46 Comments
  • B.
    September 15, 2011

    Wt 1.7.95
    „Die Wahrheit aus Gottes Wort anzunehmen kostet freilich seinen Preis. Zunächst einmal kann es allein schon erschütternd sein, die Wahrheit zu erfahren.

    In der Encyclopedia Americana wird bemerkt: „Weil die Wahrheit Vorurteile oder Mythen nicht stützt, ist sie oft lästig.“ Wenn unsere Glaubensansichten als falsch entlarvt werden, kann dies enttäuschend sein, besonders wenn wir von religiösen Führern belehrt wurden, denen wir vertraut haben. Manch einer würde das mit der Erfahrung vergleichen, die jemand macht, wenn er herausfindet, daß seine Eltern, denen er vertraute, in Wirklichkeit heimliche Verbrecher waren. Ist es aber nicht besser, die Wahrheit in bezug auf die Religion herauszufinden, als sich einer Täuschung hinzugeben? Ist es nicht besser, die Fakten zu kennen, als sich durch Lügen manipulieren zu lassen? (Vergleiche Johannes 8:32; Römer 3:4.)

    Des weiteren kann es uns die Anerkennung von Personen kosten, die zuvor unsere Freunde waren, wenn wir nach der Wahrheit in bezug auf die Religion leben.

    In einer Welt, in der so viele ‘die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauscht haben’, erscheinen diejenigen, die sich fest an die Wahrheit aus Gottes Wort halten, als Sonderlinge und werden mitunter gemieden und mißverstanden (Römer 1:25; 1. Petrus 4:4).

    Doch die Wahrheit ist diesen zweifachen Preis wert. Die Wahrheit zu kennen befreit uns von Lüge, Täuschung und Aberglauben. Und wenn wir nach der Wahrheit leben, gibt sie uns die Kraft, Härten zu erdulden.

    Die Wahrheit Gottes ist so zuverlässig und gut begründet und sie flößt uns so viel Hoffnung ein, daß sie es uns ermöglicht, jeder Prüfung standzuhalten. Nicht umsonst verglich der Apostel Paulus die Wahrheit mit einem breiten, festen Ledergürtel, wie ihn Soldaten im Kampf trugen (Epheser 6:13, 14).

    Ein Bibelspruch lautet: „Kaufe Wahrheit, und verkaufe sie nicht — Weisheit und Zucht und Verständnis“ (Sprüche 23:23). Die Wahrheit als relativ oder nicht existent abzutun heißt, sich das packendste und lohnendste Streben entgehen zu lassen, das das Leben zu bieten hat. Sie zu finden heißt, Hoffnung zu finden; sie kennen- und liebenzulernen heißt, den Schöpfer des Universums und seinen einziggezeugten Sohn kennen- und liebenzulernen; danach zu leben heißt, dem Leben einen Sinn zu geben und Herzensfrieden zu genießen — jetzt und für immer (Sprüche 2:1-5; Sacharja 8:19; Johannes 17:3).“

    Johannes 14:6 🙂

  • Mani
    September 15, 2011

    Lieber B.,

    ich denke, dass diesem Abschnitt des Wachtturms wirklich nichts entgegen zu setzen ist.

    Eine kleine Ergänzung würde ich dennoch hinzuzufügen wollen, nämlich noch eine Bibelstelle:

    „Dann redete Jesus zu den Volksmengen und zu seinen Jüngern 2 und sprach: Auf Moses Lehrstuhl haben sich die Schriftgelehrten und die Pharisäer gesetzt. Alles nun, was sie euch sagen, tut und haltet; aber handelt nicht nach ihren Werken! Denn sie sagen es und tun es nicht.“ (Matthaeus 23:1-3)

    Liebe Grüße
    Mani

  • Eddi
    September 15, 2011

    Lieber Bruder N.S.,

    ein Vortrag zum Nachdenken.

    Mit Recht hast du ausgeführt, wie wichtig es ist, zur Flucht bereit zu sein.

    Meines Erachtens dürfen wir auch die Vorgeschichte von Lots Flucht nicht unbeachtet lassen. Weder Lot selbst noch seine Familie hätten das Drama überlebt, wenn nicht Gott selbst seine Engel gesandt hätte, sie zu retten. Lot hätte es nicht überlebt, seine Gerechtigkeit offen gezeigt zu haben.

    Auch wir stehen heute in einer ständigen Lebensgefahr. Mag sein, dass wir unser Bewusstsein für Gefahr und den Gehorsam gegenüber Gott selbst erschlagen, indem wir uns zu sehr darauf verlassen, dass wir schon irgendwie gerettet werden mögen. Und ja, die paar Fehler, die wir so machen, kriegt ja keiner mit wenn wir allein sind.

    Hat nicht Lot´s Frau so eine Einstellung gezeigt? Schließlich haben die Engel sich nicht nur darauf beschränkt, sie eindringlich zu warnen, nein, sie nahmen sie an die Hand und führten sie sogar aus der Stadt! Vielleicht stand der eine oder andere Bewohner Sodoms am Fenster und spottete, dass sie ohne Gepäck, ohne Ausrüstung gegen Raubtiere und Schlangen fremden Männern folgten, den Schutz der Stadt verließen. Kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor? Als verrückt bezeichnet zu werden, wenn man den Schutz der Organisation verlässt?

    Und Lots Frau blickte sich um. Sie war hinter Lot. Vielleicht dachte sie, es merkt schon keiner, wenn ich mich umsehe. Aber dann habe ich was zu erzählen und ich kann besser abschätzen, ob es wirklich so gefährlich ist, wie man uns sagte.

    Geschickt versucht uns die Organisation zu erklären, dass dieses Beispiel von Lots Frau auf die Zeit v o r der Mitgliedschaft als ZJ in der Organisation zu sehen sei. Wir dürften nicht auf den Müll dieser Welt als etwas von Satan Verlockendes zurück blicken.

    Aber das sagt uns diese Geschichte nicht. Lot hatte sich sorgsam umgesehen, wo er sich niederlassen wollte. Und er war gottesfürchtig. Er hatte sich also keinesfalls leichtfertig die Rosinen rausgepickt. Abraham hätte sicher nicht erwartet, dass Lot in die Wüste geht. Und es steht auch nirgendwo, dass Abraham kein gutes Land mehr hatte, nachdem Lot den Standort Sodoms für seinen Aufenthalt gewählt hatte. Lot hatte sicher auch das Wohl Abrahams bedacht. Und wir wissen, das Abraham in Kanaan Wohnsitz nahm, das seinen Nachfolgern als ein „Land, in dem Milch und Honig fließt“ verheißen wurde.

    Das Land – der Glaube – war fruchtbar und ließ Freiräume für jeden. Sodom – die Organisation – war es, das die Freiräume für eigene verdorbene Zwecke missbrauchte. Ihre Unmoral war nicht auf einige Etablissements beschränkt, selbst die Kleinsten der Stadt waren damit infiziert und beteiligten sich an der Drangsal Lots, als die Engel kamen. Auch in der Organisation werden die Kleinsten bereits geschult, sich unmenschlich gegenüber Andersdenkenden zu verhalten und besonders gegenüber denen, die nicht zu 100% WT-konform denken.

    Die Geschichte Lots zeigt auch, dass die Männer Sodoms zu stolz waren um auf Lot zu hören. Er der einfache Mann, ein Fremdling, bat sie, von ihrem schlimmen Weg abzubiegen. Welch eine ungeheuerliche Kritik! Die Reaktion? 1. Mose 19:9 (NWÜ):„Dieser eine Mann ist hergekommen, um hier als Fremdling zu weilen, und dennoch will er den Richter spielen. Nun werden wir dir schlimmer zusetzen als ihnen.“ Wie reagieren Älteste in der Regel, wenn sie auf einen biblisch begründeten Missstand aufmerksam gemacht werden? „Wir setzen dir schlimmer zu als den „Fremdlingen“, also wir schließen dich aus und ächten dich mit aller Gewalt.“

    Es mag sein, dass uns die Gegend um Sodom eine zeitlang gut ernährt hat, weil sie fruchtbar war für unseren Geist. Aber das darf uns nicht darüber hinweg täuschen, dass es eine Zeit zur Flucht gibt, eine Zeit, in der nur das nach-vorne-sehen lebenserhaltend ist. Es mag durchaus sein, dass das Leben anschließend gesellschaftlich und vielleicht sogar finanziell karg ist, bis wir in einer neuen, von Gott zugewiesenen Stätte einen Platz gefunden haben. Aber reich und tot ist für die meisten auch nicht so erstrebenswert, oder?

    Nochmals vielen Dank für den Vortrag, auch wenn ich in meinen Gedanken mehr bei der „Nebenstelle“ hängen geblieben bin :).

