Gefängnis – verbunden mit allen möglichen Begleiterscheinungen und Folgen – auf sich genommen zu haben. Diese Erregung führte wohl auch, wie der WT vom 15.08.1998 erwähnt, zu brieflichen Anfragen, zu Zweifeln, vielleicht zu einer gewissen ‘Vertrauenskrise’, zum Verlust der Zuversicht (S.15, Abs.2).

    Bestimmt waren da nicht nur ‘gelegentliche Briefe’, denn wegen gelegentlicher Briefe pflegt die WTG keinen WT-Studienartikel für ein weltweites Studium zu schreiben. Es muss sich vielmehr als notwendig erwiesen haben, die Zuversicht in ‘Jehovas Organisation’ zu stärken. Dies versucht man u.a. mit den Worten in dem angeführten WT zu erreichen:

    „Für uns heute bedeutet es, sowohl dem ‘,treuen und verständigen Sklaven“ zu vertrauen, der eingesetzt wurde, um uns geistige Speise zur rechten Zeit zu geben, als auch den Männern aus seinen Reihen, die die leitende Körperschaft bilden (Matthäus 24:45).“ (S.12, Abs.11).
    „Jehovas Wahl nicht im Nachhinein kritisieren“ (S.12).
    „Wir sollten uns bemühen, eine von Gott getroffene Wahl nicht im Nachhinein kritisieren (S.14, Abs.19).
    Ohne Vertrauen in unsere christlichen Brüder, in Jehovas Organisation und vor allem in Jehova selbst ist kein Überleben möglich“ (S.19, Abs.15).’

    Das sind nur einige Beispiele der massiven Forderung auf absolute Anerkennung der Lehr-autorität und Entscheidungsbefugnis der WTG, die in diesem WT zum Ausdruck gebracht wird, ohne dass jedoch der Versuch unternommen würde zu beweisen, dass Jehova diese Gruppe von Männern wirklich auserwählt hätte.

    Nachdem man so bemüht war, die Autorität der WTG abzusichern, konnte man dann gezielt die möglichen Vorwürfe auf die Fragesteller zurückwerfen und ihnen die Verantwortung für Entscheidungen in der Vergangenheit selbst zuschreiben. Zwar wird gesagt:
    „Jehovas Organisation missbilligt keinesfalls aufrichtige, zeitgemäße Fragen, wie einige Gegner fälschlicherweise behaupten“.

    Wie schön, doch was aufrichtig und zeitgemäß ist, bestimmt die WTG, denn:
    „Die Organisation folgt dem Beispiel Jesu. Er ging nicht auf Fragen ein, für deren Beantwortung die Zeit noch nicht gekommen war“.

    Jesus hat allerdings unliebsame Fragesteller nicht exkommuniziert, ausgeschlossen als ‘Abtrünnige’, mit allen Folgen der von der WTG ‘liebevoll’ vorgesehen sozialen Ächtung. Es trifft auch nicht zu, dass die Organisation bezüglich der Beantwortung von Fragen dem Beispiel Jesu folge. Das tut sie nur, wenn es in ihre Politik passt. Sie hat schon oft (selbst gestellte) Fragen beantwortet, für die die Zeit noch nicht gekommen war, und musste dann später ‘neues Licht’ zur Korrektur und Veränderung bemühen. Wenn einfache Zeugen Jehovas unliebsame Fragen stellen und sich mit einfachen, schnellen, jedoch unbegründeten Antworten nicht zufrieden geben – sofern sie überhaupt eine Antwort erhalten -, dann wurden sie oft als Kritiker bezeichnet, ja sogar als Wölfe im Schafspelz, sie wurden manchmal – wenn auch ohne Nennung ihres Namens – öffentlich gebrandmarkt. Der Verfasser hat das des Öfteren erlebt.

    Wie entlastet sich nun die WTG von ihrer Verantwortung für die vor 1996 herrschende Diffamierung von Ersatzdienstleistenden? Sie geht auf die damalige Diffamierung gar nicht ein, vielmehr weist sie die Verantwortung für die Handlungsweise und die Entscheidungen den Betroffenen zu. Der WT im Originalton:
    „In der Vergangenheit haben einige Zeugen Jehovas leiden müssen, weil sie eine Tätigkeit ablehnten, die ihr Gewissen heute zulassen würde. Das könnte zum Beispiel mit der Entscheidung zusammenhängen, die sie vor Jahren hinsichtlich bestimmter Formen von zivilen Diensten getroffen haben. Ein Bruder ist inzwischen womöglich zu der Überzeugung gelangt, er könne mit gutem ‘Gewissen solche Dienste verrichten,…“ (S.17, Abs.6).
    „War es von Seiten Jehovas ungerecht, zuzulassen, dass jemand leiden musste, weil er etwas ablehnte, was er heute ohne weiteres tun könnte? – Die meisten, denen es so erging, sehen das anders. Sie freuen sich vielmehr … Aus welchem Grund sollten sie es bedauern, ihrem Gewissen gefolgt zu sein….“ (S.17, Abs.7)
    „In der Neuzeit gab es einige Zeugen Jehovas, die sehr streng mit sich selbst waren, was sie tun oder nicht tun durften. Aus diesem Grund hatten sie mehr zu leiden als andere. Später half ihnen eine vermehrte Erkenntnis, die Dinge ausgeglichener zu sehen. Aber es gibt für sie keinen Grund, zu bedauern, dass es seinerzeit womöglich zusätzliches Leid bedeutete, im Einklang mit ihrem Gewissen zu handeln“. (S.17, Abs. 9)

    Man muss wohl zugeben, dass sich die leitende Körperschaft hier ‘windet wie ein Aal’, um ihrer Verantwortung zu entgehen. Sie schiebt in gewohnter Weise die Verantwortung auf die einzelnen Zeugen. Aber würde ein Zeuge, der wirklich selbstständig und unabhängig nach seinem eigenen Gewissen entschied, nun Briefe an die WTG schreiben mit Fragen und Vorwürfen? Das tut doch nur jemand, der aus Gehorsam gegenüber dieser Organisation entschied, der Anweisungen befolgte, ohne sie selbst begründen zu können oder sie zu verstehen. Wie sollten denn auch jetzt – von einem Tag auf den anderen – alle Zeugen gleichzeitig ihr Gewissen verändert haben, es sei denn, es gäbe ein ‘Zentralgewissen’ in Form der leitenden Körperschaft?

    Menschenfurcht legt einen Fallstrick!

    Matth. 10: Es ist dem Jünger genug, daß er sei wie sein Lehrer, und der Knecht wie sein Herr. Wenn sie den Hausherrn Beelzebub genannt haben, wieviel mehr seine Hausgenossen!
    26 Fürchtet euch nun nicht vor ihnen. Denn es ist nichts verdeckt, was nicht aufgedeckt, und verborgen, was nicht kundwerden wird.

  • Gerd
    Juli 8, 2015

    Unterscheidung

    zwischen „wo dabei sein“ und „mitmachen“. Aus gegebenem Anlass zu Fragen auf der Bi-Hauptseite.

    Maßgeblicher Anlass für meinen Ausstieg war die Aufforderung JESU:

    Lukas 21:
    8 Er aber sprach: Sehet zu, lasset euch nicht verführen. Denn viele werden kommen in meinem Namen und sagen, ich sei es, und: „Die Zeit ist herbeigekommen.“ Folget ihnen nicht nach!

    Die kursiv wiedergegebenen Wörter, sind genau der Wortlaut des Titels zu Russells 2. Band der Schriftstudien, mit den Falschvoraussagen zu 1914 und danach.
    Man beachte dort auch auf die anschließende Aufforderung Jesu, im Imperativ gesprochen!

    Es mag noch genug Gründe geben, Wertschätzung für „Jehovas Organisation“ zu empfinden. Dies sieht man in der Anfrage die mir vor 14 Jahren von einer Zeugin Jehovas zugetragen und später beantwortet wurde:

    “Jetzt wird es aber wirklich Zeit, dass hier mal jemand Stellung für Jehova und seine Organisation nimmt. Gibt es denn hier nur Kritiker?
    Jehovas sichtbare Organisation ist doch leicht zu erkennen und von anderen Religionen zu unterscheiden.
    1. Sie preist Jehova den allein wahren Gott und verherrlicht seinen Namen. (Mat. 4:10; Joh. 17:3)
    2. Sie erkennt völlig die wichtige Rolle, die Jesus Christus im Vorsatz Jehovas spielt- als der Rechtfertiger der Souveränität Jehovas, als Hauptvermittler des Lebens, als Haupt der Christenversammlung, als herrschender messianischer König. (Offb. 19:11-13; 12:10; Apg. 5:31; Eph 1:22-23)
    3. Sie richtet sich streng nach Gottes inspiriertem Wort aus und gründet all ihre Lehren und Verhaltensregeln auf die Bibel. (2.Tim. 3:16-17)
    4. Sie hält sich von der Welt getrennt. (Jak. 1:27; 4:4)
    5. Sie achtet darauf, dass sich ihre Angehörigen an einen hohen Maßstab sittlicher Reinheit halten, weil Jehova selbst heilig ist. (1.Petr. 1:15-16; 1.Kor. 5:9-13)
    6. Ihr Hauptbestreben gilt der Durchführung des in der Bibel für unsere Tage vorhergesagten Werkes, nämlich der Verkündigung der guten Botschaft von Gottes Königreich zu einem Zeugnis in der ganzen Welt. (Mat 24:14)
    7. Trotz menschlicher Unvollkommenheit, entwickeln ihre Glieder die Früchte des Geistes Gottes- Liebe, Freude, Frieden, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glauben, Milde, Selbstbeherrschung- und das in einem Außmaß, durch das sie sich von der Welt im allgemeinen unterscheiden. (Gal 5:22-23; Joh. 13:35)“

    „E. F.“, der damals immer noch die ZJ-Zusammenkünfte besuchte, hat eine Antwort an „Schwester R.“ verfasst, es ist ziemlich umfangreich. Daher will ich sie nach diesem Beitrag, in einer weiteren „Rate“ hier einstellen, sofern es der Betreiber gestattet 🙂

    Liebe R.,

    Leider ist mir Dein Brief vom 07.12.2001 erst jetzt zur Kenntnis gelangt, und er bewog mich, Dir – als einer Schwester, wie ich unterstelle – einige Gedanken dazu zu unterbreiten Vor allem bewog mich dazu der Eindruck von Dir: von einem aufrichtigen und ehrlichen Menschen, der Jehova, den Gott der Wahrheit, verherrlichen möchte.

    Ich begrüße es, dass du Stellung beziehen willst für Jehova und seine Organisation, wie Du sagst, d.h. sie verteidigen möchtest. Ich denke, das bezieht sich mehr auf die Organisation (WTG), denn Jehova wurde ja nicht angegriffen. Übrigens: auch ich verteidige Jehovas Zeugen und ihre Organisation, wenn sie zu Unrecht angegriffen werden; wenn jedoch zutreffende Dinge geäußert werden, auch wenn sie mir nicht gefallen mögen, bin ich in meiner Haltung nicht Menschen, sondern dem Gott der Wahrheit verpflichtet. Ich finde es gut, wenn jemand einen Angeklagten verteidigt – was jedoch nicht heißt, berechtigte Kritik und wahre Aussagen zu bestreiten, denn dann würden wir nicht mehr dem Gott der Wahrheit dienen und dem Anspruch, in der Wahrheit zu sein (Joh. 14:6), genügen, obwohl viele diesen Ausspruch gebrauchen, um ihre Zugehörigkeit zur WTG zu kennzeichnen –, ja, ich denke, jeder Angeklagte sollte einen Verteidiger haben; deshalb wird ja auch von der WTG das israelitische wie auch das amerikanische Rechtssystem in ihren Schriften gelobt; leider gibt es im ‚theokratischen Rechtssystem‘ nichts Vergleichbares; Brüder, die vor ein Rechtskomitee kommen, finden dort keinen Verteidiger vor; sie finden mehrere Ankläger, die zur gleichen Zeit Richter sind; das ist das Modell der mittelalterlichen Inquisition, und diese Art von Rechtsprechung hat schon ungezähltes Leid verursacht; ich wünsche Dir von Herzen, Du mögest nie die Erfahrung mit solch einem Komitee machen, denn selbst wenn es einzelne Älteste mit Mitgefühl geben mag, müssen sie sich ja doch an die strikten Vorgaben einer Organisation halten, die dieses Rechtsmodell verfügt hat.

