5 Comments
  • Sascha
    März 1, 2013

    Lieber Bruder B.,

    ich bedanke mich auch bei dir für deine Ausführungen. Es ist gar nicht so einfach, zwischen buchstäblichen und geistigen Übertragungen zu unterscheiden. Auf der einen Seite werden die Begriffe Tempel, Stadt, Heiligtum im NT eindeutig mit geistigen Dingen in Verbindung gebracht. Aber auf der anderen Seite muss es natürlich irgendwann auch eine buchstäbliche, sichtbare Erfüllung geben, da es über Jesu Wiederkommen in der Apostelgeschichte ja heißt:

    Apg 1:9 „Als er das sagte, sahen sie, wie er emporgehoben wurde. Dann verhüllte ihn eine Wolke vor ihren Augen. Apg 1:10 Als sie nach seinem Verschwinden immer noch gespannt zum Himmel aufschauten, da standen auf einmal zwei Männer bei ihnen. Sie waren in leuchtendes Weiß gekleidet. Apg 1:11 „Ihr Männer von Galiläa“, sagten sie, „was steht ihr hier und starrt in den Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen wurde, wird genauso wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel gehen sehen.“

    Was die Bedeutung der von dir behandelten Verse aus Sacharja betrifft, bin ich mir noch nicht ganz sicher, wie sie nun zu verstehen sind. Du gehst von einer geistigen Übertragung aus, und es ist in jedem Fall interessant und belebend, sich von dieser Warte aus mit dem Kapitel zu beschäftigen. Einen Gedanken möchte ich aber dennoch gerne ansprechen, und hierzu würde mich sowohl deine, also auch die Meinung der anderen Geschwister interessieren.

    Im Artikel wurde der Begriff „zweite Gegenwart Jesu“ gebraucht. Wenn ich verschiedene Übersetzungen zurate ziehe, stelle ich aber fest, dass die meisten das Wort parousia nicht mit einem Zeitraum, sondern mit einem ZEITPUNKT in Verbindung bringen.

    Dieses Wort wird von der WTG mit „Gegenwart“ übersetzt, und ich bin nicht der Ansicht, dass man etwas nur aus dem Grund verwerfen sollte, weil es bei den Zeugen Jehovas so gelehrt wurde. Aber ich möchte trotzdem einige Texte einfügen, weil sie aus meiner Sicht zeigen, dass Jesus spätestens seit dem Ausgießen des Heiligen Geistes im geistigen Sinne GEGENWÄRTIG ist, und dass diese Form der Gegenwart sich nicht erst auf die Endzeit bezieht. Ich möchte zunächst mit dem Kapitel 14 des Johannes-Evangelium beginnen:

    Joh 14:15 „Wenn ihr mich liebet, so haltet meine Gebote; Joh 14:16 und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Sachwalter geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit,
    Joh 14:17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr [aber] kennet ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.“

    Hier verspricht Jesus den Geist der Wahrheit, und aus der Apostelgeschichte wissen wir, dass er an Pfingsten des gleichen Jahres dann erstmals ausgegossen wurde. Außerdem macht er hier schon deutlich, dass es sich hierbei um etwas UNSICHTBARES handeln würde, also etwas, was sich auf der geistigen Ebene abspielt. Dann sagt Jesus:

    Joh 14:18 „Ich werde euch nicht als Waisen lassen, ich komme zu euch. Joh 14:19 Noch ein Kleines, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber sehet mich: Weil ich lebe, werdet auch ihr leben.
    Joh 14:20 An jenem Tage werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin, und ihr IN mir und ich IN euch.
    Joh 14:21 Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben und mich selbst ihm offenbar machen.“ Joh 14:23 „Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“

    Jesus sagt im Vers 23, dass er und sein Vater kommen würden, und bei den Menschen, die ihn lieben, WOHNEN würden. (Hier wird nicht das Gleiche beschrieben, wie in Offenbarung 21 und 22, wo es heißt, dass Gott und das Lamm für immer bei den Menschen sein werden, da hier gesagt wird, dass sie IN uns wohnen.)