    Ganz herzliche Grüße
    Eddi

  • Alois
    September 15, 2011

    Liebe Eddi

    Dein Vergleich mit Sodom und den Ältesten hat auch Jeremia in Kap. 23 angesprochen:

    11. Denn sowohl Propheten als Priester sind ruchlos; sogar in meinem Hause habe ich ihre Bosheit gefunden, spricht Jehova.
    13. Und an den Propheten Samarias (der Organisation) habe ich Torheit gesehen: Sie weissagten durch den Baal und führten mein Volk Israel irre.
    14. Aber an den Propheten Jerusalems (der Zeugen Jehovas) habe ich Schauderhaftes gesehen: Ehebrechen und in der Lüge Wandeln, und sie stärken die Hände der Übeltäter, auf daß sie nicht umkehren, ein jeder von seiner Bosheit; sie sind mir allesamt wie Sodom geworden, und seine Bewohner wie Gomorra.

    Klare Worte, wie ich finde!

    Liebe Grüße
    Alois

  • Shannon
    September 15, 2011

    Hallo Eddi,

    eine wunderbare Erklärung, die du für uns zusammengefasst hast. Herzlichen Dank dafür. Das Ganze aus der Sicht Lots zu sehen, auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen.

    Ich freu mich, von dir hier zu lesen

  • Eddi
    September 15, 2011

    Danke Shannon,
    danke Alois,

    ja, die Bibel findet deutliche Worte. Und man ist so leicht geneigt, diese Worte wegen dieser Offenheit wie heiße Kartoffeln an den Nächsten weiter zu reichen. Nach dem Motto: Das steht für dich da drin. Ach ja, das Gesetz der Trägheit findet sich auch da.

    liebe Shannon,
    ich kann mit den Geschichten mehr anfangen, wenn ich „mittendrin“ bin. Oft wechsle ich in Gedanken auch die Person, z. B. wenn ich über die Geschichte von Joseph nachdenke, dann einen Abend aus der Position von Joseph, dessen Leid ja schon begonnen hat als er früh Halbwaise wurde. Der das als Heranwachsender vielleicht gar nicht so gern gesehen hat, dass sein Vater ihn bevorzugt hat, vielleicht weil er die Trauer über seine geliebte Rahel auf den Sohn projiziert hatte? Den nächsten Abend spiele ich in Gedanken Ruben, wie er einerseits sich zurückgesetzt fühlt gegen die Zuneigung, die sein kleiner Bruder erfährt, andererseits den Hass seiner Brüder nicht in diesem Maß teilt, hin- und hergerissen zwischen seiner Verantwortung und dem scheinbaren Vorteil, wenn der Junge nicht mehr da ist. Die tiefe Scham beim Wiedersehen in Ägypten und dann das Offenbaren vor dem Vater, den man über viele Jahre belogen hat und in seiner Trauer festhielt. Zusah, wie der Vater emotional gestorben ist. Die Angst um Benjamin, oder wie er sich gefühlt haben muss, als der Vater ihn vor seinem Tod nicht segnete, etc.

    So „erlebe“ ich die Geschichten. Und ehrlich, seit ich mir nicht mehr sagen lassen muss, was ich dabei zu empfinden habe, macht das auch viel mehr Sinn – trotz Adrenalinüberschuss. Ich gehe davon aus, dass es mein Mitgefühl für andere gestärkt hat, den Blick erweitert. Man kann selten eine Person katalogisieren und es ist ungeheuer schwer, einen Fehler bei jemandem, der sympathisch ist, nicht unter den Tisch fallen zu lassen, während man andere schon wegen eines Wesenszugs innerlich abqualifiziert.

    Ich habe es schon einmal gepostet und möchte es an dieser Stelle wiederholen, dass es auch dein Zutun war, mich mutiger gemacht zu haben, sicherer. Das hat mir mehr Ruhe gegeben und die hatte ich bitter nötig – es war die berühmte Ruhe vor dem Sturm. Dafür möchte ich dir sehr danken.

    Habt eine gute Nacht und einen neuen erfolgreichen Tag, gesegnet und hoffentlich gesund.
    Eddi

  • Alois
    September 15, 2011

    Liebe Brüder und Schwestern

    Es ist schön diesen Vortrag mal wieder zu lesen.
    Nicht nach hinten zu schauen ist ganz ganz wichtig um endlich die Organisation wirklich hinter sich zu lassen.

    Liebe Grüße
    Alois

  • Sascha
    September 15, 2011

    Nachtrag: Beim Durchlesen gerade ist mir aufgefallen, dass mein erster Satz ein wenig forsch klingt. Ich will ihn daher zurücknehmen. Ich schreibe das resolut, wie das Zurückblicken zu verstehen IST. Ich hätte besser schreiben sollen:

    …wie ICH das Zurückblicken verstehe…

    Tut mir leid, falls es etwas rechthaberisch rüberkam, so war es nicht gemeint… 🙂

    Schöne Grüße

    Sascha

  • Eddi
    September 15, 2011

    Lieber Sascha,

    süß deine Entschuldigung, hätte ich gar nicht so bemerkt. Nein, ist nicht zu forsch. Finde ich.

    Es gibt auch beim Zurückschauen einen Unterschied. Ein Beinbruch tut am Anfang ja auch viel mehr weh als ein paar Jahre später, obwohl man es sich in diesem Moment nicht wirklich vorstellen kann. Und du weißt doch wie das ist: Dann kommt noch der Nachbar, der erzählt, dass er sich auch mal was gebrochen hat und seitdem jeden Wetterwechsel merkt und Opa kommt und erzählt dir, dass er seither humpelt – aber alle wollen eigentlich nur getröstet haben. Nur empfindet man das dummerweise grad ganz anders.

    Und dann, Monate später, Jahre später, sind selbst die Wetterphänomene weniger geworden, man denkt nur noch selten daran und dann erinnert man sich zwar, wie sehr es weh getan hat, aber man hat es hinter sich. Man hat einen anderen Blick zurück.

    Heute weiß man, dass das Gehirn sich Schmerz merken kann. Leider auch WTG-Schmerzen. Wir tun gut daran, zu lernen, uns zu entspannen, wir brauchen nur eine einzige Blickrichtung – auf Jesus. Marathonläufer, die sich wenige Kilometer vor dem Ziel umdrehen um nachzusehen ob ihnen jemand auf den Fersen ist, werden langsamer und ermüden ungleich schneller, selbst wenn sie allein sind. Wer zurückschaut nimmt visuell die gelaufenen 40 Kilometer wahr, anstatt die 2 bis zum Ziel. Da versagt die Ratio.

    Es mag sehr nützlich sein, zu wissen, warum die Ölspur gerade da war, wo ich vorbeifahren muss, aber deswegen keinen Führerschein zu machen, weil man ja nie weiß, ob es nicht doch noch mal eine Ölspur geben könnte? Kann man machen – muss man aber nicht, oder?

    Ganz liebe Grüße
    Eddi

  • Sascha
    September 15, 2011

    Liebe Schwester Eddi,

    danke für deinen schönen Kommentar. Deine Gedanken zum Zurückblicken sind sehr gut nachvollziehbar. Und Du hast absolut recht damit, dass wir unseren Blick nur noch auf den Christus richten brauchen. Meine Frau hat dazu einen schönen Text gefunden. Über Jesus wird dort gesagt:

    1Pe 2:24 In seinem eigenen Körper hat er unsere Sünden auf das Holzkreuz hinaufgetragen, damit wir – für die Sünden gestorben – nun so leben, wie es vor Gott recht ist. Durch seine Striemen seid ihr heil geworden.
    1Pe 2:25 Denn ihr wart wie Schafe, die sich verlaufen haben. Jetzt aber seid ihr zu eurem Hirten, dem Hüter eurer Seelen zurückgekehrt.

    Besonders der letzte Vers zeigt, dass wir uns erst einmal darüber im Klaren sein müssen, dass wir uns „verlaufen“ hatten, als wir der Organisation gefolgt sind. Das setzt eine gewisse Demut voraus, und genau aus diesem Grund hat Jesus darüber auch folgendes gesagt:

    Mar_2:17 Jesus hörte das und entgegnete: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder.“

    In dem Sinne können wir also froh darüber sein, dass wir als „Kranke“ das Wesen der Gnade Gottes erkennen und erleben dürfen.

    Schöne Grüße

    Sascha

  • Hans
    September 15, 2011

    Hi Shannon,

    ich sehe im Allgemeinen das mit dem Rückblicken ähnlich. Es gibt ja sinngemäß den Spruch: „Die Vergangenheit ist ein guter Lehrer aber ein schlechter Herr“.

    Allerdings muss das Vergangene erstmal vergangen sein. Wer noch mittendrinsteckt, muss sich natürlich damit auseinandersetzen.

