16 Comments
  • Matthäus
    März 7, 2011

    Ich möchte eueren sehr guten Artikel etwas provokannt in: „Dein Glaube oder Werke“ umbenennen! Dazu folgende Aussagen der Bibel hinzufügen:

    2.Kor.10: 7 Seht doch den Tatsachen ins Auge! Ist jemand davon überzeugt, zu Christus zu gehören, dann soll er uns das nicht absprechen. 8 … mein Auftrag ist, euch zu helfen, nicht euch zu schaden.

    den Galatern schrieb Paulus:

    Kap. 4:8 Als ihr von Gott noch nichts wusstet, habt ihr so genannten Göttern gedient, … 9 Nachdem ihr nun aber Gott kennt und liebt – genauer gesagt, nachdem Gott euch kennt und liebt -, wie ist es da möglich, dass ihr euch diesen armseligen und kümmerlichen Vorstellungen wieder zuwendet und sogar sklavisch danach lebt? 10 Oder warum sonst legt ihr so großen Wert auf die Einhaltung bestimmter Tage, Monate, Feste und Jahre? (Stunden)

    11 Ich mache mir Sorgen um euch! Ist denn meine ganze Arbeit bei euch sinnlos gewesen? 12 Liebe Brüder und Schwestern, ich bitte euch: Folgt meinem Beispiel, erwartet eure Rettung nicht vom Gesetz.

    Kap.5: 13 Durch Christus wurde euch die Freiheit geschenkt, liebe Brüder und Schwestern! Das bedeutet aber nicht, dass ihr jetzt tun und lassen könnt, was ihr wollt. Dient vielmehr einander in Liebe. 14 Denn wer dieses eine Gebot befolgt: „Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!“, der hat das ganze Gesetz erfüllt.

    Und an die Römer fügt Paulus hinzu:

    Kap.9: Der falsche Weg
    30 Was will ich nun damit sagen? Menschen aller Völker, die sich nicht darum bemüht haben, bei Gott Anerkennung zu finden, wurden von ihm angenommen, und zwar durch ihren Glauben an Jesus Christus. 31 Israel aber, das sich so sehr bemühte, Gottes Gebote zu erfüllen, um dadurch vor Gott bestehen zu können, hat dieses Ziel nicht erreicht.

    32 Warum eigentlich nicht? Weil die Israeliten nicht durch den Glauben an Christus, sondern durch ihre eigenen Leistungen Anerkennung bei Gott finden wollten. … ich lege in Jerusalem einen Stein, über den man stolpern wird, und einen Fels, über den sie stürzen werden. Wer aber an ihn glaubt, steht fest und sicher.“

  • Joshua Gross
    März 7, 2011

    Hallo Matthäus, die Bibelübersetzung aus der du zitierst gefällt mir sehr gut. Welche ist das?

    Grüße!
    Joshua

  • Matthäus
    März 7, 2011

    Hallo Joshua, ich lese fast ausschließlich in der „Hoffnung für alle“ – ist im WT/Lit. sehr oft ztiert.

    Als ich wieder einmal mit den Ältesten „im Klinsch“ war, kam prompt der Vorwurf: „Du verwendest ja nicht einmal die NWÜ!“

    Soweit haben es die Ältesten gebracht auch dafür Anklage zu erheben obwohl diese sehr gute Übersetzung selbst von der LK verwendet wird.

    Du kannst auch unter Google „bibelserver“ aufrufen und hier findest Du die HFA und auch andere Übersetzungen im direkten Vergleich.