    Wenn sie also in uns wohnen, dann müssen sie auch GEGENWÄRTIG sein. Da im Vers 17 und im Vers 20 gesagt wird, dass sowohl der Heilige Geist als auch Jesus IN uns sein würden, und diese Aussage bezgl. des Wohnens direkt im Anschluss daran gemacht wird, verstehe ich diesen Text so, dass Jehova und Jesus bereits seit dem ersten Jahrhundert fortlaufend durch den Heiligen Geist in den Menschen wohnen, die an sie glauben und sich an „sein Wort halten“. Dass Jesus hier nicht von einer fleischlichen Gegenwart spricht, sondern von einer Gegenwart, die durch den Heiligen Geist zustande kommt, wird dann noch einmal im Vers 25 und 26 betont:

    Joh 14:25 „Dies habe ich zu euch geredet, während ich bei euch bin. Joh 14:26 Der Sachwalter aber, der Heilige Geist, welchen der Vater senden wird in meinem Namen, jener wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“

    Diese geistige Gegenwart fing aus meiner Sicht also im ersten Jahrhundert beim erstmaligen Ausgießen des Heiligen Geistes an. Dann würde es laut verschiedenen prophetischen Aussagen sowohl des AT als auch des NT „am Ende der Zeit“ zu verschiedenen Entwicklungen kommen, wie z.B. die Zerstreuung und die Einsammlung der Schafe. Nachdem Jeremia z.B. die schlechten Hirten, die zerstreuten Schafe und deren Einsammlung aus der Wüste spricht, heißt es dort:

    Jer 23:20 „Nicht wenden wird sich der Zorn Jahwes, bis er getan und bis er ausgeführt hat die Gedanken seines Herzens. Am Ende der Tage werdet ihr dessen mit Verständnis inne werden.“

    Und in Jeremia 30 wird es ganz ähnlich beschrieben, aber in Verbindung mit einer Aussage, die prophetisch auf die Wiederkunft Jesu hinweist:

    Jer 30:21 „Und sein Herrlicher wird aus ihm sein, und sein Herrscher aus seiner Mitte hervorgehen; und ich will ihn herzutreten lassen, daß er mir nahe; denn wer ist es wohl, der sein Herz verpfändete, um zu mir zu nahen? spricht Jahwe.
    Jer 30:22 Und ihr werdet mein Volk, und ich werde euer Gott sein. Jer 30:23 Siehe, ein Sturmwind Jahwes, ein Grimm ist ausgegangen, ein sausender Sturmwind; er wird sich herniederwälzen auf den Kopf der Gesetzlosen. Jer 30:24 Nicht wenden wird sich die Glut des Zornes Jahwes, bis er getan und bis er ausgeführt hat die Gedanken seines Herzens. Am Ende der Tage werdet ihr dessen innewerden.“

    Der „Herrliche“ aus dem Vers 21 kann niemand anderes als Jesus sein, und im Vers 24 finden wir dann den gleichen Wortlaut wie im Kapitel 23, wenn wieder vom „Ende der Tage“ die Rede ist.

    Also möchte ich den Gedanken so zusammenfassen: GEGENWÄRTIG ist Jesus in dem Moment, wenn ein einzelner Mensch durch den Vater zu ihm gezogen wird, in dem Moment, in dem er oder sie den Heiligen Geist empfängt, und dadurch zu einem Kind Gottes wird. Das hat aber nichts mit dem Begriff parousia zu tun.

    Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass wird uns nicht erst seit 1914 oder in einem anderen Jahr des letzten Jahrhunderts in der „Gegenwart Jesu“ befinden, und das der Begriff „Zweite Gegenwart Jesu“ nicht korrekt ist, sondern eher mit dem „zweiten Kommen“ wiedergegeben werden müsste. Unabhängig davon, glaube ich aber, dass wir in der Zeit leben, die als das „Ende der Tage“ bezeichnet wird, da wir sowohl die Zerstreuung, als auch die Einsammlung der Schafe beobachen können. Dadurch, dass man das Wort parousia mit „Gegenwart“ übersetzt, wird der Eindruck vermittelt, dass es sich hierbei um einen längeren Zeitraum handelt. In Wirklichkeit umfasst die Beschreibung „Ende der Tage“ aber einen sehr begrenzten Zeitraum, da Jesus sagte, dass eine Generation, nämlich die letzte vor dem Wiederkommen Jesu alle Zeichen des Endes erleben würde. Und wenn man sich dann anschaut, was alles beim Schall der siebten Posaune passiert, dann sehe ich das als Bestätigung dafür, dass das Wort parousia eben mit „Kommen“, also einem bestimmten Zeitpunkt, und nicht einem Zeitraum, beschrieben und übersetzt werden sollte.

