106 Comments
  • Dietmar
    Dezember 1, 2010

    Hallo, Neoveritas!

    Die kuriose Sache mit Adam liest sich in der Zeitschrift „Das goldene Zeitalter“ (Schweizer Ausgabe vom 15. 1. 1924; Magdeburger Ausgabe vom 1. 2. 1924).

    Siehe Seite 3 und 4 in diesem Protokoll:
    http://www.sektenausstieg.net/wp-content/uploads/2005/01/WTG-Wahrheit-niedrig.pdf

    Liebe Grüße
    Dietmar

  • Dr. Ingo Andrée
    Dezember 1, 2010

    Seit 27 Jahren bin ich in der „Wahrheit“, und vorletzte Woche wurde ich durch einen Bruder auf bruder-info.de aufmerksam gemacht. Danach habe ich schon lange gesucht, aber nie gefunden. Danke, Danke, Danke, denn nun habe ich endlich wieder Lust, mich mit dem biblischen Inhalten zu beschäftigen, ohne ständig gähnen zu müssen.

    Weiter so! Auch mein Spendenbereitschaft macht wieder Freude.

    Liebe Grüße

    IA

  • Frank&Frei
    Dezember 1, 2010

    herzlich willkommen lieber Ingo
    hier sind wir frei unsere Gedanken und Hoffnungen in Worte zu kleiden. Hier gibt es den Geist des Christus, der uns frei gemacht hat von den Irrungen und Wirrungen einer verdrehten Generation von Bibelakrobaten, die Salto mortale vollbringen, rauf und runter, rein und raus und hin und her – und am Ende wars alles nichts.
    Man muss keinen Hausmeister Service haben um vor der eigenen Tür zu kehren.Allein der Christus ist der Führer zum Leben und IHM vertrauen wir – und nicht irgendwelchen Gurus, die, wenn sie kommen, hofiert werden, wie der Papst.
    Sagte doch mal ein KA über seinen Trip nach Barcelona zum Kongress wo ein LK Mitglied sprach: Ehrlich, der war ein ganz normaler Mensch.
    Ja, da mußte ich mir ins Bein kneifen um ein Lachen zu vermeiden.
    Man ist ja allerhand an Schilda-tum bei den Zeugen gewohnt. Es galt vor 80 Jahren dort die Erkenntnis, dass Adam keine Ausscheidungen hatte, weil sein vollkommener Körper alle Nahrung gebrauchte. Da bleibt einem die Sprache weg ob solcher Naivität an Doktorthum.
    Bleiben wir sachlich und doch voller Leidenschaft für das Gute.
    Wer kann uns von Gott trennen? Doch nicht die Kapos, die für Selters arbeiten, jene Seilschaften, die sich selbst im Wege stehen.
    Allen Lesern einen lieben Gruss

  • Neoveritas an Frank&Frei
    Dezember 1, 2010

    Lieber Frank & Frei,

    diesen Kalauer aus dem Repartoir des „Mitteilungskanals Gottes“ kannte ich noch nicht. Kennst Du das entsprechende Zitat in der WTG Literatur? Das interessiert mich sehr.

    Liebe Grüße von Neoveritas

  • Horst
    Dezember 1, 2010

    Hallo Neoveritas,
    falls Du mit dem Kalauer das Thema Ausscheidungen meinst, soll in der Ausgabe vom „Goldenen Zeitalter“ vom 1. Feb. 1924 folgendes gestanden haben:
    „…stellen diese Vorgänge eine Begleiterscheiung der über Adam und seine Nachkommenschaft verhängten Todesstrafe dar, die mit Aufhebung derselben während des goldenen Zeitalters wahrscheinlich verschwinden wird. Die Ausscheidungen, von jeher ein peinliches Kapitel von Stadt und Land, hören auf natürliche Weise auf. Sie vertragen sich nicht mit der weltweiten Paradiesherrlichkeit der Erde, so wenig als mit der Königswürde des Menschengeschlechts“ Zitat Ende.
    Ich habe dies einer hervorragenden Abhandlung über die ganze Geschichte der ZJ entnommen, weiss aber nicht, ob ich die Quelle so öffentlich nennen darf.
    Viele Grüße

  • Frank&Frei
    Dezember 1, 2010

    lieber Neoveritas
    hier kommt der Text und die Quelle.
    höre auf zu sündigen und du mußt nie mehr Dampf ablassen….

    Fragekasten: Ist anzunehmen, dass im goldenen Zeitalter die Nahrungsaufnahme in bisheriger Weise weiter geht und dem zu Folge auch Fäkalien ausgeschieden werden? Oder wirkt der Elektronenring veredelnd auf diese peinlichen Vorgänge? … Zunächst möchten wir Ihrer Frage noch zwei weitere
    vorausschicken: ist anzunehmen, dass das aus des Schöpfers Meisterhand hervorgegangene Menschenpaar – Adam und Eva – in seinem vollkommenen Zustand und in der herrlichen Umgebung, diesen
    das feine Gefühl störenden Vorgängen unterworfen war? Könnte der Mensch als wahrhaft königliches Wesen betrachtet werden, so lange sich sein Stoffwechsel in dieser Weise vollzieht? … Der für sie eigens vom Schöpfer zubereitete Wonnegarten lieferte ihnen nur vollkommene Nahrung, die göttliche Liebe und Weisheit für sie selber gewählt hatte – ihrem Organismus vollkommen angepasste Früchte und Kraut; die gesamte Nahrungsaufnahme konnte vom Körper bis zum letzten Atom aufgenommen werden und Gifte oder
    unbrauchbare Stoffe mussten keine entfernt werden. Aber dann kam die Katastrophe, der Fall und die Austreibung aus dem herrlichen Garten in eine unwirtliche Wildnis … Das Körperlaboratorium vermochte trotz des vom Schöpfer vorgesehenen wunderbaren Anpassungsmechanismus und der erstaunlichen Leistungen in bezug auf chemische Umsetzung der Nahrungsstoffe nicht alles zu verwerten; es gab daher Abfallprodukte, die unter allen Umständen ausgeschieden werden mussten … Von diesem Standpunkt aus
    betrachtet stellen diese „Vorgänge“ eine Begleiterscheinung der über Adam und seine Nachkommenschaft verhängten Todesstrafe dar, die mit der Aufhebung derselben während des
    goldenen Zeitalters wahrscheinlich verschwinden wird. (Das Goldene Zeitalter, Februar 1924)
    ——–

    Fazit – von mir: nur sündige Menschen müssen aufs Klo. Im Paradies gäbe es dann keine WCs mehr
    Wie lächerlich der Tower doch mal hier einen losgelassen hat. Das war ne Blähung aus diesem Erbsbrei…

  • Judy
    Dezember 1, 2010

    Hallo Johnny,

    interessanter Gedankenansatz in Bezug auf die Zusammenkünfte des „Urchristentums“ – da die Organisation ja davon ausgeht, dass sie diesem sehr nahe kommt. Denke auch, dass es damals viel herzlicher und offener zuging. Wobei das bestimmt auch von Versammlung zu Versammlung variiert. Ermunterung erfährt man dann eben eher durch liebe Brüdr und Schwestern, als durch die diversen vorgegebenen Vorträge. Ein tröstlicher Text, für jende, die die Zusammenkünfte wenig oder gar nicht mehr besuchen ist auch Matth.18:20 „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte.“ Wobei das auch wieder schwierig wird, wenn man niemanden im Umkresi hat, der sich auch „traut“ sich ohne WT-Stütze mit der Bibel zu auseinanderzusetzen… Das ist das was mir am meisten fehlt…die brüderliche Gemeinschaft und die daraus resultierende geistige Erbauung…

  • Aaron
    Dezember 1, 2010

    Hallo,
    es deutet alles darauf hin, dass es solch einen lockeren Umgang und Ablauf des „Programmes“ gab. Selbst bei den Juden, bei denen vieles streng geregelt und für alles Vorschriften gab, ging es lockerer zu. (Apostlegeschichte) Ansonsten hätten die Apostel und andere nicht in den Synagogen predigen können. Jesus konnte spontan eine Rede halten. Oder hatte er vorher einen Aufgabenzettel bekommen vom Leiter der Schule (und Lukas hatte vergessen dies in seinem Bericht zu erwähnen??)
    Gruß
    Aaron

  • Hopefull
    Dezember 1, 2010

    Liebe Judy, lieber Johnny

    die damaligen Versammlungen zur Zeit der Apostel, sind mit unseren Vsrsammlungen heute nicht zu vergleichen. Es waren damals eher Hausgemeinschaften, eher zu vergleichen mit den heutigen Hauskirchen, die zB in China sehr beliebt sind. Es waren Versammlungen im eigenen Haus mit der Familie und mit den Angestellten, die im Haus gearbeitet hatten. Es wurden weiter Verwandte eingeladen und Freunde. Sehr schön kann man das bei der Bekehrung des Kornelius herauslesen.
    Apg.10: 1,2:
    Kornelius – ein Hauptmann von der sogenannten italienischen Schar, fromm und gottesfürchtig mit seinem ganzen Haus….
    24: Kornelius aber, der seine Verwandten und seine Freunde zusammengerufen hatte, erwartete sie……

    Die Bekehrung des Kornelius ist auch mal sehr schön im Ganzen zu lesen. Schon deswegen, weil er und seine Hausgenossen gesalbt wurden und die beschnittenen Juden sich darüber sehr aufregten und meinten dass der Heilige Geist nur für sie vorbehalten wäre und nicht für Menschen der Nationen.

    Apg. 16: 14,15:
    Und eine Frau mit Namen Lydia…. Als sie aber getauft worden war und ihr Haus…

    Man hat sich aber auch nicht einfach nur getroffen, sondern man hat zuerst einmal zusammen ein Mahl eingenommen. Deswegen auch in 1.Kor.5:11, wenn jemand aus der Versammlung ausgeschlossen werden musste, sollte man ihn nicht grüßen und auch nicht mit ihm essen.
    Aber damit war die Versammlung gemeint und nicht der private Bereich Zuhause. Weil es damals üblich war erst sich zu begrüßen dann zusammen zu essen und dann kam man ins Gespräch. Das war keine Fragen und Antworten aufgrund eines Artikels. Jeder durfte seine Gedanken und Meinungen frei äußern und dann wurde in den Schriften geforscht.
    Also ganz anders als heute in den Versammlungen. Das kann man gar nicht Mittel andere vergleichen.
    Das was wir heute in der Versammlung haben, ist Indoktrination und ein abchecken ob das Brainwashing erfolgreich war. Ab und zu darf man auch mal was eigengedachtes äußern, aber nur so lange es mit den Lehren der Organisation übereinstimmt.

    liebe Grüße Hope

  • Sascha
    Dezember 1, 2010

    Liebe Judy,

    du hast die Zusammenkünfte angesprochen und den schönen Text aus Matt.18:20. Natürlich fehlt uns ab und zu der persönliche Umgang mit Gleichgesinnten, aber da man das im Himmel weiß, werden wir hierbei nicht alleine gelassen. Ich habe schon sehr oft die Erfahrung gemacht, dass auch biblische „Gespräche“ per Email offensichtlich von unserem Vater Jehova und unserem Herrn Jesus als solche „Versammlungen“ angesehen werden.

    Mit vielen Geschwistern, die hier mitlesen oder schreiben, habe ich regelmäßigen privaten Kontakt, durch Emails, manchmal durch Telefongespräche, und auch persönliche Treffen haben sich schon ergeben. In relativ kurzer Zeit sind tatsächlich echte Freundschaften entstanden, auf einer Ebene der freien Meinungsäußerung, wie ich es in 30 Jahren WTG-Zugehörigkeit nicht erlebt habe.

    Ich kann dir also nur empfehlen, dass du auch solche Kontakte aufbaust und ich bin mir sicher, dass viele Geschwister hier bereit sind, dir ihre Emailadresse zu geben. Und vor allem kann es sein, dass du dabei feststellst, dass es Geschwister sogar ganz in deiner Nähe gibt. Vor zwei Jahren hätte ich nicht gedacht, dass dadurch ein echter Ausgleich geschaffen werden kann, aber aus Erfahrung weiß ich jetzt, dass es mmöglich ist. 🙂

    Liebe Grüße
    Sascha (br.sascha@web.de)

  • Frank&Frei
    Dezember 1, 2010

    das ist heute doch so im Kö-Saal, dass man nur zuhören darf. Fragen stellt nur der auf der Bühne. Und sonst ist Stille geboten. Das ist alles Indoktrination wie im realen Sozialismus: Die Partei hat immer Recht.
    Und wehe, ein Zeuge wagt es einmal zu kritisieren- dann gibts was aufs Dach. WEr den Anspruch hat ein geistiges Paradies vorzuhalten, sollte sich darüber im Klaren sein, dass das ganze Handling eher dem im Gulag gleichkommt. Bespitzelung bis zum geht nicht mehr und Orwellsches reden, was heißt, genau das Gegenteil des Gesagten ist gemeint. Zeugensprech ist eine eigene Sprache und ein Aussenstehender braucht ein Glossar um zu begreifen um was es geht.
    Schon Luther schrieb “ Von der Freyheit eines Christenmenschen“ und dafür hatte er guten Grund, so wie wir hier auch.

  • Igel
    Dezember 1, 2010

    Hallo Judy,

    ich stamme aus der ehemaligen DDR, und unter Verbot war es so, das man sich nur in kleinen Gruppen getroffen hat, man konnte auch Fragen stellen und besprechen, schließlich war ja auch eine Mauer zwischen uns und der westlichen Welt, quasi unerreichbar für uns Ossis und der Tower war nur auf dem Einband der kopierten WT und EW existent. Heute würde ich sagen wir waren eine kleine Insel und die Sonne des Uhrchristentums schien heller auf uns als heute. Am Anfang nach der Wende war alles neu und schön in der Org. große Internationale Kongresse wie Berlin und Prag. Aber heute nachdem die Euphorie verflogen ist, und man in der Welt des Real existierenden Sklavenkultes böse erwacht ist merkt man schmerzlich, heute ist die offensichtliche Mauer verschwunden aber die Mauer in Millionen von Köpfen der ZJ ist härter denn je. Wenn du heute Fragen haben solltest die nicht Sklavenkonform sind besonders wenn du getauft bist, gibt es keine Möglichkeit mehr sie offen zu stellen, denn man kommt schnell in die Lage es bereuen zu müssen überhaupt auf den Gedanken gekommen zu sein diese Fragen zu stellen! Und genau das ist die Krankheit im System! Bist du Systemloyal bekommst du alle Vorrechte, ansonsten wirst du geächtet. So war es in jeder Diktatur und jedem Königreich wo Menschen an der Macht sind und die Untertanen keine Möglichkeit hatten die da oben abzusetzen.
    Das ist auch für mich der Grund warum ich mich von der Org. zurückgezogen habe ich sehe keinen unterschied zwischen einer Staatsdiktatur und Religionsdiktatur wie die des Sklaven.
    Es ist eben schade das keiner von des Sklaventreuen den Blick über die Mauer geworfen hat.
    Denn unser Herr Jesus hat es uns vorgelebt er hätte nur mit dem Finger schnipsen müssen und die Welt wäre vergangen, die Macht hatte er jedenfalls. Aber er lehrte uns etwas ganz anderes, am Vorabend seines Tode während des letzten Abendmahls wusch er seinen Jüngern die Füße und trocknete sie mit dem Tuch, das ihn umgürtete. Durch dieses Beispiel wollte er zeigen, dass auch die Jünger untereinander zum Dienen bereit sein müssen. Wenn man Mat.: 20 : 25-28 genau liest erkennt man das der Sklave der uns vorsteht nichts von seinem Herren gelernt haben kann, denn er dient meiner Überzeugung nach dem Herren dieser Welt.
    Hier wird nicht lange gefackelt wenn ein Schaf die Hürde verlassen hat auch wenn vorher Brüder tausende Stunden aufgewendet haben es zu finden es wird geächtet und im Geist und Leben für Tod erklärt und alles nur der Einheit wegen und weil es Fragen hatte die vom Sklaven nicht beantwortet werden, denn der Sklave müsste Fehler eingestehen und vieles in der Org. ändern und sicher auch Macht abgeben.

    Ich stimme Dir auch zu was das zusammenkommen außerhalb der Zeugen Jehovas angeht, denn es wäre schon schön wenn man sich mit gleichgesinnten treffen könnte aber ich tröste mich mit den Worten „Was nicht ist kann ja noch werden“.

    Liebe Grüße Igel

  • Manfred
    Dezember 1, 2010

    Lieber Frank & Frei,

    zu Deinem Satz, ich zitiere: Zeugensprech ist eine eigene Sprache und ein Aussenstehender braucht ein Glossar um zu begreifen um was es geht. – Zitat Ende.

    …möchte ich einen Bibeltext ergänzen:

    1. Joh. 4:5,6
    5 Sie stammen von der Welt; deshalb reden sie [das, was] von der Welt [kommt], und die Welt hört auf sie. 6 Wir stammen von Gott. Wer Gott erkennt, hört auf uns; wer nicht von Gott stammt, hört nicht auf uns. Auf diese Weise nehmen wir Kenntnis von der inspirierten Äußerung der Wahrheit und der inspirierten Äußerung des Irrtums.

    Dazu ein Auszug aus dem Vortrag von der Prophetieseite mit dem Thema: Wer ist mit der WELT gemeint, von der wir kein Teil sein sollten?
    http://www.bruderinfo-prophetie.de/?p=879

    Ich zitiere aus dem Vortrag:
    Habt Ihr diese Verse registriert: 5 Sie stammen von der Welt; deshalb reden sie [das, was] von der Welt [kommt], und die Welt hört auf sie. 6 Wir stammen von Gott. Wer Gott erkennt, hört auf uns; wer nicht von Gott stammt, hört nicht auf uns.
    Wenn die Welt die heutige Religionsorganisation der Zeugen Jehovas ist, weil sie sich eben als geistiges Israel bezeichnen, dann bekommt dieser Text eine völlig neue Bedeutung. Denn nur diejenigen, die sich zu dieser Welt zugehörig fühlen, reden das was von der Welt (also der geistigen Führung) kommt. Und das kann jeder bestätigen, der früher auch die Versammlung besucht hat, dass alle einheitlich das reden, was vorher im WT gestanden ist oder von der Bühne gelehrt wurde. Und untereinander hören sie auf sich. Aber wenn wir, die wir von Gott stammen zu Ihnen reden, nur mit der Bibel in der Hand, dann hören sie nicht auf uns, weil das für sie völlig Fremd ist. Nur wer Gott erkennt, hört auf uns, alle anderen nicht. Deshalb brauchen wir auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn wir keinen Bruder über die “Wahrheit” aufklären können. Denn wenn er nicht von Gott stammt, wird er es sowieso nicht verstehen.
    Ich hatte mal mit einem Ältesten telefoniert, der nicht aus unserer Versammlung ist, den ich aber gut kannte und dabei habe ich erwähnt, dass ich aufgrund des Bibelstudiums zu einer anderen Erkenntnis gekommen bin, als es unsere geistigen Führer publizieren. Daraufhin antwortet er mir wortwörtlich:
    Du darfst doch nicht die Bibel studieren. Du musst den Wachtturm studieren, sonst kannst Du die Bibel niemals verstehen. – Zitat Ende.
    Es erübrigt sich von selbst, das man hier gegen eine Wand reden würde. Das Gespräch wurde dann schnell beendet und seither haben wir niemals mehr telefoniert.
    – Zitat Ende.
    Also lieber Frank & Frei, Du hast wirklich recht, die Zeugensprech ist eine eigene Sprache und die dies sie sprechen, können mit den reinen Gedanken der Bibel nichts mehr anfangen.
    Liebe Grüße Manfred

  • Johnny
    Dezember 1, 2010

    Johnny Eingereicht am 25.02.2013 um 20:36 | Als Antwort auf Nichtsausschließer.