    Die Situation wird – auch für Älteste – besonders bedenklich, wenn jemand Kritik an der Organisation oder an Lehrpunkten äußert; da steht man in Gefahr, als ‚Abtrünniger‘ verurteilt zu werden; Älteste, die es gut meinen, sagen dann oft: ‚Du kannst ja denken, was du willst, aber halte doch den Mund; dann geschieht dir nichts‘. Aber wird hier nicht Heuchelei angeraten, und schweigt man dann nicht, weil man in ‚Gottes Volk‘ nicht sagen kann, was man denkt, wenn man nicht ‚linientreu‘ denkt? Könntest Du Dir ein Gespräch mit Christus unter Angst vorstellen? Und nochmals zur Verteidigung: hast Du schon erlebt, dass man in den Zusammenkünften die ‚Abtrünnigen aus Gewissensgründen‘ verteidigt? Ich habe leider immer nur erfahren, dass diese ehemaligen Brüder, gestern noch liebe Freunde und ethisch qualifizierte Menschen, plötzlich mit Eigenschaften belegt werden, die ihren Ruf nicht verbessern, so als wolle man den Gemeinschaftsentzug auch noch moralisch rechtfertigen. Auf jeden Fall wagt niemand, für sie Stellung zu nehmen und sie zu verteidigen. Wo bleibt hier das Gerechtigkeitsempfinden, das Bemühen, die ‚Verlorenen zu suchen‘?

    Du hast in Deinem Schreiben 7 Punkte erwähnt, an denen Jehovas sichtbare Organisation leicht zu erkennen sei, und hast an Franz G-St geschrieben, man dürfe diese Punkte nur im Zusammenhang sehen, ja es gehe nicht an, dass man sich einen Text aus der Bibel heraushole, ihn drehe und wende, wie man ihn gut gebrauchen könne und ihn dann nur in diesem einen Punkt verwende. Darin stimme ich Dir voll zu! Darum will ich hier auch auf alle 7 Punkte nacheinander eingehen, wenn auch nur kurz, denn sonst würde ein Buch entstehen. Du siehst, wie viele Brüder, sehr deutlich, wenn andere Personen oder Gruppen Texte fehlerhaft anwenden oder gar mißbrauchen. Aber prüfe doch einmal unsere Schriften; wir machen das doch ständig. Ist es nicht das Gleiche, wenn zwei das Gleiche tun? Messen wir mit zweierlei Maß?
    Dazu gibt es eine Fülle von Beispielen; ich will nur zwei anführen. Wir lieben den Text aus Sprüche 4:18 über das ‚heller werdende Licht‘. Wenn du diesen Vers im Zusammenhang mit Vers 19 liest – auch im Zusammenhang mit dem ganzen Kapitel –, dann erkennst Du, dass hier der Lebensweg eines Gerechten mit dem eines Gottlosen verglichen wird. Nirgends gibt es hier einen Hinweis auf Änderung von Lehren und Lehrpunkten, auf ’neues Licht der Erkenntnis‘ in der WTG. Aber wir benutzen diesen Text so, immer wieder. Oder nimm das neue „Jesaja-Buch“ der WTG, Band 1, S.238-242: dort wird eine historische Begebenheit auf Grund von Jesaja 22:15-25 geschildert. Ein schlechter Verwalter, Schebna, wird von Gott aus seinem Amt gestoßen (Verse 15-19), ein anderer guter Verwalter, Eljakim, wird wie ein ‚Pflock‘ in das Amt eingesetzt (Verse 20-25); Wenn sich jedoch seine ganze Sippe an ihn hängen würde (Vers 24), dann würde schließlich auch er fallen (Vers 25). Im Kommentar des WTG-Buches wird jedoch der Vers 25 ohne Grund – der Text spricht von ‚er‘, von dem bisher die Rede war, nämlich von Eljakim – wider auf Schebna angewandt. Warum? Weil ja nach Auslegung Schebna die Christenheit darstellt, Eljakim dagegen die Gesalbten unter den Zeugen, daher darf es nicht sein, dass auch der Fall Eljakims angekündigt wird.

    Die WTG schrieb recht zutreffend im Wachtturm vom 15.08.1976, S.490:

    „Es ist eine schwerwiegende Sache, Gott und Christus zuerst auf eine bestimmte Weise zu vertreten, dann festzustellen, dass das Verständnis wichtiger und grundlegender Lehren der Bibel falsch war, aber danach ausgerechnet zu den Lehren zurückzukehren, die man aufgrund jahrelangen Studiums als verkehrt erkannt hatte. Christen dürfen hinsichtlich solch grundlegender Lehren nicht unschlüssig oder gar wankelmütig sein. Wenn sie es wären, könnte man ihnen dann Vertrauen schenken und sich auf ihre Aufrichtigkeit oder auf ihr Urteilsvermögen verlassen?“

    Doch muß man diesen Maßstab auch auf sich selbst anwenden. Tun wir das?
    Wie viele Fehldeutungen hat es in den Lehren der WTG gegeben; verglichen mit anderen, hätte sie wohl die Chance, in das Buch der Rekorde zu kommen; wer heute noch die Lehren von Russell oder von Rutherford vertreten würde – damals als ‚Wahrheit‘ und ’neues Licht‘ angesehen –, müßte sich heute als Abtrünniger bezeichnen lassen. Doch Gott und Wahrheit ändern sich nicht! Bei anderen sehen wir die Fehler! Auch bei uns selbst? Beachten wir Jesu Wort über das gerechte Gericht (Joh. 7:24)? Doch will ich nun auf die 7 Punkte eingehen, und ich bitte um Nachsicht, wenn meine Ausführungen vielleicht ‚biblischer‘ sind, als es sonst im allgemeinen üblich ist.

    1. Jehova als den allein wahren Gott preisen und seinen Namen verherrlichen

    Ein lobenswertes Bestreben! Und worin besteht die Verherrlichung des Namens? Auch die WTG schrieb, dass man nicht schon deshalb den Namen verherrlicht, weil man ihn bei jeder Gelegenheit gebraucht, sondern indem man für das eintritt, wofür der Name steht. Ein ständiger und plapperhafter Gebrauch kann auch sehr leicht zu gedankenlosem Gebrauch oder auch zu Mißbrauch führen. Wohlgemerkt: ich bin durchaus nicht gegen den Gebrauch des Namens Gottes. Den Namen jedoch in einer Ansprache von 50 Minuten über 60 Mal zu gebrauchen, macht den Redner noch nicht automatisch zu einem Lobpreiser Gottes. Ich habe anläßlich eines Bezirkskongresses eine solche Ansprache gehört; kein Wunder, dass bei dieser Häufigkeit keine Zeit mehr war, Christus auch nur zu erwähnen. Ein Außenstehender hätte kaum bemerkt, dass es sich bei dem Redner um einen Christen handeln sollte! Und ich habe derartige Vorträge schon oft gehört; man kann eine Ansprache halten, ohne Christus zu erwähnen – oder nur selten –, bestimmt aber nicht, ohne immer wieder das Wort ‚Jehova‘ zu erwähnen. Ich spreche hier auch nicht von der Aussprache, obwohl wir alle wissen, dass ‚Jehova‘ eine mittelalterliche Konstruktion zwischen dem ‚Tetragrammaton‘ und den Vokalen aus ‚Adonai‘ ist; zwar sagt die WTG, dass nicht ganz sicher sei, ob die Aussprache ‚Jahwe‘ richtig sei – das mag sein -, aber sie weiß, dass die Aussprache ‚Jehova‘ ganz bestimmt falsch ist. Bei den vielen Korrekturen, die sie schon veranlaßt hat, hat sie hier naheliegende Gründe, hier auf eine Änderung zu verzichten.

    Was ich in den Zusammenkünften viel seltener höre als ‚Jehova‘ ist das Wort, unter dem uns von Christus erlaubt ist, Gott zu nahen: ‚Vater‘ und ‚Abba‘ (Joh. 1:12). Diesen Namen würde ich gern öfter hören! Die Israeliten der Tage Mose gebrauchten den Namen ‚Jehova‘ (bleiben wir jetzt bei dieser Aussprache), aber es hinderte sie nicht, selbst ein goldenes Kalb unter diesem Namen zu verehren. Oft habe ich den Eindruck, dass viele Brüder ‚Jehova‘ sagen und die Organisation meinen. Sie sprechen von Anweisungen Jehovas, Einladungen Jehovas, Speise Jehovas usw., wo eigentlich von der Organisation die Rede sein müßte. Wenn z.B. der Papst zu einer Pilgerfahrt nach Rom einladen würde mit den Worten, Gott habe die Katholiken dazu eingeladen, dann würden wir dies doch als anmaßend empfinden und sagen: die Kirche hat eingeladen! Aber wie ist das bei uns?

    Mißbrauch – auch durch Gedankenlosigkeit und Gewohnheit – ist möglich, ja der Name ‚Jehova‘ wird sogar von Okkultisten mißbraucht; man kann ihn auch wie eine magische Formel, gleichsam als ‚Schutzamulett‘ verbal vor sich her tragen. Auch die von Dir verwendete Formulierung ‚Jehova und seine Organisation‘ ist bei vielen schon zu einer Formel geworden. Man kann sie ständig in Ansprachen hören. Es scheint keinem aufzufallen, dass Christus darin nicht vorkommt; beobachte das einmal in den Zusammenkünften!

    Wir sagen auch, dass uns Jehova ’neues Licht‘ gibt, d.h. er wird verantwortlich gemacht für das neue Licht, das wir empfangen. Es wird gern dafür das Beispiel angeführt, wie Gott fortschreitend das Geheimnis des Messias offenbarte: Weibessame, Abrahams Same, aus dem Stamm Juda, Davids Sohn usw.; auch der Heilige Geist leitete die Jünger erst nach Pfingsten in das tiefere Verständnis göttlichen Wollens, wie z.B. die Ausdehnung der Botschaft Gottes auf Nichtjuden durch den Glauben an Christus. Aber wenn Gott auf diese Weise ’neues Licht‘ gab, wurde das frühere Verständnis nie falsch, sondern nur ergänzt; es blieb Wahrheit! Wenn aber durch ’neues Licht‘ das frühere sich als Irrtum, als falsch erweist, dann war dieses Licht nicht von dem Gott der Wahrheit!

    Auch dazu zwei Beispiele:

    Nachdem zu Zeiten von Russell das Verständnis von Römer 13 über die obrigkeitlichen Gewalten bezüglich ihrer Identität das gleiche war wie heute, kam 1929 eine Änderung, die bis 1962 dauerte. Im WTG-Buch Die Wahrheit wird euch frei machen wird dazu auf S.313 gesagt:

    ‚Im Jahre 1929 brach das helle Licht hervor. In jenem Jahre veröffentlichte „Der Wachtturm“ die biblische Erklärung über Römer, Kapitel 13. Er zeigte, daß nicht weltliche Herrscher und Regenten, sondern Jehova Gott und Christus Jesus „die obrigkeitlichen Gewalten“ sind, und daß die christlichen Seelen „Gott mehr gehorchen müssen als Menschen“, sowie daß ‚alle menschliche Einrichtung‘, der sie untertan sein müssen, alle schriftgemäße Einrichtung jener Menschen ist, die unter dem König Christus Jesus in Gottes Organisation als Diener tätig sind.‘

    Im Klartext: eigentlich haben Jehovas Diener nur den Vertretern ihrer Organisation zu gehorchen. Im Jahre 1962 wurde diese Erklärung wieder geändert, als ’neues Licht‘. Doch wer, welcher Geist war für die eindeutig falsche Erklärung von 1929 verantwortlich? Selbst die Vertreter ‚Babylons der Großen‘ hatten hier das ‚hellere Licht‘.
    Zweites Beispiel: nach der Lehre der WTG durfte bis 1974 mit Ausgeschlossenen nicht gesprochen werden; dann kam der Wachtturm mit der Abhandlung über das Gleichnis vom verlorenen Sohn, und man durfte Ausgeschlossene jetzt wenigstens menschlich behandeln, mit ihnen sprechen, sie grüßen, auch wenn man ihre Ansichten nicht teilte. Aber seit 1981 ist wieder jeder Kontakt mit ihnen untersagt, und dieses Mal nicht nur mit Ausgeschlossenen, sondern auch mit denen, welche die Gemeinschaft freiwillig verlassen haben. Hat Gott seine Meinung so schnell und so grundsätzlich geändert? Ich habe in der Bibel keine solchen Änderungen finden können, und die emotionalen Schmerzen, die durch solche Anweisungen entstehen – wer hat sie zu verantworten? War irgendwann einmal wieder jemand mit sich selbst zu streng gewesen, wie beim zivilen Ersatzdienst?

    Sollten wir Gott die Verantwortung für ‚Irrlicht‘ geben? Manche Brüder versuchen, alles zu entschuldigen mit der Bemerkung: ‚Die Brüder sind nicht inspiriert‘; dann sollte man aber Deutungen nicht als von Jehova kommend bezeichnen und sich in seiner Lehrautorität auch nicht so behandeln lassen, als wäre man inspiriert, um nur dann, wenn es nötig ist, auf eine solche Entschuldigung zurückzugreifen!