    Wenn man jedoch eine Entscheidung getroffen hat, egal welche, sollte man diese tragen, ihr Energie geben und nach vorne schauen. Notfalls muss man sich dann umentscheiden, wenn man neue Erkenntnisse gewinnt.

    Aber eine Entscheidung nur halbherzig zu tragen, indem man an Vergangenem hängt oder gar nachtrauert, zerreißt innerlich und raubt unnötig Kraft.

    LG
    Hans

  • Sascha
    September 15, 2011

    Lieber Hans,

    ich habe schon auf der Hauptseite kommentiert, wie das Zurückblicken zu verstehen ist. Ich möchte auch diesen Kommentar hier nochmal einfügen, damit es keine Missverständnisse gibt, wie er zu verstehen war:

    Also…dass man nicht nach hinten schauen soll, ist doch eine ganz persönliche Aufforderung. Das bedeutet, um es mal mit einem Wettlauf zu vergleichen, dass diese Aufforderung unabhängig davon gilt, wie weit jemand schon gelaufen ist. Angenommen du machst einen 400 m Lauf, dann ist es doch egal, ob du dich bei 200 m oder bei 100 m umdrehst. Es würde dich so oder so unnötige Zeit und Energie kosten.

    Mit meinem Kommentar wollte ich keine Diskussion unterdrücken, sondern lediglich im letzten Satz darauf hinweisen, dass es für jeden von uns gut ist, nicht zurückzublicken, weil es uns nur unnötig vom Ziel ablenkt. Im Übrigen steht es ja so auch in der Bibel. Der eine ist erst am Anfang seines Weges, der andere ist vielleicht schon etwas weiter gelaufen, und der Teil des Weges, den der eine schon zurückgelegt hat, ist der Teil des Weges, der dem anderen noch bevorsteht. Wenn ich gerade bei der Verarbeitung der Vergangenheit bin, dann ist das ja für mich in dem Moment der Teil des Weges, den ich laufen muss, ALSO HAT VERARBEITUNG NICHTS MIT ZURÜCKBLICKEN zu tun. Aber dieser Teilabschnitt endet irgendwann und man läuft weiter.

    Es spielt also keine Rolle, auf welchem Stand man sich befindet, der Gedanke des destruktiven Zurückblickens, würde jedem schaden. Je schneller man sich von Begrifflichkeiten trennt, umso eher kann man weiterlaufen, das war mein Gedanke und durch die Verse aus Kolosser wird er gestützt, indem Paulus auf menschliche Regeln hinweist und diese als unnötig und nicht gottgewollt identifiziert.

    Schöne Grüße

    Sascha

  • Shannon
    September 15, 2011

    Lieber Sascha,

    es sind sehr schöne Erläuterungen, die du mit dem Kolosserbrief hier einbringst. Ich finde sie vollkommen richtig. Nun bin ich vom Wesen her ein Mensch, der nicht zurück blickt und auch so erzogen wurde. Im Grunde sagen diese Bibelstellen, dass man, wenn man im Groll in die eigene Vergangenheit in der Organisation blickt, dass man noch immer gefangen ist, von den eigenen Egos, die damit gefüttert werden. Und man macht die Organisation noch immer zum Mittelpunkt seines Lebens, den die ganze Energie geht dahin.

    Aber eigentlich sollte doch der Christus der Mittelpunkt unseres Lebens sein und wenn er das ist, dann ist kein Platz mehr, für das Zurückblicken und das aufarbeiten der Organisationsvergangenheit.

    Ich weiß es ist für manche nicht einfach. Und für den Denker in uns, der nach Gerechtigkeit schreit, auch eine Zumutung. Aber nicht zurückblicken im Groll und die eigenen Wunden lecken, wodurch man sein Leiden ohnehin nur verlängert, würde eine 180 Grad Drehung bedeuten. Tut man dies, heißt das in Zuversicht und voller Hoffnung Jesus folgen.

    Wir haben hinten keine Augen, also lassen wir alles zurück und wenn wir alles hinter uns lassen, hat auch alles, was von Seiten der Organisation kommt, keine Macht mehr. Ändern kann man das, was einem widerfahren ist, ohnehin nicht mehr. Warum also zurückblicken? Das ist wie das Hinken zu beiden Seiten.

    In diesem Sinne, nochmals Danke, für deine Ergänzungen.

  • Ulrike P.
    September 15, 2011

    Hallo Shannon,
    ZITAT:
    „Im Grunde sagen diese Bibelstellen, dass man, wenn man im Groll in die eigene Vergangenheit in der Organisation blickt, dass man noch immer gefangen ist, von den eigenen Egos, die damit gefüttert werden. Und man macht die Organisation noch immer zum Mittelpunkt.“

    Darin gebe ich dir absolut recht. – Für mich persönlich gibt es auch keinen Blick mehr zurück. Einzig um denen die gerade dabei sind ihre Augen zu öffnen, dabei zu helfen sich statt auf die WTG auf Jesus zu stützen, befasse ich mich noch rudimentär damit.

    Aber in meinem Alltagsdenken, existiert meine WTG-Vergangenheit überhaupt nicht mehr. Ich habe mich davon völlig befreit und ich sehe es wie du: Wenn man Jesus zum Mittelpunkt seines Lebens macht, hat diese Vergangenheit keinerlei Auswirkung mehr. – Weder auf die eigene Denkweise, noch auf die Herzenseinstellung…und auf das Seelenleben schon gleich garnnicht. – Denn sowohl Hirn, Herz, als auch Seele stehen unter Jesu Obhut. Wunden lecken hat sich ab einem bestimmten Zeitpunkt also einfach erledigt.

    LG Ulli

  • Sascha
    September 15, 2011

    Liebe Brüder und Schwestern,

    auf der Hauptseite ist ja das Thema Organisation aufgekommen. Ich möchte meinen Kommentar dazu hier gerne einfügen, weil er auch zu diesem Thema passt:
    ________________

    Die unterschiedlichen Ansichten zum Thema Organisation beruhen darauf, wie Bruder Alois schon angemerkt hatte, dass wir den Begriff Organisation unterschiedlich interpretieren. Für die einen ist der Begriff durch den Machtmissbrauch der WTG sehr negativ behaftet, andere meinen, dass ein gewisses Maß an Organisieren nötig ist, um auch einfachste Dinge im Alltag zu regeln.

    Das sollte man also trennen, der Vergleich mit dem Haus und dem Wolkenkratzer, den Bruder Alois gebraucht hat, passt hier wirklich wie die Faust aufs Auge.

    Grundsätzlich wollte Jehova von Anfang an FREIE Menschen. Und das hat sich durch Jesus nicht geändert, sondern der Gedanke ist sogar erweitert worden, weil wir nun durch unsere Verbindung zu ihm nicht nur von menschlichen Regeln, sondern sogar von der Sünde freigekauft wurden. Dass das nicht erst bei unserer Rettung geschieht, sagt Paulus ganz deutlich:

    Röm 8:9 Ihr jedoch steht nicht mehr unter der Herrschaft eurer Natur, sondern unter der des Geistes, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt. Denn wenn jemand diesen Geist von Christus nicht hat, gehört er nicht zu Christus.”

    Obwohl die Christen damals noch nicht buchstäblich gerettet waren, und noch in dieser Welt lebten, WAREN SIE BEREITS von der Sünde befreit und standen nicht mehr unter ihrer Herrschaft. Jesus hat das selbt genauso formuliert:

    Joh 5:24 Ja, ich versichere euch: Wer auf meine Botschaft hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben. Auf ihn kommt keine Verurteilung mehr zu; er hat den Schritt vom Tod ins Leben schon hinter sich.”

    Wer auf die Botschaft Jesu hört, wer mit ihm verbunden wurde, hat den Schritt zum Leben schon HINTER sich. Das ist doch die beste Botschaft, die man sich vorstellen kann. Paulus hat sich dann darauf bezogen, als er sagte:

    Röm 8:1 Es gibt demnach kein Verdammungsurteil mehr für die, die mit Jesus Christus eins geworden sind.”

    Jetzt ist auch im ersten Jahrhundert schon folgendes passiert: Nachdem Paulus diese gerade genannte Botschaft des Freispruchs gepredigt hat, haben sich nach und nach Menschen eingeschlichen, die wieder Wert auf Gesetze und Regeln gelegt haben. In Kolosser geht Paulus darauf ein, und sagt dann etwas ganz interesantes, was sich hervorragend auf uns und auch auf die Zeugen allgemein heute übertragen lässt:

    Kol 2:16 Lasst euch deshalb von niemand verurteilen, nur weil ihr bestimmte Dinge esst oder trinkt, oder weil ihr bestimmte Feste oder Feiertage oder Sabbate nicht beachtet.
    Kol 2:20 Wenn ihr zusammen mit Christus den Grundprinzipien dieser Welt weggestorben seid, weshalb tut ihr dann so, als würdet ihr noch unter ihrer Herrschaft leben? Ihr lasst euch vorschreiben:
    Kol 2:21 “Mit diesem sollst du nichts zu tun haben! Das darfst du nicht essen und jenes nicht berühren!”
    Kol 2:22 Solche Regeln sind nichts als menschliche Vorschriften für Dinge, die doch nur dazu da sind, um von uns benutzt und verbraucht zu werden.
    Kol 2:23 Es sieht zwar so aus, als ob solche eigenwilligen Gottesdienste, Demutsübungen und Misshandlungen des Körpers Zeichen besonderer Weisheit seien. Aber in Wirklichkeit haben sie keinen Wert, sondern dienen nur zur Befriedigung der menschlichen Natur.”