    Hallo lieber Bruder!

    Ich habe mir auch schon oft diese Frage gestellt! Ich denke dass sich die Brüder in alter Zeit ganz anderst versammelt haben wie wir heute. Es war bestimmt viel lockerer und familiärer…vll saßen sie im Kreis und teilten zusammen Ihre Erkenntniss und Ihre Meinung und ermutigten sich ganz offen und frei! Wir sitzen heute so dass wir schön brav in Richtung Podium starren und alles schon festgelegt ist und alles schön schlucken ohne was zu hinterfragen oder sogar keinen Einwand bringen!!

    Oder hast du mal gehört dass sich ein Bruder meldet und etwas in Frage stellt oder einen Zweifel offenlegt?? Naja traurig…aber es gibt ja trotzdem einen Unterschied das Zusammenkommen aufzugeben oder halt ab und zu noch hinzugehn!
    Also für mich is es keine Ermunterung mehr!!

    Gruss

  • Aaron
    Dezember 1, 2010

    Hallo Robin,

    danke für die Info. Natürlich hat die WTG diese Verpflichtung und es ist mehr als traurig dass diese erstritten werden musste (ehrlich gesagt ist es eine Schande) Aber auch das ist typisch für diese (und ähnliche) Organisation. Mir ist selbst ein Fall bekannt, bei dem ein SoPi aus diesem Dienst ausgestiegen ist und die WTG ihn nicht informiert hatte über seine Rechte. Erst nachdem er an die WTG geschrieben hatte bekam er das was ihm zustand. In vielen Punkten verhalten sie sich wirklich weit unter dem Niveau was man von Arbeitgebern aus der Welt Satans kennt. Das wäre alles nicht so schlimm, wenn sie sich selbst nicht immer bis in den Himmel loben würden.
    Gruß
    Aaron

  • Anna
    Dezember 1, 2010

    Liebe Brüder und Schwestern,

    vielen Dank für die Antworten. Vielleicht kommen ja noch weitere Kommentare. Sicher werden einige Brüder und Schwestern die das Bethel verlassen von ihren Angehörigen oder der Ortsversammlung unterstützt. Und einige langjährige Bethelmitarbeiter oder Brüder im Reisedienst kommen im Königreichssaal in einer Wohnung unter.
    Bei den Sälen im Gewerbegebiet nicht unbedingt beschaulich und ruhig zu wohnen aber immerhin haben sie ein Dach über dem Kopf.

    Solange sie organisationstreu sind oder auch nur den Anschein bewahren ist es sicher einfacher. Wie Matthäus schreibt wird es jedoch schwierig sobald man sich, wie der ehemalige KA von dem er berichtet, von den WTG-Lehren distanziert. Dann gibt es auch keine Unterstützung mehr. Wohl dem, der weltliche Freunde und Verwandte hat.

    Das hier mit zweierlei Maß gemessen wird ist höchst interessant.

    Unterstützung im Alter für geleistete Tätigkeit darf nicht danach bewertet werden ob derjenige, der sie erhält noch hinter dieser Tätigkeit steht.

    Ein sehr gutes Beispiel sind die Pensionen, die für auch für frühere Angehörige der Bundeswehr bezahlt werden.

    Darunter sind auch ehemalige Soldaten die Zeugen Jehovas wurden und aus der Armee ausgeschieden sind. Jedoch die Pension für die Zeit der Zugehörigkeit zur Bundeswehr verfällt nicht und hilft diesen Brüdern ein einigermaßen sorgenfreies Leben im Alter zu führen.

    Die Organisation freut dies, dann bekommen sie auch ein paar Spenden mehr.

    Den meisten Brüdern und Schwestern, die im Bethel dienen ist aufgrund der emotionalen und finanzellen Abhängigkeit ein unbeschwertes Glaubensleben nicht möglich. Sie verlieren weit mehr als der normale Verkündiger wenn sie anfangen zu denken. Daher wird jede Überlegung, es könnte doch was nicht stimmen sofort im Keim erstickt. Das sowas nicht gesund ist ist eine andere Sache.

    Herzliche Grüße – bei mir scheint doch tatsächlich die Sonne 🙂

    Anna

  • Frank&Frei
    Dezember 1, 2010

    liebe Anna,
    das Bethel ist doch allein darauf ausgerichtet, niedrige Kosten zu generieren. Man gaukelt den Bewerbern den besten und sichersten Arbeitsplatz der welt vor. De fakto aber ist es so, dass so manches Bethel viele Leute entlassen hat. Vor einigen Jahren waren es in Brooklyn soweit ich mich erinnern kann um 1600 Leute, wo deren Versammlungen den Brief bekamen, sich derer anzunehmen und die ganze Kraft in das Predigtwerk zu stecken.
    Na, was meinst du, wie die gefeuertendi eFaust in der Tache machten?

    Wer diesen Traumspielern traut, ist selber Schuld. Ich würde meine Kinder niemals dorthin empfehlen.
    Wenn die fair wären, würden sie feste, bezahlte Mitarbeiter haben und viele Auszbildende, die dort 3 Jahre lernen und mE noch 2 Jahre Praxis dranhängen, gegen geringes Entgelt.
    Dann wäre es sinnvoll. Aber nicht so wie es ist. Das ist moderen Sklavenarbeit mit 0 INteresse am Menschen.

  • Robin an Anna
    Dezember 1, 2010

    Liebe Anna,

    Brüder und Schwestern, die Mitarbeiter im Bethel sind, sowie KA´s, BA’s und Sonderpioniere gehören dem sog. „Weltweiten Orden der Sondervollzeitdiener der Zeugen Jehovas“ an. Für diese Brüder hat die Religionsgemeinschaft nach § 8 SGB VI (Sozialgesetzbuch) eine Nachversicherungspflicht, auch wenn sie nicht nur den Bethel, sondern auch die Gemeinschaft verlassen sollten.

    Hier ein Auszug aus dem Amtsblatt von Jehovas Zeugen in Deutschland Nr. 3, Jahrgang 2009 Berlin, den 27. Juli 2009:

    Dem Zweigbüro obliegt ab dem in Abs. 1 genannten Zeitpunkt die Erfüllung der Nachversicherungsverpflichtungen für den Weltweiten Orden der Sondervollzeitdiener der Zeugen Jehovas – Deutschland (Orden), auch soweit solche Ansprüche in der Vergangenheit begründet und noch nicht erfüllt wurden.

    ZITATENDE

    Im Internet kann man nachlesen, dass ein „ehemaliger“ Zeuge Jehovas die Anwendung dieser Verpflichtung für sich und damit für alle Betroffenen erstritten hat. Eigentlich müssten sich alle Ordens-Angehörigen bei ihm bedanken, was sie aus bekannten Gründen leider nicht dürfen.

    KA’s stellen diese Verpflichtung eher als Liebesakt der Wt-Gesellschaft dar.

    Liebe Grüße
    Robin

  • Anna
    Dezember 1, 2010

    Lieber Robin
    herzlichen Dank für die Info und viele Grüße
    Anna

  • Frank&Frei
    Dezember 1, 2010

    liebe Anna. warum wohl werden die 40iger und 50iger aus dem Bethel gegangen? damit sie keine Bethelnüsse kauen müssen um satt zu werden, denn die wollen kein Altersheim betreiben und nehmen nur ne Handvoll auf

  • Anna
    Dezember 1, 2010

    Lieber Bruder Martin, liebe Brüder und Schwestern,

    am 5. Dezember 2010 hast du u.a. folgendes geschrieben:

    ZITAT
    An dieser Stelle dachte ich auch einmal an all die vielen Pioniere, Sonderpioniere, Kreisaufseher, Missionare, Bethelmitarbeiter, usw. die Ihren Dienst aufgeben mussten, aus welchem Grund auch immer. Wie geht es eigentlich all diesen hingebungsvollen Vollzeitdienern nach ihrem Einsatz für „Jehovas Organisation“? Wie geht es ihnen im geistigen Paradies nach Ihrem Ausscheiden aus dem hingebungsvollen Dienst? Welche Erfahrungen machen sie im „geistigen Paradies“ in den Versammlungen? Wie ist der Lauf ihres weiteren Lebensweges? Ich habe dass Gefühl, dass auch diesen Brüdern Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. LG M. ENDE ZITAT

    Darüber habe ich jetzt am Wochenende auch nachgedacht. Mir scheint deine Frage von vor über 2 Jahren ist noch nicht beantwortet.

    Hier meine Frage zum einen, ob es korrekt ist, dass, wer ins Bethel geht ein Armutsgelübte ablegen muss, d.h. keine größeren Vermögenswerte haben darf damit er dort seine monatliche Unterstützung erhält?

    Und zum anderen: Meines Wissens sind einige der Generation 50+ aus dem Bethel ausgeschieden bzw. gebeten worden zu gehen.

    Werden diese finanziell unterstützt, z.B. Arbeitslosengeld?
    Bekommen sie Hilfe bei der Wohnungssuche?
    Welche Rentenansprüche haben sie tatsächlich?

    Ich würde mich sehr über Informationen darüber freuen. Ich denke, wie hier in der Organisation verfahren wird ist für alle aufschlußreich. Wer mir privat schreiben will bitte unter: vierzonfrie@aol.com.

    Herzlichen Dank und an alle einen schönen Wochenanfang

    Anna

  • Martin@Anna
    Dezember 1, 2010

    Liebe Anna,

    du bist in der Tat eine aufmerksame Leserin.

    Es ist hier in diesem Forum natürlich ein schwieriges Thema. Die meisten haben mit ihren eigenen Enttäuschungen fertig zu werden. Da fehlt natürlich auch die Ambition, sich mit diesem Thema auseinderzusetzen, zumal diese Vollzeitdiener sich ja diesen Weg alle selber erwählt haben. Unser User Thomas berichtet z.B. von dem brennen Wunsch seiner Neffen oder Nichten, ins Bethel zu kommen. In 10/20/30 Jahren sieht die Welt wieder ganz anders aus, für die Betroffenen und denjenigen, die zu dieser Zeit noch leben. Vollzeitdiener wurden gelehrt, immer „auf Jehova zu vertrauen“.
    Es gibt eine ganze Reihe von Vollzeitdiener, die den Weg zurück in die alltägliche Arbeitswelt wieder gut gefunden haben. Es gibt aber auch eine ganze Reihe, denen es nicht so gelungen ist, die richtigen Entscheidungen zu treffen und die wegen ihrer durch die überdimensionale WTG-Endzeitbelehrung geprägten Denkweise auch Fehler gemacht haben. Doch wenn sie ausscheiden, dann blüht ihnen nicht selten die besondere Aufmerksamkeit der Bruderschaft und nicht selten erleben diese Vollzeitdiener dann überdimensionale Kritik und mitunter auch verachtendes Verhalten.
    Ein weiter Faktor ist, dass sie spüren, dass die einst enge Verbindung zur Organisation von jetzt auf Nachher auf Abstand ist. Es wurde von Vollzeitdienern berichtet, dass sie z.B. bei wirtschaftlichen Fehlern, die ihnen nachher unterlaufen sind, knallhart und eiskalt abserviert wurden und auch sehr verständnislos und unbarmherzig behandelt wurden. Nicht wenige sind daher aus Enttäuschung abgestürzt. Durch viele verlorene Jahre im Wirtschaftsleben ist natürlich einiges nachzuholen und dann sind auch ganz schnell die Neider am Werk, um diese Personen zu demontieren. Man könnte so vieles erwähnen. Aber genug damit.
    Die Frage ist, was kann getan werden, um solchen Personen zu helfen? Wer gibt schon gerne Niederlagen, Hilflosigkeit oder Fehlentscheidungen mit ihren Folgen in seinem Leben zu? Jedenfalls wurde dieses Thema über viele Jahre unter dem Teppich gekehrt. Manchmal haben Brüder im langjährigen Dienste der WTG, das Glück,in einer Wohnung in irgend einem Königreichssaal zu leben, gespendet ja durch die gesamte Bruderschaft, oder anders ausgedrückt, nicht aus dem Topf der WTG sondern aus dem Geldbeutel der Brüder. Aber das sind nur verschwindend wenige. Normaler Weise müsste es auch hier eine Einrichtung geben, wo allen ausscheidenden Vollzeitdienern längerfristig Aufmerksamkeit geschenkt wird und bei Bedarf auch praktisch geholfen wird. Aber das ist ein schwieriges Thema.

    Ich bin sehr gespannt, ob sich überhaupt jemand bei dir meldet, der entsprechende Erfahrungen gemacht hat oder Hilfe benötigt. Ich würde mich freuen, davon zu hören, damit wir darüber nachdenken können, was wir „zur Ermunterung und zu guten Werken“ beitragen könnten.

    Sei herzlich gegrüßt
    Martin

  • Anna
    Dezember 1, 2010

    Lieber Bruder Martin, liebe Brüder und Schwestern,

    leider hat sich bei mir noch niemand gemeldet. Und ja auch hier bei BI scheint sich niemand zu trauen. Es geht mir auch um positive Erfahrungen, auch diese gibt es doch.
    Deswegen wäre es gut, wenn ehemalige Mitarbeiter im Bethel hier mal schreiben wie sie den Wiedereinstieg ins Berufsleben usw. geschafft haben. Es ist auch ein Unterschied ob man 2 Jahre oder 20 und mehr dort ist. Weil es sich ansich im Lebenslaub ganz gut macht einige Monate so als Art „soziale Tätigkeit“ etwas getan zu haben. Bei mir in der Arbeit sind Mitarbeiter, die sich als Studenten in der Altenpflege, in Krankenhäusern, im Hospiz usw. jede Woche über die gesamte Studienzeit engagiert haben und es noch tun. Zum Beispiel Samstag vormittag eine alleinstehende Frau aus dem Altenheim im Rollstuhl herumfahren damit sie mal an die frische Luft kommt. Kenne ich persönlich und finde ich wichtiger als der Stundenjagt nachgehen.

    Oder noch die Frage wie Betheliten nach Jahren im Bethel mit dem ganz normalen Alltag draußen zurechtkommen.

    Und natürlich auch die, bei denen es nicht so gut gegangen ist, warum auch immer.

    Hier kann man doch in den Ortsversammlungen Impulse geben. Aber doch nur wenn man verschiedene Erfahrungen von Bethelmitarbeitern und Sondervollzeitdienern kennt.

    Herzliche Grüße an alle Anna

    =======================================================

    Anna Eingereicht am 20.02.2013 um 11:54

    Liebe(r)? Ilil,

    Vielen Dank für die Zusammenstellung der beiden Tauffragen.

    Nach meiner biblischen Erkenntnis ist keine dieser Fragen so von Gott gewollt.

    Weder die von vor 1985, noch die danach und auch nicht die der katholischen Kirche. Bei der Taufe des Kindes müssen diese ja die Taufpaten beantworten und zur Erstkommunion wird das dann erneuert.

    Von einem formelles Gelöbnis wie es heute praktiziert wird ist in der Bibel keine Rede. Daher ist es eindeutig falsch.

    Die Hingabe ist eine persönliche Sache zwischen Jehova/Christus und dem Täufling. Die Taufe soll anderen zeigen, dass sich der Täufling für den Vater und den Sohn aus freien Stücken entschieden hat. Ich denke nicht, dass der äthiopische Eunuch 2 Tauffragen beantwortet hat.

    Zur Taufe gibt es hier bei BI zwei Interessante Artikel. Du findest diese unter “Archive”. Diese sagen finde ich gut aus, worum es geht. Und es gibt eine wunderschöne, berührende Taufansprache.

    Viele Grüße Anna

  • Matthäus
    Dezember 1, 2010

    Also ich kann von einem ehemaligen Kreisaufseher berichten, er war davor Sopi und arbeitet dann soweit ich mich erinnere an die 20 Jahre als KA. Er hat sehr früh erkannt das viele Erklärungen der WTG insbesondere die jeder Gundlage entbehrenden Zeitspekulationen und deren Berechnungen (1914) falsch sind.

    Wenn man sein ganzes Leben in die Dienste der WTG gestellt hat wird es schwierig mit ca. 50 Jahre wieder in das Berufsleben zurückzukehren. Aber es wurde notwenig da er die Vorgaben der WTG nicht mehr erfüllen konnte. Als Portier konnte ersich so recht und schlecht über Wasser halten, dann als Hausmeister in einem grossen Kaufhaus. Als die Pension nahte kann sich jeder ausrechnen was als Rente herauskam. Er sah sich bereits „unter der Brücke“ leben. Er hat sehr spät geheiratet, seine Frau hatte einige Jahre ins System eingezahlt und durch gute Beziehungen (Bürgermeister war Schulfreund) und damit einen Helfer bei soz. Wohnungssuche um zu guter Letzt das schlimmste zu verhindern. Beide können durch jeweils eine Kleinstrente leben.

    Das schlimme daran ist das von seiten der WTG oder dem Bethel in keinster Weise eine Hilfe angeboten wurde, im Gegenteil die wollten ihn sogar ausschliessen, hätte er duch seine Jahrzehnte langen Kontakte in der Organisation nicht einige Gönner und auch Fürsprecher gehabt wäre er längst ausgeschlossen.

    Und das die WTG hierbei alles andere als ziemperlich ist bestätigt ja auch Ray Franz als Anfang der 1980er Jahre eine Reihe von treuen Dienern, da waren einige 60 Jahre alt, die im „hohen“ Alter sich nocheine Arbeit suchen mussten und wahrscheinlich bis ans Lebensende soweit möglich gearbeitet haben. Soviel zum „besten oder sichersten“ Arbeitsplatz wie es Frank erwähnt hat. Es gab eine Zeit da mussten Ausscheidende durch Klage ihre SV-Beiträge einfordern, angeblich soll heute von der WTG bei „Kündigung“ dieser Bertrag „freiwillig“ nachgezahlt werden.

    Ich selbst hatte auch mit sehr jungen Jahren (das verrückte daran genau durch obigen KA eingefädelt) mit meiner Frau die Zuteilung zum SoPi, dank meiner Frau die sich dagegen wehrte bin ich nochmals von diesem Trip in die Abhängigkeit durch die WTG davongekommen. Wenn auch durch die Doktrin der WTG (das Ende steht vor der Tür) ein paar Jahre verloren gingen, so habe ich dennoch mir meine Rente selbst erarbeiten können und liege heute nicht dem Staat als Soz.Hilfeempfänger auf der Tasche. Auch darüber sollten alle die für die WTG arbeiten ernsthaft nachdenken!

    Lg. Matthäus

  • ilil
    Dezember 1, 2010

    Hallo Anna,

    Danke für deine Antwort. Ich weiß das keine dieser Fragen von Gott gewollt sind. Ich finde es halt nur erstaunlich das sich die Fragen halt so ähnlich sind. Danke für den Tipp mit dem Archiv.