    In der Schlussfolgerung bedeutet das für mich, dass das Jahr 1914 für die Identifizierung der Zeit des Endes, und des Wiederkommens Jesu nicht von Bedeutung ist. Alleine die Tatsache, dass Jesus die ganzen Vorgänge auf eine Generation beschränkt, die geballt alle Zeichen der letzten Tage miterlebt, schließt dieses Jahr als Beginn der „letzten Tage“ nach meinem Verständnis aus. Auch eignet sich der Begriff Generation nicht für eine genaue Zeitbestimmung; Jesus wollte hier wohl nur andeuten, dass die letzte Generation vor dem Wiederkommen Jesu alle von ihm beschrieben Zeichen, vor allem die Vorgänge kurz vor und nach dem Aufstellen des abscheulichen Greuels, miterleben würde.

    Das waren meine Gedanken zu dem Thema „Zweite Gegenwart Jesu“. Dass ich diesen Punkt anders sehe, schmälert nicht den Wert deiner Ausführungen, denn über die Frage, ob sich Sacharja 14 nun geistig oder buchstäblich erfüllt, werde ich mir auch dank deiner Abhandlung weiter Gedanken machen. In diesem Sinne noch einmal vielen Dank dafür.

    Liebe Grüße
    Sascha

  • Manfred
    März 1, 2013

    Lieber Brd. Sascha,

    Vielen Dank für Deinen Kommentar, den ich mit einem weiteren Text unterstützen möchte:

    Und Jesus trat herzu und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Gehet nun hin und machet alle Nationen zu Jüngern, und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehret sie, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters. (Matthäus 28:18-20 ELB71)

    Jesus war seit dem 1. ten Jahrhundert gar nicht weg und somit braucht er auch 1914 nicht unsichtbar wieder gekommen zu sein. Er wird erst beim Schall der 7.Ten Posaune sichtbar für alle Menschen wiederkommen, für die einen zur Befreiung und für die anderen zum Gericht.

    Die Zeit des Endes sehe ich genauso, das werden nur die wenigen Tage vor seiner Wiederkunft sein, wenn sich alle Zeichen erfüllen, das wird dann alles innerhalb einer Generation geschehen, wobei ich da nicht von 80 Jahren ausgehe, sondern von 7 Jahren. Denn es ist schon interessant, dass die Zellen eines Körpers sich innerhalb von sieben Jahren komplett erneuern, bis man im Alter von 28 Jahren nicht die vollständigen Zellen wiederbekommt. Dazu spricht sowohl Daniel als auch die Offenbarung von zwei 3,5 Jahr Perioden, was zusammen auch sieben Jahre sind.

    Liebe Grüsse Manfred

  • Sascha
    März 1, 2013

    Lieber Bruder Manfred,

    ich habe gestern beim Schreiben die ganze Zeit an diese Aussage gedacht, aber ich bin nicht mehr drauf gekommen, in welchem Zusammenhang Jesus sie gemacht hat. Dabei ist es einer der bekanntesten Texte, die ich früher in Verbindung mit dem PD angeführt habe, allerdings ging es da ja in der Regel nur um den ersten Teil… 🙂

    Aber gut, dass du ihn jetzt angeführt hast, und er stützt diesen Gedanken der Gegenwart Jesu wirklich ganz hervorragend. Vielen Dank dafür. Im Übrigen sehe ich es genau wie du, dass sich die allermeisten Prophezeiungen in dieser beschrieben 7-Jahres-Periode vor dem Wiederkommen Jesu erfüllen. Das sich die Zellen alle sieben Jahre erneuern könnte ein interessanter Nebenaspekt dafür sein, dass in der Offenbarung gesagt wird: „Siehe, ich mache alle Dinge neu…“