    2. Völlige Anerkennung der Rolle, die Jesus Christus im Vorsatz Jehovas spielt

    Eine sehr schöne Aussage, wenn mir auch die Formulierung nicht sehr gefällt, nämlich dass Jesus ‚eine Rolle spielt‘. Aber völlige Anerkennung: sehr gut. Ich bemerkte schon, dass man den Eindruck haben könnte, dass die Formel ‚Jehova und seine Organisation‘ häufiger und mit mehr Nachdruck erwähnt wird als die Person Christi – von bestimmten Themen abgesehen. Man kann Zusammenkünfte erleben, in denen Christus nur am Ende der Gebete genannt wird. Ich erinnere mich an das Schlußgebet in einer Dienstzusammenkunft, in welchem der Bruder dreimal Jehovas Organisation, zweimal den Kanal Gottes und einmal den treuen und verständigen Sklaven erwähnte; Christus ‚kam nur vor‘ in der Schlußformel ‚in Jesu Namen‘.

    Wie sieht ihn die Schrift ‚in seiner Rolle‘? Da fällt die Auswahl der Texte schwer wegen ihrer Fülle!

    Joh. 5:23 er soll geehrt werden wie der Vater; wer ihn nicht ehrt, ehrt auch den Vater…nicht, selbst wenn er beständig den Namen Gottes im Mund führen würde
    Joh.16:14…Gottes Geist verherrlicht Christus! Und wir? Was tun wir?
    1.Petr. 4:16 wir sollen Gott verherrlichen weil wir den Namen ‚Christ‘ tragen

    In diesem Zusammenhang möchte ich ein willkürlich gewähltes Beispiel nehmen; heute ist der 18.01.2002; nehmen wir also den Tagestext vom 18.01.2002; er ist entnommen aus Zeph. 2:3. Der Kommentar sagt:
    ‚Wer dann [in der großen Drangsal] geborgen sein möchte, muß jetzt entschlossen handeln. Was ist zu tun? Er muß, ehe es zu spät ist, Jehova suchen, Gerechtigkeit suchen und Sanftmut suchen‘

    Obwohl hier vom Entrinnen, von Rettung gesprochen wird, kommt Jesus nicht vor; aber wo böte es sich mehr an als bei diesem Thema? Völlige Anerkennung der Rolle Jesu? Das war kein ausgesuchter Text, sondern einfach der Text von heute!

    Beim letzten Kreiskongress gab der Kreisaufseher Jugendlichen den Rat – als Mittel gegen Langweile –, doch bei den Vorträgen zu zählen, wie oft der Name ‚Jehova‘ und wie oft der Name ‚Jesus Christus‘ erwähnt würde. Ein sehr guter Rat; man sollte ihn befolgen!

    Im WTG-Buch „Die Offenbarung – ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!“ wird auf S.36 in einem herausgehobenen Kasten betont, dass in einem alten Liederbuch der WTG in doppelt so vielen Liedern Jesus gepriesen wurde als Jehova Gott; das heutige Liederbuch enthält jedoch viermal so viele Lieder, in denen Jehova gepriesen wird, als Lieder zum Lobe Jesu Christi. Ich will mich hier nicht zum Statistiker machen; aber wer sich einer solchen Veränderung rühmen kann, der hat wohl nie gelesen: ‚wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihm gesandt hat‘. Vielleicht wird ja in einem künftigen Liederbuch nur noch Jehova gepriesen; spielt dann Jesus unter den Singenden die Rolle in Gottes Vorsatz?

    Nun zum ZJ-typischen Ausdruck ‚Hauptvermittler‘ für Jesus (Hebr. 12:2 u.a.)? Keine andere Übersetzung gebraucht diesen Ausdruck, denn er erweckt sofort die Frage nach dem oder den Nebenvermittlern. Aber weißt Du nicht, dass nach der Lehre der WTG Jesus überhaupt nicht Dein Mittler ist, falls Du Dich zur ‚großen Volksmenge‘ zählst, da er laut Wachtturm vom 15.08.1989 (ausführliche ‚Leserfrage‘) nur und ausschließlich der Mittler der 144000 ist. Die ‚anderen Schafe‘, die ja auch nicht ‚wiedergeboren‘ sind (Joh.3:3) und deshalb auch nicht vom Brot und Wein des Gedächtnismahls nehmen dürfen‚ die auch nicht mit dem Heiligen Geist gesalbt sind (Römer 8:9), ‚ziehen Nutzen‘ aus seinem Opfer, sind aber nicht aus Glauben gerechtgesprochen, sondern müssen sich ihre Rechtfertigung erst noch erarbeiten (siehe das Buch „Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes“). Übrigens war zu Zeiten von C.T. Russell die Auffassung der Notwendigkeit eines Mittlers gerade umgekehrt. Dort brauchte die kleine Herde der Heiligen keinen Mittler. Wahrlich erstaunliche Lichtblitze!

    Für einen Christen ist Jesus einziger Retter und Erlöser, er ist Herr und Hirte, er ist die Grundlage von allem (1.Kor. 2:2; 3:11). Vielleicht ist er das ja auch für Dich, und dann danke ich Gott dafür; aber wie steht es mit seiner ‚völligen Anerkennung‘ in der Organisation?

    Die Bibel zeigt auch, dass sein Lösegeld zur Versöhnung, Rechtfertigung und Rettung völlig ausreicht; wir können durch eigene Leistung nichts hinzufügen, ja wir würden sogar den Wert seines Opfers mindern (Eph. 2:8; Röm. 3:21-26; 2.Kor. 5:18-21). Wie kommt es aber dann, dass man immer wieder unter Brüdern die Frage hört: tue ich auch genug, um gerettet zu werden?‘ Erkennen sie nicht die ‚Rolle Christi‘ als das von Gott ‚völlig anerkannte‘ Lösegeld für die, welche glauben und ihn als Herrn annehmen? Erkennen sie nicht, dass gute Werke der Erweis, nicht die Bedingung der Rettung sind (Eph. 2:10)? Meinen sie, sich das Leben verdienen zu müssen durch eigene Leistung? Dann ist allerdings das ‚vielleicht‘ aus Zeph. 2:3 angebracht, denn nach Gal. 5:4, Röm. 11:6, Tit. 3:5 würden wir ja Gottes unverdiente Güte und Barmherzigkeit gering schätzen.

    Als ich einem Ältesten einmal am Ende eines Briefes ‚die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit dir‘ wünschte, schrieb er mir zurück, das sei bei uns nicht üblich; bei uns müßte das heißen ‚die Gnade Jehovas‘. Hat er nie gelesen, wie Paulus und Petrus ihre Briefe, Johannes die Offenbarung abschloß? Wie ist so etwas möglich? Völlige Anerkennung der Rolle Jesu? Ich wünschte es sehr!

    Müßte nicht jeder Christ dem ‚vielleicht‘ Zephanias, das für die Juden seiner Zeit durchaus zutreffend war, die Gewißheit gebenden Worte Jesu gegenüberstellen wie z.B. in Joh. 5:24; 6:40,47; 10:9,28-29; 11:25? Eine Schwester sagte einmal zu mir: ‚Bist du wieder auf dem Jesus-Trip?‘ Ich hoffe es; ich möchte, bei aller Liebe zu den Brüdern, nie auf einem ‚Organisations-Trip‘ sein. Denn wer ist für uns gestorben? Wer rettet (Röm.10:9)? Und wer ist auferstanden und hat schon seit damals ‚alle Macht‘? Eine Organisation? Von welcher irdischen Organisation Gottes spricht eigentlich die Bibel? Doch nur vom ‚Leib Christi‘. Anerkennen wir Jesus wirklich völlig nach der Bibel? Gott sei gedankt, wenn dem so ist!…

    Fortsetzung folgt demnächst (wenn gestattet)

  • edelmuth an alle
    Juli 8, 2015

    Verfassungsbeschwerde:

    Teilerfolg für Zeugen Jehovas gegen Bremen

    In 13 Bundesländern sind die Zeugen Jehovas anderen Kirchen bereits gleichgestellt – als Körperschaft des öffentlichen Rechts. In Bremen sagte die Bürgerschaft dazu „Nein“. Die Abgeordneten seien aber gar nicht zuständig, entschied das Bundesverfassungsgericht. Jetzt haben die Zeugen Jehovas vor dem Bundesverfassungsgericht einen Teilerfolg gegen das Land Bremen erzielt.

    Zeugen Jehovas erfreut über Beschluss

    Zwar habe das Land Bremen vor der sogenannten Zweitverleihung das Recht auf eine eigene Prüfung, diese sei aber der Verwaltung vorbehalten, begründete der Senat seine Entscheidung. Außerdem verletzte die in der Bremischen Landesverfassung vorgesehene Verleihung durch ein Gesetz den Anspruch der antragstellenden Religionsgemeinschaft auf einen effektiven Rechtsschutz.
    Drei Verfassungsrichter vertraten in einer abweichenden Meinung die Auffassung, dass es gar keiner Zweitanerkennung in jedem Bundesland bedürfe, um die mit dem Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts verbundenen Hoheitsrechte auszuüben. Die Zeugen Jehovas zeigten sich erfreut über den Beschluss. „Das ist genau das, was wir beabsichtigt haben mit der Verfassungsbeschwerde“, teilte Justiziar Gajus Glockentin mit.
    Dass eine Verfassungsbestimmung für nichtig erklärt wird, das passiert ja alle 100 Jahre mal.
    Gajus Glockentin

    WAS BRINGT ES DEN ZEUGEN JEHOVAS?

    KÖRPERSCHAFTEN DES ÖFFENTLICHEN RECHTS KOMMEN IN DEN GENUSS STEUERLICHER VORZÜGE. AUßERDEM GENIEßEN SIE EINE REIHE ANDERER PRIVILEGIEN, ETWA DAS RECHT AUF KONFESSIONELLEN RELIGIONSUNTERRICHT AN SCHULEN ODER DIE BERÜCKSICHTIGUNG IN RUNDFUNKGREMIEN

    …radiobremen.de/nachrichten/gesellschaft/zeugenjehovasbremen100.html

    ….und ich habe mal gelernt, dass die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Recht Gemeinschaft mit der Welt bedeutet. ???

    Ede

  • Gerd
    Juli 8, 2015

    Wieder mal bin ich hier im Ausweich-blog, weil es in der Hauptseite nicht durchgeht 🙁

    Es bedarf zu ManfredF’s

    Fragen doch noch eine Klarstellung, auch als Hilfe für die heimlich mitlesenden ZJ. Ich mache Mannis Fragen kursiv:

    Worin unterscheidet sich diese Ansicht denn von der Ansicht der Griechen, die Zeus als Göttervater hatte und in deren Himmel dann viele Göttersöhne existierten, die zwar auch göttlich waren aber nicht die macht von Zeus hatten?

    Also die Göttersöhne, die sogar die WTG in ihrem „Einsichtenbuch“ unter dem Stichwort „Söhne Gottes“ ganz korrekt darstellt, dort mit entsprechenden richtigen Bibelstellen (!), vergleichst du mit den Göttersöhnen des Zeus?
    Warum nur muss ich immer die gleichen Bibelstellen hier wiederholen, weil sie offenbar ganz einfach nicht gelesen werden, also ich repitiere:

    33 Die Juden antworteten ihm: Wegen eines guten Werkes steinigen wir dich nicht, sondern wegen Lästerung, und weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst.
    34 Jesus antwortete ihnen: Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: „Ich habe gesagt: Ihr seid G ö t t e r ?“
    35 Wenn er jene Götter nannte, zu welchen das Wort Gottes geschah

    Mit seiner Darstellung machte sich Jesus für die Juden zu einem Gott, was ja auch zutreffend ist, weil er diesen körperlich repräsentiert. Dann verwendet JESUS auch noch das Wort „Gott“ im plural, nämlich „Götter“ – zu denen „das Wort Gottes geschah“, diese Götter, w e l c h e waren denn die? Geschah zu den Zeus’schen Söhnen das zitierte Wort Gottes?

    e) Außerdem werden alle Menschen die in den Himmel kommen ebenfalls kleine Götter aber die dürfen wir nicht anbeten.

    Nicht alle Menschen kommen in den Himmel, nur die Gott-Vater durch den hlg. Geist zeugt, werden dem Erstgeborenen SOHN gleich sein, sie werden seine Brüder – wie sonst ist Römer 8: 29, oder die Stelle die ich gestern aus dem 1. Johannesbrief 3 die Verse 1+2 zitierte, zu verstehen? Tue mir einen Gefallen, erkläre diese Stellen nach deinem trinitarischen Verständnis, damit ich deine Interpretation besser verstehen kann.

    Ich sage zum Beispiel ganz konkret. Für mich ist
    a) Jesus genauso der einzig wahre Gott wie der Vater

    Und ich ergänze deine Triade: „Der Heilige Geist ist genauso der einzig wahre Gott wie der Vater und der Sohn“ – oder etwa nicht?

    Du kannst mich gerne korrigieren, aber nach deinen Aussagen müsste man konkret werden in der Art
    a) Es gibt nur einen wahren Gott, den Vater.
    b) Jesus ist nicht der wahre Gott sondern ein zweiter Gott
    c) Damit haben wir im Himmel mind. 2 Götter, den Vater und den Sohn, wobei der Sohn nicht so allmächtig ist wie der Vater
    d) Trotzdem dürfen wir den Sohn anbeten?