    Liebe Grüße ilil

  • Zadok/Achim
    Dezember 1, 2010

    Lieber Martin,liebe Anna,

    meine Schwester und mein Schwager – beide um die 50 Jahre alt – sind jetzt zum 1.2.13 nach knapp 20 Jahren aus dem Bethel raus. Wie sie beide steif und fest behaupten,absolut freiwillig.
    Ich denke, es ist für jeden der raus geht eine sehr angenehme
    Erfahrung selbstbezahltes und selbst erarbeitetes Brot zu essen.
    Meine beiden Verwandten betonen immer, dass sie alles „nur für Jehova“ getan haben all die Jahre; aber erklären wo Jehova das von ihnen verlangt hat, das können sie nicht. Traurig das alles.
    Lieber Gruß
    Achim

  • Frank&Frei
    Dezember 1, 2010

    die wollen doch sozial nicht in Kosten gehen. Ein paar Bethelnüsse halten sie als Alibi, die meisten aber schicken sie frühzeitig fort um in der bösen welt ihren Lebensunterhalt selbst zu erwerben.
    Ganz schön verlogen, wenn sie von einem der „sichersten“ Arbeitsplätze sprechen.

  • Manfred an Anna
    Dezember 1, 2010

    Liebe Schw. Anna,

    mir sind zwei Brüder aus dem Bethel in Selters bekannt, die mit Ihren Frauen raus mussten. Der eine ist Aufseher in einem Kongresssaal geworden und der andere Sonderpionier und wohnt in einem Königreichssaal. Ich weiß dass die Umstellung als Sonderpionier hart war. Was jetzt aus Ihnen geworden ist, weiß ich nicht mehr, da sie nicht mehr mit mir reden, da ausgeschlossen. Wahrscheinlich sind sie alle beide noch dort wo sie hingeschickt worden sind.

    Liebe Grüße Manfred

  • Martin
    Dezember 1, 2010

    Das geistige Paradies!

    Wer in der Gemeinschaft aufgewachsen ist oder engen Kontakt mit sehr vielen Zeugen pflegt, bekommt am ehesten mit, daß der Durchschnittszeuge weit vom Bild des idealen Zeugen entfernt ist. Da die einzelnen sich meistens erst als Erwachsene bekehren, haben sie nie den engen, ehrlichen Umgang miterlebt, den man kennen muß, um zu einer wirklichkeitsgetreuen Wahrnehmung des Verhaltens der Zeugen zu kommen. Im Laufe der Zeit haben enttäuschende Erfahrungen und die Angst vor einem Gemeinschaftsentzug oder anderer Mißbilligung sie gelehrt, daß man kaum jemals gegenüber einem Glaubensbruder oder einer Glaubensschwester völlig offen und ehrlich sein kann. Offenheit hat oft ein Nachspiel seitens der engen Vertrauten und der Ältesten. Die Loyalität der Zeugen geht so weit, daß es bisweilen schwer fällt, überhaupt enge Freundschaften in ihren Reihen zu schließen. Der vertraute Umgang führt dazu, daß man die Fehler des anderen und seine Zweifel an der Wachtturm-Organisation kennenlernt. Und da die Loyalität gegenüber der Wachtturm-Organisation bei den meisten höher steht als die gegenüber ihrem Glaubensbruder, kommt es leicht vor, daß sie die Schwächen ihrer „Freunde“ den Ältesten melden. Das kann dann zu Verlust an „Vorrechten“ in der Gemeinde und zu Geschwätz führen, man wird von den anderen gemieden oder sogar ausgeschlossen. Wer erlebt, daß jemand, von dem man meinte, er sei ein echter Freund, und dem man sich anvertraut hat, dann anderen davon erzählt, der wird immer enttäuscht sein. Was daher die Zeugen wirklich denken und fühlen und wie sie handeln, wird nicht nur von der Wachtturm-Organisation unter den Teppich gekehrt und beschönigt, auch die einzelnen Mitglieder tragen dazu bei, daß sich nach außen ein besseres Bild ergibt, als es der Realität entspricht…“Das geistige Paradies“!

    LG Martin

  • cheyenne
    Dezember 1, 2010


    In Matthäus24:48-51 ist die Rede von einem Sklaven, der anfängt seine Mitsklaven zu schlagen, nachdem sein Herr ausbleibt. Wie erfüllt sich das? Heute ist es auch so, dass Jesus nicht zu der erwarteten Zeit gekommen ist. Wir kennen Aussagen wie:

    Nur wenn wir den “Sklaven” rückhaltlos unterstützen, können wir Jehova wohlgefällig sein.
    Nur wenn wir loyal zum “Sklaven” halten, kann uns Jehova anerkennen.
    Nur durch den “Sklaven” können wir ewiges Leben erhalten.
    Die LK führt uns ins Paradies. Was sie lehrt stammt nicht von Menschen, sondern von Jehova.
    Durch sie führt und leitet uns Jehova.
    Dadurch, dass wir uns von der heutigen leitenden Körperschaft führen lassen, folgen wir in Wirklichkeit dem Christus.

    Diese und ähnliche Aussagen begleiten unser ganzes ZJ- Leben. Dazu gehört auch, dass man Druck bekommen kann, wenn das “Stundenkonto” unter dem Durchschnitt liegt oder man im Dienst nachlässt. Auch ist es fast unmöglich, sich ohne Dienst für die Organisation taufen zu lassen.

    Bei der Rebellion Absaloms gegen den rechtmäßigen König David spielte auch Ahitophel eine wichtige Rolle.
    2. Samuel
    16:23 Und der Rat Ahithọphels, den er in jenen Tagen gab, war so, wie wenn ein Mann das Wort des [wahren] Gottes befragt hätte. So war jeder Rat Ahithọphels sowohl bei David als bei Ạbsalom.
    Hier kann ich folgende Bemerkung nicht verkneifen: Welche Ratschläge und Bestimmungen haben bei uns heute Priorität?
    15:12 Auch ließ Ạbsalom, als er Schlachtopfer opferte, Ahithọphel, den Gilonịter, den Ratgeber Davids, aus seiner Stadt Gịlo holen. Und die Verschwörung wurde immer stärker, und das Volk um Ạbsalom wuchs ständig an Zahl.13 Nach einiger Zeit kam ein Bote zu David und sagte: „Das Herz der Männer Israels hat sich Ạbsalom zugewandt.“14 Sogleich sprach David zu allen seinen Dienern, die bei ihm in Jerusalem waren: „Steht auf, und laßt uns wegeilen; denn es wird für uns vor Ạbsalom kein Entrinnen geben! Geht eilends, damit er nicht eilt und uns tatsächlich erreicht und Schlimmes über uns bringt und die Stadt mit der Schärfe des Schwertes schlägt!“
    31 Und es wurde David der Bericht erstattet, der besagte: „Ahithọphel selbst ist unter denen, die sich mit Ạbsalom verschworen haben.“

    16:20 Später sprach Ạbsalom zu Ahithọphel: „Ihr Männer, gebt eurerseits Rat. Was sollen wir tun?“ 21 Dann sagte Ahithọphel zu Ạbsalom: „Habe Beziehungen mit den Nebenfrauen deines Vaters, die er zurückgelassen hat, damit sie auf das Haus achtgeben. Und ganz Israel wird bestimmt hören, daß du dich bei deinem Vater stinkend gemacht hast, und die Hände all derer, die mit dir sind, werden bestimmt erstarken.“ 22 Demgemäß schlug man für Ạbsalom auf dem Dach ein Zelt auf, und Ạbsalom begann vor den Augen von ganz Israel mit den Nebenfrauen seines Vaters Beziehungen zu haben.

    17:1 Und Ahithọphel sprach dann zu Ạbsalom: „Laß mich bitte zwölftausend Mann auswählen und mich aufmachen und David heute Nacht nachjagen.
    2 Und ich werde über ihn kommen, wenn er ermattet und an beiden Händen schlaff ist, und ich werde ihn bestimmt aufschrecken; und alles Volk, das bei ihm ist, wird fliehen müssen, und ich werde bestimmt den König allein niederschlagen.
    3 Und laß mich alles Volk zu dir zurückbringen. Gleich der Rückkehr aller ist der Mann, den du suchst; [und] das ganze Volk selbst wird schließlich in Frieden sein.“
    4 Und das Wort war gerade recht in den Augen Ạbsaloms und in den Augen aller älteren Männer Israels

    Im WT vom 15.11.10 Seite 8 Abs.4 wird von den Israeliten berichtet, die nach 40 Tagen nicht mehr länger auf Moses, den Mittler des Alten Bundes, warten wollten. Er war auf dem Berg bei Jehova und Aaron beugte sich dem Anpassungsdruck seiner Landsleute. Die Lehre im WT ist, dass wir uns auch vor Gruppenzwang aus dem eigenen Volk hüten müssen.

    2. Mose 18:16 Und Jehovas Herrlichkeit verweilte weiter auf dem Berg Sịnai, und die Wolke bedeckte ihn fortwährend sechs Tage lang. Endlich, am siebten Tag, rief er Moses mitten aus der Wolke zu.
    17 Und vor den Augen der Söhne Israels war der Anblick der Herrlichkeit Jehovas wie ein verzehrendes Feuer auf dem Gipfel des Berges.
    18 Dann trat Moses mitten in die Wolke hinein und stieg auf den Berg hinauf. Und Moses blieb vierzig Tage und vierzig Nächte auf dem Berg.

    2. Mose 32:1 Unterdessen sah das Volk schließlich, daß Moses lange säumte, vom Berg herabzukommen. Da versammelte sich das Volk um Aaron und sprach zu ihm: „Auf, mache uns einen Gott, der vor uns hergehen wird, denn von diesem Moses, dem Mann, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat, wissen wir wirklich nicht, was ihm widerfahren ist.“ 2 Darauf sagte Aaron zu ihnen: „Reißt die goldenen Ohrringe ab, die an den Ohren eurer Frauen, eurer Söhne und eurer Töchter sind, und bringt sie mir.“
    3 Und alles Volk begann sich die goldenen Ohrringe, die an ihren Ohren waren, abzureißen und sie Aaron zu bringen.
    4 Dann nahm er [das Gold] aus ihren Händen, und er formte es mit einem Stichel und ging daran, es zum gegossenen Standbild eines Kalbes zu machen. Und sie begannen zu sprechen: „Das ist dein Gott, o Israel, der dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat.“
    5 Als Aaron dies zu sehen bekam, ging er daran, einen Altar davor zu bauen. Schließlich rief Aaron aus und sagte: „Morgen ist ein Fest für Jehova.“
    8 Sie sind schnell von dem Weg abgewichen, den zu gehen ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Standbild eines Kalbes gemacht und beugen sich fortwährend vor ihm nieder und opfern ihm und sagen: ‚Das ist dein Gott, o Israel, der dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat.‘ “

    Als Ersatz für Moses machten sie sich das goldene Kalb- Vers 4+5: Du hast uns aus Ägypten befreit+ wir feiern ein großes Fest für Jehova. Sie haben also Jehova durch dieses Kalb verehrt, tanzten um diesen Götzen und opferte ihm.

    Später hat Jerobeam die Kälberanbetung eingeführt. Bethel war immer das Zentrum dieses Götzenkultes.
    1. Könige 12: 26 Und Jerọbeam begann in seinem Herzen zu sagen: „Nun wird das Königreich an das Haus Davids zurückkommen. 27 Wenn dieses Volk weiterhin hinaufzieht, um Schlachtopfer im Haus Jehovas in Jerusalem darzubieten, dann wird das Herz dieses Volkes bestimmt zu ihrem Herrn, Rehạbeam, dem König von Juda, zurückkehren; und sie werden mich gewiß töten und zu Rehạbeam, dem König von Juda, zurückkehren.“ 28 Somit beriet sich der König und machte zwei goldene Kälber und sprach zum Volk: „Es ist zuviel für euch, nach Jerusalem hinaufzugehen. Hier ist dein Gott, o Israel, der dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat.“29 Dann stellte er das eine in Bẹthel auf, und das andere tat er nach Dan. 30 Und diese Sache wurde eine Ursache zur Sünde, und das Volk begann vor das eine hinzugehen bis nach Dan.31 Und er begann ein Höhenhaus herzurichten und Priester aus dem allgemeinen Volk zu machen, die nicht gerade von den Söhnen Lẹvis waren.
    2. Könige 17:33 Jehova war es, den sie schließlich fürchteten, doch erwies es sich, daß sie ihre eigenen Götter anbeteten, gemäß der Religion der Nationen, aus denen man sie ins Exil geführt hatte.
    Amos 3:14 ‚Denn an dem Tag, an dem ich wegen der Auflehnungen Israels mit ihm Abrechnung halte, will ich auch mit den Altären von Bẹthel Abrechnung halten; und die Hörner des Altars werden bestimmt abgehauen werden und sollen zur Erde fallen.
    4:4Kommt nach Bẹthel, und begeht Übertretung. Zu Gịlgal begeht vielfach Übertretung, und bringt eure Schlachtopfer am Morgen, am dritten Tag eure Zehnten.
    5:5 Und sucht nicht nach Bẹthel, und nach Gịlgal sollt ihr nicht kommen, und nach Beërschẹba sollt ihr nicht hinüberziehen; denn Gịlgal selbst wird unweigerlich ins Exil gehen; und was Bẹthel betrifft, es wird etwas Unheimliches werden. 6 Sucht Jehova, und bleibt am Leben, damit er nicht wirksam wird so wie Feuer, o Haus Joseph, und es nicht tatsächlich verzehrt und Bẹthel nicht ohne jemand ist, der [es] löscht,

    Apostelgeschichte 7: 35 Diesen Moses, den sie verleugnet hatten, indem sie sprachen: ‚Wer hat dich zum Herrscher und Richter gesetzt?‘, diesen hat Gott durch die Hand des Engels, der ihm im Dornbusch erschien, als Herrscher und auch als Befreier gesandt.
    39 Unsere Vorväter wollten ihm aber nicht gehorsam werden, sondern sie stießen ihn von sich und kehrten in ihrem Herzen nach Ägypten zurück,
    40 indem sie zu Aaron sagten: ‚Mache uns Götter, damit sie vor uns hergehen. Denn dieser Moses, der uns aus dem Land Ägypten herausgeführt hat, wir wissen nicht, was ihm widerfahren ist.‘
    41 Da machten sie in jenen Tagen ein Kalb und brachten ein Schlachtopfer zu dem Götzen hinauf und begannen sich der Werke ihrer Hände zu erfreuen.
    42 Da wandte sich Gott ab und gab sie dahin, dem Heer des Himmels heiligen Dienst darzubringen, so wie es im Buch der Propheten geschrieben steht: ‚Ihr habt doch nicht etwa mir vierzig Jahre lang in der Wildnis Opfertiere und Schlachtopfer dargebracht, o Haus Israel?

    Da auch der größere Moses,- Jesus und sein verheißenes Königreich seit 1976 ausgeblieben ist, hat die LK das geistige Paradies erfunden. Jehovas Gericht an seinem Volk hat man auf 1919 vorverlegt, um nun als gereinigtes Volk dazustehen. Und behaupten, dass seither Jehovas schützende Hand über “seinem Sklaven” ruht .
    So tanzt man auch heute um das Kalb, das man selbst geschaffen hat. Heute heißt dieses Kalb: “TuV Sklave”, LK, Organisation.

    Aber was wird unser größerer Moses, Jesus Christus tun, wenn er zurückkommt und den Tanz seines Volkes um´ s goldene Kalb sieht? 2.Mose 32:19+20 gibt die Antwort:
    19 Und es geschah, sobald er nahe an das Lager gekommen war und das Kalb und die Reigentänze sehen konnte, daß Moses’ Zorn zu entbrennen begann, und sofort schleuderte er die Tafeln aus seinen Händen und zerschlug sie am Fuß des Berges.
    20 Dann nahm er das Kalb, das sie gemacht hatten, und er verbrannte es mit Feuer und zermalmte es, bis es fein war…

  • cheyenne
    Dezember 1, 2010

    Dieser WT vom 1.1.76 ,den Bruder Brosi erwähnt, ist wirklich lesenswert! Was der “Sklave” hier von sich gegeben hat, war wirklich haarsträubend! Es ging um Jesu 7 Königreichsgleichnisse, die alle als schlecht hingestellt wurden.
    Hier einige “Kostproben” der damaligen “geistigen Speise”.
    – Das Ganze begann eigentlich mit Jesus Christus. Hätte Christus nie gelebt, so gäbe es keine Christenheit.
    – Jesus Christus steht also offensichtlich in einer gewissen Verbindung mit der Gründung der Christenheit, die immer noch vorgibt, die wahre Kirche Christi zu sein.
    – Ein weiterer Schriftbeweis dafür, dass Jesus Christus mit dem Wachstum der Christenheit in einer gewissen Verbindung steht, ist das Gleichnis vom Weizen und Unkraut….
    – Sie wollten die jungen Unkrautpflanzen ausreißen, aber der Sämann, der Eigentümer des Weizenfeldes hinderte sie daran.
    – Er ließ zu, dass sie sich ausbreitete. In diesem Sinne steht er mit dem Wachstum der Christenheit, die in ihrer ganzen Geschichte zahlenmäßig noch nie so stark war wie heute, in Verbindung.
    – Jesus veranschaulichte also anhand der Königreichsgleichnisse seine Verbindung zur Gründung und Entwicklung des angeblichen christlichen Systems, der Christenheit.

    Das ist eine glatte Lüge der LK, denn wir wissen genau, dass Kaiser Konstantin der Gründer war.
    Das geschah etwa 300 Jahre später, nachdem der Teufel das Unkraut auf das Feld gesät hat.

    – Somit konnte er (Jesus) , als er das Gleichnis vom Senfkorn erzählte, an das Scheinkönigreich der Himmel (die Christenheit) gedacht haben, das durch die vollständig herangewachsene Senfpflanze dargestellt wurde…
    – Soviel aus dem Gleichnis Jesu zu entnehmen ist, nützte der Baum niemanden etwas.