    lg. Matthäus

  • Christof
    März 7, 2011

    Hallo, ein Lob für euren Artikel. Genau so ist es, die Abhängigkeit, Werke (sprich Stunden) zu leisten in Verbindung mit
    der Rettung. Vor paar Jahren konnte ich es auch nicht fassen, wie locker einem das DAG Amt angeboten wurde: Der Durchschnitt der Stunden der VS liegt bei 9,5; bis 8 Std mtl. wäre noch o.k., dann wäre ich DAG, drunter geht leider nicht, obwohl sonst alles stimmte.. Und auch bestimmte Erfahrungen von Pio`s.. 3 Std Dienst, Rückbesuch in der Stadt A, dann entgegengesetzt nach B gefahren, 2 Zeitschriften abgebenen, wieder nach A gefahren und das war`s. Aber gleichzeitig eine Ansprache des VA; wann Zeit im Predigdient berichtet werden darf: Nicht von Zuhause aus gerechnet, sondern an der 1. Türe (wenn jemand daheim ist), außer man beginnt mit Ansprechdienst (es reicht, 1 Traktat abzugeben), dann zählt der Dienst ab dann.. Ist das nicht alles menschlich „krank“ ?
    Aber Frage an viele: Was predigt ihr an den Türen, wenn ihr die Botschaft von Christus lehrt, selbst aber solche Probleme mit der WTG habt, dass ich euch am liebsten nicht mehr damit identifizieren wollt/könnt ???

    Liebe Grüße Christof

  • Bob
    März 7, 2011

    Lieber Brüder v. Bruderinfo,

    der von Euch ausgearbeitete Vortrag zur Verhältnisbeziehung von Glauben und Werken hat mir sehr gut gefallen. Insbesondere auch deshalb, weil Ihr den hohen Wert des ganzheitlichen Christseins herausgearbeitet habt. Man kann dies nicht oft genug betonen, da die Brüder in den Versammlungen zum grossen Teil ihre Glaubensstandpunkte an den Vorgaben der WTG messen und nicht selbstbestimmt im Glauben an Jesus und Jehova ruhen.

    Paulus betonte stets die Einheit zwischen Glauben und Werken. In diesem Sinne zeigt Jakobus, dass sich diese Liebe in Taten zeigen sollte:

    Galater 5,6 Wenn wir mit Jesus Christus verbunden sind, ist es völlig gleich, ob wir beschnitten oder unbeschnitten sind. Bei ihm gilt allein der Glaube, der sich in Taten der Liebe zeigt.

    Epheser 4,15 Stattdessen wollen wir die Wahrheit in Liebe leben und zu Christus hinwachsen, dem Haupt der Gemeinde.

    Diese Einheit zwischen Glauben und Werke lässt sich nicht auseinanderdividieren. Das eine ist die natürliche Folge des anderen.

    Die WTG allerdings zerreist mit ihrer Dauerrede von Leistung, Werkgerechtigkeit und Zahlenspielen genau diese natürliche Einheit. Sie zieht nicht nur Grenzen in Bezug auf die Wortbedeutung von WERKEN, indem sie bestimmt und festlegt, was im Sinne der Organisation Anerkennung verspricht und was nicht. Sie instrumentalisiert auch das menschliche Grundbedürfnis nach Anerkennung und lenkt es von Gott weg in Richtung Organisation. Indem sie genau die von ihr selbst proklamierten Werknotwendigkeiten in ihr oftmals zu beobachtenden Ausschließlichkeit als göttlichen Willen ausgibt, wird Sie Herr über die LEBENSZEIT der Brüder. Damit hat sie ein perfektes Steuerungsinstrument, weil sich die Brüder, wenn sie einmal Anerkennung erfahren haben, zunehmend in die Fremdbestimmung verstricken. Das ist tragisch. Denn hier haben nun messbare statistische Grössen mit den dazugehörigen Kontrollmechanismen das Sagen. Die Einheit zwischen Glauben und Werke wird brachial auseinandergerissen, in dem die natürlichen dem ganzheitlichen Christsein eigenen praktischen Lebensäußerungen des Glaubens BEWERTET und in eine RANGORDNUNG gesetzt werden. Liebe ist aber nicht messbar, man kann sie nur erfahren und fühlen. Aus diesem Grund ist in vielen Versammlungen auch eine gewisse Kälte zu verspüren.
    Manchmal erinnern mich so manche Gruppen in Kongressen und Versammlungen an Kaufleute und Bankermentalitäten. Überheblich stolzieren viele von Haus zu Haus, und Glauben aus vollstem Herzen, dass damit alles getan ist. Harmagedon kommt sowieso, warum sich sozial engagieren, wir beteiligen uns am wichtigsten Werk, dass es gibt. Hört man aus mancher Ecke, liest man ständig in den Zeitschriften.