    Die „Graduation“ in der Göttlichkeit, wird doch in einem Text klar, den ich mindestens schon 2-mal hier zitierte:

    15: 23 Ein jeder aber in seiner eigenen Ordnung: der Erstling, Christus; sodann die, welche des Christus sind bei seiner Ankunft;
    24 dann das Ende, wenn er das Reich dem Gott und Vater übergibt, wenn er weggetan haben wird alle Herrschaft und alle Gewalt und Macht.
    25 Denn er muß herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat.
    26 Der letzte Feind, der weggetan wird, ist der Tod.
    27 „Denn alles hat er seinen Füßen unterworfen.“ Wenn er aber sagt, daß alles unterworfen sei, so ist es offenbar, daß d e r ausgenommen ist, d e r ihm alles unterworfen hat.
    28 Wenn ihm aber alles unterworfen sein wird, dann wird auch der Sohn selbst d e m [WEM ?] unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, auf daß Gott alles in allem sei.)

    „Kleiner Gott“? – nenne deine bevorzugten Termini dazu.

    Ich suche nun auch nicht mehr den 1.Kor.-Text, der zeigt, dass GOTT das Haupt Jesu sei.

    Alles Stellen die mir auch als ZJ geläufig waren, oder sind das Fälschungen in der Bibel um den Platz für die „Zentrallehre der katholischen Kirche“ frei zu machen?

    Jesus ist anbetungwürdig, weil er nach seiner Erlösungstat erhöht wurde und weil nun der Titel „Gottheit“ auch auf ihn zutrifft:

    Griech. θεότης. In Christus wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig (Kol 2:9).

    Aber eines ist klar: die Kinder Gottes, die so oft in der Bibel genannt wurden, sind die Geschwister des Erstgeborenen und sind als dessen „Weitergeborene“ – na, was denn?
    ———————

    Wie uns der Disput Jesu mit den Juden – wie z.B. der oben zitierte – zeigt, ließ sich der Gottessohn in viele Diskussionen mit seinen Widerparts ein, sollen wir das denn immer wieder mit dem Schimpfwort „Streit“ belegen? Wenn sich die Abgeordneten im Parlament befetzen, so mag oft das Temperament durchgehen, aber es zeigt auch die Freiheit der Meinungsäußerungen, die am richtigen Platz stattfinden. Auch wenn wir hier die WTG oft unsanft zerlegen ist das legal 🙂

    Ergänzung, auf die Sekunde genau kam s o e b e n eine Mail herein, von einem Ex-ZJ der auch hauptamtlicher Fußball-Schiedsrichter ist (oder war) ich zitiere, was er auf meine Frage über den Stil meiner Stellungnahmen hier hält, Auszug:

    „…Das Schlimme auf dem [Fußball-]Platz: die Verwarnung wird erteilt, wenn der Schiri das subjektive Empfinden einer Unsportlichkeit hat (es reicht wenn es der Gegen-spieler so aufgefasst hat, was er meist durch seine Reaktion zeigt, wie hier in deinem Antwortschreiben, deshalb muss man sich schriftlich immer klar ausdrücken, damit der andere erkennt, dass es nicht für ihn persönlich gemeint ist. Auf den Fußball übertragen: Es bliebe eine Unsportlichkeit, weil es egal ist, ob Du den Spieler oder seinen Verein meinst.
    Die Reaktion, übrigens auch von nicht direkt Betroffenen war jedenfalls deutlich vorhanden, in Deinem Fall. Du siehst, man muss seine Zunge und die Finger auf der Tastatur immer unter Kontrolle haben. Bei der Zunge wäre es noch schlimmer, weil ein gesprochenes Wort nicht mehr zurückgenommen werden kann.

    Aber lass Dir jetzt Bitte nicht Deinen Seelenfrieden rauben, es war eben der Säbel und nicht das Florett.“

    So sende ich einsichtig nun meine florettartigen Friedensgrüße und hoffe, dass wir uns die unterschiedlichen Meinungen nicht verbieten oder abwürgen lassen. Nun sende ich ein herzliches…

    …Grüß Gott! (wie man bei uns, nicht nur auf der Alm, grüßt)

    Gerd

  • Gerd
    Juli 8, 2015

    Test

    Posting an ManfredF,

    weil mein Beitrag auf der Hauptseite nicht durchging, ob Inhalt hier klappen wird? Zitat:

    2. Versuch, erstes posting kam nicht durch:

    Oh, lieber ManniF,

    da denke ich weit trinitarischer (besser dualistischer) als du, Zitat:

    „jeder der Jesus gesehen hat, quasi die Eigenschaften oder das Spiegelbild Gottes gesehen hat, dadurch, dass Jesus seinen Vater perfekt nachgeahmt hat.“

    Jesus ahmt doch nicht Gott nach! In ihm wohnt die Gottheit wahrhaftig, sagt die Bibel, Jesus ist und war auf Erden die Entsprechung Gottes, er war d i r e k t e s Sprachrohr und kein Nachahmer! Der himmlische Jahwe sprach durch den irdischen Jahwe!

    Du meinst der präexistente Jesus hatte keinen Anfang? Ich suche mal diese Stelle, Micha 5:
    1 Und du, Bethlehem, Ephrata, zu klein, um unter den Tausenden von Juda zu sein, aus dir wird mir hervorkommen, der Herrscher über Israel sein soll; und seine Ausgänge sind von der Urzeit, von den Tagen der Ewigkeit her.

    Wenn die Urzeit für dich die grenzenlose Ewigkeit sei, dann lebe damit, ich nicht, sorry

    Als Sohn wurde er nun mal GEBOREN, oder nicht?

    Dann Joh. 1:
    1 Im A n f a n g war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.

    Aber nun mog i nimma 😉

  • STefan
    Juli 8, 2015

    Hallo Gerd,
    herzlichen Dank für Deine Ausführungen, ich finde Du hast sehr gute Beispiele herausgesucht. Das Thema Dreieinigkeit wird ja nun auf beiden Plattformen kontrovers diskutiert und zeigt sehr deutlich, das wir nicht alle von Gottes Geist, den wir sicherlich alle erbeten, geleitet sein können. Wie sonst könnte eine so wichtige Lehrmeinung so verschiedene Ansichten haben. Der Meister der Täuschung leistet ganze Arbeit, aber ich bin mir sicher, Gott wird sich dessen erbarmen, dessen er sich erbarmen möchte, und es wird der Tag kommen, an dem er uns die Wahrheit offenbart wird.
    Bis dahin, werde ich weiterhin Euren sachlichen Kommentaren und Darlegungen folgen.
    Grüße
    STefan

  • Gerd
    Juli 8, 2015

    Genau so ist es, liebe Omma!

    Durch die Neugeburt werden die, die in Römer 8 genannt sind, künftig das sein:

    „29…dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.

    Das sind echte Nachkommen (Kinder) des allmächtigen Vaters, von ihm gezeugt, daher keine hochgezüchteten Engel. Sie werden wie ihr „großer Bruder“ u.a. Unsterblichkeit ererben.
    Es ist die göttliche Familie!

    Noch einmal Petrus, 1. Brief 1:
    „23 die ihr nicht wiedergeboren seid aus verweslichem Samen, sondern aus unverweslichem…“

    Als Jesus kund tat, dass er ein göttlicher Sohn sei, da waren seine Landsleute erzürnt und meinten, er mache sich zu einem Gott. Seine Reaktion, Joh. 10:
    „34 Jesus antwortete ihnen: Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: „Ich habe gesagt: Ihr seid Götter?“
    35 Wenn er jene Götter nannte, zu welchen das Wort Gottes geschah (und die Schrift kann nicht aufgelöst werden),
    36 saget ihr von dem, welchen der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst, weil ich sagte: Ich bin Gottes Sohn?“

    Bei Zeugens kommt man bei dieser Thematik, die sie recht gut darlegen, in ein ambivalentes Verhältnis, denn die Macher dort dirigieren wer dazu kommen darf, zuerst die gute Definition der Sohnschaft, Einsichtenbuch:

    *** it-2 S. 970 Sohn (Söhne) Gottes ***
    Weil sie auf die gute Botschaft hören und Glauben ausüben, werden sie zu Miterben des Sohnes Gottes berufen (Rö 8:17; Heb 3:1), aufgrund ihres Glaubens an das Lösegeld von Gott „gerechtgesprochen“ (Rö 5:1, 2) und auf diese Weise „durch das Wort der Wahrheit hervorgebracht“ (Jak 1:18), indem sie als getaufte Christen „wiedergeboren“ werden, d. h. durch Gottes Geist als seine Söhne gezeugt oder hervorgebracht werden mit der Aussicht auf geistiges Leben im Himmel (Joh 3:3; 1Pe 1:3, 4). Sie haben nicht einen Geist der Sklaverei — eine Folge der Übertretung Adams — empfangen, sondern „einen Geist der Annahme an Sohnes Statt“, durch den sie ausrufen: „Abba, Vater!“ (der Ausdruck „Abba“ ist eine vertraute Anrede, ein Kosename)

    Was nützt es, das ^ richtig zu verstehen, wenn die, die ihre Berufung wahrnehmen, vor einer verschlossenen Himmelstüre stehen, die angeblich schon seit 1935 für keinen ZJ aufgetan wird?

    Zum Glück hängt die Annahme nicht von den falschen Propheten ab, der berufende Geist Gottes gibt stärkere Signale!

    Also Omma, der Multität steht daher nichts im Weg 🙂

    Ein geborener Waterkantler sendet ein „Hummel-Hummel“ von Süd nach Nord!
    Gerd

  • Omma@Gerd
    Juli 8, 2015

    DANKE Gerd!!! 🙂

  • mitto
    Juli 8, 2015

    Liebe Freunde, Gerd, Omma.
    Zu euren hin u. her Geschreibe von der Waterkant, von Süd nach Nord, möchte ich euch u. alle anderen fleißigen Denker u. Schreiber bei BI, auf den Epheser Brief hinweisen der sicher manchen von Euch etwas ganz wichtiges über den Zustand der allgemeinen Menschheit auch EUCH, zeigen kann. Ephe. 2:1 – 3,.
    Wer von den vielen Reli. Sekten ZJ. Bi. konnte sich aus Gott dieser Welt, gemäß dem Herrscher der Gewalt, der Luft, dem Geist der immer noch in Allen wirksam ist befreien? 2. Kor. 4:4,.
    Niemand: In Allen wirken die Früchte des Fleisches irgendwie noch immer. Galater 5:19,. Solche Menschen werden Gottes Königreich nicht erlangen, steht dort geschrieben.
    Selbst der Opfertod „JAHSCHUAHS“ Christus, hat bis Heute daran nichts an der Nichtigkeit, die auf der Menschheit liegt geändert. Röm 8:20 – 22,.
    Eine Befreiung aus diesem Zustand des Tod seins, vor den wahren hochheiligen Göttern „JAHWAH, JAHSCHUAH“ u. zum wirklichen Leben, denken, handeln zu kommen, erfordert die Anerkennung, die Liebe, die Ehrfurcht, den Dank für diese so genannten göttlichen Hoheiten.
    Diese beiden Götter „JAHWAH, JAHSCHUAH“ haben alles gemeinsam ins Dasein gebracht, selbst uns Menschen, denn es steht geschrieben: Lasset UNS Menschen machen. Nur über diese Beiden hochheiligen Namen gibt es den Geist Gott „ JAHWAHS“ durch unseren hochheiligen König „JAHSCHUAH“. Dann beginnt trotz vieler Schwierigkeiten, Hindernissen, die sogenannte Erkenntnis zu wachsen.
    Viele liebe Grüße. mitto.

  • Alois an Mitto
    Juli 8, 2015

    Lieber Mitto

    Du hast geschrieben:
    „Wer von den vielen Reli. Sekten ZJ. Bi. konnte sich aus Gott dieser Welt, gemäß dem Herrscher der Gewalt, der Luft, dem Geist der immer noch in Allen wirksam ist befreien?“

    Du hast Bi zusammen mit den ZJ als Sekte genannt. Ehrlich gesagt kann ich das überhaupt nicht nachvollziehen. Niemand bei Bi gibt eine genaue Richtung vor, ein klares Merkmal einer Sekte. Auch wurde Dein Kommentar freigeschaltet, das würde auch kein Forum einer Sekte machen. Dann hast Du eine ausgesprochen seltenes Verständnis für die Namen der 2 Höchsten im Universum, auch das wurde freigeschaltet. Für mich gibt es keinen biblischen Beleg dass Deine Ansicht wegen den Namen stimmt.

    Ein Beispiel:
    Wenn Du recht hättest würde Jerusalem Jahrusalem heißen, denn Jerusalem stammt vom Namen Jehovas ab.