    Ich möchte jedem empfehlen, die 3 Studienartikel aufmerksam zu studieren, denn sie sind ein “Meilenstein” in der Geschichte von Jehovas Zeugen.
    – Dinge, denen das “Königreich der Himmel” gleich ist
    – Das angebliche Königreich Kein Zufluchtsort
    – Beim wahren Königreich Zuflucht suchen (in den Versammlungen, aber ab Abs. 6 ist der Artikel OK)

    Mit diesem WT wurde Jesus und sein “Königreich der Himmel” geistig ermordet. Anders kann man das wirklich nicht sagen.
    In 2. Samuel 15:1-17 haben wir das geschichtliche Schattenbild.
    Nachdem der heutige Absalom 40 Jahre (1935-75) die Herzen von Jesus weggestohlen hatte, raubte er ihm den Thron. Seither leben wir in der geistigen Nacht. Ende der 70er Jahre wurde das Predigtwerk hochgefahren und das weltweite Bauprogramm begonnen.
    Beschäftigungstherapie nennt man so was, war auch dringend notwendig nach der gigantischen Schlappe von 1975.
    Die LK redet seither nur noch von immer hellerem Licht und dem Segen Jehovas der auf dieser Organisation ruht.
    So, wie David über Absaloms Tod weinte, weint auch der Himmel über das Ende von der Mehrheit aus Jehovas Volk:

    Jesaja 22:
    4 Darum habe ich gesprochen: „Wendet den Blick von mir weg. Ich will bitterlich weinen. Dringt nicht darauf, mich wegen der Verheerung der Tochter meines Volkes zu trösten.
    5 Denn es ist der Tag der Verwirrung und der Zertretung und der Bestürzung, den der Souveräne Herr, Jehova der Heerscharen, im Tal der Vision hat. Da ist der Zertrümmerer der Mauer und der Schrei zum Berg hin
    12 Und der Souveräne Herr, Jehova der Heerscharen, wird an jenem Tag zum Weinen und zur Trauer und zur Kahlheit und zum Umgürten mit Sacktuch aufrufen.
    13 Doch siehe, Frohlocken und Freude, Rindertöten und Schafeschlachten, Fleischessen und Weintrinken. ‚Man esse und trinke, denn morgen werden wir sterben.‘ “
    14 Und vor meinen Ohren hat sich Jehova der Heerscharen geoffenbart: „ ,Dieses Vergehen wird nicht gesühnt werden zu euren Gunsten, bis ihr sterbt‘, hat der Souveräne Herr, Jehova der Heerscharen, gesagt.“

    Jeremia 13:
    12 Und du sollst dieses Wort zu ihnen sprechen: ‚Dies ist, was Jehova, der Gott Israels, gesagt hat:…
    14 Und ich will sie einen gegen den anderen schmettern, sowohl die Väter als auch die Söhne, zur selben Zeit“ ist der Ausspruch Jehovas. „Ich werde kein Mitleid bekunden, noch wird es mir leid tun, und ich werde mich nicht erbarmen, daß ich davon abließe, sie zu verderben.“ ‘
    15 Hört und leiht euer Ohr. Seid nicht hochmütig, denn Jehova selbst hat geredet.
    16 Gebt Jehova, eurem Gott, Ehre, bevor er Finsternis verursacht und bevor eure Füße auf den Bergen bei der Dämmerung aneinanderstoßen. Und ihr werdet gewiß auf das Licht hoffen, und er wird es tatsächlich zu tiefem Schatten machen; er wird [es] in dichtes Dunkel verwandeln.
    17 Und wenn ihr es nicht hören werdet, wird an verborgenen Orten wegen des Stolzes meine Seele weinen und wird ganz bestimmt Tränen vergießen; und mein Auge wird in Tränen zerfließen, weil die Herde Jehovas gefangen weggeführt worden sein wird.

    Lukas 19:
    41 Und als er näher kam, schaute er die Stadt an und weinte über sie
    42 und sprach: „Wenn du, ja du, an diesem Tag die Dinge erkannt hättest, die mit Frieden zu tun haben — doch nun sind sie vor deinen Augen verborgen.
    43 Denn es werden Tage über dich kommen, da werden deine Feinde eine Befestigung aus Spitzpfählen um dich bauen und werden dich ringsum einschließen und dich von allen Seiten bedrängen,
    44 und sie werden dich und deine Kinder in deiner Mitte zu Boden schmettern, und sie werden in dir keinen Stein auf dem anderen lassen, weil du die Zeit deiner Besichtigung nicht erkannt hast.“

    Psalm 30:5 Denn unter seinem Zorn zu sein währt einen Augenblick,
    Unter seinem Wohlwollen zu sein währt ein Leben lang.
    Am Abend mag Weinen einkehren, aber am Morgen ist Jubelruf da.

    Am Abend (1976) war wirklich das große Weinen im Volke Jehovas, aber lasst uns ausharren und nur Jehova alleine dienen! Ringt danach, durch die enge Tür zu einzugehen (Lukas 13:23-28), denn nur dann dürfen wir den Morgen mit Jubelruf erleben.

  • schneerose
    Dezember 1, 2010

    hallo bruder brosi
    einen väterlichen gruss an dich von allen schneerosen

    danke für deine worte..die deine liebe zu jah. und jesus widerspiegeln…

    du machst allen mut..gibst trost.. bist mild gesinnt.. und trotz deiner umstände hast es dir nicht nehmen lassen.. uns eine becher wasser zu reichen…danke …

    möge unser himmlischer vater dir deinen lohn nicht vorenthalten…

    wir möchten auf deinen kommentar antworten…fragen…

    absalom.. war ein sehr schöner mann…
    ihm war jedes mittel recht um seinen vater david (jesus) in den schatten zu stellen …

    nicht einmal die frau seines vaters war ihm heilig…sein hochmut und schönheit wurde im zum verhängnis…
    1975 verfing sich seine Haarpracht im dickicht seiner Irrlehren..so das er enthauptet wurde…

    unsere frage an dich br. brosi…

    warum weinte david (jesus) um seinen sohn absalom..wo er doch seinen vater immer weh getan hat…

    liebe grüsse von den scheerosen

  • Alois
    Dezember 1, 2010

    Hallo Bob
    Zu Deiner Frage wer der böse Knecht oder Sklave ist folgende Ausführungen.
    In einem Kommentar kann man viele Dinge nur in verkürzter Form schreiben. Viele Schlüsselwörter in den Propheten müsste man wieder einzeln beweisen, was dann aber den Rahmen sprengen würde. Vor allem am Ende meines Kommentars kannst Du Annahmen lesen, welche einzeln zu beweisen wären. Für mich sind sie bewiesen, es ist jedoch teilweise sehr schwer was der Geist unseres Vaters uns gelehrt hat in Worte zu fassen, sodass sie ein anderer Bruder versteht.

    Der Aussage Jesu in Matth. 24 ab Vers 45 geht noch ein Zustand voraus, dass es einen Sklaven oder Knecht gibt der behauptet der „treue und verständige Sklave zu sein“ es aber offensichtlich nicht ist. Deswegen wirft Jesus überhaupt die folgende Frage auf, welche ausnahmsweise die NWÜ treffender wiedergibt als andere Übersetzungen:

    WER IST IN WIRKLICHKEIT der treue und verständige Sklave, den sein Herr über seine Hausknechte gesetzt hat, um ihnen ihre Speise zur rechten Zeit zu geben?

    Die ganzen Verse aus der Elberfelder:

    Math. 24
    45. Wer ist nun der treue und kluge Knecht, {O. Sklave; so auch nachher.} den sein Herr über sein Gesinde gesetzt hat, um ihnen die Speise zu geben zur rechten Zeit?
    46. Glückselig jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, also tuend finden wird!
    47. Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn über seine ganze Habe setzen.
    48. Wenn aber jener böse Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr verzieht zu kommen,
    49. und anfängt, seine Mitknechte zu schlagen, und ißt und trinkt mit den Trunkenen,
    50. so wird der Herr jenes Knechtes kommen an einem Tage, an welchem er es nicht erwartet, und in einer Stunde, die er nicht weiß,
    51. und wird ihn entzweischneiden und ihm sein Teil setzen mit den Heuchlern: da wird sein das Weinen und das Zähneknirschen.

    Der Vers 48 bezieht sich auf die in Matthäus nicht geschriebene Vorgeschichte, dass es einen Sklaven gibt der behauptet der „treue und verständige Sklave“ zu sein.

    Der Vers 50 nimmt Bezug auf die Aussage in Matth. 24:36
    Von jenem Tage aber und jener Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel der Himmel, sondern mein Vater allein.

    In Vers 50 ist vom Herr des Knechtes die Rede, in Vers 36 vom Vater Jesu. Das ist ein weiterer Beweis dass der Herr beider Knechte der Vater Jehova ist, denn der Herr oder Vater wird in beiden Versen an einem Tage und zu einer Stunde kommen, von welchem die Knechte nichts wissen.

    Matth. 12
    38. Dann antworteten ihm etliche der Schriftgelehrten und Pharisäer und sprachen: Lehrer, wir möchten ein Zeichen von dir sehen.
    39. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden, als nur das Zeichen Jonas‘, des Propheten.

    Zur Zeit Jesu war das böse Geschlecht die theokratische Lehrorganisation der Juden.

    2. Thessalonich 3
    1. Übrigens, Brüder, betet für uns, daß das Wort des Herrn laufe und verherrlicht werde, wie auch bei euch,
    2. und daß wir errettet werden von den schlechten und bösen Menschen; denn der Glaube {O. die Treue} ist nicht aller Teil.

    Paulus hat an die Christenversammlung geschrieben man solle beten um vor den bösen Menschen gerettet zu werden. Die bösen Menschen der Christenversammlung ist der böse Knecht. Denn vor einem bösen Menschen aus der Welt oder einem Ausgeschlossenen müssen wir nicht gerettet werden. Wohl aber vor bösen Fürsten der Christenversammlung.

    In Micha werden die Häupter des Volkes Jehovas angesprochen. Ersetze die Wörter „Häupter Jakobs“, „Fürsten“ ,„Seher“, „Wahrsager“ , und „Propheten mit dem Wörtern „Organisation“, „leitende Körperschaft“ oder “Sklave“. Du wirst Dich wundern was so alles vorherprophezeit ist. Es erfüllt sich heute alles Haargenau.

    Micha 3
    1. Und ich sprach: Höret doch, ihr Häupter Jakobs und ihr Fürsten des Hauses Israel: Ich es nicht an euch, das Recht zu kennen?
    2. Die ihr das Gute hasset und das Böse liebet; die ihr ihnen die Haut abziehet und das Fleisch von ihren Gebeinen;
    3. und die ihr das Fleisch meines Volkes fresset, und ihre Haut von ihnen abstreifet, und ihre Gebeine zerbrechet und zerstücket wie in einem Topfe und wie Fleisch inmitten des Kessels.
    4. Dann werden sie zu Jehova schreien, und er wird ihnen nicht antworten; und er wird sein Angesicht vor ihnen verbergen zu jener Zeit, gleichwie sie ihre Handlungen böse gemacht haben.
    5. So spricht Jehova über die Propheten, die mein Volk irreführen, welche mit ihren Zähnen beißen, und Frieden rufen; und wer ihnen nichts ins Maul gibt, wider den heiligen sie einen Krieg:
    6. Darum soll es euch Nacht werden, ohne Gesicht, und Finsternis werden, ohne Wahrsagung; und die Sonne wird über den Propheten untergehen, und der Tag über ihnen schwarz werden.
    7. Und die Seher werden beschämt und die Wahrsager zu Schanden werden, und sie werden allesamt den Bart verhüllen, weil keine Antwort Gottes da ist.
    8. Ich hingegen, ich bin mit Kraft erfüllt durch den Geist Jehovas, und mit Recht und Stärke, um Jakob seine Übertretung kundzutun und Israel seine Sünde.
    9. Höret doch dieses, ihr Häupter des Hauses Jakob und ihr Fürsten des Hauses Israel, die ihr das Recht verabscheuet und alles Gerade krümmet;
    10. die ihr Zion mit Blut bauet und Jerusalem mit Unrecht.
    11. Seine Häupter richten um Geschenke, und seine Priester lehren um Lohn, und seine Propheten wahrsagen um Geld; und sie stützen sich auf Jehova und sagen: Ist nicht Jehova in unserer Mitte? Kein Unglück wird über uns kommen!
    12. Darum wird euretwegen Zion als Acker gepflügt werden, und Jerusalem wird zu Trümmerhaufen und der Berg des Hauses zu Waldeshöhen werden.

    Du hast noch geschrieben:
    Auf der Ebene Jesu als treuer Knecht ist diese Zuordnung des bösen Knechts wohl nicht so passend.

    Du meinst sicher damit, wenn Jesus der treue und verständige Knecht ist, so können Menschen doch nicht der böse Knecht oder Sklave sein.
    Schon oben haben wir bei Matth. 24 festgestellt dass beide Knechte die Knechte Jehovas sind. Es geht wirklich um die Streitfrage wer ist der treue und verständige Sklave, Jesus oder die Organisation. Wie es bei David und Absalom darum ging, wer ist der König in Israel. Vor Jehova sind beides seine Söhne. Ersetze in den nächsten Versen aus Hosea Israel mit den ZJ oder Bibelforschern um Russel und Ägypten mit den USA. Das Wort Baal kann man prophetisch mit Organisation übersetzen.

    Hosea 11
    1. Als Israel jung war, da liebte ich es, und aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.
    2. So oft sie ihnen riefen, gingen sie von ihrem Angesicht hinweg: sie opferten den Baalim und räucherten den geschnitzten Bildern.
    3. Und ich, ich gängelte Ephraim, -er nahm sie auf seine Arme aber sie erkannten nicht, daß ich sie heilte.
    4. Mit Menschenbanden zog ich sie, mit Seilen der Liebe; und ich ward ihnen wie solche, die das Joch auf ihren Kinnbacken emporheben, und sanft gegen sie, gab ich ihnen Speise.

    Es ist somit biblisch bewiesen dass der Beginn der Organisation und der Zeugen Jehovas in den USA war. (König des Südens = Ägypten, heute die USA)
    Jehova hat die Anfänge und ersten Jahrzehnte unserer Religion geliebt, so wie David den Absalom geliebt hat, obwohl er sich ab einer gewissen Zeit gegen seinen Vater gestellt hat.

  • Brosi
    Dezember 1, 2010

    Vorweg möchte ich aber die Worte die Bruder Alois in einem Kommentar über Absalom der Sohn Davids geschrieben hat ergänzen.

    Was Bruder Alois geschrieben hat ist richtig, die Bedeutung aber mit Absalom liegt einmal darin dass er lange Haare hatte wie Weiberhaare. Im Gegensatz zu den Nazaräern welche sich im Tempel heiligten und ein Gelübte gemacht haben. Bei denen durfte auch das Haupthaar nicht geschnitten werden. Denn diese Nazaräer waren aufgrund ihrer langen Haare, irdische Glieder der Weibesklasse Jehovas, das sagt die Hindeutung durch Heiligen Geist und steht so nicht in der Bibel.
    Denn im Garten Eden wurde schon von zwei Weibern geredet und diese zwei Weiber erscheinen immer wieder im prophetischen Wort, auch die Frauen die im prophetischen Wort auftauchen. Jehova handelt mit diesen Leuten. Und so wie Absalom lange Haare hatte, war auch er ein Glied des Weibes Satans. Denn bei seinem Kampf mit David hat er ein Beispiel geliefert das in der Bibel fortlebt. In Wirklichkeit hat Absalom nicht 40 Jahre geherrscht, sondern nur 4 Jahre. (2.Sam. 15:7)

    Während diesen 4 Jahren hat er alle die eine Rechtsfrage hatten und von Norden Israels kamen abgefangen und hat gesagt, niemand spricht recht in Jerusalem als nur er, Absalom. So ist auch heute bei der Wachtturm Organisation, dass niemand Recht spricht als nur die Wachtturm Organisation. Diese 40 Jahre, rein wörtlich gesehen behauptet die Bibel etwas Falsches, denn Absalom kann gar nicht 40 Jahre so getan haben denn David selbst hat nur 40 Jahre regiert. Aber durch die 40 Jahre deutet der Geist der Wahrheit darauf hin dass es auch in der 2. Gegenwart Jesu einen gibt, eine Absalomklasse, die 40 Jahre herrscht.

    Und am Ende dieser 40 Jahre, wie auch David dann aus Jerusalem in ein fernes Haus und einen fernen Ort mit seinen Leuten floh, so ist auch in der Zeit des Endes eine Klasse da die als Absalom herrschte.

    Diese 40 Jahre haben begonnen 1935 und dauerten bis einschließlich 1975. Begonnen hat es mit Rutherford, der durch suggestive Behauptungen und Druck auf die Versammlungen verlangt hat dass sie eine Resolution unterschreiben. Wer es nicht tat oder gemurrt hat wurde hinausgeworfen oder geächtet. Dass nämlich er die damalige Organisation der Kanal zu Jehova wäre und dass nur er allein darüber verfügt was geglaubt werden darf. Diese vermessene Behauptung finden wir sogar in Psalmen 74:4 der da sagt:

    Es brüllen deine Widersacher inmitten deiner Versammlungsstätte; sie haben ihre Zeichen als Zeichen gesetzt.

    Die Organisation welche Ihre Zeichen setzt, als wären sie die Sprecher oder Kanal Jehovas. Diese 40 Jahre Herrschaft dieser Welt erscheint auch in Offenbarung 9 in der 5. Posaune.

    Offbg. 9: 7-8
    7. Und die Gestalten der Heuschrecken waren gleich zum Kampfe gerüsteten Pferden, und auf ihren Köpfen wie Kronen gleich Gold, und ihre Angesichter wie Menschen-Angesichter;
    8. und sie hatten Haare wie Weiberhaare, und ihre Zähne waren wie die der Löwen.

    Sie hatten Haare wie Weiberhaare und Kronen scheinbar wie Gold. Dieses Reiterheer das Haare hatte wie Weiberhaare zeigt an dass die gesamte Weibesorganisation Satans als ein geschlossenes Heer gegen das Volk Jehovas vorgehen wird. Diese Heer erscheint auch in den ersten Versen von Joel als die Heuschrecken, Vertilger und Nager die alles kahl fressen indem sie über das Volk Jehovas herfallen. Die Organisation sagt natürlich als Ablenkung das große Heuschreckenheer seinen die Zeugen Jehovas. Das ist auch wieder ein Lügetrick der in den Knochen vieler Brüder sitzt und sie begreifen nicht, dass sie mit der Organisationslehre über die Heuschrecken angelogen worden sind.

    Ich habe eben geschrieben die Absalom Zeit ginge bis einschließlich 1975. Im Wachtturm vom 1. Januar 1976, das sind einige Studienartikel, die alles verlogene berichten und bringen den Christus mit den christlichen Religionen einschließlich der katholischen Kirche in Verbindung. Alles was sie da in diesem Wachtturm lehren ist inhaltlich gesagt dasselbe wie die Juden zu Jesus gesagt haben:

    Joh. 8:48
    Die Juden antworteten und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist und einen Dämon hast?

    Aufgrund dieser Tatsache, wenn man davon ausgeht dass Jesus das Haupt der Versammlung ist, und sich vorstellt, dass bei dem Wachtturmstudium in den Versammlungen diese Studienartikel studiert wurden, der Wachtturm Studienleiter und alle welche die Kommentare in der Versammlung geben sagen: Ja ja, so ist es.

    Aber unsichtbar ist Jesus als Haupt der Versammlung anwesend und muss sich diese Anschuldigungen anhören wie sie die Organisation vorgelegt hat. Jetzt sagt sich natürlich Jesus in seinem Herzen:

    Ja wenn es so aussieht, dann gehe ich weg von Euch und verlasse Euch und gehe in ein „fernes Land“ um die Königreichswürde zu holen. Weil sie ihm streitig gemacht wurde durch diesen Wachtturmartikel. Im Zusammenhang damit sagt nun das Gleichnis, als er seine 10 Knechte zusammengerufen hat und überlässt ihnen das Vermögen das er ihnen gegeben hat und waltet damit bis ich wiederkomme. Das also im Zusammenhang mit der Absalomklasse zu ergänzen.