    Ich zitiere im folgenden ein paar Auszüge aus dem Fragekasten des April-Königreichsdienstes:
    „Man sollte auch mit jemand, der gute Fortschritte gemacht hat ZWEI BÜCHER zu Ende studieren (…) selbst wenn der Betreffende sich vorher taufen lässt. NACH DER TAUFE KANN MAN WEITER DIE ZEIT, DIE RÜCKBESUCHE UND DAS BIBELSTUDIUM BERICHTEN. Auch ein Verkündiger, der einen anderen bei solch einem Studium unterstützt, KANN DIE ZEIT AUFSCHREIBEN“

    Nach der Taufe haben viele neue Brüder eine bittere Erfahrung machen müssen. Jetzt wo sie funktionieren, statistische Grössen sind, wurden sie alleine gelassen. Die oft so engagierten Pios und Hipis waren nicht mehr zu sehen. Nix da, mit neuer sozialer Umgebung, sie waren auf sich gestellt, alleine, einsam zum Stundenmachen verdammt. Jetzt hat man ja soviel aufgegeben, jetzt muss man sich das Neue bewahren und das tun was Anerkennung verspricht: der Werkgerechtigkeit der Organisation frönen. Genau hier setzt die Orga an, an diesem Bedürfnis und manipuliert es in ihre Richtung. Eine religiöse Vertriebsgesellschaft, die ihre Vertreter auf das erklärte Ziel eicht.

    Die Strohfeuer des pragmatischen Jüngermachens brannten oftmals nicht lange. Schnell waren die Neuen da, schnell aber auch wieder weg. Allein hier ist schon zu sehen, wie es um den Geist der Versammlungen bestellt ist.

    Man hat das wohl bemerkt und kann nun an dem obengenannten Königreichsdienst den Steuerungsmechanismus hervorragend beobachten. Mit dem Instrument BERICHT kann die WTG die sozialen Handlungen der Brüder steuern. Nun wird was getan, dem Bericht sei dank.

    Aus der Einheit zwischen Glauben und Werken wird eine Trümmerwiese von berechnendem Handeln und aalglattem Pragmatismus. Aus der Einheit des ganzheitlichen selbstbestimmten Christseins wird die Vielheit fremdbestimmter Erwartungsbefriedigung.
    Das Gleiche gilt für die Listen der zu planenden Hirtenbesuche uvm.

    Es ist eine Unmöglicheit, seinen Glauben auf diese Art mit Freude leben zu können. Oder aber man gewöhnt sich dran, Erwartungen von Aussen als das Eigene zu deuten. Viele habe so Jahrzehnte ihres Zeugendaseins verbracht, nur zwischen den Zeilen vernimmt man desöfteren eine gewisse Traurigkeit und Erschöpftheit in den Gesichtern langgedienter Zeugen, deren Gründe die Betroffenen vielleicht manchmal erahnen, aber keine Kraft mehr haben, ihnen Raum zu geben. Denn es kann nicht sein, was nicht sein darf.

    Wie heisst es im Königreichsdienst „FÜR NEUE IST EIN FESTER STAND IN DER WAHRHEIT WICHTIG“. In der Wahrheit der Organisation. Wenn dieser wüsste, was auf ihn zukommt. Ich glaube man kann nicht mehr predigen, um nicht mit der WTG in Verbindung gebracht werden.

    Am besten man predigt nur noch frei die Botschaft des Christus. Alles andere können wir getrost unserem Schöpfer überlassen.
    Eph. 4,6 Und wir haben einen Gott. Er ist der Vater, der über uns allen steht, der durch uns alle und in uns allen wirkt.