    Beweis:
    In Jer. 25 erster Halbvers schrieb Jeremia die Worte Jehovas nieder:

    29. Denn siehe, bei der Stadt, welche nach meinem Namen genannt ist, beginne ich Übles zu tun,….

    Pass bitte auf dass nicht Du im Begriff bist eine Sekte aufzumachen, aber lasse die Brüder und Schwestern im Glauben an unseren Herrn Jesus und unseren Vater Jehova das glauben was ihnen der Geist unseres Vaters geschenkt hat. Denn wer nur noch Jesus als den Herrn sieht und keinen Menschen mehr zwischen Jesus und sich selbst akzeptiert, gehört auch keiner Religion oder Sekte mehr an. Dieser befreite Mensch ist einfach Christ.

    Liebe Grüße
    Alois

  • Gerd
    Juli 8, 2015

    Tiefenforschung, aber mit Bibelinhalten!:

    WER oder WAS ist der Hlg. Geist?

    Betrachtung:

    Der heilige Geist – eine „Person“?

    Warum muss eine derartige Frage aufgeworfen werden?

    Die Ursache dafür liegt weit zurück in der „Kirchengeschichte“. Der Apostel Paulus sagte warnend voraus:

    „Ich weiß, daß nach meinem Abschied grausame Wölfe zu euch hereinkommen werden, die die Herde nicht verschonen. Und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her.“ – Apg 20,29-30

    Leider ist genau das auch eingetreten. Nach dem Ableben nicht nur der Apostel, sondern auch derer, die mit ihnen direkten Umgang hatten, erreichten diese „Wölfe“ einen ersten (negativen) Höhepunkt. Das geschah durch das „berühmte“ Konzil zu Nicäa, das 325 unter der Schirmherrschaft des weltlichen Machthabers Konstantin stattfand. Dort wurde u.a. der verhängnisvolle Beschluß durchgesetzt, die Trinitäts-Theorie zum verbindlichen Dogma zu erklären. Ein Beschluß, der ganz und gar im Widerspruch zu dem steht, was der wahre Gott in Seinem Wort über SICH, über Seinen Sohn und über den heiligen Geist offenbart hat. Folgender Auszug mag das belegen:

    Aus der Augsburgischen Konfession
    …, die auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 zum Vortrag gebracht worden ist. …

    Der erste Artikel: Von Gott

    Erstlich wird einträchtiglich gelehrt und gehalten, laut des Beschlusses Concilii Nicaeni, daß ein einig göttlich Wesen sei, welches genannt wird und wahrhaftiglich ist Gott, und sind doch drei Personen in demselben einigen göttlichen Wesen, gleich gewaltig, gleich ewig: Gott Vater , Gott Sohn, Gott heiliger Geist, alle drei Ein göttlich Wesen, ewig, ohne Stück, ohne End, unermeßlicher Macht, Weisheit und Güte, ein Schöpfer und Erhalter aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge…

    Bekanntlich zählt dieses Konzil zu den Wurzeln des Katholizismus. Seit der „Reformationszeit“ hat sich eine ganz sonderbare Situation unter den Christus-Gläubigen ergeben: Es bildeten sich jede Menge Absplitterungen von der katholischen Kirche und eine weitere Menge aus diesen Absplitterungen – und da ist noch kein Ende abzusehen. Alles mögliche wurde als „falsch erkannt“. Nur eines nicht – mit ganz wenigen Ausnahmen wird von den Splittergruppen die „Dreieinigkeits-Lehre“ in unterschiedlichen Formen und Bezeichnungen beibehalten. Wirklich sonderbar!

    Trifft man mit Dreieinigkeitsverfechtern zusammen, kann man mitunter schnell einig werden mit dem, was „G o t t Vater“ und „G o t t Sohn“ betrifft. Dagegen beißt man hinsichtlich „Gott heiliger Geist“ auf Granit. Allen entsprechenden Bibelaussagen zum Trotz wird beharrlich darauf bestanden: der heilige Geist sei eine „Person“ wie sowohl der Vater als auch der Sohn „Personen“ sind. Begründet wird das u.a. damit, dass in Verbindung mit „heiliger Geist“ Begriffe erscheinen, die ’nur auf Personen zutreffen können‘. Inwieweit eine solche Logik angebracht ist, mögen folgende Beispiele veranschaulichen:

    „Die Weisheit … läßt ihre Stimme erschallen“ – Spr 1,20 „Sprich zur Weisheit: Meine Schwester bist du!“ – Spr 7,4 „Die Weisheit hat ihr Haus gebaut …“ – Spr 9,1 „Darum hat auch die Weisheit Gottes gesagt: …“ – Lk 11,49
    Wenn derartiges in Verbindung mit Geist stehen würde, wäre das ein Beleg dafür, dass der hl. Geist eine „Person“ sei? Wenn ja, dann müßten „… ich hörte den Altar sagen: …“ – Offb 16,7 auch „Weisheit“ und „Altar“ sein!?

    Können wir in der Bibel eine eindeutige Antwort auf unsere Frage finden? Ja, ich meine, dass wir sie finden können. Also versuchen wir es.

    Im „Alten Testament“ ist es das hebräische Wort ruach, das in unseren Bibeln mit Geist wiedergegeben wird. Da mit Ausnahmen von Ps 51,13 und Jes 63,10-11 im AT Geist nicht in Verbindung mit „heilig“ erscheint, verzichte ich hier auf entsprechende Anführungen. Es ist aber empfehlenswert, mit Hilfe einer Bibel-Konkordanz einige diesbezügliche Stellen nachzuschlagen. Doch jetzt will ich mich dem „Neuen Testament“ zuwenden. Dort sind es die griechischen Worte: pneuma, pneumata, pneumati und pneumatos, die in unseren Bibeln mit Geist wiedergegeben werden. Mit Matthäus beginnend, führe ich der Reihe nach Beispiele an, wobei es beim Nachschlagen notwendig ist, den Kontext zu berücksichtigen:

    „… Maria … Schwanger befunden von dem Heiligen Geist.“ – Mt 1,18.20; Lk 1,35

    Wäre der hl. Geist tatsächlich eine Person, wessen Sohn wäre dann Jesus Christus?

    „Ich taufe euch mit Wasser … der aber nach mir kommt … wird euch
    mit Heiligem Geist und Feuer taufen;“ – Mt 3,11; Apg 1,5

    Mit hl. Geist kann also das gleiche getan werden wie mit Wasser und Feuer
    – kann da allen Ernstes an „Person“ gedacht werden?

    „… sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren …“ – Mt 3,16
    „… der Geist eures Vaters, der in euch redet.“ – Mt 10,20 – ohne Kommentar.

    „… Denn er wird … schon von Mutterleib an mit Heiligem Geist erfüllt werden …
    „Und er wird vor ihm hergehen in dem Geist und der Kraft des Elia“ -Lk 1,15.17

    Ist wohl der ‚Geist und die Kraft des Elia‘ auch eine „Person“? Vergleiche ‚Geist und Kraft‘ auch mit Lk 1,35.

    Und als er dies gesagt hatte, hauchte er sie an und spricht zu ihnen:
    „Empfangt Heiligen Geist!“ – Joh 20,23 – wird der „hl. Geist“, die „Person“ gehaucht?

    „Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist …“ – Apg 1,8 – Geist wird ausgegossen“ (Apg 2,17) ebenso auch die Liebe (Rö 5,5) – „Personen“???

    „Da sprach Petrus, erfüllt mit Heiligem Geist …“ – Apg 4,8 – ist auch nur eine einzige Stelle zu finden im Sinne von ‚erfüllt mit Gott‘ oder ‚erfüllt mit Christus‘? – ich habe nichts dagegen, wenn jemand diese Frage als absurd bezeichnet; sie ist in der Tat ebenso absurd wie der Gedanke, der Geist Gottes, der hl. Geist, könne eine Person sein. – Aus der unendlichen Fülle von Beispielen nur noch dieses:

    „Uns aber hat Gott es offenbart durch den Geist [pneumatos], denn der Geist [pneuma] erforscht alles, auch die Tiefen Gottes. Denn wer von den Menschen weiß, was im Menschen ist, als nur der Geist [pneuma] des Menschen, der in ihm ist? So hat auch niemand erkannt, was in Gott ist, als nur der Geist [pneuma] Gottes. Wir aber haben nicht den Geist [pneuma] der Welt empfangen, sondern den Geist [pneuma], der aus Gott ist …“ 1 Kor 2,10-12 (Alle Zitate aus der rev. Elb.).

    Nun muss ich in Kauf nehmen, dass manche meiner Fragen ans Lächerliche grenzen; doch das ergibt sich zwangsläufig aus der Vorgabe „Dreieinigkeit“:

    “ Und Jesus kehrte in der Kraft des Geistes nach Galiläa zurück, …“ – Lk 4,14

    Ist hier von etwas anderem die Rede, als dass ER mittels des heiligen Geistes „Kraft“ empfangen hatte? Oder wurde ER etwa von einer „Person“, vom „Gott heiliger Geist“, getragen oder zumindest begleitet?

    “ und siehe, ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch. …“ – Lk 24,49

    Was ist die Verheißung „meines Vaters“ in diesem Zusammenhang? – siehe bitte Apg 1,4-5! – die „Person“ „hl. Geist“ auf euch“?

    „… sie erwählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes, …
    Stephanus aber, voller Gnade und Kraft, …“ – Apg 6,5.8

    Glaube, Geist, Gnade und Kraft? – konsequent, müssten es vier „Personen“ sein!?

    “ Jesus von Nazareth, wie Gott ihn mit Heiligem Geist und mit K r a f t gesalbt hat, … „- Apg 10,38

    “ und meine Rede und meine Predigt bestand nicht in überredenden Worten der Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der K r a f t, damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes K r a f t beruhe.“ – 1 Kor 2,4-5

    “ denn unser Evangelium erging an euch nicht im Wort allein, sondern auch in K r a f t und im Heiligen Geist …“ – 1 Thess 1,5

    “ Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der K r a f t …“ – 2 Tim 1,7

    Gibt es dazu noch zweifelnde Fragen?

    Und wenn dann noch von „Austeilungen des Heiligen Geistes“ geschrieben steht (Hebr 2,4) – ist wohl auch eine Bibelstelle zu finden, wo Austeilungen (oder sinnverwandte Worte) so angewandt werden, dass man lesen könnte, Gott oder Christus würden ausgeteilt?
    Ist es nicht deutlich ersichtlich, dass im Worte Gottes der „hl. Geist“ ganz anders dargestellt wird als der „allein wahre Gott“ und Sein „Gesalbter“?

    Selbstverständlich erhalten mitunter ein und dieselben Wörter, Begriffe oder Bezeichnungen ganz unterschiedliche Bedeutungen, je nach dem Zusammenhang, in dem sie verwendet werden. Trifft das aber auf die Verwendung von „Geist“ in den hier angeführten Beispielen zu? Wird daraus nicht eher ersichtlich, daß „hl. Geist“ eher mit „Kraft Gottes“ identisch sind – dass also „hl.Geist“ ebensowenig als „Person“ angesehen werden kann wie „Kraft“?! Dazu noch folgendes:

    Wenn von „inspiriertem Wort“ die Rede ist, wird das gewiss auf das Bibelbuch Offenbarung ganz besonders anwendbar sein. Daher frage ich: Von welcher Bedeutung mag es wohl sein, dass gerade in diesem Teil der Bibel der „heilige Geist“, in dieser genannten Form, überhaupt nicht erscheint? Darüber mag jeder Gläubige sich seine eigenen Gedanken machen. Um es etwas zu erleichtern, gebe ich alle Stellen aus der Offenbarung an, in denen Geist (auch Geister) erscheint:

    1,4.10; 4,2.5; 14,13; (18,2); 22,6.17. 2,7.11.29; 5,6 (16,13.14);19,10; 3,1.6.13.22; 11,11 17,3; 21,10;

    Als Parallele ist für mich auch noch aufschlussreich, Luk. 11:20:
    „Wenn ich aber durch den F i n g e r Gottes die Dämonen austreibe, so hat das Königreich Gottes euch wirklich eingeholt“.

    Matth. 12:28:
    „Wenn ich aber durch Gottes G e i s t die Dämonen austreibe, so hat euch das Königreich Gottes wirklich eingeholt“.

    Demnach scheint der hlg. Geist so etwas wie das „ausführende Organ“ (die „verlängerte Hand“) des jeweiligen Senders bzw. Eigners (Vater + Sohn) zu sein…
    Interessant ist auch die Parallelität in der orientalischen Sprache, wo oft e i n e Bedeutung mit zwei verschiedenen Wörtern dargestellt werden. Luk. 1

    1,35 Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige G e i s t wird über dich kommen, und
    K r a f t des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren werden wird, Sohn Gottes genannt werden.
    —————————
    Es darf weiter ohne Bibelberichte philosophiert werden und die Weisheit des Konzils zu Nicäa herhalten müssen, aber eines zeigen die Indizien klar: Gott ist nicht ein Gemisch aus Wasser, Dampf und Eis!
    Die „dritte Person“ ist eine menschliche, aber keine biblische Erfindung, so fällt das Eis weg – möge das Wasser der biblischen Wahrheit wirken und nicht so schnell verdampfen – wünscht, mit Gruß

    Gerd

  • Gerd
    Juli 8, 2015

    Was macht uns hier denn gar so sprachlos?
    Vielleicht dieses Zitat am 2. Juli aus 2. Pet. 1?