    Liebe Grüße
    Sascha

  • Mani
    März 1, 2013

    Lieber Sascha,
    einen Zusatz zu Deinen Gedanken möchte ich noch machen. Mit dem Wort parousie das Du anführst für die Gegenwart oder die Ankunft Christi habe ich mich auch schon intensiver auseinandergesetzt. Ein interessantes Detail, welches jeden einzelnen Zeugen Jehovas interessieren müsste ist Folgendes:

    In der Studienbibel der Neuen Welt Übersetzung wird im Anhang 5B erklärt, warum parousia richtigerweise mit Gegenwart übersetzt werden muss, statt Ankunft oder Wiederkunft. Als Beweisführung werden verschiedene andere theologische Wörterbücher zu Rate gezogen und als Bestätigung auch zitiert, was jeder, der eine Studienbibel hat, auch nachlesen kann.

    Das Erstaunliche dabei ist aber, dass z. B. das ThWNT, das theologische Wörterbuch des neuen Testaments, begründet von Gerhard Kittel, herausgegeben von Gerhard Friedrich, genau zu der gegenteiligen Aussage kommt.

    Im Anhang 5B werden Bibelstellen angeführt, die sich auf die parousia Christi beziehen. Diese Bibelstellen werden aber im ThWNT n i c h t. mit „Gegenwart“ Christi übersetzt, sondern eindeutig als „Ankunft“ dargestellt!

    Somit werden alle, die den Anhang 5B als Beweisführung betrachten, in die Irre geführt. Jeder einzelne kann sich von dieser Lüge selbst überzeugen!

    Liebe Grüße

    Mani

  • Rico
    März 1, 2013

    Hallo lieber Bruder,

    ich habe die Ehre dir den ersten Komentar zu deinem wie ich finde sehr interessanten Vortrag zu schreiben. Im Gegensatz zu Bruder W.F. siehst du die Erfüllung des Kapitels 14 aus Sachraja sinbildlich und nicht buchstäblich! Das mag jeder sehen wie er möchte aber ich finde deine Auslegung sehr gut, besonders weil du diesen Text auch mit Texten aus Jesaja, Amos, Josua und der Offenbarung untermauert hast, da sich das alles was in Sachraja geschrieben steht sinnblidlich erfüllen wird in der Endzeit und nicht buchstäblich! Aber wie es dann wirklich kommen wird das werden wir ja dann spätestens bei Harmagedon sehen! Aber das Beispiel von Josua was du angeführt hattest, zeigt doch dass bei Harmagedon etwas kommen muß und auch wird, was die Menschheit noch nie zuvor gesehen hat, damit sie erkennen dass dieses Ereignis von Gott kommt und nicht von Menschenhand! Jehova hat die Macht über Himmel und Erde und dem gesammten Kosmos für ihn ist nichts unmöglich, das ist es nur für uns Menschen! Wenn er die Erde anhalten will um seine göttliche Macht zu demonstrieren dann tut er das, wer will zu ihm sagen, was tust du? Harmagedon wird sehr furchtbar werden, aber auch befreiend und es muß so kommen damit eine neue gerechte Welt in der Frieden und Harmonie herrschen kann ins Dasein kommen können!

    Ich bin ein großer Tierfreund und das ist Jehova auch, da er ja alle Lebewesen erschaffen hat durch seinen Sohn Jesus Christus, aber bei Harmagedon wird alles was an die satanische und unvollkomene Welt erinnert ausgelöscht werden und da gehört leider auch die jetzige Tierwelt mit dazu aber wenn man (Jes 11:4-10,Jes 65:17-25) liest, dann versteht man warum. Weil Jehova einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird, zuvor allerdings muß der alte Himmel und die alte Erde sympolisch gesehen vernichtet werden, damit das Neue in Erscheinung treten kann! Wie es mit Haustieren aussehen wird die zu wahren Christen gehören da steht wohl nichts in der Bibel geschrieben was mit ihnen da geschehen wird, aber wieso sollte Jehova von einem Gerechten sein Haustier umbringen? Das würde keinen Sinn machen jedenfalls sehe ich das so! Aber eigentlich ist jedes Tier unschuldig, damit will ich aber nicht sagen dass Gott ungerecht ist, denn das ist er nicht, aber alles gehört ihm und er weis wie alles zu kommen hat damit sein göttlicher PLan Erfüllung und Vollendung findet, einen neuen Himmel und eine neue Erde zu schaffen!

    Lg Rico

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