    Euer Bruder Bob

  • Ulrike P.
    März 7, 2011

    Hallo Bob,
    du schreibst…:
    >>>Nach der Taufe haben viele neue Brüder eine bittere Erfahrung machen müssen. Jetzt wo sie funktionieren, statistische Grössen sind, wurden sie alleine gelassen…. Nix da, mit neuer sozialer Umgebung, sie waren auf sich gestellt, alleine, einsam….<<<

    …und beschreibst damit ziemlich genau meine Empfindungen. – Nur habe ich es nie der Organisation oder den Brüdern angekreidet…ich habe einfach den Schluss gezogen, dass ich wohl anscheinend nicht liebenswürdig genug bin um auch einfach nur mal so Zeit mit mir zu verbringen. – Mit der Zeit bekam ich zwar auch meinen kleinen Freundeskreis, aber das immense brüderliche Interesse das einem als Ungetaufter entgegengebracht wird, war mit einem Schlag nicht mehr vorhanden.

    Erst viel später wurde ich gewahr, dass es im Grunde bei jedem so läuft und wenn er ein noch so liebensürdiger Mensch ist. – Ausnahme ist allerhöchstens, wenn einer sofort durchstartet zu einer Vollzeit-Karriere.

    LG Ulli

  • Anna
    März 7, 2011

    Lieber Bruder Bob,
    Deine Bemerkung, dass der Predigtdienst in der Weise, wie wir ihn vermittelt bekommen, für jemand wie wie, die wir dieses Forum lesen nicht mehr durchführen läßt ist richtig. Auch ich versuche nur noch die Botschaft über den Christus zu predigen.
    Wenn ich an den Türen Psalm 146 teilweise oder ganz vorlese richtet das meine Mitmenschen auf.
    Und wir dürfen wirklich den Text aus Johannes 14:6 nie außer acht lassen, dass niemand zum Vater kommt außer durch Jesus Christus.
    Schon gar nicht durch eine Organisation. Ich kenne in meinem Umfeld viele anständige Menschen die oftmals unbewußt das Gesetz des Christus ausleben.
    Wenn wir diese Woche das Buch über Jesus im Versammlungsbibelstudium zu Ende betrachten wird dort durchaus darauf hingewiesen, dass wir Christus nachfolgen sollten. Nur, wenn wir Christus wirklich nachfolgen werden wir das aus dem Herzen heraus tun. Und lieber weniger von Tür zu Tür gehen sondern uns um unsere Mitmenschen kümmern. Meiner Ansicht geht es doch nicht wenn ich ein Gebiet habe in dem Brüder wohnen, dass ich nicht mal Hallo sage. Es gibt Brüder, die übermessen zwar die Zeit, indem sie sofort den nächsten mit einem Traktat ansprechen der ihnen entgegenkommt, andererseits aber Angst haben Zeit, welche sie mit einem Bruder der ihnen auf der Straße oder im Gebiet begegnet, abziehen müssen.
    Was hat man nur aus all diesen Brüdern gemacht.
    Mich jedenfalls muntert die Bruderinfo-Seite regelmäßig auf und ich hoffe auch, dass es von innen Veränderungen gibt.
    Liebe Grüße
    Anna

  • Bruderinfo
    März 7, 2011

    Liebe Anna,
    danke dir dafür das du immer offen deine Bedenken äußerst und uns deine Gefühle offenbarst. Du fragst: Was hat man nur aus all diesen Brüdern gemacht. Das fragen wir uns auch sehr oft. Es schmerzt Brüder so unfrei handeln zu sehen und in jeder Gelegenheit zucken sie zusammen um ja nichts falsches zu machen oder zu sagen. Alles wirkt immer mehr verkrampft und aufgesetzt. Deshalb möchten wir dich Anna und alle anderen Brüder hier bitten, diese betrüblichen Dinge mit ins Gebet einzuschließen. Brüder unterschätzt bitte das Gebet nicht. Das ist ganz wichtig. Jesus sagt in Lukas 6:27b…betet für die die euch anfeinden (kränken)…Er sagt auch welchen Lohn haben wir wenn wir nur für die etwas gutes tun, die gut sind. Keinen. Es ist von lebenswichtiger Bedeutung das Brüder und alle Menschen erkennen das wir das Böse mit dem Guten besiegen können. Das Gebet geht direkt zum Vater. Wir haben somit die innigste Verbindung die es gibt. Also nutzen wir sie auch und vertrauen darauf das „Alles gut wird“. Wir betonen hier nochmals das dies lebenswichtig ist. Einen gebetsvollen Tag wünsch Bruderinfo.