    „3 Da seine göttliche Kraft uns alles in betreff des Lebens und der Gottseligkeit geschenkt hat durch die Erkenntnis dessen, d e r uns berufen hat durch Herrlichkeit und Tugend,
    4 durch welche e r uns die größten und kostbaren Verheißungen geschenkt hat, auf daß ihr durch diese Teilhaber der göttlichen Natur (!) werdet

    Wie wird das möglich? Viel studieren, dann versteht man es ?

    Alles braucht seinen vorgesehenen Gang, etwa so, 1. Thess. 1:
    4 wissend, von Gott geliebte Brüder, eure Auserwählung.
    5 Denn unser Evangelium war nicht bei euch im Worte allein, sondern auch in Kraft und im Heiligen Geiste

    In Johannes 1 wird gezeigt, was unbedingte Voraussetzung ist: „Alle die ihn annahmen…“

    Man kann nur etwas annehmen, mit dem man sich schon beschäftigt hat, also zuerst muss man Hörer sein und das Gehörte auch erleben WOLLEN!

    Wenn es dann soweit ist, dann hilft Gott nach, Phil. 1:
    6 indem ich eben dessen in guter Zuversicht bin, daß d e r, welcher ein gutes Werk in euch angefangen hat, es vollführen wird bis auf den Tag Jesu Christi;
    2: 13 denn G o t t ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken, nach seinem Wohlgefallen.

    Ergebnis in der Zukunft ist dann so wie Petrus es schrieb:
    „Teilhaber der göttlichen Natur“!

    Auch Paulus bekräftigt diese Vorschau, Römer 8:
    29 Denn welche er zuvorerkannt hat, die hat er auch zuvorbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein,

    Was bedeutet denn das? Wenn eine göttliche Trinität existieren würde, dann käme künftig die „Multität“ hinzu! Jesus als Erstgeborener ist das Haupt, das zeigt der Vers 29 auch – oder ist dieses „gleichförmig sein“ noch anders zu verstehen?

    Fragt grüßend –
    Gerd

  • Omma@Gerd
    Juli 8, 2015

    Lieber Gerd,

    bei deinem letzten Absatz musste ich an Johannes 17:20-23 (NGÜ) denken. Stichwort: „Multität“ 😉

    20 »Ich bete aber nicht nur für sie, sondern auch für die Menschen, die auf ihr Wort hin an mich glauben werden.
    21 Ich bete darum, dass sie ALLE EINS sind – sie in uns, so wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin. Dann wird die Welt glauben, dass du mich gesandt hast.
    22 Die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich nun auch ihnen gegeben, damit sie eins sind, SO WIE WIR EINS SIND.
    23 Ich in ihnen und du in mir – so sollen sie zur völligen Einheit gelangen, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und dass sie von dir geliebt sind, wie ich von dir geliebt bin.

    Ich finde der Vers 23 sagt es sehr schön, dass es um Einheit geht, und nicht um einen „Multigott“. Das ist meine PERSÖNLICHE MEINUNG, andere mögen es anders sehen.

    Sei ganz lieb gegrüßt aus dem sonnigen Norden von Omma

  • Zadok@Gerd
    Juli 8, 2015

    Lieber Gerd,

    danke für deine Gedanken, die auch meine sind. Römer 8:29 ist zu einem Lieblingstext geworden von mir.
    Ich selbst würde mich aktuell nicht als einen „Trinitarier“ bezeichnen, aber als jemand, der verstanden hat, wie man dazu kommt, diese Lehre/Dogma überhaupt in Betracht zu ziehen.
    Diejenigen, die wie erlernt, losbrettern und die Keule schwingen: „Der Vater ist größer als der Sohn!“ die übersehen völlig, dass genau das nie in Abrede gestellt wird, von jemandem der dieser Denkrichtung anhängt. Sie haben das Zusammenspiel von Vater, Sohn und HLGeist noch nicht erkannt.
    Für mich waren die Gedanken aus Johannes 17 und 14 ausschlaggebend,
    wie ich auf der Hauptseite schon geschrieben habe, dass der Vater und der Sohn eins sind und wenn Jesus sagt: „ich bin in dir und du in mir“ da macht es bei mir klick und alles wird klar. Und wenn wir dann in Johannes 14 noch lesen dass der Heilige Geist vom Vater ausgesendet wird dann habe ich mit zwei Bibelstellen das Bild einer Dreieinigkeit vor mir, wie ich sie annehmen kann. Und sehr viel mehr soll dieses Dogma ja auch gar nicht aussagen, oder?
    Ich kann nur empfehlen, in der Studienbibel zur Schlachter 2000 all die Schriftstellen mal anzuschauen, die aufzeigen, was der HLGeist alles tut und zwar als von Gott ausgesandt und völlig autark handelnd.
    Mein Problem aktuell ist noch, dass – obwohl der HLGeist wie eine Person handelt – ich in ihm noch kene Person sehen kann, für mich hat er noch kein „Gesicht“, wenn du verstehtst was ich meine.
    Lieber Gruß
    Achim

  • Gerd
    Juli 8, 2015

    Lieber Achim,

    als ich nach der ZJ-Zeit bei den Mennoniten Zuflucht suchte, wurde ich laufend mit der Trini-Lehre konfrontiert. Ich musste mich bei den Diskussionen damit genau auseinandersetzen. Wie ich schon schrieb, hätte ich die Anti-Trini der ZJ auch schnell entsorgen können, wenn das Dreifaltigkeits-Dogma mir naheliegend und logisch erschienen wäre. Es beginnt schon mit der Frage wieso nachfolgende Definition der Trinität bis ins Jahr 325 nicht möglich war? Die Urchristen mussten somit einer Gottesvorstellung folgen, die erst mit Hilfe eines römischen Cäsars und dessen Anhang klar wurde, passt das denn in ein Bild, das wir von Gott aus dem AT haben, wo keine Vermischung von JHWH- mit Baals-Lehren geduldet wurde. Nun die angekündigte dogmatische Erklärung, also eine Gottanalyse, von Menschen ersonnen:

    Katholische und protestantische Glaubensauffassung
    „DAS DOGMA DER DREIFALTIGKEIT“ —
    Der Ausdruck Dreifaltigkeit bezeichnet die Zentrallehre der christlichen Religion — die Wahrheit, daß in der Einheit der Gottheit drei Personen sind: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, drei deutlich voneinander unterscheidbare Personen. Daher heißt es im Athanasianischen Glaubensbekenntnis: ,Der Vater ist Gott, der Sohn ist Gott, und der Heilige Geist ist Gott, und doch sind sie nicht drei Götter, sondern e i n Gott‘ “ (The Catholic Encyclopedia )… Sie sind gleich an Herrlichkeit; gleich ewig ist ihre Majestät. Wie der Vater, so der Sohn, so der heilige Geist . . . Ewig ist der Vater, ewig ist der Sohn, ewig ist der heilige Geist . . . Eben so ist der Vater allmächtig; allmächtig ist der Sohn; allmächtig ist der heilige Geist . . . Der Vater ist Gott, der Sohn ist Gott, der heilige Geist ist Gott. Herr ist der Vater, Herr ist der Sohn, Herr ist der heilige Geist; und doch sind nicht drei Herren, sondern Ein Herr . . . Der Vater ist durch Niemand gemacht, nicht erschaffen, nicht erzeuget. Der Sohn ist vom Vater allein, nicht gemacht, nicht erschaffen, sondern erzeuget. Der heilige Geist ist vom Vater und vom Sohne — nicht gemacht, nicht erschaffen, nicht erzeuget, sondern ausgegangen . . .

    Frage: Wo gibt es nur andeutungsweise eine solche „athanasianische“ Glaubens- (Auslegungs)-formel in der BIBEL? Welche Konsequenz ergibt sich demnach, aus der Formulierung „Sohn ist vom Vater ´erzeuget´“ (gleich mächtig und ewig, wie ist das möglich?).

    Ich habe in meinem Fundus ein Buch (nicht von den Zeugen Jehovas), wo der Autor die Frage stellt, wie kann man nur so eine widersinnige Ansicht glauben? Ich würde dazu sagen: Wenn diese Ansicht (Auslegung) in der Bibel EINdeutig hervorgehen würde, aber so…

    Allein in den Paulusbriefen gibt es genug Stellen, wo o.g. Auslegung nicht haltbar ist, wenn im Korintherbrief Paulus davon spricht, dass die Heiden auch ihre Götter und Herren hätten (er war genau beim Thema!), kam er zu dem für Christen bindenden Schluß:
    1. Kor. 8,6 (HSK) „So existiert für uns nur ein einziger Gott, der Vater, aus dem alles ist und für den wir sind, und ein einziger Herr, Jesus Christus, durch den alles ist und wir durch ihn.“
    Frage: Beruht diese Festlegung (einziger Gott = Vater) auf einer falschen Sicht (Irrtum) von Paulus?

    Joh. 20,17 (Lu) „Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“
    Frage: Wie bringt man diese ^ Aussage Jesu (!) in eine trinitarische Harmonie.

    1. Petr. 1,3 (HSK) „Gepriesen sei der G o t t und Vater unseres Herrn Jesus Christus.“
    Frage: Wie erklären das die Trinileute?

    Offb. 1,1; 3,12 (Lu) „Die Offenbarung Jesu Christi die GOTT IHM GAB“; „Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen . . . der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt von meinem Gott.“
    Frage: Wieso spricht der ERHÖHTE Herr Jesus das?

    Joh. 17,1, 3 (HSK) „Nach diesen Worten erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: ,Vater, die Stunde ist gekommen, verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche. Das aber ist das ewige Leben, daß sie dich erkennen, den a l l e i n wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus.‘ “

    Ich wiederhole noch einmal eine Schlüsselstelle, die doch klar das Trini-Dogma (alle 3 sind gleich mächtig) widerlegt:
    1 Kor 15,24-28 (Eb) „dann das Ende wenn er das Reich dem Gott und Vater übergibt…Wenn er aber sagt daß alles unterworfen sei, so ist offenbar, daß der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat, auf daß Gott alles in allen sei“
    Frage: Wieso lehrt die Trini, dass diese Personen immer GLEICH mächtig waren?

    Der von Kirche und Freikirche ungebundene Gerd hat alle Freiheit die Einordnung der göttlichen (!) Personen so vorzunehmen, wie es ihm die BIBEL (!) zeigt, etwa gemäß diesem Bekenntnis:

    Matth. 16,16, 17 (Lu) „Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn! Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel.“
    Frage: Ist Jesus nun der SOHN Gottes? Wieso wird er gerade Sohn genannt? Die Trinität macht ihn doch eher zu einem „Zwillingsbruder“ des Vater/Geist-Gottes?

    Joh. 3,16, 17 (Lu) „Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
    Frage: WAS bedeutet „eingeborener“ Sohn? Was bedeutet eigentlich „ERSTgeborener“ (z.B. Heb 1,6) gibt es nicht künftig „WEITERgeborene“ Söhne Gottes (Römer 8,29)? Wenn ja, sind die dann auch gleich mächtig wie Sohn/Vater/Geist? Ähnliche Fragen stellte Ray Franz in seinem Freiheits-Buch.

    Wenn die Urchristen ihren Glauben, mit göttlichen Wundergaben ausgestattet, ausleben konnten, dann sollte doch unsere Gottesvorstellung reichen, ohne den Allmächtigen in seine Einzelteile filetieren zu müssen 😉

    Friedliche Sonntagsgrüße an Achim und dem BI-Rest sendet
    Gerd

  • Tommy
    Juli 8, 2015

    Jetzt muesste man sich bemuehen, das zu widerlegen Gerd.
    Auff gehds Buam!
    Tommy

  • Cheyenne
    Juli 8, 2015

    Liebe Diener Jesu und Jehovas!

    Josua und Kaleb erlebten einen unvorstellbaren Gesinnungswandel beim eigenen Volk. Kaum befreit, sehnten sich schon wieder zurück in die unmenschliche Sklaverei.

    4.Mose 14:3… Ist es nicht besser für uns, nach Ägypten zurückzukehren?“ 4 Sie sagten dann sogar zueinander: „Laßt uns ein Haupt bestimmen, und laßt uns nach Ägypten zurückkehren!“

    Nun die unglaubliche Erfüllung heute: nachdem unser Mittler Jesus im Jahre 1975 nicht WTG- termingerecht zurückgekommen ist, wurde am 1.1.1976 die LK mit ihren 6 Komitees gegründet. Dieses ausgewählte Haupt hat die Zeugen mit KödöR und 10jähriger Mitgliedschaft in einer UNO- Unterorganisation nach und nach zurück nach Ägypten/ Babylon der Großen gebracht. Die Mehrheit der Zeugen findet diese Bündnisse mit der Welt super und freuen sich über diese Art der Profilierung der WTG. Auch die großangelegten Trolley- Werbekampagnen für JW.ORG dienen nur diesem Zweck.

