Die Stundenjäger
„Wir predigen mit Lust und Frust
mit Wachtturm und Erwacht.

Älteste nehmen uns zur Brust
Berichtet uns, was ihr gemacht!

12 Gründe soll es dafür geben,
es geht um Blutschuld , Gottes Ehre.
Drum laufen wir um unser Leben,
Menschen retten durch des Sklaven Lehre.

Am besten geht´s im PKW
man ruft schon von zu Hause an
die Zeit dann zählt, vergeh, vergeh!
Dann kommt man in der Ferne an.

Doch leider ist die Tür verschlossen
das Haus ist leer, ist keiner da.
So fährt man weiter, unverdrossen
die Zeit die zählt, hurra hurra!

So machen wir den Dienst zur Freude,
vergurken Sprit und Zeit und Kraft.
Erreicht wird nichts, du kriegst die Reude
Doch Hauptsache, Bericht geschafft.

So geh´n sie hin die Zeugenjahre
die Kraft vergeht, Gesundheit flieht.
Berichte gibt´s selbst noch auf der Bahre
weil dich dein Gewissen zieht.

Doch unser Gott und unser Loskauf
legen auf die Waagschal´ drauf
Nächstenlieb, gute Werke;
denn die wiegt der Bericht nicht auf.

So hast du, Schäflein, lass dir sagen,
malocht im Dienst für ´nen Verlag.
Auf deine Kosten Vertrieb geleistet,
bis zum aller jüngsten Tag.

Was hat,s gebracht? Kein voller Saal
Hast du bedacht: all deine Qual?
Hat´s dich gestärkt im Glauben gar?
Gemehrt hat´s nur der Feinde Schar!

Mit Leistung wird das Schaf gemolken
geschoren wird es obendrein.
Am Ende wird es dann geschlachtet
die Hirten woll´n nicht hungrig sein.

Bedenke, was du tust im Leben
Als Christ gehörst du Gott, dem Herrn.
Für ihn wir unser Herz hingeben,
Berichte Brüder sind ihm fern.

Er urteilt was im Herz wir tragen,
was unseren Sinn formt, uns beglückt.
Die Stunden im Bericht dir sagen:
Die Lebenszeit kommt nicht zurück!

Ihr lieben Brüder bleibt bescheiden,
geht in euch, übet Pietät.
Was Gott uns sagt nimmt von uns Leiden,
er gibt uns die wahre Identität.

Wir Stundenjäger müssen lernen,
wenn auch spät, doch ganz bestimmt.
Liebe nur kann Herzen wärmen.
Die Zeit vergeht, das Leben rinnt.

Drum lieber Christ, geh hin besinn dich,
Gott liebt dich, gab uns seinen Sohn.
An ihn zu glauben ist erquicklich,
er schenkt dir Gnade, keinen Lohn.

Wer Stunden schreibt wird bald bemerken
die Zeit enteilt im Sauseschritt.
Der Pionier mit Zeitgewerken
eilt blindlings darin nutzlos mit.

Am Ende steht dann die Erkenntnis;
Milliarden Stunden sind verbracht.
Und es folgt das Eingeständnis;
nur dem Verlag hat´s was gebracht.“