  • Anna
    März 7, 2011

    Liebe Brüder,
    Danke, dass Ihr mich daran erinnert habt dies Jehova im Gebet vorzutragen.
    So habe ich Jehova, obwohl er es ja ohnehin weiß, alles im Gebet mitgeteilt. Meine Bedenken, meine Sorgen um die Brüder. Auch die Bitte, dass es (wieder) möglich wird mit den Brüdern nicht nur Small-Talk, so wie war es im Urlaub oder was könnte man zu essen kochen oder soll man jetzt den neuen Sprit tanken…, sondern auch über Herzensdinge zu sprechen.
    Dieses Gebet hat mir sehr viel Frieden gegeben und so bin ich überzeugt, dass, wenn ich hier kommuniziere, dies nicht aus Abtrünnigkeit heraus geschieht sondern um Jehova wieder näher zu kommen.
    Ganz in Anlehnung an Philipper 4:6-9, hier aus der „Guten Nachricht“:6 Macht euch keine Sorgen, sondern wendet euch in jeder Lage an Gott und bringt eure Bitten vor ihn. Tut es mit Dank für das, was er euch geschenkt hat. 7 Dann wird der Frieden Gottes, der alles menschliche Begreifen weit übersteigt, euer Denken und Wollen im Guten bewahren, geborgen in der Gemeinschaft mit Jesus Christus.8 Im Übrigen, meine Brüder und Schwestern: Richtet eure Gedanken auf das, was schon bei euren Mitmenschen als rechtschaffen, ehrbar und gerecht gilt, was rein, liebenswert und ansprechend ist, auf alles, was Tugend heißt und Lob verdient. 9 Lebt so, wie ich es euch gelehrt und euch als verbindliche Weisung weitergegeben habe und wie ihr es von mir gehört und an mir gesehen habt. Gott, der Frieden schenkt, wird euch beistehen!
    Würden wir schon diese paar Verse berücksichtigen braucht es keine Regeln. Herzensbildung kommt von innen heraus und sollte dies das Ziel aller Unterweisungen und Schulungen sein.
    Einen schönen Tag wünscht Anna

  • Bob
    März 7, 2011

    Liebe Schwester Anna,

    wir haben allen Grund, uns in Christus zu freuen. Wir tun nichts notgedrungen, sondern sprechen über Christus, weil wir es wollen.
    Die natürliche Einheit zwischen Glauben und Glaubensworten geschieht zwanglos, locker, offen, in Liebe ohne Stoppuhr und Zettelwirtschaft.
    Beten wir für unsere eingeschlossenen Brüder, machen wir deutlich, dass uns die Zugehörigkeit zu Christus verbindet und nicht eine durchorganisierte
    Gemeinschaft.

    Wir können auch guten Gewissens keine Menschen mehr dazu bringen, sich einschliessen zu lassen. Wir wissen aber, dass alle die von Christus erlöst wurden, im Miteinander ihre Gemeinschaft erleben. Darum soll und muss es gehen. Der Predigtdienst ist ein Teil von vielen verschiedenen christlichen Lebensäußerungen, er ist Teil eines Ganzen und nicht messbares Werk an sich.

    Das Gute ist auch, dass wir Ruhe in Christus haben, weil wir durch ihn Jehova unseren Vater nennen dürfen. Christus hat alles für unsere Rettung getan (Eph. 2,5-9). Eine Gemeinschaft, die uns diese Ruhe in Christus nicht gewährt, die uns vorschreibt, wie wir unsere Glaubensäußerungen gewichten sollen, handelt gegen den göttlichen Willen.