    Zu Jesajas Zeiten gab es dieses Problem auch schon. (EB)
    Jesaja 30:1.Wehe den widerspenstigen Kindern, spricht Jehova, welche Pläne ausführen, aber nicht von mir aus, und Bündnisse schließen, aber nicht nach meinem Geiste, um Sünde auf Sünde zu häufen; 2.die hingehen, um nach Ägypten hinabzuziehen- aber meinen Mund haben sie nicht befragt- um sich zu flüchten unter den Schutz des Pharao und Zuflucht zu suchen unter dem Schatten Ägyptens! 3.Und der Schutz des Pharao wird euch zur Schmach werden, und die Zuflucht unter dem Schatten Ägyptens zur Schande…. 5.Alle werden beschämt werden über ein Volk, das ihnen nichts nützt, das nicht zur Hilfe und nicht zum Nutzen, sondern zur Beschämung und auch zum Hohne wird.

    Jesaja 31:1 Wehe denen, welche nach Ägypten hinabziehen um Hilfe, auf Rosse sich stützen, und die ihr Vertrauen auf Wagen setzen, weil ihrer viele, und auf Reiter, weil sie zahlreich sind; und die auf den Heiligen Israels nicht schauen und nach Jehova nicht fragen! 2.Aber auch er ist weise und führt Unglück herbei, und nimmt seine Worte nicht zurück; und er steht auf wider das Haus der Übeltäter und wider die Helferschaft derer, welche Frevel tun. 3.Und die Ägypter sind Menschen und nicht Gott, und ihre Rosse sind Fleisch und nicht Geist. Und Jehova streckt seine Hand aus, und es strauchelt der Helfer, und es stürzt der, welchem geholfen wird; und sie werden zunichte alle miteinander.

    NWÜ:3 … Und Jehova selbst wird seine Hand ausstrecken, und der Hilfedarbietende wird straucheln müssen, und der, dem geholfen wird, wird fallen müssen, und zur selben Zeit werden sie alle ein Ende nehmen.

    Jesus fragte in Lukas 6:39…Kann wohl ein Blinder einen Blinden leiten? Werden nicht beide in eine Grube stürzen?

    Dies gilt für alle Blindenführer und Blindgeführten, egal welchen religiösen Führern sie nachfolgen. Die Augen geschlossen, oder JW-ORG. Fahnen- und Plakate schwingend hinter ihren Idolen herlaufend. Gut organisiert kann der Widersacher sein Ziel am leichtesten erreichen.

    L.G. Cheyenne

  • Shannon
    Juli 8, 2015

    Für mich ist das Beispiel von Josua und Kaleb geraduzu klassisch im menschlichen Verhalten: Ich sehe, was ich sehen will. Oder ich glaube, was ich glauben will.

    Während die anderen Kundschafter ihren Blick auf die Gefahren richteten, sahen Josua und Kaleb die Chancen. (Mal ganz modern ausgedrückt).
    Es ist auch heute für einzelen Brüder und Schwestern nicht leicht, sich gegen die Masse zu stellen.
    Während die einen die Gefahren sehen, sich gegen die Lehrmeinung der Organisation zu stellen (Ächtung, Einsamkeit), sehen die anderen die Chancen, die das vertreten der eigenen Meinung bringt. (innere Freiheit).

    Liebe Grüße
    Shannon

  • Omma@Shannon
    Juli 8, 2015

    Liebe Shannon,

    danke für deinen zutreffenden Kommentar.

    Bei deinem letzten Satz fiel mir noch folgendes ein. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Sich gegen die Organisation zu stellen war für mich gleichzeitig die Chance, mich zu den beiden Höchsten zu bekennen, also eine Glaubensprüfung, trotz Ächtung.

    Die innere Freiheit und den inneren Frieden verspüren wir auch.

    Ganz liebe Grüße Omma

  • Manfred an Omma
    Juli 8, 2015

    Liebe Omma,

    da stimme ich Dir voll zu. Es ist eine Chance, sich zu den beiden Höchsten zu bekennen. Man vertraut dann völlig auf sie, dass sie alles zum Guten werden lassen. Man braucht dann auch keinen Menschen mehr folgen. Jesus ist dann unser alleiniger Führer zum Vater. Diese Stellung hat er zwar schon immer gehabt, aber leider haben sich da ein paar Menschen noch zwischen reingedrängt.

    Durch den Ausschluss stehen diese nun nicht mehr zwischen uns und Jesus. Wir haben somit eine direktere Verbindung für die ich sehr dankbar bin.

    Allen Lesern eine schöne sonnige Woche. Soll ja so bleiben. 😉

    Liebe Grüße Manfred

  • Klaus Karl
    Juli 8, 2015

    Hallo Manfred &Omma,irgendetwas klapp bei meine Yahoo addy nicht ich komme nicht an meine Post hier eine andere Karl700@outlook.de,danke
    LG
    Klaus

  • Tommy
    Juli 8, 2015

    Ich geh aber noch ein Stueck weiter Shannon,
    die beiden konnten sich offenbar noch irgendwie erinnern, dass da was war von wegen Wolke und Feuersaeule, die immer vorausging, geteiltes Meer etc. Sie vertrauten auch dem was sie gesehen haben und erlebt wo die anderen irgendwie……
    Tommy

  • Shannon
    Juli 8, 2015

    Aber ja Tommy, Vertrauen ist die Grundvoraussetzung, um vorwärts zu gehen. Ist doch heute auch nicht anders oder?
    Wobei es wohl immer ein Kampf ist, zwischen Vertrauen und Angst. Was ist stärker?

    Liebe Grüße
    Shannon

  • Omma
    Juli 8, 2015

    Hallo, ihr Lieben,

    mir fallen weitere Personen ein, die nicht mit der Masse gingen, sich sogar gegen die Familie entschieden. Die Söhne Korahs.

    Bei der Vernichtung der Rotte Korahs gab es folgende Ausnahme,
    dass nämlich seine Kinder nicht in die Bestrafung mit eingeschlossen wurden.

    4. Mo 26:11 (Schlachter)
    11 Aber die Söhne Korahs starben nicht.

    Von seinen Söhnen oder Nachkommen, die in dem Dienst der Sänger standen, wurden folgende Psalmen geschrieben: Psalm 42; 44 – 49; 84; 85; 87; 88.

    Sie haben sich also der Rebellion ihres Vaters nicht angeschlossen.

    Ganz herzlich grüßt euch Omma

  • Manfred
    Juli 8, 2015

    Liebe Geschwister,

    was zeichnete Josua und Kaleb bei dieser Begebenheit aus? Ich möchte dazu mal mit der Anweisung Jehovas beginnen. Wir lesen in der Nev.Ü:

    4.Mo. 13:
    1 Jahwe sagte zu Mose: 2 „Du kannst einige Männer losschicken, die das Land Kanaan erkunden sollen, das ich den Israeliten geben will! Nimm dazu aus jedem Stamm je einen der führenden Männer!“

    Lässt die Aussage Gottes: das ich den Israeliten geben will! … auch die Möglichkeit zu, dass Jahwe ihnen nicht das Land geben könnte? Wenn man weiß, dass Gott so groß und mächtig ist, dass er das ganze Universum erschaffen kann und gerade erst bewiesen hat, dass kein Volk, so groß und stark es auch sein mag (Ägypten) ihm gegenüber standhalten kann. Sollte man dann an dieser Aussage zweifeln?

    Als Moses die Anweisung Gottes an die Kundschafter weitergab ergänzte er noch mit einigen Details:

    17 Als Mose sie losschickte, sagte er zu ihnen: „Nehmt den Weg durch den Negev und steigt dann auf das Gebirge. 18 Seht euch das Land und die Menschen dort genau an. Findet heraus, ob sie stark oder schwach, wenig oder zahlreich sind, 19 ob das Land gut oder schlecht ist! Achtet darauf, ob sie in offenen Siedlungen wohnen oder in befestigten Städten. 20 Seht, ob das Land fruchtbar ist und ob es dort Wälder gibt. Fasst Mut und bringt Proben von den Früchten des Landes mit!“

    Nach 40 Tagen kamen die Kundschafter wieder zum Volk zurück und erstatteten Bericht:

    27 Sie berichteten Mose: „Wir sind in dem Land gewesen, in das du uns geschickt hast. Es ist wirklich ein Land, das von Milch und Honig überfließt. Sieh dir nur diese Früchte an! 28 Allerdings ist das Volk, das dort wohnt, stark, und seine Städte sind groß und gut befestigt. Und dann haben wir auch noch die Söhne Anaks dort gesehen! 29 Im Negev wohnen die Amalekiter, im Bergland die Hetiter, Jebusiter und Amoriter, am Meer und in der Jordanebene die Kanaaniter.“ 30 Kaleb beschwichtigte das Volk, das über Mose aufgebracht war. Er sagte: „Wir werden hinaufziehen und das Land in Besitz nehmen! Wir können es sehr wohl erobern.“ 31 Aber die anderen Kundschafter sagten: „Wir können es nicht! Das Volk im Land ist stärker als wir.“ 32 Sie erzählten den Israeliten schreckliche Dinge über das Land, das sie erkundet hatten. „Dieses Land verschlingt seine Bewohner“, sagten sie. „Alle Leute, die wir gesehen haben, sind sehr groß, 33 besonders die Nachkommen Anaks, die Riesen. Ihnen gegenüber kamen wir uns wie Heuschrecken vor. Und so haben sie auch uns angesehen.“

    Wie unterscheidet sich nun der Bericht von den 10 Kundschaftern zu dem von Josua und Kaleb? Nun die 10 hatten vor den großen Völkern Angst und übertrieben daher ihre Ansicht, was die Größe der Menschen betraf. Sie sagten, dass sie Riesen seien. Daher wäre es nicht möglich, das Land einzunehmen.

    Kaleb antwortete jedoch: „Wir werden hinaufziehen und das Land in Besitz nehmen! Wir können es sehr wohl erobern.“

    Doch der Bericht der 10 Kundschafter brachte das ganze Volk in Aufruhr, da lesen wir in Kap. 14 weiter:

    1 Da fing die ganze Volksgemeinschaft an, laut zu schreien. Und sie weinten die ganze Nacht. 2 Alle Israeliten beklagten sich über Mose und Aaron, und die ganze Menge sagte zu ihnen: „Wären wir doch im Land Ägypten gestorben oder hier in der Wüste. 3 Wozu bringt uns Jahwe in dieses Land? Sollen wir jetzt im Kampf umkommen, sollen unsere Frauen und unsere kleinen Kinder zur Beute werden? Wäre es nicht besser für uns, nach Ägypten zurückzukehren?“ 4 Schon sagten einige zueinander: „Lasst uns einen neuen Anführer wählen und nach Ägypten zurückkehren!“ 5 Da warfen sich Mose und Aaron vor den Augen der ganzen Versammlung der Israeliten nieder, mit dem Gesicht zum Boden.

    Ist das eigentlich logisch, dass Jahwe die Israeliten aus dem Land Ägypten befreit hat, damit sie dann im Land Kanaan umkommen sollten? Warum der Aufwand ein Millionenvolk durch die Wüste wandern zu lassen, wenn am Ende nur der Tod winken würde? In der Tat, da hätten sie auch in Ägypten bleiben können. Interessant ist jetzt, wie Josua und Kaleb darauf reagierten:

    6 Doch Josua Ben-Nun und Kaleb Ben-Jefunne von den Kundschaftern rissen entsetzt ihre Obergewänder ein 7 und sagten der ganzen Menge der Israeliten: „Das Land, das wir erkundet haben, ist sehr, sehr gut. 8 Wenn Jahwe Gefallen an uns hat, wird er uns in dieses Land bringen, ein Land, das von Milch und Honig überfließt. 9 Lehnt euch doch nicht gegen ihn auf! Und habt doch keine Angst vor dem Volk dieses Landes! Wir werden sie verschlingen wie Brot, denn ihr Schutz ist von ihnen gewichen und Jahwe ist mit uns! Fürchtet euch doch nicht vor ihnen!“ 10 Schon sprach die ganze Menge davon, sie zu steinigen, da erschien die Herrlichkeit Jahwes allen Israeliten am Zelt der Gottesbegegnung.

    Diese beiden Männer hatten keine Angst, sie vertrauten völlig auf Gott. Sie erkannten, worauf es wirklich ankam. Wenn Jahwe Ihnen dieses Land geben wollte, dann ist völlig egal wie groß und mächtig die jetzigen Bewohner gewesen sind. Das Volk Israel würde dieses Land bekommen. Gott würde ihnen den Sieg bringen. Richtigerweise warnten sie ihre Brüder davor, sich gegen Gott aufzulehnen. Furchtlos haben sie für Gott eingestanden und ihren Brüdern verkündet, dass sie siegreich sein würden.