    Diesen Text sollte man sich wirklich mehrmals in Ruhe durchlesen. Hier beschreibt Paulus nämlich sehr schön, dass solche Regeln, mit wem wir etwas zu tun haben dürfen, was wir essen etc. nichts als MENSCHLICHE Regeln sind. Wir hingegen brauchen solche Regeln nicht, wenn wir uns ganz auf Jehova und Jesus verlassen. Da die WTG und auch jede andere Organisation auf solche Regeln aufbaut, um auf menschliche Weise für eine gewisse Einheit zu sorgen, muss man klar feststellen: Jesus hat heute keine Organisation, und er braucht auch keine.

    Die Versammlungen im ersten Jahrhundert waren ganz anders aufgebaut wie heute. Meint ihr, es gab ein Programm??? Dazu kann man sich gerne mal 1. Korinther 14 ab Vers 26 durchlesen, wo Paulus den Ablauf einer damaligen Versammlung erklärt.

    Weil viele ja immer in Verbindung mit Heb. 10:24+25 erwähnen, wie man denn das Zusammenkommen nicht aufgeben soll, habe ich hier http://www.bruderinfo-prophetie.de/?p=718#comment-1259 einen Kommentar dazu geschrieben.

    Es kommt also nicht auf eine genaue Definition des Begriffes Organisation an, sondern vielmehr darauf, ob ich in Glaubensfragen zulasse, dass Menschen sich als Herren über meinen Glauben aufspielen dürfen. Das entscheide nämlich ich ganz alleine. Klar, hat die WTG ihre Macht missbraucht, aber wir wurden doch jetzt darauf hingewiesen, wir haben es erkannt, also geht es für uns nicht mehr um Begrifflichkeiten, sondern um das Wesentliche, nämlich um die Tatsache, dass wir in der der Liebe und der Einsicht wachsen und dadurch das wir Jesus ehren, letztendlich auch unseren Vater ehren.

    Phi 1:9 Und ich bete auch darum, dass eure Liebe immer reicher an Verständnis und Einsicht wird,
    Phi 1:10 damit ihr euch für das entscheidet, worauf es ankommt, und am Tag von Christus rein und tadellos vor ihm steht;
    Phi 1:11 erfüllt mit dem, was aus der Gerechtigkeit gewachsen ist, die Jesus Christus euch geschenkt hat. So wird Gott geehrt und gelobt.

    In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass wir uns auf diese Dinge konzentrieren und uns nicht allzu sehr mit den Dingen beschäftigen, die hinter uns liegen.

    Schöne Grüße

    Sascha

  • Alois
    September 15, 2011

    Lieber Sascha

    Du hast die Bibel zitiert:

    „…..Ihr lasst euch vorschreiben:
    Kol 2:21 “Mit diesem sollst du nichts zu tun haben! …“

    Kann es sein dass selbst die Anweisung der Ältesten und der Organisation, man solle mit Ausgeschlossenen nichts zu tun haben schon im Brief an die Kolosser steht?

    Das ist mir bisher gar nicht aufgefallen.
    Man lernt nie aus.

    Liebe Grüße
    Alois

  • Sascha
    September 15, 2011

    Liebe Brüder und Schwestern,

    ich möchte euch empfehlen, diesen Artikel (noch einmal) in Ruhe durchzulesen. Er ist zwar im letzten Jahr geschrieben worden, aber durch die Entwicklungen in diesem Jahr kann man die Gedanken nun noch besser nachvollziehen und bestätigen. Vielen Dank, Bruder N.S.!

    Schöne Grüße

    Sascha

  • Cheyenne
    September 15, 2011

    Liebe Diener Jehovas,

    Denkt an Lots Frau!
    Luk.14:33 Somit könnt ihr sicher sein, daß keiner von euch, der nicht seiner ganzen Habe Lebewohl sagt, mein Jünger sein kann.

    Zu dieser Habe gehören auch die Königreichssäle und Kongresssäle. Auch dieser Habe müssen wir Lebewohl sagen und sie vollständig Selters und der LK überlassen. Rein rechtlich gesehen gehören sie ihnen ja sowieso schon längst .Die jahrzehntelangen Belastungen durch aufopfernde Arbeit und finanzieller Verschuldung dürfen uns dann nicht dazu veranlassen, doch in dieser Organisation zu bleiben. Ebenso dürfen uns die Verachtung und Schmähungen der organisationsloyalen Brüder nicht verunsichern, so dass wir aus Menschenfurcht bleiben.
    Luk.12:8 Ich sage euch nun: Jeder, der vor den Menschen bekennt, mit mir in Gemeinschaft zu sein, mit dem in Gemeinschaft zu sein, wird auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen. 9 Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, wird vor den Engeln Gottes verleugnet werden.
    Mark.8:38 Denn wer immer sich meiner und meiner Worte in dieser ehebrecherischen und sündigen Generation schämt, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln gekommen sein wird.

    Die Anerkennung durch Jesus muss uns in jeder Situation wichtiger sein als die Anerkennung der WTG und ihrer Diener. Nur Jesus kann uns Leben geben, niemals seine (angebliche!) Organisation.

    L.G. Cheyenne

  • Manfred
    September 15, 2011

    Liebe Schw. Cheyenne,
    Du hast Recht, man muss seiner ganze Habe Lebewohl sagen. Dazu gehören aber nicht nur materielle Dinge wie die Saalbauten, die man körperlich oder materiell unterstützt hat, sondern auch die geistige Habe.

    Dies könnten auch Brüder sein, die man vielleicht durch sein eigenes predigen zur „Wahrheit“ gebracht hat und die jetzt absolut Organisations loyal sind. Selbst wenn man Ihnen jetzt sagen würde, dass man zu einer anderen Erkenntnis gekommen ist, würden sie weiterhin treu der Organisation folgen. Dann muss man auch Ihnen Lebewohl sagen, wenn sie einen nicht selbst schon an den Pranger stellen und als Abtrünnigen brandmarken.
    Liebe Grüße Manfred

  • Shannon
    September 15, 2011

    Lieber Bruder Manfred,

    zu deinem Zitat: „Dies könnten auch Brüder sein, die man vielleicht durch sein eigenes predigen zur “Wahrheit” gebracht hat und die jetzt absolut Organisations loyal sind. Selbst wenn man Ihnen jetzt sagen würde, dass man zu einer anderen Erkenntnis gekommen ist, würden sie weiterhin treu der Organisation folgen.“

    Es ist nicht einfach, diese anerzogenen Muster hinter sich zu lassen, nämlich das zu tun, was andere erwarten, weil man andere nicht verletzen oder enttäuschen möchte. Was stützt uns, wenn außen alles wegbricht? Doch nur noch unser Glaube. Aber vor diesem Wegbechen haben viele Angst. Das ist verständlich und deswegen ist der Weg der Wahrheit eben die enge Pforte und nicht der breite Weg.

  • Alois
    September 15, 2011

    Lieber Manfred, liebe Shannon

    Wundert Euch nicht, auch das hat Jesus vorhergesagt, sogar noch Schlimmeres:

    Matth. 10:34-36
    Wähnet nicht, daß ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
    Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater, und die Tochter mit ihrer Mutter, und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter;
    und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.

    Wir können von Glück reden wenn uns innerhalb der engsten Familie das erspart bleibt. Zu bisherigen Freunden in den Versammlungen bleibt uns dies jedoch nicht erspart.

    Liebe Grüße
    Alois

  • Alois
    September 15, 2011

    Ein weiterer Gedanke, warum wir nicht nach hinten schauen sollten hat zwar nichts mit Prophetie zu tun, wir sollten trotzdem darüber nachdenken:

    In der Bibel werden wir immer wieder gewarnt stolz zu sein. Wer stolz und hochmütig ist, wird nicht den Weg Gottes gehen, so viele Äußerungen der Bibel.

    Aber wann ist ein Mensch stolz?

    Kein Mensch wird stolz sein über das was in der Zukunft liegt, denn er kennt sie ja nicht. Anders sieht es aus wenn ein Mensch nach hinten schaut, wenn er in die Vergangenheit schaut.