    Wer in Christus ruht und noch mit einer Versammlung verbunden ist, muss komplett die Perspektive wechseln, nichts organisatorisches, pragmatisches , berechnendes, entäußertes, funktionsorientiertes, vom eigenen Glauben losgelöstes und aufgesetztes an sich herankommen lassen. Alles mit der inneren Ruhe betrachten, den Weg mit Christus und dem Vater gehen, und sich nicht ärgern lassen. Es wird aber womöglich die Zeit kommen, dass man sich zum eigenen Schutz und zur Bewahrung der Freude zurückziehen muss.

    Die untrennbare Verbindung zwischen Glauben, Christus, Gemeinschaft und Verkündigung findet sich in den ersten Versen des 1. Johannesbriefes 1-7 erfrischend beschrieben:

    Was von allem Anfang an da war, was wir gehört haben, was wir mit eigenen Augen gesehen haben, was wir angeschaut haben und betastet haben mit unseren Händen, nämlich das Wort, das Leben bringt – davon reden wir.
    2 Denn das Leben ist offenbar geworden, und wir haben es gesehen; wir sind Zeugen dafür und verkünden euch das unvergängliche Leben, das beim Vater war und sich uns offenbart hat.1
    3 Was wir so gesehen und gehört haben, das verkünden wir euch, damit ihr in Gemeinschaft mit uns verbunden seid. Und die Gemeinschaft, die uns miteinander verbindet, ist zugleich Gemeinschaft mit dem Vater und mit Jesus Christus, seinem Sohn.
    4 Das erfüllt uns mit großer Freude. Und wir schreiben euch diesen Brief, damit unsere Freude vollkommen wird.2
    5 Von ihm, Jesus Christus, dem offenbar gewordenen Wort, haben wir die Botschaft gehört, die wir euch weitersagen: Gott ist Licht, in ihm gibt es keine Spur von Finsternis.
    6 Wenn wir behaupten: »Wir haben Gemeinschaft mit Gott«, und gleichzeitig im Dunkeln leben, dann lügen wir und gehorchen nicht der Wahrheit.3
    7 Leben wir aber im Licht, so wie Gott im Licht ist, dann haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut, das Jesus, sein Sohn, für uns vergossen hat, reinigt uns von jeder Schuld.

    Wenn wir diese Verse auf uns wirken lassen, wissen wir, welche Sprache und welche Glaubensäußerungen wir in christlicher Freiheit unter den Eingeschlossenen zu wählen haben.

    Liebe Schwester Anna, ich danke Dir für Deine aufrichtigen Worte und wünsche Dir, dass Du Deine Freude im Glauben bewahren mögest. Lass Dich von niemanden entmutigen. Unser Gott ist ein Gott der Freude.

    Brüderliche Grüsse
    Bob

  • Silkroad
    März 7, 2011

    Liebe Brüder von Bruderinof –

    wo ist denn der Artikel hin verschwunden? „Dein Glaube und Deine Werke“?
    Ich wollte ihn noch mal lesen und finde nur die Kommentare

  • Bruderinfo
    März 7, 2011

    Es besteht im Moment ein Fehler im System, wir bitten Euch um Geduld. Wir versuchen Ihn gerade zu beheben.

  • Dennis
    März 7, 2011

    Ein herzliches Dankeschön!

    Ihr habt es sehr ausgeglichen beschrieben, die Beziehung zw. Werken und Glauben. Warum nur liest man nichts von dieser Ausgeglichenheit in den Publikationen?

    Das Leistungsevangelium, das „sich-verdienen“ durch Werke wird immer stärker betont und führt die Organisation immer weiter in die Sackgasse.