    Liebe Grüße
    Bruder Brosi

  • Brosi
    Dezember 1, 2010

    Zu den Ausführungen im letzten Kommentar über die Geschichte und den Ausgang der Absalomklasse möchte ich noch folgendes ergänzen:

    Die Absalomklasse wurde durch Rutherford 1935 ins Leben gerufen und hatte ihren Höhepunkt am 1. Januar 1976. Damit war natürlich der Geist Jehovas von der Organisation und allen organisationstreuen Anbetern gewichen. Jeder durfte auch noch weiter machen mit dem Vermögen das er bis dahin hatte. Aber wenn Jesus wiederkommt dann will er Abrechnung halten mit allem was sie daraus gemacht haben.

    Matthäus 25
    14. Denn gleichwie ein Mensch, der außer Landes reiste, seine eigenen Knechte rief und ihnen seine Habe übergab: und einem gab er fünf Talente,
    15. einem anderen zwei, einem anderen eins, einem jeden nach seiner eigenen Fähigkeit; und alsbald reiste er außer Landes.
    16. Der die fünf Talente empfangen hatte, ging aber hin und handelte mit denselben und gewann andere fünf Talente.
    17. Desgleichen auch, der die zwei empfangen hatte, auch er gewann andere zwei.
    18. Der aber das eine empfangen hatte, ging hin, grub in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn.
    19. Nach langer Zeit aber kommt der Herr jener Knechte und hält Rechnung mit ihnen.
    20. Und es trat herzu, der die fünf Talente empfangen hatte, und brachte andere fünf Talente und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir übergeben, siehe, andere fünf Talente habe ich zu denselben gewonnen.
    21. Sein Herr sprach zu ihm: Wohl, du guter und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen; gehe ein in die Freude deines Herrn.
    22. Es trat aber auch herzu, der die zwei Talente empfangen hatte, und sprach: Herr, zwei Talente hast du mir übergeben; siehe, andere zwei Talente habe ich zu denselben gewonnen.
    23. Sein Herr sprach zu ihm: Wohl, du guter und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen; gehe ein in die Freude deines Herrn.
    24. Es trat aber auch herzu, der das eine Talent empfangen hatte, und sprach: Herr, ich kannte dich, daß du ein harter Mann bist: du erntest, wo du nicht gesät, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast;
    25. und ich fürchtete mich und ging hin und verbarg dein Talent in der Erde; siehe, da hast du das Deine.
    26. Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Böser und fauler Knecht! Du wußtest, daß ich ernte, wo ich nicht gesät, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe?
    27. So solltest du nun mein Geld den Wechslern gegeben haben, und wenn ich kam, hätte ich das Meine mit Zinsen erhalten.
    28. Nehmet nun das Talent von ihm und gebet es dem, der sie zehn Talente hat;
    29. denn jedem, der da hat, wird gegeben werden, und er wird Überfluß haben; von dem aber, der nicht hat, von dem wird selbst, was er hat, weggenommen werden.
    30. Und den unnützen Knecht werfet hinaus in die äußere Finsternis: da wird sein das Weinen und das Zähneknirschen.

    Diese 10 Knechte veranschaulichen die Vollständigkeit des Volkes der Zeugen Jehovas. Wenn Jesus wieder kommt lassen sich die 10 Knechte in drei Gruppen einteilen. (Vers 20, 22 und 24)
    Jesus sagt auch wie es ausgehen wird mit diesen drei Gruppen in den Versen 21, 23 und ab Vers 26.

    Liebe Grüße
    Bruder Brosi

  • schneerose
    Dezember 1, 2010

    hallo brüder
    unser geistiges nirwana

    man kann euren kommentaren kaum etwas hinzufügen ..es wurde fast alles gesagt…
    viele religionen versprechen ihren anhängern ein nirwana..vorausgesetzt sie halten sich genau an die religiösen vorschriften..bräuche usw…

    damit man in dieses geistige paradies eingehen kann,verlangen die geistigen führer oft sehr grausame ritten..die den gläubigen nicht wirklich bewusst sind oder werden…

    muslimische selbstmordatentäter gehen singend oder betend in den freitod (paradies) und glauben fest daran .. dass sie gott einen heiligen dienst erweisen…

    katholiken pilgern nach lourdes..kriechen kniehend und rosenkranzbetend zur mutter gottes..auch sie glauben gott einen hl. dienst zu erweisen..sie sind im geistigen paradies..

    wir schneerosen haben festgestellt..dass alle reg. die geistige paradiese ihren anhängern versprechen einen menschlichen anforderungskodex haben…dieser kann je nach relg. sehr grausam sein…neben menschlichen und gesundheitlichen opfern sind es meist tiefe seelische narben die für immer zurückbleiben…

    sehr schlimm finden wir ..das in unserer gemeinschaft nur die im nirwana sind.. die schwache oder gefallene brüder ausgrenzen..oder wie bruder-info schreibt alles glauben und nachsprechen was die organisation sagt..auch wenn ihr herz anderer ansicht ist…

    durch die ständige geistige vergewaltigung haben manche brüder die lenden mit der lüge umgürtet.. den brustpanzer der ungerechtigkeit und die schuhe der bespitzelung angezogen.. sie tragen das grosse schild der angst..angst beim denken erwischt zu werden..angst die warheit zu sagen..angst ausgeschlossen zu werden.. den helm des zitterns..zittern in harmagedon ..sie haben das grosse messer der ungerechtigkeit ( WT literatur) angenommen…

    so wie ein kleines mädchen das von ihren vertrauten immer wieder missbraucht wird.. ziehen sich unsere brüder (wie das mädchen)zu ihren schutz in die kälte und lieblosigkeit zurück…

    unsere brüder.. davon sind wir schneerosen überzeugt sind im herzen gute menschen..aber die organisation hat aus ihnen dass gemacht was wir von aussen sehen…

    unsere aufgabe und da spreche ich alle hier an(auch die nur lesen)
    ist..auf die brüder zugehen.. die gebrochenen herzens sind..
    helfen wir ihnen ihren nirwana albtraum (geistige vergewaltigung) zu vergessen…zeigen wir ihnen das jesus (die evang.) wärme und geborgenheit.. vertrauen und trost gibt…

    weg mit dem schild der angst..weg mit der lüge und des zitterns
    wirf das WT messer weg.. nimm das schwert des geistes und bleibe wach…

  • Micha
    Dezember 1, 2010

    Hallo Schneerosen,

    und wieder den Nagel auf den Kopf getroffen!
    Zitat Schneerose:
    …durch die ständige geistige vergewaltigung haben manche brüder die lenden mit der lüge umgürtet.. den brustpanzer der ungerechtigkeit und die schuhe der bespitzelung angezogen.. sie tragen das grosse schild der angst..angst beim denken erwischt zu werden..angst die warheit zu sagen..angst ausgeschlossen zu werden.. den helm des zitterns..zittern in harmagedon ..sie haben das grosse messer der ungerechtigkeit ( WT literatur) angenommen…

    Die geistige Waffenrüstung so interpretiert, alle Achtung.

    Der positive Aspekt aus allem was hier gefühlt,gedacht und geschrieben wird ist, daß wir alle in diesem Forum nicht alleine sind.
    Dank Gott haben wir dieses Forum und es gibt Sie noch , „Brüder“
    und wenn auch virtuell.
    Wir verstehen uns ungesehen.
    Viele Gadanken die hier geäußert werden sagen uns : “ Wir sind nicht allein sonder es gibt viele da draußen die einander Lieben, Fühlen und denken wie wir.“
    Viele Gebete sind diesbezüglich zum allmächtigen Schöpfer Jehova und seinem Sohn Jesus gegangen.
    Nun wird unser Joch wieder etwas sanfter und die Last leichter.

    Noch vor 6 Monaten und viele Jahre davor hatte man sich Fragen gestellt, wie kann das sein das sich der TR. Sklave oder die Org. auf eine Stufe mit Gott stellen kann? Psalm 146 V.3 oder Sprüche 3V1-7
    sagen etwas anderes.
    Durch nachsinnen und viel Bibellesen hat man erkannt das hier etwas nicht stimmt.
    Raymond Franz hat mit dem Buch „Gewissenskonflikt“ den Anfang gemacht.
    Vorallem die bösen Lügen des selbsternannten Tr. Skl.der weltweiten Bruderschaft gegenüber hat das Fass zum überlaufen gebracht.
    Was Recht ist, muß Recht bleiben.
    Auch wir suchen nach Gelegenheiten Brüder zu trösten und über Bruderinfo zu sprechen denn viele schreiben hier wunderbare Kommentare die zu Herzen gehen.
    Hier ist ein Ort wo ein wahrer Austausch von Ermunterung und Trost stattfindet.

    Vielen Dank an Euch alle da draußen!

  • Matthäus
    Dezember 1, 2010

    Ein Zitat von Gerd:
    „Allein bin ich nichts; gemeinsam sind wir stark!“

    Dieser Satz drückt haargenau das aus, was die sogenannten „Wir-Menschen“ empfinden. Diese Leute kommen mit ihrem „Ich“ alleine nicht zurecht. Sie brauchen zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit das Dazugehören – zu einem Verein, einer Partei, einer Organisation – oder dergleichen. Dann sprechen sie voll Stolz von „unserer Gruppe“, unserer „Partei“, unserer „Bewegung“, unserer „Kirche“, unserer „Organisation“. „Gemeinsam sind wir stark, gemeinsam lösen wir alle Probleme“.

    Dieses Wohlgefühl sollte doch nicht wie eine Pflanze im Verborgenen blühen, davon muß einfach alle Welt erfahren. All die Einsamen, all die Verlorenen, was entgeht ihnen doch, wenn sie nicht unserer Bewegung angehören.

    Zugehörigkeit erzeugt ein prima Gefühl. Diese Neigung beginnt schon in frühester Jugend. Schnell identifiziert sich ein Junge mit einem bestimmten Sportverein, ein Mädchen mit irgend einem Club. Auch viele politische Parteien hatten und haben dieses Bedürfnis der Menschen immer wieder für ihre Zwecke ausgenützt. Viele Menschen sehnen sich nach dem sprichwörtlichen „starken Mann“, der führt und diktiert. Eine breite Masse folgt mit Begeisterung. Die Führernaturen entlasten ihr Gewissen, indem sie alle Verantwortung auf die Mitläufer übertragen. Gibt es das nur in der Politik?

    Nicht nur in der Gegenwart, auch in der Vergangenheit haben immer wieder religiöse Menschen verschiedenster Bekenntnisse erfolgreich versucht, das Potential der Gläubigen in ihre Institutionen hineinzulocken. Vielen „Gottsuchern“ kommt das sogar entgegen. Gemeinschaft zu pflegen ist etwas Schönes. Zugehörigkeit baut viele zwischenmenschliche Beziehungen auf. Bedenklich wird es dann, wenn die Gemeinschaft eine narkotisierende Wirkung auf die Mitläufer ausübt. Gemeinschaft kann eben aus diesem Grund gefährlich werden. Wird mit ideologischer Beeinflußung das selbständige Denken der Mitläufer beeinträchtigt, dann ist dies zumeist der erste Schritt zur Abhängigkeit. Richtig gefährlich wird es aber, wenn die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit blockiert wird.

    Hier beginne ich nun, meine eigene Vergangenheit Revue passieren zu lassen, vom anfänglichen Mitmacher, der im Laufe der Zeit so etwas wie ein Mittäter wird. Zuerst wird man „verführt“, indem man eine völlig neue Sicht der Dinge bekommt, genießt dann eine sehr gute Ausbildung und danach wird man selbst zum perfekten „Verführer“.

    So ergeht es vielen Gläubigen in den verschiedensten Gruppen und Sekten. Zunächst wurde ich Opfer und dann Täter, ohne mir dessen bewußt zu werden, in – oder durch – die Organisation der Zeugen Jehovas.

    Hierzu paßt bestens ein WT Zitat: Folgt im nächsten Blog!

  • Matthäus
    Dezember 1, 2010

    Fortsetzung von oben!

    w98 15.3. S. 10
    Menschen nachzufolgen ist gefährlich

    Unter einer „Sekte“ verstehen einige unter anderem „eine Gruppe, die einer bestimmten Lehre oder einem Führer anhängt“. Ihren Anhängern wird eine „große Ergebenheit gegenüber einer Person, einer Idee oder Sache“ nachgesagt. Eigentlich stehen die Mitglieder jeder Religion, die stark an menschlichen Führern und ihren Ideen festhalten, in der Gefahr, Sklaven von Menschen zu werden. Ein stark auf einen Führer ausgerichtetes Verhältnis kann dazu führen, in emotioneller und religiöser Hinsicht völlig abhängig zu werden.

    14 Kein Mensch ist völlig frei. ……. Auch in geistiger Hinsicht ist niemand vollkommen frei. Paulus erklärte: „Wißt ihr nicht, daß ihr, wenn ihr euch fortgesetzt jemandem als Sklaven darstellt, um ihm zu gehorchen, dessen Sklaven seid, weil ihr ihm gehorcht, entweder der Sünde, die zum Tod führt, oder des Gehorsams, der zur Gerechtigkeit führt?“ (Römer 6:16).

    15 Die Vorstellung, jemandes Sklave zu sein, wird die meisten Menschen unangenehm berühren. Doch in der heutigen Welt ist es eine Realität, daß sich Menschen häufig auf so subtile Weise manipulieren und beeinflussen lassen, daß sie schließlich unabsichtlich das tun, was andere wollen.
    …….die Menschen in eine bestimmte Form zu pressen, indem sie Maßstäbe festlegen, an die man sich halten soll. Politische und religiöse Organisationen veranlassen Menschen dazu, ihre Ideale und Ziele zu unterstützen, und das nicht immer durch überzeugende Argumente, sondern oft dadurch, daß sie an einen Geist der Solidarität oder Loyalität appellieren. Da wir, wie Paulus feststellte, ‘Sklaven derer sind, denen wir gehorchen’, tut jeder von uns gut, sich folgendes zu fragen: „Wessen Sklave bin ich? Wer übt den größten Einfluß auf meine Entscheidungen und meine Lebensweise aus? …… Wem gehorche ich — Gott oder Menschen?“

    16 Christen betrachten den Gehorsam gegenüber Gott nicht als unberechtigten Eingriff in ihre persönliche Freiheit. Sie nutzen ihre Freiheit bereitwillig in der gleichen Weise wie ihr Vorbild, Jesus Christus, indem sie persönliche Wünsche und das, was für sie Priorität hat, mit Gottes Willen in Einklang bringen (Johannes 5:30; 6:38). Sie entwickeln „Christi Sinn“ und unterwerfen sich Christus als Haupt der Versammlung (1. Korinther 2:14-16; Kolosser 1:15-18

    Für jeden Zeugen Jehovas bedeutet die Hingabe die persönliche Wahl, ein Sklave Gottes zu werden, statt ein Sklave von Menschen zu bleiben. Das ist im Einklang mit dem Rat des Apostels Paulus: „Ihr seid um einen Preis erkauft worden; werdet nicht mehr Sklaven der Menschen“ (1. Korinther 7:23).

  • Christof
    Dezember 1, 2010

    In unserer Stadt wird viel Straßendienst gemacht. Bekannte und Arbeitskollegen haben mich schon drauf angesprochen, mal bewußt in die Gesichter dieser Leute zu schauen.. Verbittert, ferngesteuert, lustlos.. Ein geistiges Paradies sieht anders aus. Fragt mal gute Freunde in der VS, Thema Kongresse, „die Mühen, der Aufwand, 3 ganze Tage..“ Wir gern wird der eine oder andere Tag geschwänzt.. mit schlechten Gewissen, weil man ja hingehen muss. Vorbereitung für die VS.. was soll man alles noch machen – aber es wird halt erwartet.. Das Unverständnis, eine VS verlangt mind. 10 Std Predigtdients um „weiterzukommen, andere weniger.. Wenn Brüder am Monatsende sagen, ich muss heute unbedingt noch „gehen“, sonst wird es wieder eine Null.. Ist das paradisisch ? Nur, wenn das einem so eingehämmert wird, dann ist das schon ein Paradies…

  • Mäusle
    Dezember 1, 2010

    Hallo Matthäus,

    schön dass Du meine Gedanken verstanden hast.

    Mutig ist derjenige, vor allem auch ist er zu bewundern,
    der mit anderen seine Zweifel an den biblischen Auslegungen
    der WTG teilt, evtl. auch mit den Konzequenzen, dass er innerhalb der Versamlung Sanktionen, bis hin zum GE erhält.

    Ich habe das Glück, dass ich (noch) offen über meine Überlegungen und über mein Verständnis gewisser Bibeltexte reden kann, bei denen ich der Meinung bin, dass sie von der WTG falsch ausgelegt werden.

    Ein Mitältester sagte einmal wörtlich:“ gell, wir werden ganz schön angelogen….“.

    ABER NUN ZU DEINEM BRIEF von G. LÖSCH (hier noch ein Danke für Deine Mühe).

    In dem Brief heißt es:

    „…..Ausgeschlossene, die nicht in Sünde verharren, jedes Jahr aufzusuchen, mit dem Ziel den Weg der Wiederaufnahme zu ebnen und jemand in dieser Richtung zu ermuntern“.

    Da bleiben mir echt fast die Worte weg!!!!!!

    Solch eine Person behauptet von sich, dass er als Mitglied der LK die Interessen Jehovas hier auf der Erde Vertritt??!!

    Ist es nicht viel mehr so, dass er Jehova und seinem Wort flucht?

    Jesus ist mit Sündern GANZ ANDERS verfahren.

    In Matt. 9:13 steht:

    Geht also hin und lernt, was dies bedeutet: ‚Ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer.‘ Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder.“

    NICHT EINMAL SAGTE JESUS, ER WÜRDE NUR MIT DENJENIGEN REDEN, WELCHE IHRE SÜNDEN AUFGEGEBEN HABEN.

    In Markus 2:17 geht er noch weiter und sagt, dass die Gerechten keinen Arzt benötigen, wohl aber DER SÜNDER.

    In Lukas 5:32 sagt dann Jesus noch, er sei nicht gekommen um Gerechte zu rufen sondern DIE SÜNDER.

    Jesus zeigt also unmissverständlich, dass es wichtig ist, sich um die Belange von „AKTIVEN SÜNDERN“ zu kümmern, nicht erst dann, wenn sie keine Sünde mehr begehen, denn dann wäre der Sünder ja gerecht und bräuchte gar keine Hilfe mehr.

    Wenn jemand zu mir kommt und um ein Brot bittet weil er fast am verhungern ist, wie logisch wäre es dann von mir zu sagen:

    „…..also Du bekommst von mir schon ein Brot, aber vorher musst Du Dich schon satt gegessen haben….“

    Und genau so reagiert Herr Lösch (es fällt mir schwer, solch eine unbarmherzige Person als meinen Bruder zu bezeichnen).

    Jesus hat es doch nicht kompliziert gemacht.

    Seine Wege sind so einfach.

    Auch der Prophet Micha bringt es auf den Punkt in Micha 6:8
    wo es heißt:

    „Und was fordert Jehova von dir zurück, als Recht zu üben und Güte zu lieben und bescheiden zu wandeln mit deinem Gott?“

    Von all dem ist in der Reaktion des LK-Vertreters Lösch nichts zu merken.

    NUR KÄLTE UND HÄRTE LÄSST SICH AUS DEM BRIEF AN DIE HILFESUCHENDE SCHWESTER HERAUSLESEN.

    Wie enttäuscht muss unser Herr Jesus sein, all dies mit ansehen zu müssen.