    Wer in die Vergangenheit schaut, sieht vielleicht seine eigenen vielen Fehler und Sünden die er gemacht hat, dann wird er demütig und vermeidet es in die Vergangenheit zu schauen. Er wird eher in die Zukunft schauen in der die Gnade und die Vergebung unseres Retters Jesus und unseres Vaters liegt. Am Ende dieser Rettung steht das Reich Gottes.

    Ein anderer schaut in seine Vergangenheit, somit nach hinten und sieht wie gut er sein Leben gemeistert hat. Er sieht dass er doch ein guter und erfolgreicher Mensch ist. Jetzt besteht aber die Gefahr, dass er stolz anstelle demütig ist. Aber wer stolz ist, ist nicht geeignet für das Reich Gottes!

    Liebe Grüße
    Alois

  • Shannon
    September 15, 2011

    Liebe Brüder und Schwestern,
    im Moment steht auf den Hauptseiten der Vortrag von der leitenden Körperschaft und wie weit sie uns Vorbild sind. Ich gebe zu, ich war geschockt, da ich dieses Ausmass der Unverschämtheit und Ignoranz nicht erwartet habe. Aber gleichzeitig hoffe ich, dass nach diesem Vortrag und der Diskussion um die Dinge, Kraft vorhanden ist, sich der Zukunft zuzuwenden.
    Ich schreibe meinen Beitrag ganz bewußt hier, denn hier heißt der Vortrag: Schaue nicht zurück.
    Ich frage mich, ob das „zurückschauen“ und „umdrehen“ auch etwas mit der Vergangenheitsbewältigung, der Zeit in der Organisation zu tun hat. Trotz aller biblischer Themen sind die Hauptseiten von Bruderinfo voll von Kritik und Vorwürfen, an die Gesellschaft.
    Ich bezweifle nicht, dass diese Kritik seine Berechtigung hat. Aber ich kann auch in den Zeilen so viel Frust, Wut, Enttäuschung und Schuldgefühle erkennen. Frust über die vermeintlich vergeudeten Jahre und die Energie, Wut über die eigenen Unfähigkeit, rechtzeitig oder nicht schon früher entsprechende Konsequenzen gezogen zu haben, Enttäuschung am Ende geringschätzig und unwert behandelt worden zu sein und Schuldgefühle den Liebsten gegenüber, die man in die Versammlung hineingebracht hat.
    Aber irgendwann sollte doch damit Schluss sein. Denn solange man noch gefangen ist, in seinen eigenen Gefühlen (Wut, Enttäuschung, Frust ect.) bedeutet das doch nur, dass man diese Leidenszeit verlängert, weil man sich selbst in der Rolle des Opfers gefangen hält. Alles hat seine Zeit, wie uns Prediger 3.1-11 schon gezeigt hat:
    Alles hat seine Zeit
    und jegliches Vornehmen
    unter dem Himmel seine Stunde.
    Geborenwerden hat seine Zeit,
    und Sterben hat seine Zeit;
    Pflanzen hat seine Zeit,
    und Gepflanztes ausreißen hat seine Zeit.
    Töten hat seine Zeit, und Heilen hat seine Zeit;
    Zerstören hat seine Zeit, und Bauen hat seine Zeit.
    Weinen hat seine Zeit, und Lachen hat seine Zeit;
    Klagen hat seine Zeit, und Tanzen hat seine Zeit.

    Steine schleudern hat seine Zeit,
    und Steine sammeln hat seine Zeit;
    Umarmen hat seine Zeit,
    und sich der Umarmung enthalten hat auch seine Zeit.
    Suchen hat seine Zeit,
    und Verlieren hat seine Zeit;
    Aufbewahren hat seine Zeit,
    und Wegwerfen hat seine Zeit.
    Zerreißen hat seine Zeit,
    und Flicken hat seine Zeit;
    Schweigen hat seine Zeit,
    und Reden hat seine Zeit.
    Lieben hat seine Zeit,
    und Hassen hat seine Zeit;
    Krieg hat seine Zeit,
    und Friede hat seine Zeit.

    Was hat nun der, welcher solches tut,
    für einen Gewinn bei dem, womit er sich abmüht?

    Ich habe die Plage gesehen,
    welche Gott den Menschenkindern gegeben hat, sich damit abzuplagen.

    Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch die Ewigkeit hat er in ihr Herz gelegt, da sonst der Mensch das Werk, welches Gott getan hat, nicht von Anfang bis zu Ende herausfinden könnte.

    Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, endlich die alten Pflanzen auszureissen und Platz zu machen, für Neues, für eine Hoffnung und den Glauben an die Verheißung. Haltet nicht am Alten fest und reißt die Gitter nieder, die euch als Opfer gefangen halten. Denn wenn ihr immer wieder zurück schaut, ist das, wie Autofahren mit dem Rückspiegel.
    Denkt doch einfach an diesen Text aus der Offenbarung: 18.4.:
    Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel sagen: Gehet aus ihr hinaus, mein Volk, auf daß ihr nicht ihrer Sünden mitteilhaftig werdet, und auf daß ihr nicht empfanget von ihren Plagen

    Liebe Brüder und Schwestern, bitte schaut nach vorne. Die Vergangenheit ist vorbei, nichts kann sie ändern. Aber eure Zukunft, die habt ihr in euren eigenen Händen. Nehmt sie in die Hand, übt diese Macht über euer Leben selber aus, denn wenn ihr sie nicht annehmt, kommt ein anderer(Gesellschaft, Ältese, Vergangenheit) und übt sie aus.

    Alles Liebe euch
    Shannon

  • Svenja
    September 15, 2011

    Liebe Shannon,

    ein wunderbarer Kommentar, dem ich nur voll zustimmen kann. Ich denke auch, dass es wichtig ist, Frieden mit seiner Vergangenheit zu finden und eben nicht mehr zurück zu schauen. Der Blick muss nach vorne gerichtet werden. Und das kann mit Gottvertrauen ganz getrost und voller Hoffnung geschehen, denn wir werden von ihm getragen.

    Danke für diese Gedanken und auch die schönen Bibelverse dazu!

  • Ulrike P.
    September 15, 2011

    Hallo Shannon,
    auch ich möchte dir aus vollem Herzen zustimmen.
    Die Erinnerung an meine WTG-Zeit bewirkt in mir rein garnichts mehr. Weder Bitterkeit noch Zorn. Sie liegt weit zurück und ist ganz von meinem Vertrauen an JHWH und Jesus abgelöst worden.

    Aber hier auf Bruderinfo geht es ja darum, denen die sich noch darin befinden, aufzuzeigen, dass sie dort nicht ihr Heil finden können. – Ja, dass es sogar unmöglich ist, der WTG und Jesus nachzufolgen.

    Und dazu muss man eben auch über die Dinge reden die falsch laufen.- Denn sonst sehen manche vielleicht garnicht den Zusammenhang, bzw das Problem…

    LG Ulli

  • Walter
    September 15, 2011

    Liebe Brüder,

    als ich Anfang des Jahres auf Brd.info gestoßen bin, war es reiner Zufall.
    Bei der Suche nach ganz was anderem, las ich auf einmal „www.bruderinfo“ und war überrascht. Weil ich ganz was anderes suchte und keine Zeit hatte, habe ich mir die Adresse auf einen Schmierzettel geschrieben und später reingeschaut.
    Tage später hat meine Frau die Adresse auf dem Zettel gesehen
    und ebenfalls reingeschaut.
    Als BrdInfo mal nicht mehr zu finden war, hat mir freundlicherweise Anna weitergeholfen.
    Auch ich möchte die Zufälle nicht überbewerten.

    Für mich ist es eher eine Bestätigung dafür, wie viele in unserer Organisation über die Fehlentwicklungen besorgt sind.Und diese erkennen.
    Wie viele inzwischen auch den Mut haben, die Dinge zu benennen, die biblisch nicht in Ordnung sind.
    Für mich ist es eine Bestätigung, daß immer mehr erkennen,wie
    sie um das kostbare Verhältnis zu ihrem himmlischen Vater beraubt werden.

    Wenn man allein ist zweifelt man auch manchmal an sich, ob man sich nicht in irgend etwas „verrannt“ hat.

    Schneerose hat es treffend gesagt “ im Grunde braucht man nur die Bibel und muß darin lesen, um den Allmächtigen Gott als seinen
    Papi zu erkennen.“
    Für mich ist es ermunternd auch durch Brdinfo zu sehen, daß Menschen die sich unabhängig voneinander aufrichtig mit der Bibel beschäftigen, zum fast gleichen Ergebnis kommen.
    Auf der anderen Seite auch ernüchterd, wie hemmend „Religion“,“Organisation“ auf den Glauben der Menschen sein kann.