    Wir hatten bei uns mal eine Vorkehrung mit Einteilung und Plan um die vielen „Betagten“ und Kranken, die nicht mehr in die VS können, regelmäßig zu besuchen. Es soll ja „alles anständig und nach Anordnung geschehen“. Als ob man brüderliche Zuneigung „anordnen“ und planen könnte wie Schulunterricht.

    Was ist daraus geworden? 3 Monate lief es einigermaßen, dann geriet alles in Vergessenheit. Der Älteste, der sich darum kümmern sollte, hat nicht einmal irgendein Bruder oder Schwester besucht. Soviel zum Thema gelebter Glaube von „wahren“ Christen. Doch wer will ihm einen Vorwurf machen. Er ist ein 100% WT-Christ und er hat sich als Ältester und Vater von 2 Kindern vielleicht gedacht:

    „Wenn ich jetzt auch noch viele Stunden bei meinen Brüdern verbringe, die ich nicht berichten kann, bin ich bald kein Ältester mehr.“

    Also läßt man es halt gleich ganz.

    @manfred!
    bei mir war es das gleiche Spiel. Predigtdienststd. erhöht und schon war ich DAG.

    Lieb Grüße
    Dennis

  • Ulrike P.
    März 7, 2011

    Liebe Brüder,
    Diesen auferbauenden und ermunternden Artikel zu lesen hat mir viel Freude gemacht.
    Den Jakobusbrief habe ich immer schon gerne gelesen und habe mich davon auch immer angesprochen gefühlt.
    Ihr habt mein Herz und meinen Sinn berührt – vielen Dank dafür.

    Einen kleinen Denkanstoß hätte ich allerdings noch, was den Stundeneinsatz betrifft.
    ZITAT:
    Warum muss mir erst der “Sklave” eine Möglichkeit geben? Was hindert den Bruder auch ohne diese Vorgaben einfach 30 Stunden zu Predigen, wenn er es möchte?

    Ich habe beobachtet und auch selbst die Erfahrung gemacht, dass man als „einfacher“ Verkündiger nicht so leicht Verabredungen zum Predigtdienst treffen kann…an Ältestenfrauen und Pioniere heranzukommen war fast unmöglich, die haben sich lieber untereinander verabredet.
    Und die anderen hatten meistenteils feste Partner.

    Als ich dagegen mal HiPi gemacht habe (damals noch 60 Stunden) war es schon etwas leichter…zumindest die Pioniere haben sich mal erbarmt und einen in ihr Gebiet mitgenommen. – In meins wollten sie nicht. – Da wäre ja auch der ganz normale „von Haus zu Haus-Dienst“ fällig gewesen.
    Ich sehe ja ein, dass jemand der 95 Stunden im Monat einsetzt, diese nicht nur auf den Straßen verbringen will, aber was ich erlebt habe, das grenzte schon an Schummelei.
    Ich habe es tatsächlich als so unbefriedigend empfunden, dass ich lieber darauf verzichtet habe, weiterhin mit den Pionieren zu gehen.
    Da mache ich mit einem anderen „Normalo“-Bruder lieber eine ehrliche Stunde als drei zusammengeschummelte mit einem Pionier.

    Aber jetzt bin ich ganz von dem Weggekommen was ich eigentlich sagen wollte…
    Vielleicht geht es den Brüdern bei euch in der Versammlung ja auch so, dass sie in der Funktion als HiPi einfacher Predigtdienstpartner finden, als wenn sie einfach nur so ein gewissen Maß an Stunden erreichen wollen? – Dann erklärt sich auch die „Dankbarkeit“ des Bruders dafür, dass für den HiPi nun nur noch 30 Stunden nötig sind.

    LG Ulli

  • Matthäus
    März 7, 2011

    Zu Eurem Zitat:
    Wenn wir den Text aus Jakobus 2:14-26 mit Römer 3 vergleicht, gewinnt man den Eindruck, als wenn Paulus und Jakobus sich absolut widersprechen. Paulus sagt: “Der Mensch wird gerecht ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben” (Römer 3:28). Jakobus dagegen sagt: “Der Mensch wird durch Werke gerecht, nicht durch Glauben allein” (Jakobus 2: 24).