    LG

    Mäusle

  • Peter
    Dezember 1, 2010

    Danke Mäusle
    für deinen treffenden Kommentar zu dem Schreiben unseres „lieben Bruders Lösch“
    Gefühllose Funktionäre, die Lichtjahre von der Liebe, wie sie uns durch Christus vorgelebt wurde entfernt sind. Solche Menschen wollen einmal als Könige mit Christus herrschen?

    Kein Trost aus der Bibel, nur Hinweise auf einige WT Artikel. Was soll er auch sonst machen, er kann scheinbar auch nur die WT- Gedanken denken, und nicht die von Gott und Jesus Christus

    Viele liebe Grüße an alle
    Peter

  • Michael
    Dezember 1, 2010

    Hallo Ihr Lieben, seit Tagen verfolge ich die Kommentare zu dem Artikel über das geistige Paradies. Alle Gedanken sind treffend und entsprechen auch meinen Erfahrungen, ich selbst habe auch einmal nach Selters geschrieben und hab mir fast die Hände erfroren so kalt war die Antwort.Auch hier keine biblische Ermunterungen nur Hinweise auf die Literatur des Skl.
    Aber Brüder verzagt nicht, wenn die sogenannten menschlichen Hirten versagen, der große Hirte Jesus wird sich auf den Weg machen und allen verlorenen Schafen ( Sündern )entgegen gehen,und nachdem er sie gefunden hat wird es sie auf seine sinnbildliche Schulter nehmen, also besonders gut behandeln,und sie in seine Hürde zurückbringen.Der Tag wird kommen!
    Meinem Vater, der leider schon in Jehovas Gedächtnisgrüften weilt, sagte einmal ein Bruder über die sog. Hirten in Brooklyn, mancher wird Jehova auf den Knien um Vergebung bitten müssen, aufgrund der Lasten die dem „Volk“ aufgebürdet wurden.
    Mein besondere Dank gilt unserem Bruder@Mäusle über seine Gedanken, wie Jesus über Sünder denkt und sie behandelt.
    Jehova sei mit Euch allen.
    Michael

  • Matthäus
    Dezember 1, 2010

    Auch ich möchte mich diesem Lob anschließen – es macht mich glücklich mit Menschen verbunden zu sein die es verstanden haben was im Christsein wirklich zählt.

    Durch diese Homepage wird viel Gutes bewirkt, ich bin überzeugt daß auch bei „höherer Stelle“ (ihr ALLE seid Brüder !!!) bei verantwortlichen Brüdern so mancher – sofern er ehrlich und aufrichtig und seiner Verantwortung Gott gegenüber ist – ins grübeln und zum nachdenken kommen wird.

    Es wird doch von euch erwartet Jehova dem großen Hirten nachzueifern – und tut ihr das wenn ich mir Nehemia Kap. 9 anschaue – im besonderen Vers 30,31 ?

    Neh.9: “ 6 Du bist Jehova, [du] allein; du selbst hast die Himmel gemacht, [ja] die Himmel der Himmel, und all ihr Heer, die Erde und alles, was darauf ist, die Meere und alles, was darin ist; und du erhältst sie alle am Leben; und das Heer der Himmel beugt sich vor dir nieder.

    16 Und sie selbst, nämlich unsere Vorväter, handelten vermessen und verhärteten dann ihren Nacken, und sie hörten nicht auf deine Gebote.

    17 So weigerten sie sich zu hören, und sie gedachten nicht deiner Wundertaten, die du an ihnen vollbrachtest, sondern sie verhärteten ihren Nacken und bestimmten sich ein Haupt, um zu ihrer Knechtschaft in Ägypten zurückzukehren. Du aber bist ein Gott der Vergebungen, gnädig und barmherzig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte, und du hast sie nicht verlassen.

    26 Indes wurden sie ungehorsam und rebellierten gegen dich und warfen dein Gesetz ständig hinter ihren Rücken, und deine eigenen Propheten, die gegen sie Zeugnis ablegten, um sie zu dir zurückzuführen, töteten sie; und sie begingen weiterhin große Respektlosigkeiten.

    29 Obwohl du immer wieder gegen sie zeugtest, um sie zu deinem Gesetz zurückzuführen, handelten sie selbst sogar vermessen und hörten nicht auf deine Gebote; und gegen deine eigenen richterlichen Entscheidungen sündigten sie, durch die ein Mensch, wenn er [sie] tun wird, auch leben soll. Und sie zeigten fortgesetzt eine störrische Schulter, und ihren Nacken verhärteten sie, und sie hörten nicht.

    30 Du aber warst nachsichtig mit ihnen viele Jahre lang und zeugtest weiterhin gegen sie durch deinen Geist, durch deine Propheten, und sie hörten nicht hin. Schließlich hast du sie in die Hand der Völker der Länder gegeben. 31 Und in deiner überströmenden Barmherzigkeit hast du sie nicht ausgerottet und hast sie nicht verlassen; denn ein gnädiger und barmherziger Gott bist du.“

    Wenn Älteste auf dieser Grundlage handeln dann werden sie geschätzt, geliebt, geachtet und letztlich respektiert!

  • Alois
    Dezember 1, 2010

    Hallo liebe Brüder

    Man muss gar nicht die einzelnen Fälle kennen welche so landauf landab passieren, denn in den Propheten steht was in der Zeit des Endes passiert.
    Zum Beispiel Hesekiel Kapitel 8.
    Auszugsweise der Vers 12.

    Und er sprach zu mir: Hast du gesehen, Menschensohn, was die Ältesten des Hauses Israel im Finstern tun, ein jeder in seinen Bilderkammern? Denn sie sagen: Jehova sieht uns nicht, Jehova hat das Land verlassen!

    Wenn unsere LK gar nicht mehr glaubt dass wir jetzt in den letzten Tagen leben, vielleicht sogar dass es Jehova gar nicht gibt, was kann man dann von ihnen und einem H.LÖSCH erwarten? Nichts außer ein Menschenwerk, was dann aber in Wirklichkeit ein Teufelswerk ist.
    Aber wenn ihr das seht, so hebt Eure Häupter empor, denn Eure Befreiung naht! Harret aus!

    Jesus ist sicher traurig über die vielen schlechten Dinge weil er weiß dass seine treuen Schafe sehr darunter leiden, aber er wusste dass es so kommt. Deswegen hat er jetzt begonnen die Speise auszuteilen damit wir nicht verhungern. Jesus ist in Wirklichkeit der treue und verständige Sklave der von seinem Vater über die Ganze gesetzt wurde.

    Weil der bisherige Sklave seinen Job sehr schlecht gemacht hat.

  • Bob
    Dezember 1, 2010

    Lieber Alois,

    wer ist der treue und verständige Sklave?,

    ich kann Deinen Kommentaren gut zustimmen, dass wir uns vor der „Organisation“ schützen müssen,
    da sie sich mit ihrem Funktionärstum, ihren Anmaßungen, ihrer mangelnden Selbstkritik zwischen die Brüder und Jesus Christus stellt, sozusagen einen breiten Weg öffnet,
    der uns Institutionen dienen lässt und uns sogar vom unvermittelten Glauben wegführen kann. Das das neue
    Schriftgelehrtentum viel Leid, psychische Nöte, depressive Stimmungen und zerrissene Familien hervorgebracht hat,
    ist durch die vielen aufrichtigen Kommentare hier bei bruder.info hinreichend belegt. Du kennst ja meine Sicht zum
    Mythos Organisation, die psychischen Mechanismen, die da wirken und auf die wir selbstverantwortlich reagieren müssen.
    Die doch umfassende Kritik an unserer Organisation muss aus biblischer Sicht jedoch genau da ansetzen, wo sie ihre religiös legitimierte
    Autorität her bezieht: das Herstellen eines interpretativen Zusammenhangs zwischen der leitenden Körperschaft im urchristlichen Jerusalem und dem treuen und
    verständigen Knecht, von dem Jesus in Matthäus 24:42-51 spricht. Über die wirkliche Rolle, Bedeutung und Wirkung des Apostelkonzils (Der Begriff Körperschaft ist sowieso ein bisschen seltsam) in Jerusalem des 1. Jhd. zu reflektieren ist ein Thema für sich. Da ist es ganz spannend, sich das Urchristentum einmal unter sozial- und entstehungsgeschichtlichen Aspekten anzuschauen. Die Verbindung Körperschaft – treuer Sklave ist sowieso abenteuerlich, ist aber letztlich die Quelle von Legitimität von Autorität und die Nährquelle für den Machtanspruch. Darauf baut sich das ganze autoritäre, unterkühlte Handeln selbst hochgestellter Brüder mit biblischer Interpretationsbefugnis auf. Man glaubt etwas zu sein, was man über all die Jahre hinweg eben so interpretiert hat: Gottes Organisation = Gottes Volk = einziger Weg, um die Gunst Gottes zu erlangen.

    Die wirklich zentrale Frage ist aber: Wer ist nun der treue und verständige Sklave? Es wäre sehr wünschenswert, wenn zu dieser Frage mehr mögliche Antworten gefunden werden könnten.

    In Deinen Kommentaren, Alois, finde ich die Aussage, dass Du den treuen und verständigen Sklaven mit Jesus Christus gleichsetzt. Das würde dann
    bedeuten, dass JHWH der Herr ist und Jesus, seinen Sohn, hat er über seine ganze Habe, die familiengeleiche Gemeinde Christi gesetzt. Der Gedanke ist schön und stimmt tröstlich, und Du hast Ihn ja an anderer Stelle auch belegen wolle. Aus meinem biblischen Studium kann ich dem nur bedingt zustimmen, denn für mich ist Jesus Christus, der Herr, welcher die Habe jemanden übergibt. Nur wem??

    Wie kann ein Sklave seine Speise austeilen?
    Wenn ich mir 1. Korinther 12:12-13 anschaue wird davon gesprochen, „denn so wie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich viele, ein Leib sind: so auch der Christus. Denn auch in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen…“ (Elberfelder Übers.). Somit besteht die Gemeinde Christi aus vielen Gliedern die zusammenwirken (1. Kor. 12:14-27), eben eine Familie. Durch aufrichtige und wohlwollende Zusammenarbeit wird jedes einzelne Familiemitglied im Glauben gestärkt. Ich kann mir vorstellen, dass das was Jesus in Matthäus 24:45 über den treuen und verständigen Sklaven sagt in Bezug zur „ganzen Gemeinde Christi „an sich gesetzt werden muß, ebenso wie das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen (das wird schon in Matth. Kap. 25,1deutlich,jedenfalls bis Vers 30)
    Im Gleichnis vom treuen Knecht greift Jesus die Verantwortung und Aufgabe eines Verwalters in der damaligen Zeit auf. Das waren, so glaube ich, die Stellung von jedem Jünger Jesu im 1. Jahrhundert. Immer wieder spricht Jesus von Bereitschaft und Wachsamkeit, auch am Schluss des Jungfrauengleichnisses. Diese Ermahnung gilt für „alle Gläubigen“. Wir alle sollen wachen, warten und bereit sein, um vom Kommen Jesu nicht überrascht zu sein (2. Petrus 3:11). Somit könnten die treuen und klugen Knechte die Gesamtheit aller wachenden Knechte oder Jungfrauen betrachtet werden. Aber nicht nur wachend, sondern auch die innere Bereitschaft haben. Jesus spielt im Gleichnis vom treuen Knecht ja auf eine Zeit seiner Abwesenheit an. Wenn man das Gleichnis auf alle Menschen anwendet, die irgendwie auf dem Boden des christlichen Bekenntnisses stehen, dann könnten die guten Knechte eben die sein, deren Verhältnis zu Jesus und JHWH echt und innerlich ist. Das zeigt sich dann in echter Sorge, in echter Anteilnahme zu den Mitbrüdern in der Gemeinde Christi. Wirklich ein guter liebevoller Diener im Haus Christi zu sein, heißt nicht Mitglied irgendeiner leitenden Körperschaft zu sein, sondern die Kraft stets aus einer einzigen Quelle zu beziehen, aus der persönlichen Liebe zu Gott. Dann ist Definitionsmacht und autoritäres Gehabe egal, dann geht es um die echte Sorge, um ein echtes Aufrichten der Schwachen (nicht Schwache gemessen an einem Leistungsprinzip, sondern Schwache, wie wir alle sind, was menschlich ist, Niedergeschlagenheit, Alltag etc.). Nur persönliche Treue, eine stete unvermittelte verborgene Gemeinschaft mit dem Herrn, das eigene und gemeinsam mit lieben Brüdern getätigte Schöpfen aus dem Reichtum des Wortes Gottes, Klugkeit und ausgeglichene Selbstreflexion, Bitten und Gebete, alles zeigt sich dann in echten Taten, echter Mitverbundenheit, auch in Zeiten persönlicher Fehltritte und Distanzgefühlen. Der böse Knecht schlägt dagegen die Brüder, maßt sich Machtvollkommenheit an und zeigt damit seinen wahren Charakter. Der böse Knecht ist oberflächlich und nimmt seine tatsächliche Verantwortung, seinen Mitbrüdern beizustehen, nicht ernst. Böse Knechte pflegen keine tiefe Verbundenheit zu dem Willen des Herrn, böse Knechte legen viel Wert auf das Aussen, und vernachlässigen den wohltuenden mitfühlenden Dienst an den Schafen Christi, das Formale steht über allem, der Dienst an meinem Mitbruder, an Jesu familiengleicher Gemeinde steht nicht im Mittelpunkt. Insofern kann ich Dir zustimmen Alois, wenn Du den Nachweis führst, dass Jesus der treue Sklave ist, wenn ich mit Jesus auch die familiengleiche Gemeinde aus 1. Kor. 12 mitbedenke. Nur wie kann ich in dieser Auslegung den bösen Knecht einordnen. Wenn alle aufrichtigen wahrheitssuchenden Menschen, die Jesus lieben und sich um seine Gemeinde sorgen, die treuen Knechte aus Matthäus 24 sind, dann brauchen wir keine Organisation, keine Körperschaft, …ganz im Gegenteil, die Organisation könnte dann, berücksichtigt man die Erfahrungen der geschlagenen Brüder, auch als böser Knecht interpretiert werden. Aber auch alle sogenannte Christen, die wirklich nicht aufrichtig dem Herrn dienen (darüber zu Urteilen ist Sache Gottes) könnten dann ebenso zu den bösen Knechten gezählt werden. Du hast ja in Deinen Kommentaren viele biblische Beispiele gebracht, wo wir über die Eigenschaften falscher Propheten aufgeklärt werden. Der böse Knecht kann somit überall sitzen. Die guten Knechte sorgen sich um die Habe, um die Gemeinde, um die Brüder Christi. Es wäre schön, wenn man darüber noch mehr erfahren könnte. Bruderinfo ist das Thema ja schon von verschiedener Seite in Aufsätzen eingegangen. Wenn doch aber der böse Knecht ganz in der Nähe von uns sitzt, und unser Glaubensleben nachhaltig beeinflusst, sollten wir um so mehr um unsere Brüder besorgt sein. Echte Sorge, echte Begegnungen, echte Liebe, und auch mal niedergeschlagen sein dürfen, ohne gleich in eine Schublade geschoben zu werden. Ich freue mich mit Euch meine Brüder, dass es endlich mal wieder Gelegenheit für echte Begegnungen gibt. Es gibt viele treue Knechte im Verborgenen.