    Schöne Grüße

    Walter

  • Shannon
    September 15, 2011

    Ich habe garade überlegt, ob das hin und her gerissen zwischen Organisation nicht auch schon in der Bibel beschrieben ist und zwar in Galater 4: (Neue Züricher Übersetzung)
    „8 Früher, als ihr ´den wahren` Gott noch nicht kanntet, sah das ganz anders aus: Damals dientet ihr Göttern, die in Wirklichkeit gar keine Götter sind 11, und wart ihre Sklaven. 9 Jetzt aber kennt ihr Gott – oder vielmehr: Gott kennt euch. Wie ist es da möglich, dass ihr wieder zu den kraftlosen und armseligen Vorstellungen 12 ´dieser Welt` zurückkehrt? Wollt ihr ihnen wirklich von neuem dienen und ihre Sklaven sein?“

    Ein schönes Wochenende euch allen

  • Svenja
    September 15, 2011

    Liebe Shannon!

    Jetzt weiß ich, wo ich vergessen habe, zu schreiben.
    Wollte schreiben, dass ich diese Überlegung absolut plausibel finde. Für uns war oder ist damit die WTG gemeint, für andere vielleicht andere Dinge, die sie früher für wahl hielten. Aber auf jeden Fall interessant zu lesen, dass Paulus schon davor gewarnt hat.
    Danke für diese Überlegung!

    Einen schönen Abend!
    Svenja

  • Manfred
    September 15, 2011

    Lieber Br. N.S.,
    vielen Dank für diesen Artikel, als ich den ersten Bibeltext am Anfang Deines Vortrages gelesen habe, fiel mir auch spontan Lots Frau ein. In Verbindung mit zurückblicken, ist die zur Salzsäule erstarrte Frau Lots in der biblischen Geschichte sehr markant. Trotzdem habe ich diesen Bogen zu Lukas 9:61,62 früher nie spannen können. Das muss an der permanenten Gehirnwäsche der Organisation liegen. Jetzt ist das schon wesentlich einfacher.

    Aber folgender Absatz von Dir hat mich über mein letztes Jahr nachdenken lassen:

    IN DER GESCHICHTE LOTS FÄLLT AUCH AUF, DASS ER ZUERST GEZÖGERT HAT SODOM ZU VERLASSEN. AUCH DAS PASST IN UNSERE HEUTIGE ZEIT. DENN WIR SELBST SCHAFFEN ES NICHT AUS EIGENEM ANTRIEB DAS DEM UNTERGANG GEWEIHTE NEUZEITLICHE SODOM ZU VERLASSEN, SONDERN UNSER HIRTE JESUS UND SEINE ENGEL NEHMEN UNS AN DER HAND UND FÜHREN UNS AUS DIESER STÄTTE HERAUS. DIESES HERAUSFÜHREN IST HEUTE GEISTIG GEMEINT UND FINDET DURCH DEN HEILIGEN GEIST STATT, DER AUF ALLE AUFRICHTIG GLAUBENDEN BRÜDER UND SCHWESTERN WIRKT WELCHE DIE GNADE UNSERES VATERS ERHALTEN. SO WIE LOT DURCH DIE GNADE JEHOVAS MITTELS DER ENGEL GEDRÄNGT WURDE AUF DIE BERGE ZU FLIEHEN, SO DRÄNGT UNS AUCH DER GEIST UNSERES VATERS DIE ORGANISATION GEISTIG GESEHEN FLUCHTARTIG ZU VERLASSEN. Zitat Ende.

    Wenn ich darüber nachdenke, was mich dazu bewogen hat die Versammlungen nicht mehr zu besuchen, so ist dies ein ganz banaler Grund und der Grund war schon Jahre vorher da, aber da bin ich noch nicht weggeblieben. Auch wie ich Bruderinfo gefunden habe war seltsam. Ich benutze ein Spracherkennungsprogramm, dass ich schon mehrere Wochen hatte und mein dritter Suchbegriff war „Jehovas Zeugen“. Der erste Treffer, war aber nicht die offizielle Seite der Zeugen Jehovas, sondern Bruderinfo und da hab ich mir gedacht, das schaust Du Dir mal an. Seit dem bin ich hier. Das war etwa 2-3 Wochen, nachdem ich zum ersten Mal nicht mehr die Versammlung besucht hatte.
    Kurioserweise war die Seite kurz darauf überhaupt nicht mehr mit einem Suchprogramm zu finden, weder unter Jehovas Zeugen, oder Bruderinfo, oder Digidatanet. Man bekommt nur Treffer auf andere Seiten, die etwas über Bruderinfo berichten, nicht jedoch auf die Seite selbst. Das ist bis heute so, habe es noch mal gegoogelt. Kein Treffer auf die Bruderinfo Seite direkt, nur auf Internetseiten die darüber berichten.
    Also entweder war das alles nur „Zufall“, oder es ist genau wie Du geschrieben hast, dass Jesus einen an der Hand nimmt und aus der Organisation hinausführt. Mir persönlich sind das zu viele „Zufälle“, so denke ich dass Du damit Recht hast. Vielen Dank.

    Jetzt würde mich aber mal interessieren, wie denn die anderen Brüder, die hier mitlesen Bruderinfo gefunden haben, da man die Internetseite über die Suchmaschine nicht mehr findet. Hat Euch ein anderer Bruder aufmerksam gemacht, oder wie war es sonst. Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele mal hier Ihr Erlebnis schildern. Das könnte sehr spannend sein.

    Ganz herzliche Grüße an Alle
    Manfred

  • Ulrike P.
    September 15, 2011

    Hallo Manfred,
    ich bin durch eine Freundin – die damals mit mir die WTG verlassen hat – darauf aufmerksam gemacht worden. Sie kam durch Wikileaks auf diese Seite und war vollkommen perplex darüber, dass sie von aktive Ältesten geleitet wird. – Auch sie liest hin und wieder hier mit.

    Die ersten Wochen habe ich auch nur gelesen, aber dann hat es mich doch „geritten“ selber mal etwas zu schreiben.
    Die nette Aufnahme hier und der durchgängig freundliche Ton, die interessanten Artikel und Beiträge, fesseln mich nun schon seit Februar und wohl auch noch weiterhin. 🙂

    LG Ulli

  • Barbara
    September 15, 2011

    Lieber Manfred,
    ich habe seit März einen Computer. Da ich seit ein paar Monaten so ein diffuses Unwohlsein und ein Gefühl der Leere in den Zusammenkünften gespürt habe, kamen mir Zweifel an der „Wahrheit“.
    Ich habe gegoogelt und sämtliche Seiten über Zeugen Jehovas durchforstet. Auf einer Antizeugen-Seite war ein Link zu Bruderinfo.
    Da habe ich dann ab Ende März mitgelesen. Kurz vor dem Gedächtnismahl habe ich den Entschluss gefasst auszusteigen. In der Woche vom 18. April habe ich mich von meinen Freunden in der Versammlung verabschiedet und der Ältestenschaft einen Brief geschrieben. Zur Komiteeverhandlung am 25. April bin ich nicht gegangen. Am 26. April wurde bekanntgegeben, daß ich die Gemeinschaft verlassen habe. Seit Anfang Mai schreibe ich Kommentare.
    Liebe Grüße,
    Barbara

  • Alois
    September 15, 2011

    Lieber Manfred

    Ich habe mich bevor ich Bruderinfo kannte in einem Yahoo-Clever Religionsforum rumgetrieben. Dort gab es alle möglichen Religionen, auch Zeugen Jehovas welche darin durch Fragen und Antworten Predigtdienst gemacht haben. Ich habe dann wenn es passend war immer wieder auch Kommentare reingesetzt.

    Im August letzten Jahres hat ein Fragesteller die Frage gestellt ob die Zeugen Jehovas jetzt neuerdings versuchen sich von innen her zu reformieren. Dabei stand der Link zu Bruderinfo. Ich habe mit großer Freude alles gelesen und festgestellt, das ist es was wir brauchen. Damals konnte man noch keine Kommentare schreiben, das kam erst etwas später.

    Da mir aufgrund biblischer Äußerungen in den Propheten schon seit etwa Frühjahr 2008 klar war, dass bald die Zeit beginnen muss, in der Jesus beginnt die zerstreuten Schafe einzusammeln, habe ich damit gerechnet, dass dies irgendwie stattfinden muss. Ich wusste aber nicht wie. Als ich dann Bruderinfo entdeckt hatte, war alles klar, die Bibel mit den Prophezeiungen und den vagen Zeitangaben stimmen einfach.

    Natürlich ist Bruderinfo auf den deutschsprachigen Raum begrenzt, aber auch im deutschen Raum und auch in anderen Ländern gibt es eine Vielzahl von Foren. Es geht ja nicht um Bruderinfo, sondern dass prophetisch gesehen vermutlich die Zeit gekommen ist, in welcher unser Hirte die verlorenen Schafe sucht, wenn er es gefunden hat auf die Schulter legt, nach Hause trägt und alle zusammenruft um sich zu freuen, weil er sein verlorenes Schaf gefunden hat.