    …habe ich im NT von „Hänsslerverlag“ eine interessante Fußnote gelesen: Jakobus proklamiert weder Werke noch Glaube allein sondern lt. Vers 22 ein zusammenwirken beider. Damit stimmt er mit Paulus überein, allerding nicht dogmatisch (in der Sittenlehre, nicht in der Glaubenslehre vgl. Eph. 2:8,9) Zu beachten wäre auch dass Paulus später schrieb als Jakobus, nachdem er vom erhöhten Herrn weiterführende Aufschlüsse bekommen hat.

    Auch unser Br. E.F. hat dies einmal sehr gut mit den Worten formuliert: (Auszugsweise)

    Dabei dürfen Baum und Früchte, Glauben und Werke nicht verwechselt werden. Früchte existieren nicht zusätzlich zum Baum, sondern sind Teil des Baumes, Werke Teil des Glaubens. Nicht die Werke machen den Glauben, und gute Werke machen nicht den Glauben gut!

    Das ist wie beim Barometer: es gibt nicht gutes Wetter, weil das Barometer steigt, sondern umgekehrt; wir sehen an dem steigenden Barometer, dass es gutes Wetter gibt. So sehen wir auch an den Werken, ob Glauben vorhanden ist. Der Glauben ist das Erste und Entscheidende, die Werke folgen daraus.

    Lippenbekenntnisse sind kein lebendiger Glaube, obwohl das Bekennen unseres Herrn durchaus wesentlich ist (Röm. 10:9-10). Aber Bekenntnisse müssen sich im Tun verwirklichen (Jak. 2:15-17). Für Jakobus ist der Glaube zur Rettung nicht ergänzungsbedürftig; für ihn ist dieser Glaube eine Ganzheit; ohne Glaubenswerke fehlt dem Glauben ein Teil seiner selbst. Glaube, der nicht zum Gehorsam gegen Gott führt, bleibt wirkungslos. Darum zeigt Jakobus einen anderen Gesichtspunkt aus dem Leben Abrahams; Abrahams Glaube genügte; aber er bewährte sich dann in der Prüfung, im Tun, ebenso wie der Glaube Rahabs wirksam wurde in der Prüfung, bei ihr noch verbunden mit Barmherzigkeit (Jak. 2:21-26; Josua 2:12; Jak. 2:13).

    Jakobus sagt nicht, dass ein Glaube ohne Werke kein Glaube sei, sondern dass er ein toter Glaube sei. Glaube bildet mit seinen Werken eine Einheit. Der Glaube zielt auf Gottes Werk, kommt im Wirken zur Erfüllung, und damit wird der Glaube vollendet. So hat Jakobus keine andere Einstellung als Paulus. Der Glaube ist – allein – entscheidend für die Rettung aus Gnade. Doch ein lebendiger Glaube wird Frucht tragen, so wie Samen, dem Gott Wachstum gibt, Frucht trägt. Nicht dem Samen gebührt die Ehre, sondern dem, der Wachstum gibt, nicht dem Glaubenden, sondern dem schenkenden Gott und gnädigen Vater wie auch dem Sohn, unserem Herrn (Joh. 5:23).

  • Manfred
    März 7, 2011

    Liebe Brüder von Bruderinfo,
    Das war ein sehr treffender Vortrag. Ihr habt vollkommen Recht wenn es um die Ernennung zu Ältesten oder Dienstamtgehilfen geht. Vor 20 Jahren war in unserer Versammlung Bedarf an DA. Der vorsitzführende Aufseher hat mich angesprochen, dass ich doch unbedingt ein Amt anstreben sollte. Allerdings müsste ich mindestens den Versammlungsdurchschnitt erreichen und der Rest wäre nur noch Formsache. Gesagt, getan und ich war Dienstamtgehilfe. Wie Ihr schon geschrieben habt, Hauptsache der predigdienstbericht stimmt.
    Sehr guter Artikel.
    Liebe Grüße Manfred

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