    Wie reagierte nun das Volk darauf? Im Vers 10 steht, dass sie überlegten diese beiden Männer zu steinigen. Für Josua und Kaleb war es somit nicht einfach. Sie haben nicht nur ihre Meinung gesagt und dann wäre das erledigt gewesen. Das Volk wollte sie für ihre Meinung sogar steinigen. Sie standen somit in Gefahr vom Volk Gottes dafür getötet zu werden, dass sie auf Gott vertrauten. Eigentlich undenkbar, dass das Volk so reagieren konnte, nachdem ihnen erst die Rettung aus Ägypten zuteil geworden ist.

    Doch bevor das Volk seine Gedanken in die Tat umsetzen konnte, erschien die Herrlichkeit Jahwes dem ganzen Volk. Nachdem er einige Worte mit Mose gewechselt hat, weist er das Volk genau auf die Tatsachen hin, die sie erst vor ganz kurzem erlebt hatten, denn er sagte:

    20 Da sagte Jahwe: „Ich vergebe nach deinem Wort! 21 Aber so gewiss ich lebe, und die ganze Erde von der Herrlichkeit Jahwes erfüllt werden wird: 22 Alle Männer, die meine Herrlichkeit und meine Wunderzeichen gesehen haben, die ich in Ägypten und in der Wüste tat, und die mich nun zehnmal auf die Probe gestellt und nicht auf mich gehört haben, 23 sie werden das Land nicht sehen, das ich ihren Vorfahren unter Eid zugesagt habe. Alle, die mich verachten, werden es nicht sehen. 24 Aber meinen Diener Kaleb, in dem ein anderer Geist war und der treu zu mir gehalten hat, ihn werde ich in das Land bringen, das er schon betreten hat, und seine Nachkommen werden es in Besitz nehmen. 25 Die Amalekiter und Kanaaniter bleiben in der Ebene wohnen. Brecht also morgen auf und zieht durch die Wüste in Richtung Schilfmeer.“

    Das Volk hatte die Rettung Jehovas gesehen und miterlebt und trotzdem glaubten sie nicht, dass er sie auch nun wieder zum Sieg führen kann. Josua und Kaleb glaubten das und Jesus sagte:

    Joh 20,29 Jesus erwiderte: „Du glaubst, weil du mich gesehen hast. Glücklich zu nennen sind die, die mich nicht sehen und trotzdem glauben.“

    Liebe Grüße Manfred

  • Zadok/Achim@Bruderinfo
    Juli 8, 2015

    Lieber Bruderinfo,

    du schreibst:
    Alle? Nein nicht alle, es gab einzelne Männer die haben nicht das mitgemacht was die Masse getan hat. Zitat Ende

    Wahrscheinlich willst du darauf hinaus, dass man die richtige Position vertritt, wenn man nicht dem Mainstream folgt. Der schmale Weg führt zum Leben…usw.
    Aber dafür ist Josua und Kaleb das falsche Beispiel.
    Beachten wir folgendes:
    1. Israel war gehorsam und tat was Gott verlangt hat.
    2. Die Kundschafter taten auch was Gott verlangt hat.

    Nur, als sie zurückkamen hatten 10 von 12 Angst und haben abgeraten, das Land zu erobern, sie zeigten kein Gottvertrauen, das war der entscheidende Fehler.

    3. Josua und Kaleb wollten das Land erobern, weil sie wussten, mit Gottes Hilfe wird es klappen. Und das haben sie bewiesen, wofür sie belohnt wurden.

    Sich auf Gott zu verlassen ist etwas was von allen Christen verlangt wird. Und wie Tommy zeigt, gibt es dafür sehr viele andere Beispiele in der Schrift, um nicht zu sagen, sie ist voll davon.

    Lieber Gruß
    Achim

  • Zadok/Achim@Bruderinfo
    Juli 8, 2015

    will noch was ergänzen:

    Diese Argumentation, sich gegen die Hauptmeinung zu stellen, sei immer das richtige, ist nicht zielführend.
    Denn:
    Was war denn als Israel 40 Jahre später geeint den Jordan überschritten hat und geeint Jericho einnahm? Mainstream pur?
    Keiner der „eine andere Meinung“ hatte? Keiner, der dagegen war und einen „hat Gott wirklich gesagt“ Geist hatte? So nach der Argumentation “ ist ein Drittel dasselbe wie der dritte Teil und was sagt der Urtext dazu?“ Nein, es war niemand da, wunderbar. Göttliche Einheit.
    Lieber Gruß
    Achim

  • SledgeHammer@Achim
    Juli 8, 2015

    Hallo Achim,

    da bin ich ganz bei Dir – mal wieder. Spontan fällt mir Richter, Kapitel 20 ein:

    1) Und alle Söhne Israel zogen aus, und die Gemeinde – von Dan bis Beerscheeba, dazu die Gemeinde Gilead – versammelte sich WIE EIN MANN vor dem HERRN nach Mizpa.

    8) Da stand das ganze Volk auf WIE EIN MANN und sagte:…

    11) Und alle Männer von Israel versammelten sich gegen die Stadt, WIE EIN MANN verbündet.

    Es ist eine defizile Betrachtung des Einzelfalles, wann Nonkonformismus gerechtfertigt und angebracht, ja sogar gefordert ist, und wann nicht.

  • Alois
    Juli 8, 2015

    Lieber Achim

    Auch Jesus sagte dass nur wenige den richtigen Weg finden. Im Umkehrschluss heißt das, dass die Masse diesen richtigen Weg nicht findet.

    Matth. 7
    13. Gehet ein durch die enge Pforte; denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind, die durch dieselbe eingehen.
    14. Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden.

    Wer will Jesus widersprechen?

    Es ist richtig dass 40 Jahre später nach der Begebenheit mit dem goldenen Kalb das Volk geeint über den Jordan ging. Aber wir dürfen nicht vergessen dass dieses Volk Israel diese 40 Jahre mit Strenge geläutert wurde. Außer Josua und Kalep sind alle Menschen in der Wüste nach und nach gestorben die zum Urteil Gottes älter als 20 Jahre waren. Diese Geschichte ist auch ein Hinweis auf das heutige Gottesvolk, auch dieses wird nur geläutert ins ewige Leben gehen.
    Auch Noah und seine 7 Familienangehörige gingen vereint in die Arche. Aber sie waren doch nur ein kleiner Rest der damaligen Menschheit.

    Liebe Grüße
    Alois

  • Zadok@Alois
    Juli 8, 2015

    Lieber Alois,

    wer ist denn das „heutige Gottesvolk“ nach deinem Verständnis?

    Lieber Gruß

    Achim

  • Alois
    Juli 8, 2015

    Lieber Achim

    Es wundert mich sehr dass Du diese Frage stellst. Ich antworte trotzdem auf Deine Frage

    1.Petr. 2 HfA

    6 Es steht ja schon in der Heiligen Schrift: „Einen ausgewählten, kostbaren Grundstein werde ich in Jerusalem legen. Wer auf ihn baut und ihm vertraut, steht fest und sicher.“
    7 Ihr habt durch euren Glauben erkannt, wie wertvoll dieser Grundstein ist. Für alle aber, die nicht glauben, gilt das Wort: „Der Stein, den die Bauleute wegwarfen, weil sie ihn für unbrauchbar hielten, ist zum Grundstein des ganzen Hauses geworden.
    8 Er ist ein Stein, an dem sich die Menschen stoßen, ja, der sie zu Fall bringt. Denn sie stoßen sich nur deshalb daran, weil sie nicht auf Gottes Botschaft hören. Gott selbst hat sie dazu bestimmt.
    9 Ihr aber seid ein von Gott auserwähltes Volk, seine königlichen Priester, ihr gehört ganz zu ihm und seid sein Eigentum. Deshalb sollt ihr die großen Taten Gottes verkünden, der euch aus der Finsternis befreit und in sein wunderbares Licht geführt hat.
    10 Früher habt ihr nicht zu Gottes Volk gehört. Aber jetzt seid ihr Gottes Volk! Früher kanntet ihr Gottes Barmherzigkeit nicht; doch jetzt habt ihr sie erfahren.

    Ich wiederhole die wesentlichen Aussagen des Petrus:
    Vers 10: Früher hat das von Petrus angesprochene Gottesvolk nicht zu Gottes Volk gehört, denn das frühere Gottesvolk waren die Israeliten.
    Vers 7: Das neue Gottesvolk sind die, die durch Glauben erkannt haben, wie wertvoll und kostbar Jesus als der Grundstein ist. Die fleischlichen Israeliten hielten diesen Stein im Allgemeinen für unbrauchbar.

    Liebe Grüße
    Alois

  • Zadok@Alois
    Juli 8, 2015

    Lieber Alois,

    wenn du schreibst:
    Vers 7: Das neue Gottesvolk sind die, die durch Glauben erkannt haben, wie wertvoll und kostbar Jesus als der Grundstein ist.

    dann gehst du ja damit einig, dass es sich nicht um die ZJ handeln kann.Unsere gemeinsame Glaubensbasis hat sich soeben um 100% vergrößert. Wunderbar.
    Wir reden also über die Gemeinde, den Leib oder die Braut Christi.
    Genau diese Menschen hat Petrus auch gemeint.

    Lieber Gruß
    Achim

  • Alois
    Juli 8, 2015

    Lieber Achim

    Petrus seine Worte sind eindeutig und auch andere Aussagen der Bibel sagen es aus, wenn ein ZJ durch Glauben erkannt hat wie wertvoll und kostbar Jesus als Grundstein ist, gehört auch er zum Gottesvolk. Wir sollten niemanden ausschließen, das steht uns nicht zu. Nur die beiden Höchsten kennen die Herzen der Menschen.

    Liebe Grüße und schönen Tag
    Alois

  • Zadok@Alois
    Juli 8, 2015

    Lieber Alois,

    da stimme ich vollständig zu. Ich hätte oben „ZJ als Gesamtheit“ schreiben sollen.

    Lieber Gruß
    Achim

  • Gerd
    Juli 8, 2015

    Zwischenruf

    Bleiben wir bei Petrus, er schrieb auch das, im 2. Brief, erstes Kapitel:

    10 Darum, Brüder, befleißiget euch um so mehr, eure Berufung und Erwählung fest zu machen

    W e r beruft, w e r erwählt? Jeder sich selbst?
    Gleiches Kapitel:

    3 Da seine göttliche Kraft uns alles in betreff des Lebens und der Gottseligkeit geschenkt hat durch die Erkenntnis dessen, d e r uns berufen hat durch Herrlichkeit und Tugend,
    4 durch welche e r uns die größten und kostbaren Verheißungen geschenkt hat, auf daß ihr durch diese Teilhaber der göttlichen Natur (!) werdet

    Paulus erklärt im Römerbrief, 8. Kapitel, w i e das vor sich geht, ich zitiere nicht die bekannten Verse, sondern ein Kapitel später:

    16 Also liegt es nun nicht an dem Wollenden, noch an dem Laufenden, sondern an dem begnadigenden Gott…
    24 Uns, die e r auch berufen hat, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Nationen.

    Die Berufung und Erwählung erfolgt immer noch bis heute, wobei dieses „Gottesvolk“ von Gott selbst auserwählt wurde und noch wird.

    Die Berufung und Erwählung endet wenn sich das erfüllt, Römer 11:

    25 Denn ich will nicht, Brüder, daß euch dieses Geheimnis unbekannt sei, auf daß ihr nicht euch selbst klug dünket: daß Verstockung Israel *) zum Teil widerfahren ist, b i s die Vollzahl der Nationen eingegangen sein wird…

    *) Ist das ^ genannte „verstockte Israel“, etwa das sog. „geistige Israel“? Wenn ja: wäre das nicht absurd?

    Wenn die Herauswahl aus allen Nationen die Vollzahl (pläroma) erreicht und abgeschlossen wird, was geschieht dann mit dem „verstockten Israel“ – werden die automatisch zu „Berufenen und Erwählten“ wenn dieser Prozess doch vorher schon vorbei ist?

    Es wird sich das erfüllen, was Russell und Nachfolger irrigerweise in die Vergangenheit deuten (607 v o r…) obwohl Jesus in der Zukunftsform sprach, Lukas 21:

    24 … Jerusalem w i r d zertreten w e r d e n von den Nationen, bis die Zeiten der Nationen erfüllt sein werden.

    An Jerusalem erfüllt sich dann das, was im AT verheißen wurde und sich bis heute noch nicht erfüllte. Nochmal Petrus, Apg. 3:

    1 welchen freilich der Himmel aufnehmen muß bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, von welchen Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat.

    Daher sollte exegetisch das herausgerufene Israel
    nicht mit dem fleischlichen Israel (das weiterhin irdische Verheissungen hat)
    vermixt werden!

    Meint freundlich grüßend
    Gerd

  • Tommy
    Juli 8, 2015

    Gute Frage,
    Jeremia, Samuel, Jesus, Paulus etc……
    Tommy

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