    Herzliche Grüsse

    Bob

  • Peter
    Dezember 1, 2010

    Liebe Brüder hier im Forum!
    Die Frage, wer mag wohl der „treue und verständige Sklave“ sein, scheint bei vielen unserer Brüder eine große Bedeutung haben.
    Doch bei allen unseren Bemühungen diese Frage zu klären sollten wir nicht den gleichen Fehler machen wie unserer leitende Körperschaft, die das Gleichnis Jesu in eine Art prophetische Aussage umfunktioniert.
    Die Anwendung von Math. 24:45 auf die Daseinsberechtigung eines „treuen und verständigen Sklaven“ ist eine bewusste Verfälschung der Gleichnisse Jesu, denn uns allen dürfte klar sein, dass Jesus hier nicht sozusagen prophetisch von einer Klasse spricht, die anderen die „göttlichen Wahrheiten“ vermittelt. Vielmehr benutzt er hier ein Gleichnis, das jeden einzelnen von uns, ja jeden der sich als Nachfolger Christi bekennt, ansprechen soll. Aus dem Kontext ist klar zuerkennen das Jesus seine Eingangsfrage: „Wer ist in Wirklichkeit der treue Verwalter?“ nicht stellt, um eine Gruppe oder Klasse zu definieren, sondern um eine ethische Frage einzubringen, bei der es um das Verhalten eines jeden Nachfolgers Christi geht. Deshalb müssen wir hier auch nicht versuchen zu erklären, wer nun wirklich der „treue und verständige Sklave“ ist, den Gott über seine Habe setzt.
    Jesus spricht immer in Gleichnissen, um eine bestimmte Situation oder Handlungsweise in einer bestimmten Zeit in Verbindung mit dem Königreich oder sich selbst als König dieses Königreiches, zu veranschaulichen.
    So auch hier in diesem Gleichnis von dem „treuen Verwalter“, wie es in anderen Übersetzungen steht. „Wie verhält sich denn ein kluger und zuverlässiger Verwalter?“, fragte Jesus die Jünger. „Sein Herr hat ihm die Verantwortung für alle Mitarbeiter übertragen; er soll sie zu jeder Zeit mit allem Nötigen versorgen. Dieser Verwalter darf sich glücklich nennen, wenn sein Herr ihn bei der Rückkehr gewissenhaft bei der Arbeit findet. Das sage ich euch: Einem so zuverlässigen Mann wird er die Verantwortung für seinen ganzen Besitz übertragen. Math. 24:45 H.f.a.
    Dieses Gleichnis bringt Jesus gleich im Anschluss seiner Beantwortung der Frage über Zeichen seine Wiederkunft. Immer wieder betont Jesus Christus die Wichtigkeit für seine Nachfolger wach zu bleiben, den Zeit und Stunde sind unbekannt. In seinem Gleichnis vom klugen Knecht oder Verwalter möchte Jesus seinen Jüngern und Nachfolgern zeigen, das eine geraume Zeitspanne vergehen würde bis er als der Herr zurückkommt. „Deshalb seid jederzeit bereit! Denn ihr wisst nicht, wann euer Herr (Jesus) kommen wird.“ Math. 24 :44
    Was wollte Jesus uns also konkret in diesem Gleichnis vermitteln? Jeder von uns sollte in dieser Zeit der Erwartung und des Hoffens wach bleiben und sich auf seine Aufgabe als Nachfolger Christi konzentrieren und ihr gewissenhaft nachkommen, wie ein treuer Verwalter, der die Habe seines Herrn hegt und pflegt und für die Hausknechte seines Herrn sorgt. Da dieses Gleichnis, wie gesagt für alle Nachfolger nur ein Hinweis ist, wie wir uns verhalten sollten; nämlich so als würde der Herr jeder Zeit kommen und wir darauf vorbereitet sein sollten, so wie es ja auch durch das Gleichnis mit den 10 Jungfrauen im Anschluss des Gleichnisses veranschaulicht wird, ist es nicht nötig zu Fragen wer wohl dieser treue Sklave in unserer Zeit ist, und über welche Habe er wohl gesetzt wird. Sowohl der Sklave als auch die Habe in diesem Gleichnis sind nur eine Fiktion, und nicht konkret.
    Der Paralleltext zu Math. 24:45 ist Luk. 12:42. In der Zink-Übersetzung lauten Jesu Worte sehr einleuchtend: „Wer von euch ist denn nun wie der zuverlässige, kluge Verwalter, den der Herr über seine Dienerschaft setzt und der verantwortlich ist, dass jedes zur rechten Zeit erhält, was er zum Leben braucht?“ Luk. 12:42
    Jesus fragt demnach seine Nachfolger, wer von ihnen sich wie solch ein treuer Sklave verhält. Die Antwort hänge von den Taten eines jeden einzelnen ab und nicht von der Zugehörigkeit zu einer Klasse oder Gruppe von Menschen. Jesus spricht hier in erster Linie den einzelnen Christen an und fragt ihn, wie er persönlich handelt und als was für ein Mensch er sich erweist.
    Diese Ansicht vertrat man zu mindestens im Ansatz auch in der Vergangenheit in unserem Buch. „ Gottes tausendjähriges Königreich hat sich genaht,…“ von 1973 auf Seite 337 Abs 14:
    Zitat: Der Herr Jesus Christus hatte (in Matth 24 : 45) davon gesprochen, daß seine Jünger wachsam und stets bereit sein müßten. Nun stellt er die Frage die jeden seiner Jünger und Nachfolger veranlasste , sich zu prüfen, um festzustellen, (ob er sich als solch ein treuer Diener erweist). Jeder Nachfolger Christi konnte also selbst entscheiden , was für ein Sklave er sein wollte, als er die Frage hörte: „ Wer also ist der treue und verständige Sklave….? Zitat Ende
    Auch die Apostel Paulus und Petrus weisen in ihren Briefen wiederholt darauf hin, dass jeder Nachfolger Christi sich als ein treuer Verwalter vor Gott erweisen sollte und auch erweisen kann.
    „Denn der Aufseher muss untadelig sein als Gottes Verwalter, nicht eigenmächtig, nicht zornmütig, nicht dem Wein ergeben, nicht ein Schläger, nicht schändlichem Gewinn nachgehend“, lautet Titus 1, 7 NW. Hier ist also jeder einzelne Älteste angesprochen.
    In diesem Zusammenhang tut sich eine weitere wichtige Frage auf. Wenn der „Sklave“ aus Matth. 24:45 als eine Gruppe zu sehen wäre, wie es von der Leitenden Körperschaft gelehrt wird, dann müsste auch der „untreue Sklave“, von dem Jesus weiter im Vers 48 – 51 spricht, eine Klasse oder Gruppe von Menschen sein. Doch seltsamerweise wird diese Charakterisierung in unseren Reihen nur auf einzelne Personen angewendet.
    In dem Zusammenhang muss zunächst überhaupt geklärt werden, ob Jesus Christus in den Versen 45 – 51 tatsächlich von einem anderen Sklaven spricht. In den aktuellen Ausgaben des „Wachtturms“ ist einerseits vom „treuen und verständigen Sklave“ die Rede, andererseits vom „übelgesinnten Sklaven“. Dadurch wird der Eindruck erweckt, dass Jesus hier von zwei verschiedenen Sklaven spricht, von einem, der niemals untreu werden kann, und einem, der dem „treuen Sklaven“ übel gesonnen ist. Nach der Auslegung des Wachtturms sind Menschen, die die Lehre des „treuen Sklaven“ in Frage stellen, mit dem „übelgesinnten Sklaven“ gleichzustellen („Wachturm“, 15. Juli 1999, S 17, Abs. 7).
    Wir fragen die Leitende Körperschaft: Auf welcher Grundlage nehmt Ihr eine derartige Unterscheidung vor, wenn im Vers 48 das Pronomen „jener“ eine solche Differenzierung geradezu verbietet? Der Sinn des Gleichnisses Jesu, um das es sich in Matth. 24, 45 – 51, zweifellos handelt, wird nur verständlich, wenn man anerkennt, dass Jesus hier von einem Sklaven spricht, der verständig, aber auch unvernünftig handeln kann.
    Ein korrektes Übersetzen muss also lauten: Seid wie der treue und kluge Diener, der Herr wird ihn über seine ganze Habe setzen. Wenn er („jener“) aber unzuverlässig ist, dann wird ihn die ganze strenge Gottes treffen.
    Es ist uns bewusst, dass wir hier den meisten Gliedern der Leitenden Körperschaft nichts Neues mitteilen. Umso verwerflicher ist es, dass so energisch an der irreführenden Auslegung von Mt. 24, 45 – 51 festgehalten wird. Ja, es stellt sich heraus, dass in letzter Zeit die ganze Belehrung des „Wachtturms“ direkt und indirekt darauf abzielt, die Position des „treuen und verständigen Sklaven“ zu festigen. Wenn man die Studienausgabe des „Wachtturms“ vom 15. Febr. 2009 betrachtet, springt einem dieser verzweifelte Versuch direkt ins Auge: Jehova vertraue der Sklaven-Klasse und ebenso tue das Jesus Christus – eine wirklich anmaßende Behauptung, die mit einem fatalen Zirkelschluss bewiesen werden soll, d. h., das zu Beweisende (!) wird selbst zur Beweisgrundlage erhoben.
    Deshalb liebe Brüder hier bei „Buderinfo“, suchen wir nicht nach einer Erklärung wer der „treue und verständige Sklave“ wohl sein könnte, sondern handeln selbst so wie es von einem treuen Verwalter erwartet wird. Dazu wollte Jesus uns in diesem Gleichnis ermuntern.

  • Alois
    Dezember 1, 2010

    Lieber Bob

    Danke für Deine wirklich guten Kommentare, Du hast den Geist unseres Vaters.
    Die allerwichtigste Erkenntnis ist, dass die Organisation bzw. der innere Zirkel, der sogenannte „Sklave“ nicht der in Matth. 24 Vers 45-47 genannte treue und verständige Sklave ist. Erst wenn man das erkannt hat kommt man weiter in der Freiheit des Christseins.
    Die Bibel ist sehr unklar wenn man nach den Begriffen: Wer ist der Herr oder wer ist der Sklave sucht. Aber was ist die Habe, damit kann man weiterkommen. Denn schließt die Habe nur irdische Dinge ein, dann könnten Menschen mit dem Sklaven gemeint sein, schließt die Habe jedoch auch himmlische Dinge mit ein, so kommen Menschen als Sklave nicht mehr in Frage.
    Die Habe Jehovas umfasst alles, außer Jehova selbst.
    Die Habe Jesu, also was dem Jesu wirklich gehört, das schließt nichts ein, denn alles gehört Jehova. Wenn aber Jesus schon keinen eigenen Besitz hat, so kann Jesus auch keinen eigenen Besitz einem Menschen übergeben.

    In Hebr. 2 ab Vers 5 steht: (Neue Welt Übersetzung)

    5 Denn nicht Engeln hat er die künftige bewohnte Erde unterworfen, von der wir reden. 6 Aber ein gewisser Zeuge hat irgendwo bezeugt, indem er sagt: „Was ist [der] Mensch, daß du seiner gedenkst, oder [der] Menschensohn, daß du für ihn sorgst? 7 Du hast ihn ein wenig unter Engel erniedrigt; mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt und ihn über die Werke deiner Hände gesetzt. 8 Alle Dinge hast du seinen Füßen unterworfen.“ Denn indem [Gott] ihm alle Dinge unterworfen hat, hat er nichts ausgelassen, was ihm nicht unterworfen ist. Jetzt aber sehen wir ihm noch nicht alle Dinge unterworfen; 9 doch sehen wir Jesus, der ein wenig unter [die] Engel erniedrigt worden war, wegen des Erleidens des Todes mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, damit er durch Gottes unverdiente Güte für jedermann den Tod schmecke.

    In Vers 8 kommt klar zum Ausdruck dass Gott Jesus alles unterworfen hat. Jesus alles unterwerfen ist dasselbe wie ihn über die Habe zu setzen.

    Im Vers 7 steht dass Gott Jesus, als er auf der Erde war, ein wenig unter die Engel erniedrigt hat, aber dann Jesus über die Werke der Hände Gottes gesetzt hat. Die Werke der Hände Gottes ist die Habe Gottes. Denn Gott gehört alles.

    In der Elberfelder steht in Vers 7:
    Du hast ihn ein wenig unter die Engel erniedrigt; mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt [und ihn gesetzt über die Werke deiner Hände];

    In Matthäus steht: Er wird ihn über seine ganze Habe setzen.
    In Hebräer steht: ihn gesetzt über die Werke deiner Hände.

    Das ist doch dasselbe, oder nicht?
    In Hebräer ist klar ersichtlich dass Jehova Jesus über die Werke der Hände Jehovas setzt.
    Und die Werke der Hände Jehovas ist natürlich die Habe Jehovas.

    1. Kor. 15 ab Vers 24 steht:
    24 Dann das Ende, wenn er das Reich dem Gott und Vater übergibt, wenn er weggetan haben wird alle Herrschaft und alle Gewalt und Macht.
    25 Denn er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat.
    26 Der letzte Feind, der weggetan wird, ist der Tod. {Eig. Als letzter Feind wird der Tod weggetan.}
    27 „Denn alles hat er seinen Füßen unterworfen.“ Wenn er aber sagt, dass alles unterworfen sei, so ist es offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat.
    28 Wenn ihm aber alles unterworfen sein wird, dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, auf dass Gott alles in allem {O. allen} sei.)
    In Vers 27 steht doch eindeutig dass er (Jehova) alles ihm (Jesus) unterworfen hat, ausgenommen der (Jehova), der ihm (Jesus) alles unterworfen hat. Das ist doch dasselbe wie ihn (Jesus) über seine ganze Habe zu setzen.

    Wenn man den Matthäus Vers von der Seite der Speise her betrachtet komme ich auf das selbe Ergebnis:

    In Johannes 6 Vers 27 steht:
    Wirket nicht für die Speise, die vergeht, sondern für die Speise, die da bleibt ins ewige Leben, welche der Sohn des Menschen euch geben wird; denn diesen hat der Vater, Gott, versiegelt.

    Da steht doch eindeutig, dass Jesus Speise für das ewige Leben geben wird. Die Speise die vergeht kommt von der Organisation.

    Es gibt noch sehr sehr viel prophetische Aussagen welche auf Jesus als den guten Knecht hinweisen, aber das kann man schwer in einem Kommentar unterbringen. Ein Beispiel in dem nur Jesus gemeint sein kann:

    Jesaja 42
    1. Siehe, mein Knecht, den ich stütze, mein Auserwählter, an welchem meine Seele Wohlgefallen hat: Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er wird den Nationen das Recht kundtun.
    2. Er wird nicht schreien und nicht rufen, noch seine Stimme hören lassen auf der Straße.
    3. Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen; er wird der Wahrheit gemäß das Recht kundtun.
    4. Er wird nicht ermatten noch niedersinken, bis er das Recht auf Erden gegründet hat; und die Inseln werden auf seine Lehre harren. –
    5. So spricht Gott, Jehova, der die Himmel schuf und sie ausspannte, der die Erde ausbreitete mit ihren Gewächsen, dem Volke auf ihr den Odem gab, und den Lebenshauch denen, die darauf wandeln:
    6. Ich, Jehova, ich habe dich gerufen in Gerechtigkeit und ergriff dich bei der Hand; und ich werde dich behüten und dich setzen zum Bunde des Volkes, zum Licht der Nationen:
    7. um blinde Augen aufzutun, um Gefangene aus dem Kerker herauszuführen, und aus dem Gefängnis, die in der Finsternis sitzen. –
    8. Ich bin Jehova, das ist mein Name; und meine Ehre gebe ich keinem anderen, noch meinen Ruhm den geschnitzten Bildern.

    Oder Jesaja 53 womit nur Jesus gemeint sein kann,
    besonders Vers 11
    1. Wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und wem ist der Arm Jehovas offenbar geworden? –
    2. Und er ist wie ein Reis vor ihm aufgeschossen, und wie ein Wurzelsproß aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; und als wir ihn sahen, da hatte er kein Ansehen, daß wir seiner begehrt hätten.
    3. Er war verachtet und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, und wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt; er war verachtet, und wir haben ihn für nichts geachtet.
    4. Fürwahr, er hat unsere Leiden getragen, und unsere Schmerzen hat er auf sich geladen. Und wir, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt;
    5. doch um unserer Übertretungen willen war er verwundet, um unserer Missetaten willen zerschlagen. Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden.
    6. Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns ein jeder auf seinen Weg; und Jehova hat ihn treffen lassen unser aller Ungerechtigkeit. –
    7. Er wurde mißhandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, gleich dem Lamme, welches zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf. –
    8. Er ist hinweggenommen worden aus der Angst und aus dem Gericht. Und wer wird sein Geschlecht aussprechen? Denn er wurde abgeschnitten aus dem Lande der Lebendigen: Wegen der Übertretung meines Volkes hat ihn Strafe getroffen.
    9. Und man hat sein Grab bei Gesetzlosen bestimmt; aber bei einem Reichen ist er gewesen in seinem Tode, weil er kein Unrecht begangen hat und kein Trug in seinem Munde gewesen ist.
    10. Doch Jehova gefiel es, ihn zu zerschlagen, er hat ihn leiden lassen. Wenn seine Seele das Schuldopfer gestellt haben wird, so wird er Samen sehen, er wird seine Tage verlängern; und das Wohlgefallen Jehovas wird in seiner Hand gedeihen.
    11. Von der Mühsal seiner Seele wird er Frucht sehen und sich sättigen. Durch seine Erkenntnis wird mein GERECHTER KNECHT die Vielen zur Gerechtigkeit weisen, und ihre Missetaten wird er auf sich laden.
    12. Darum werde ich ihm die Großen zuteil geben, und mit Gewaltigen wird er die Beute teilen: dafür, daß er seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod und den Übertretern beigezählt worden ist; er aber hat die Sünde vieler getragen und für die Übertreter Fürbitte getan.

  • Bob
    Dezember 1, 2010

    Lieber Alois,

    vielen Dank für Deine guten ausführlichen Gedanken zu meiner Frage, sie haben mir gefallen und meine Einsicht vertieft. Es ist tröstlich zu wissen, dass Jesus selbst der Knecht ist, von dem er in seinem Gleichnis spricht.
    Wenn ich mir Johannes 6 genauer anschaue spricht viel dafür. Die Grundlage für eine wirkliche christliche Freiheit ist damit auch gut fundiert. Ich erhalte meine Speise von meinem Herrn Jesus und kann damit in einer gottzugewandten Art und Weise leben. Bezugnehmend auf meine Argumentation, kann ich ergänzend hinzufügen, dass alle, welche die Speise des Herrn Jesus erhalten und diese wirklich annehmen und schätzen, dann auch sehr anteilnehmend und liebevoll mit ihren Brüdern umgehen. Nur die Fürsorge unseres Herrn Jesu ist notwendig, damit wir eine echte familiengleiche Gemeinde Christi erfahren und fühlen können. Die von Dir angeführten Bibelstellen sprechen sehr für diese Sicht der Dinge. Was mir dennoch Schwierigkeiten bereitet, ist die Einordnung der Frage, wer in Wirklichkeit der „böse Knecht“ ist. In meiner Argumentation sind dass all jene, welche vorgeben Christen zu sein, aber ihre Mitbrüder schlagen oder mit der Habe rücksichtslos umgehen. Auf der Ebene Jesu als treuer Knecht ist diese Zuornung des bösen Knechts wohl nicht so passend. Wer könnte infolge Deiner biblischen Darlegungen, der „böse Knecht “ sein? Das Gleichnis beschäftigt mich sehr, weil wir all die Jahre unreflektiert angenommen haben, die leitende Körperschaft ist der treue Knecht bei gleichzeitiger dauerhaften Erwähnung, dass der Christus Herr der Versammlung ist. Gelebt hat das die Organisation nicht wirklich, Jesus war eher an zweiter Stelle. Somit hat man eine Argmentation mit zwei Teilen verfolgt, was eigentlich eines ist. Jesus ist treuer Knecht und Herr über die Habe. Dennoch bleibt die Frage: wer ist der böse Knecht? Lieber Alois, ich weiss, es gibt wichtigere Dinge, dennoch interessiert mich Deine Meinung zu dieser Sache. Zuviel Missbrauch wurde mit diesem Gleichnis getrieben, vielleicht berührt es mich deshalb so sehr.
    In brüderlicher Liebe
    Bob

  • Matthias
    Dezember 1, 2010

    Hallo Bob und Alois,
    In Matthäus 24 steht das Gleichnis vom „treuen und verständigen Sklaven“ im Zusammenhang mit der Frage der Jünger an Jesus nach seinem erneuten Kommen und dem Abschluss des Systems. Es ist das letzte einer Reihe von Gleichnissen die sich meiner Meinung nach alle auf das Kommen Jesu beziehen (z.B. Mat. 24:42,44). Von daher scheint es logisch, dass der „Herr“ in Mat. 24:45-51 sich ebenfalls auf Jesus bezieht. Auch hier besteht die Unsicherheit darin, dass die „Knechte“ nicht wissen, zu welcher Zeit Ihr Herr kommt.

    Interessant ist auch die Vergleichsstelle in Lukas 12:36-48. Hier ist das Gleichnis nicht im selben Zusammenhang wie in Matthäus (Frage der Jünger nach dem Kommen Jesu) erwähnt. Jesus sprach vor einer Volksmenge und vor seinen Jüngern (Luk. 12:1). Trotzdem beginnt Jesus das Gleichnis in Luk. 12:36 „ihr selbst, seid Menschen gleich, die auf Ihren Herrn warten,“ und Luk. 12:40 zeigt, dass es sich bei dem Herrn um Jesus handelt.

    In Luk. 12:41 fragt Petrus direkt, ob dieses Gleichnis nur an die Jünger gerichtet ist, oder auch an die Volksmenge, die zusammen mit den Jüngern zuhörte. Ich denke damit fragt er auch, ob mit dem „Sklaven“ nur die Jünger Jesu oder die gesamte Volksmenge gemeint ist. Jesus gibt eine indirekte Antwort. Ich denke er will sagen, dass nur diejenigen, die Jesus nicht vergessen, die bereit sind, seinen Anforderungen entsprechen. In Vers 47 und 48 macht Jesus noch einen Unterschied zwischen den Menschen, die verstehen, was er möchte und denjenigen, die es nicht verstehen.