    Liebe Grüße
    Alois

  • Caleb
    September 15, 2011

    Lieber Manfred,

    Wir sollten „die Zufälle“ nicht als „Beweise“ überbewerten, das macht die WTG schon zu Genüge.

    Viell. trifft Alois mit seinem Kommentar am Nähesten, daß wir jetzt ganz einfach in einen gewissen Zeitabschnitt eingetreten sind, und sich hier bei Bruderinfo ein paar Gleichgesinnte getroffen haben.

    Ich bin auch schon auf ein paar englischsprachige Seiten gestossen, wo ganz ähnliche Themen angesprochen, unter Anderem eine internationale Seite wo aktive Älteste gemeinsam gegen die Blutfrage mobilmachen. Es tut sich, glaub ich, ganz viel und wir können einen kleinen Anteil hier haben.

    LG

  • Manfred
    September 15, 2011

    Lieber Caleb,
    sicherlich hast Du Recht, dass ein Zufall auch nur ein Zufall sein kann. Ich gebe aber folgendes zu bedenken:
    Angenommen Dir passieren 10 sehr positive Erfahrungen in Deinem Leben, die natürlich alle zufällig passiert sein könnten. Tatsächlich waren aber nur 5 Erfahrungen Zufall und 5 Erfahrungen stammten von unserem himmlischen Vater indem er Dich gesegnet hat oder der Helfer (Heiliger Geist) hat Dich geführt, so dass es zu dieser sehr guten Begebenheit für Dich gekommen ist.

    Das Problem besteht jetzt für Dich, dass wenn Du denkst das alles nur zufällig passiert ist, Du nicht unserem himmlischen Vater für die Begebenheiten dankst, wo er seinen Segen über Dich ausgeschüttet hat. Denn auf keiner Erfahrung steht drauf, ob das ein Segen war oder nur Zufall. Evt. Gibst Du unserem Vater ja doch die Ehre für einige positiven Dinge, das waren dann aber vielleicht genau die 5 Erfahrungen, die tatsächlich Zufall waren, nicht aber die tatsächlichen Segnungen.

    Aus diesem Grund danke ich unserem Vater immer für positive Erfahrungen auch wenn es tatsächlich Zufall war oder aufgrund eigener Leistungen erfolgt ist. Aber von wem haben wir unser Können? Doch von unserem himmlischen Schöpfer und somit können wir uns nicht aus uns selbst rühmen.
    Dadurch dass ich unserem Vater immer danke, habe ich auch für die Segnungen gedankt und zwar zu 100 Prozent, die ich tatsächlich empfangen habe. Selbst wenn ich mich auch für den reinen Zufall bedanke, so gebe ich immer Gott die Ehre und das ist nie verkehrt.

    Und immer spielt auch unser Glauben eine Rolle. Jesus hat gesagt, dass er uns einen Helfer schicken wird. Glauben wir das wirklich? Der Glaube ist das wichtigste in unserem Verhältnis zu unserem Vater und seinem Sohn. Jesus sagte ja, der Glaube versetzt Berge.
    Aus diesem Grund gebe ich für alles was mir positiv passiert Gott die Ehre.
    Liebe Grüße Manfred

  • Ulrike P.
    September 15, 2011

    Hallo Manfred,
    das sehe ich genauso, denn in Jak 1, 17 a heißt es…:
    Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter…

    Also danke ich ihm für ALLES Gute in meinem Leben und damit auch für Bruderinfo. 🙂

  • Tirza
    September 15, 2011

    Hallo lieber Manfred!

    Ich bin gerade dabei das Archiv, so nach und nach zu durchforsten und bin gern bereit über meine Erfahrung zu berichten, wie ich zu BI gekommen bin.
    „Meine Geschichte“ ist dir ja aus dem Forum hier bekannt, da ich ja recht neu hier bin. Was aber ausschlaggebend war, sich überhaupt auf die „Suche“ zu machen, war, dass ich die Artikel im WT und auch die Tagestexteseit ca. knapp 1 Jahr sehr einseitig empfunden habe! Besonders ist mir aufgefallen, dass der sonntägliche WT das betreffende Thema nicht mehr allumfassend, objektiv im Lichte der Bibel beschrieben und erläutert hat. Ich war geistig immer mehr am Verhungern. Das sich an unseren Problemen in der Versammlung auch nichts zum Besseren wendete, ließ mich überlegen, ob hier nicht etwas grundsätzlich schief läuft.
    Einerseits ist man schnell geneigt zu denken, alles Prüfung, alles Gottes Wille – aber ist dem auch so?
    Solange ich beruflich sehr eingespannt war, hat es irgendwie funktioniert, nicht ständig darüber nachzudenken. Als ich dann seit ca. 1 Jahr etwas mehr Zeit für mich habe, habe ich mich über die youtube-Videos über die NWO mit der Endezeit befasst. Grund war für mich, dem Jahr 1914 auf den Grund zu gehen. Das 607 vuZ nicht zutreffen könnte, habe ich irgendwie rausbekommen, letztlich über die Bücher von R. Franz. Den Gewissenskonflikt habe ich noch mit einem relativ schlechten Gewissen gelesen, weil man das ja nicht darf. Ich war erschrocken, was ich dort las! Danach war erst einmal gar nichts mehr. Ich drehte mich bei meinen Recherchen im Kreis.
    Bis zu diesem Jahr um die Zeit des GM, als wir wieder einmal aufgesucht wurden und der Besuch eines Ältesten, der sich nicht einmal als Ältester zu erkennen gab (Hab ich erst später erfahren.)ein Schlüsselerlebnis für mich darstellte.
    Ich hatte diesem Ältesten dann tagsdarauf einen Brief geschrieben, der in seinem Ton völlig korrekt und anständig war und ihm den Sachverhalt noch einmal kurz schilderte.
    Bis heute keine Antwort. Mein Ehepartner, auch ein ZJ sagte mir schon vor Jahren sinngemäß, wenn man die wahre Religion an der Liebe erkennen könnte/müsste, dann sind es nicht ZJ.
    Ich habe vieles „entschuldigt“ bzw. versucht eine Erklärung dafür zu geben, was in unserer Versammlung so alles ablief.
    Jetzt erst merkte ich, dass mein Ehepartner wohl recht hat.
    Ich habe dann das 2. Buch von R. Franz im April gelesen und anschl. bei google die verschiedensten Begriffe eingegeben und kam dann mit den Videos von Barbara Kohout in Berührung, u.a. in der Sendung Nachtcafe. Irgendwie dachte ich, diese älteren ehemaligen Zeugen machen das doch nicht aus Jux und Dallerei, dass sie ihre Hoffnung „aufgeben“ und der WTG den Rücken kehren?!
    Ich denke, letztlich hatte ich dann wohl ein Forum gesucht, wo sich Zeugen austauschen können und hatte dan Begriffe wie ZJ Forum eingegeben oder auch den Begriff Von Zeugen für Zeugen, und so bin ich zu BI gekommen.
    Das Thema im Mai „Vorsicht Abtrünnige“ war natürlich echt heftig! Schon der Titel – ich wollte trotzdem wissen, bin ich nun abtrünnig und von Jehova verworfen? Ich konnte und wollte so nicht mehr weiterleben. Ich habe manchmal gedacht und gebetet, am liebsten würde ich früh nicht mehr aufwachen wollen. Aber was soll aus meinem Ehemann werden? Es konnte nicht mehr schlimmer werden, dachte ich; also lies! Und ich bin froh, dass ich mitgelesen habe! Bisher dachte ich, dass ich irgendwie nicht richtig lag, mit meinem Gefühl, dass die WTG nicht ganz koscher ist. Aber nun hier von so vielen Betroffenen zu lesen, die ähnlichen und viel größeren Kummer haben bzw. gehabt haben, das ist schon eine Erfahrung, die mich einerseits natürlich sehr betroffen macht andererseits auch im Glauben besträrkt, weil ich mich nicht mehr alleine fühlen muss.
    Ich sehe es schon als Führung und Leitung an, wenn man die Wahrheit erkennen kann, auch wenn viele Fragen für mich noch nicht ganz geklärt sind.
    Schön ware es, wenn ich einmal die Führung und Leitung Jehovas darin erleben könnte, dass ich einmal jemanden persönlich aus der Versammlung meines Wohnortes kennenlernen würde, der genauso denkt wie ich. Bis auf meinen Ehemann kenne ich leider niemanden und der auch zu BI gefunden hat.
    Das war meine Geschichte, wie und warum ich zu BI gekommen bin.
    Liebe Grüße
    Tirza

  • Anna
    September 15, 2011

    Liebe Tirza,

    vielen Dank für deine Geschichte. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es erstmal erschreckend ist wenn das Glaubensgebäude WTG in einem zusammenbricht.
    Dann muss man sich erstmal selber neu ordnen. Jehova hat dich insofern ja schon geführt, dass dein Ehemann ebenso empfindet wie du. Es gibt einige Brüder und Schwestern die vom Partner keinerlei Verständnis bekommen und heimlich lesen und schreiben müssen.

    Meine Versammlung war bis vor kurzem noch relativ gemäßigt. Allerdings scheint mir seit der 1tägigen Ältestenschulungen ein schärferer Wind zu wehen. Und dann sind auch ein paar junge übereifrige Brüder dazugekommen. Dabei kommt die lange Schulung mit ca. 1 Woche erst noch.

    Du könntest hier auf BI falls dies für die gefahrlos möglich ist zumindest die Region eingrenzen wo du wohnst. Dann wäre es evtl. möglich Gleichgesinnte sowohl innerhalb als auch außerhalb der Versammlung kennenzulernen.

    Kannst mir auch gerne eine mail schreiben: vierzonfrie@aol.com

    Herzliche Grüße

    Anna aus dem Süden

  • Tirza
    September 15, 2011

    Liebe Anna!

    Habe Dir eine PN geschickt.
    Liebe Grüße
    Tirza

  • Alois
    September 15, 2011

    Liebe Schwester Tirza

    Herzlich willkommen hier in Bruderinfo. Das was Du erlebt und durchgemacht hast, habe ich in ähnlicher Form auch von anderen Brüdern und Schwestern gelesen.
    Das was Du erlebt hast, steht schon in Römer 11:

    Römer 11
    2. Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er zuvorerkannt hat. Oder wisset ihr nicht, was die Schrift in der Geschichte des Elias sagt? Wie er vor Gott auftritt wider Israel:
    3. „Herr, sie haben deine Propheten getötet, deine Altäre niedergerissen, und ich allein bin übriggeblieben, und sie trachten nach meinem Leben“.
    4. Aber was sagt ihm die göttliche Antwort? „Ich habe mir übrigbleiben lassen siebentausend Mann, welche dem Baal das Knie nicht gebeugt haben“.
    5. Also ist nun auch in der jetzigen Zeit ein Überrest nach Wahl der Gnade.
    6. Wenn aber durch Gnade, so nicht mehr aus Werken; sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade.

    So hat Dir und Deinem Mann unser Hirte Jesus in den letzten Monaten ebenfalls mitgeteilt dass Du nicht alleine bist, denn wir sind sehr viele die das Knie nicht vor dem modernen Baal, der Organisation beugen wollen.

    Sicherlich gibt es auch in Deinem weiteren Umfeld Brüder oder Schwestern die hier mitlesen.

    Liebe Grüße
    Alois

  • Tirza
    September 15, 2011

    Lieber Bruder Alois!

    Vielen Dank für Deine auferbauenden Zeilen und das herzliche Willkommen!
    Ich freue mich Deine / Eure Beiträge lesen zu dürfen, die so
    einen ganz anderen Geist offenbaren, als den, den ich bisher aus den meisten Publikationen gespürt habe.
    Freude, Hoffnung, Liebe danach sehnen wir Menschen uns und ich denke der Schöpfer und Jesus Christus wollen uns diese Freude, Hoffnung und Liebe in großem Maße zuteil werden lassen.

    Auf die WTG und manche Älteste (bei uns gab es nur einen – ist aber auch schon ewig her)

    trifft leider 2. Kor. 1 / 24 nicht zu.

    „Nicht, daß wir die Herren+ über euren Glauben sind, sondern wir sind Mitarbeiter+ an eurer Freude, denn ihr steht+ durch [euren] Glauben.“

    Das ist es, was mich so traurig macht und früher sogar auch wütend. (Seid erzürnt, doch sündigt nicht) Eph. 4/26

    Das Leben könnte viel schöner sein, wenn alle gegenseitig Mitarbeiter an der Freude des anderen wären.
    Statt dessen wird durch Menschen die sich über andere erheben das Joch derer noch vergrößert, die einst aus Liebe zu Jehova und seinem Sohn, die Wahrheit suchten, vermeintlich fanden und durch
    einen untreuen Sklaven, der LK eher im Glauben niedergerissen als auferbaut werden.
    Das darf nie wieder geschehen!
    Wollen wir uns immer im Glauben auferbauen und stärken, liebe Mitchristen!
    Liebe Grüße
    Tirza

  • Sascha an Tirza
    September 15, 2011

    Liebe Schwester Tirza,

    wollte dir eben sagen, dass ich deine Kommentare sehr gerne lese, weil ich merke, dass du/ihr trotz negativer Erfahrungen nicht verbittert seid. Auch bei vielen anderen Geschwistern kann man das hier sehr deutlich erkennen.

    Du hast ja davon gesprochen, dass wir uns gegenseitig aufbauen wollen. Deswegen möchte ich einen meiner Lieblingstexte an dieser Stelle zitieren:

    Joh 5:24 „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tode in das Leben übergegangen.“

    Jesus sagt das zu lebenden Menschen, und nicht davon, dass man erst durch den buchstäblichen Tod zum „Leben übergeht“. Das Hören auf das Wort unseres Hirten führt dazu, dass wir kein Gericht mehr fürchten müssen. Dieser Gedanke hat für mich nichts mit Selbstsicherheit zu tun, sondern mit Vertrauen. Natürlich ist das Hören auf das Wort Jesu keine einmalige Sache, und es hat auch nichts damit zu tun, dass wir uns keine Fehler mehr erlauben dürften. Mit diesen Worten ist u.a. auch diese Aussage gemeint:

    Joh 6:28 Da fragten sie ihn: „Was müssen wir denn tun, um Gottes Willen zu erfüllen?“ Joh 6:29 Jesus antwortete ihnen: „Gottes Wille wird dadurch erfüllt, dass ihr den anerkennt, den er gesandt hat.“

    Und Bruder Alois hatte ja schon aus Römer zitiert. Hier noch ein Text aus diesem schönen Brief:

    Röm 10:8 Im Gegenteil, sie sagt: „Das Wort ist dir ganz nahe. Es ist in deinem Mund und in deinem Herzen.“ Mit diesem Wort ist die Botschaft vom Glauben gemeint, die wir predigen. Röm 10:9 Wenn du mit deinem Mund bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden. Röm 10:10 Denn man wird für gerecht erklärt, wenn man mit dem Herzen glaubt, man wird gerettet, wenn man seinen Glauben mit dem Mund bekennt. Röm 10:11 Denn die Schrift sagt: „Wer ihm vertraut, wird nicht enttäuscht werden.“

    Wenn man sich diese wunderbaren Wahrheiten vor Augen hält, dann gelingt es uns immer besser, entsprechend dem Thema des obigen Artikels, nicht mehr mit Groll und Verbitterung zurückzuschauen.

    Liebe Grüße an euch und alle anderen Geschwister
    Sascha

  • Alois
    September 15, 2011

    Das Beispiel Lot zeigt, dass nicht wir es sind die aus eigener Kraft das neuzeitliche Sodom verlassen haben, sondern Gottes Geist hat uns an der Hand genommen und uns aus dieser verdorbenen Organisation hinausgeführt.

    Denn nicht wir sind es die uns selbst retten, sondern unser Vater und sein Sohn retten uns aus Gnade, damit wir uns nicht selbst rühmen. Es ist somit nicht unser Verdienst dass wir die Organisation verlassen haben und uns wieder in einer Herde des Chrisus sammeln, sondern Jesus war es der uns an die Hand nahm und uns hinausgeführt hat. Wir müssen aber weiter marschieren und nicht zurückschauen bis wir die rettenden Berge erreicht haben.

    Ein wunderbares Beispiel was uns da die Geschichte der Bibel zu unserem Verständnis zeigt.

    Liebe Grüße
    Alois

  • Ulrike P.
    September 15, 2011

    Vielen Dank für diesen Artikel,
    ich denke zwar auch, dass es auf die heutige Zeit bezogen, geistig zu verstehen ist. – Aber ich weiß nicht, ob man es dabei einfach belassen kann.

    Denn, um das Beispiel mit Lot aufzugreifen: Alles Geistige muss ja doch auch, eine buchstäbliche Erwiderung bzw Erfüllung haben, sonst bleibt äußerlich gesehen, ja alles wie´s ist.
    Geistig hatte Lot sich schon immer von der Stadt in der er lebte distanziert…aber wenn er sich nicht doch hätte vom Engel ergreifen und hinausführen lassen, dann wären er und seine Familie trotzdem mit darin umgekommen.

    Darum gilt es für alle die noch dort hin gehen, wachsam zu sein und Gott darum zu bitten ihm aufzuzeigen, was sie tun sollen.

    LG Ulli

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