    Alles in allem würde ich es so verstehen, das der „treue Verwalter“ oder „treue und verständige Sklave“ derjenige Nachfolger Jesus ist, der seinen Willen im Großen und Ganzen versteht und entsprechend verantwortlich handelt.
    Liebe Grüße, Matthias

  • Alois
    Dezember 1, 2010

    Noch eine treffende Bibelstelle für solche Organisationsfürsten aus Hesekiel 22 ab Vers:

    25. Verschwörung seiner Propheten ist in ihm; gleich einem brüllenden Löwen, der Beute zerreißt, fressen sie Seelen, nehmen Reichtum und Kostbarkeiten, mehren seine Witwen in seiner Mitte.
    26. Seine Priester tun meinem Gesetze Gewalt an und entweihen meine heiligen Dinge; zwischen Heiligem und Unheiligem unterscheiden sie nicht, und den Unterschied zwischen Unreinem und Reinem tun sie nicht kund; und vor meinen Sabbathen verhüllen sie ihre Augen, und ich werde in ihrer Mitte entheiligt.
    27. Seine Fürsten in ihm sind wie Wölfe, die Beute zerreißen, indem sie Blut vergießen, Seelen vertilgen, um unrechtmäßigen Gewinn zu erlangen.
    28. Und seine Propheten bestreichen ihnen alles mit Tünche, indem sie Eitles schauen und ihnen Lügen wahrsagen und sprechen: So spricht der Herr, Jehova! Und doch hat Jehova nicht geredet.
    29. Das Volk des Landes verübt Erpressung und begeht Raub; und den Elenden und Dürftigen bedrücken sie, und den Fremdling übervorteilen sie widerrechtlich.
    30. Und ich suchte einen Mann unter ihnen, der die Mauer zumauern und vor mir in den Riß treten möchte für das Land, auf daß ich es nicht verderbte; aber ich fand keinen.
    31. Und ich gieße meinen Zorn über sie aus, vernichte sie durch das Feuer meines Grimmes; ich bringe ihren Weg auf ihren Kopf, spricht der Herr, Jehova.

    So kann man diese Verse verstehen:

    Vers 25 Parallelvers zu: Der Teufel geht umher wie ein brüllender Löwe.
    Vers 26 Das was Jehova wichtig ist, wird nicht gelehrt, z.B. die Gnade und die Liebe unseres Vaters
    Vers 27 erfüllt sich durch die vielen Gemeinschaftsentzüge
    Vers 28 Die Propheten sind der sogenannte „treue und verständige Sklave“
    Vers 29 Der Zwang zum Predigtdienst ist so eine Erpressung, sie erpressen die Schafe weil die Organisation sagt, ohne Dienst könne man nicht gerettet werden.
    Vers 30 Es gibt in der Organisation keinen der gut ist und die Probleme beseitigt. Es wird auch keiner kommen der das tut.
    Vers 31 Deswegen wird die Organisation im Gericht Jehovas verurteilt und vernichtet werden.

  • Anna
    Dezember 1, 2010

    Lieber Bruder Mäusle,

    für deinen Kommentar vom Dezember 2010! möchte ich dir noch herzlich danken. Ich habe mir Seite über das geistige Paradies gestern abend im Papierausdruck nochmals durchgelesen. Hintergrund ist Jesaja 35 der ja wieder diese Woche im Bibelleseprogramm in den Zusammenkünften betrachtet wird.

    Es wird sicher wieder kommentiert werden welche großartigen Segnungen wir durch die Organsiation bekommen, wieviel geistige Speise wir erhalten usw. Dabei, Paradies, das ist doch etwas wonach man sich sehnt. Da will man doch nicht fehlen.

    Wie sieht die Realität nach meiner Einschätzung aus: Selbst organisationstreue Zeugen Jehovas gehen nicht in die Zusammenkünfte weil dort alles so paradiesisch und schön, entspannend, aufmunternd usw. ist. Sondern weil sie sich dazu verpflichtet fühlen gem. Hebr. 10:23,24. Und es entsteht auch ein Gruppenzwang. Stell dir vor du „schwänzt“ die Zusammenkunft weil du einfach müde von der Arbeit bist oder die Sonne endlich nach langem Regen mal wieder scheint und es käme durch einen dummen Zufall heraus, dass du im im Park spazieren warst oder auf deinem Balkon gelesen hast. Dann hat man ein ganz schlechtes Gewissen weil man „erwischt“ worden ist.

    Dabei was ist paradiesisch daran wochentags von der Arbeit zu hetzen, ggf. noch Kinder zu versorgen, sich extra umzuziehen, z.B. Schwestern einen Rock in dem man im Winter friert, obwohl man eigentlich in der Arbeit ganz anständig ausgesehen hat… Und dann bekommt man zuweilen ermüdende geistige Speise und muss froh sein wenn man nicht einschläft. An dieser Stelle ein Lob an alle Brüder die die Programmpunkte aufbereiten und etwas Dynamik und Liebe hineinbringen.

    Und der Predigtdienst: Wenn das jemandem liegt und er nicht darunter leidet, jederzeit. Aber die, die nicht so kommunikativ sind? Diese Brüder und Schwestern gehen mit Herzklopfen und feuchten Händen an die Türen, sind danach völlig fertig. Hoffen, dass niemand daheim ist. So sieht doch kein Paradies aus auch die ständige Angst einen Fehler zu machen. Da gäbe es noch vieles zu sagen.

    Und so sagst du zu Recht Bruder Mäusle, dass Jesus zu Sündern gegangen ist. Besucht man einige „Ausgeschlossene“ nur, weil es ja der Gedächtnismahlmonat ist? Und um dann im Bericht für den Kreisaufseher angeben zu können, man hat ja seine Pflicht erfüllt. Oder aus Liebe, damit sie wieder ins geistige Paradies zurückkommen? Schön, dass du hier deinen Standpunkt dargelegt hast. Bruder Mäusle: gibt es dich noch in 2012? Wäre schön wieder von dir zu hören!

    Noch eines fällt mir jetzt ein: Am Wochenende wird im WT-Studium der Artikel „Männern helfen geistig zu wachsen“. Wäre ich ein Mann, empfände ich diesen Artikel als diskriminierend. Im geistigen Paradies sollte es eigentlich keinen Dünger mehr geben und das geistige Wachstum wäre somit programmiert :-).
    Und leider wieder die Aussage höhere Bildung würde von geistigen Zielen ablenken. Dabei, was ist unserem Schöpfer lieber, jemand der an ihn glaubt weil er nichts anderes kennt oder ein Mensch der vieles überprüft hat und zu dem Entschluss kommt Jehova hat recht.
    Da werden in unserer Literatur Wissenschaftler zitiert die aufgrund ihrer Forschungen feststellen, dass es nur einen intelligenten Schöpfer geben kann.

    Aber den Brüdern (und Schwestern) legt man nahe auf höhere Bildung zu verzichten.

    Herzlichen Dank nochmal für den gut aufbereiteten Artikel. Er ist nach wie vor aktuell.

    Einen schönen Abend wünscht Anna immer noch aus dem Regen

  • Lavendel
    Dezember 1, 2010

    Adam und Eva durften im Paradies von a l l e n Bäumen Früchte nehmen und essen, außer von einem.
    Im Paradies der WTG darf man nur von einem Baum essen.

  • Matthäus
    Dezember 1, 2010

    Ein Auszug aus „DER Gewissenskonflikt“ zu den Hintergründen warum rigide ohne jede Liebe oder gar Barmherzigkeit gegen selbstständig Denkende vorgegangen wird:

    Die moderne Geschichte der Religionen zeigt, dass Einzelne sich gegen geistige Bevormundung wendeten

    Aus Gewissensgründen bereit die Exkommunikation auf sich zu nehmen

    Was sich bei den Zeugen Jehovas abspielt, ist ein Lehrstück über die Natur des Menschen, das zum Nachdenken auffordert. Neben denen, die um ihres Gewissens willen bereit waren, die Exkommunikation auf sich zu nehmen, gab es ja auch noch die viel größere Zahl derer, die es als ihre Pflicht ansahen, bei diesen Exkommunikationen mitzuwirken, ihnen zuzustimmen und dazu beizutragen, daß Familienbande zerschnitten und langjährige Freund­schaften aufgekündigt wurden. Wie steht es mit all denen? An ihrer Aufrichtigkeit ist in den meisten Fällen nicht zu zweifeln, auch nicht daran, daß sie bei der Erfüllung dieser in ihren Augen notwendigen Pflicht innere Qualen erlitten und noch immer erleiden. Welche Überzeugungen und Motive veranlassen sie zu solchem Tun?

    Auffällig ist, daß es sich bei der großen Mehrzahl der hier vorgestellten Fälle um Menschen handelt, die mit Jehovas Zeugen seit 20, 30, 40 oder noch mehr Jahren verbunden waren. Sie waren keine Randfiguren, sondern zählten zum aktiven Kern der Organisation. Es sind prominente Mitarbeiter aus der Weltzentrale der Zeugen in Brooklyn (New York) darunter, ehema­lige reisende Beauftragte und Älteste, Frauen mit vielen Jahren der Missio­nar- und Verkündigungserfahrung. Um Jehovas Zeugen zu werden, hatten sie oft alle früheren Freundschaften aufgekündigt, da der Umgang mit Andersgläubigen unter Jehovas Zeugen mißbilligt wird. So haben sie ihr Leben lang enge Kontakte nur in Kreisen dieser Glaubensgemeinschaft gepflegt. Einige haben ihre ganze Lebensplanung an den Zielvorstellungen dieser Organisation ausgerichtet, haben Schullaufbahn und Berufswahl darauf abgestimmt. Sie haben viel investiert und von ihrem Herzblut gegeben. Nun mußten sie zusehen, wie all das innerhalb weniger Stunden zunichte gemacht wurde. Es ist ein eigenartiges Charakteristikum unserer Zeit, daß gerade Religio­nen, die früher für die Verteidigung der Gewissensfreiheit bekannt waren, heute zu deren stärksten Unterdrückern zählen.

    Drei neuzeitliche herausragende Beispiele, wo Männer sich gegen ihre Religionsführer erhoben

    Das soll an drei Beispielen skizziert werden. Bei jedem handelt es sich um einen Lehrer von Rang innerhalb seiner Religion; allen widerfuhr das hier Geschilderte im selben Jahr.

    Der eine schrieb über zehn Jahre lang Bücher und hielt Vorlesungen, in denen die Machtstruktur seiner Kirche unmittelbar angegriffen wurde. Ein anderer hielt vor mehr als 1000 Zuhörern einen Vortrag, in dem er sich mit der offiziellen Lehre seiner Gemeinschaft über ein wichtiges Datum und dessen Bedeutung in der Erfüllung biblischer Prophetie kritisch auseinandersetzte.

    Der Dritte äußerte sich nicht öffentlich, sondern sprach von seinen abwei­chenden Ansichten nur im engsten Freundeskreis.

    Die Härte, mit der die jeweilige Kirchenleitung aber gegen jeden dieser Männer vorging, stand in genau umgekehrtem Verhältnis zu der Schwere ihrer Taten. Am härtesten wurde dort durchgegriffen, wo man es am wenigsten erwartet hätte.

    Der erste der erwähnten Männer ist Hans Küng, katholischer Priester und Professor an der Universität Tübingen. Nach zehn Jahren offener Kritik, die sich unter anderem gegen die Unfehlbarkeit des Papstes und der Bischöfe auch in Lehrfragen richtete, ging der Vatikan schließlich gegen ihn vor und entzog ihm im Jahr 1980 die kirchliche Lehrbefugnis. Er ist aber weiterhin Priester und Direktor des Instituts für ökumenische Forschung an der Universität Tübingen. Selbst Studenten, die sich auf das Priesteramt vorbereiten und seine Vorlesungen besuchen, sind keinen kirchlichen Disziplinarmaßnahmen ausgesetzt.

    Der Zweite ist Desmond Ford, in Australien geborener Professor der Siebten- Tags-Adventisten. Als er auf einem College in Kalifornien vor einer Zuhörerschaft von 1000 Gläubigen in einem Vortrag Stellung gegen die Lehre der Adventisten über das Jahr 1844 bezog, kam es zu einer Anhörung vor Vertretern der Kirche. Man beurlaubte ihn für sechs Monate, um ihm Zeit für die Vorbereitung seiner Verteidigung einzuräumen, und im Früh­jahr 1980 mußte er sich 100 Männern seiner Kirche stellen, die 50 Stunden lang seine Argumente anhörten. Darauf beschlossen die Kirchenoberen. ihn von seinen Lehraufgaben zu entbinden und aller Ämter zu entheben. Er wurde jedoch nicht ausgeschlossen (exkommuniziert), obwohl er seine Ansichten veröffentlicht hat und sie in Kreisen der Adventisten weiterhin vertritt.

    Der dritte Mann ist Edward Dunlap, langjähriger Registrator der einzigen Missionarschule der Zeugen Jehovas, der Wachtturm-Bibelschule Gilead, dazu Mitverfasser des Bibellexikons der Organisation (Hilfe zum Verständ­nis der Bibel) und Autor ihres einzigen biblischen Kommentars (Kommen­tar zum Jakobusbrief) In privaten Gesprächen mit engen Freunden ließ er erkennen, daß er in einigen Lehrfragen eine eigene Meinung hatte. Im Frühjahr 1980 wurde er vor ein fünfköpfiges Komitee zitiert, dem nicht ein einziges Mitglied der leitenden Körperschaft der Organisation angehörte, und man vernahm ihn mehrere Stunden lang in geheimer Sitzung über seine Ansichten. Daraufhin wurde Dunlap nach über 40jähriger Tätigkeit aus seiner Arbeit und Wohnung in der Weltzentrale entlassen und aus der Organisation ausgeschlossen.

    So zeigte gerade die Religionsorganisation, die vielen als das Symbol eines extremen Autoritätsanspruchs gilt, das größte Maß an Toleranz gegenüber dem dissidenten Professor; am wenigsten Toleranz konnte dagegen die Organisation aufbringen, die besonders stolz auf ihren Kampf für die Gewissensfreiheit ist.

    Das ist paradox. Über die Zeugen Jehovas wissen die meisten Menschen trotz deren unermüdlicher Verkündigungsarbeit sehr wenig. Man kennt lediglich ihren Standpunkt in einzelnen Gewissensfragen, wie beispiels­weise, daß sie sich kompromißlos weigern, Bluttransfusionen zu akzeptie­ren, die Landesfahne oder ähnliche nationale Symbole zu grüßen, Kriegs­dienst zu leisten und sich politisch zu engagieren. Um ihr Recht auf freie Religionsausübung zu verteidigen, haben Jehovas Zeugen allein in den USA über 50 Streitfälle bis vor das Oberste Bundesgericht getragen. Es war ihnen sehr wichtig, ihre Botschaft auch Andersgläubigen vortragen zu dürfen, selbst wenn diese das nicht wünschten. Und heute können sie dieses Recht in den meisten Ländern ohne Beeinträchtigung ausüben, da es von der Verfassung geschützt ist. In manchen anderen Ländern sind sie schwerer Verfolgung ausgesetzt, haben Verhaftungen, Gefängnisstrafen, Pöbelaktio­nen und offizielle Verbote ihrer Literatur und Zeugnistätigkeit erdulden müssen.

    Kirchengericht wegen Abtrünnigkeit bereits als ein Beweis, wo jemand das Gewissen an erste Stelle stellt!

    Wie läßt sich das damit vereinbaren, daß jemand aus ihren eigenen Reihen, der in einer Lehre der Organisation eine eigene Meinung vertritt, fast automatisch vor ein Kirchengericht kommt und, falls er nicht widerruft, mit dem Ausschluß rechnen muß? Es erhebt sich aber auch die Frage, ob grausame Verfolgung und körperliche Mißhandlungen durch Gegner für sich allein schon ein Beweis dafür sind, daß jemand sein Gewissen an die erste Stelle setzt, oder ob er das nicht möglicherweise einfach deshalb auf sich nimmt, weil er den Lehren und Geboten einer Organisation folgen will und weiß, daß ihm bei einem Verstoß strenge disziplinarische Folgen drohen.

    So einfach ist die Sache nun auch wieder nicht, werden einige hier einwenden. Es müssen doch auch noch andere wichtige Gesichtspunkte berücksichtigt werden, so zum Beispiel die Einheit und Ordnung in der Gemeinde. Und wo bleibt der Schutz der Gläubigen vor Elementen, die falsche, spalterische und verderbliche Lehren verbreiten? Ist nicht eine gewisse Achtung vor der Autorität angemessen und notwendig?

    Diese Gesichtspunkte zu ignorieren wäre kurzsichtig, einseitig und unver­nünftig.

    Wer wollte auch bestreiten, daß Mißbrauch der Freiheit zu verantwortungs­losem Handeln, zu Unordnung und Verwirrung, ja ins Chaos führen kann? Geduld und Toleranz können als Deckmantel für Entscheidungs- und Handlungsunfähigkeit und das Überbordwerfen jeglicher Grundsätze die­nen. Selbst Liebe kann zu bloßer Sentimentalität verkommen, einem irregeleiteten Gefühl, das die schlimmsten Folgen hat, wenn man nicht mehr tut, was getan werden muß. Das alles ist richtig, und Argumente dieser Art werden angeführt, um den einzelnen in seinen Gewissensent­scheidungen von oben einzuengen.

    Folgen davon, wenn geistige Führung zur Bevormundung und Tyrannei wird

    Doch was für Folgen hat es, wenn geistige Führung zu geistiger Bevormun­dung oder gar Tyrannei wird? Was ist, wenn an die Stelle wünschenswerter Einheit erzwungene Einförmigkeit und die Einhaltung kleinlicher Vorschrif­ten tritt? Wozu führt es, wenn der Respekt vor Autorität in bedingungslosen Gehorsam umgemünzt wird, wenn man seine persönliche Verantwortung gegenüber Gott aufgibt und es individuelle Gewissensentscheidungen gar nicht mehr gibt? Will man den Sachverhalt nicht verzerrt und ungenau darstellen, dann muß man auch diese Fragen mit berücksichtigen. Die in diesem Buch geschilderten Geschehnisse veranschaulichen sehr plastisch, welche Auswirkungen all dies auf die Beziehungen der Menschen unterein­ander hat. Es zeigt auch, zu welch ungewöhnlichen Standpunkten und Handlungsweisen Menschen geführt werden, die nur die eine Seite der Sache sehen, und wie weit sie gehen, um diese Sichtweise aufrechtzuerhalten. Dieser Bericht trägt meines Erachtens dazu bei, besser zu begreifen, worum es in den Tagen Jesu Christi und seiner Apostel eigentlich ging, weshalb und wie es so relativ leicht und schnell dazu kam, daß man von ihren Lehren und ihrem Vorbild abwich, mit all den schweren Folgen, die wir kennen. Wer einer anderen Religion angehört und vielleicht mit einem Urteil über Jehovas Zeugen schnell bei der Hand sein mag, täte gut daran, sich zuerst an Hand der aufgeworfenen Fragen selbst zu prüfen und sich Gedanken über seine eigene Religionsgemeinschaft hinsichtlich der hinter diesen Stand­punkten und Handlungen stehenden Grundeinstellungen zu machen.

    Um Antworten auf diese Fragen zu finden, ist es erforderlich, über die engere Umgebung der Betroffenen hinauszublicken. Man muß die innere Struktur der Watchtower Society, ihr Lehr- und Kontrollsystem untersuchen. Man muß beleuchten, wie ihre Verantwortungsträger Entscheidungen treffen und Richtlinien festlegen, und in einem gewissen Umfang muß auch auf die Ursprünge und die Geschichte dieser Organisation eingegangen werden. Ich hoffe, dieses Buch wird dazu beitragen, die tieferen Gründe für Unruhe innerhalb religiöser Gemeinschaften aufzudecken und zu zeigen, was notwendig ist, wenn Menschen als wahre Nachfolger des Sohnes Gottes in Frieden und brüderlicher Einheit zusammenleben wollen. [

  • Anna
    Dezember 1, 2010

    Lieber Matthäus, sowie alle!
    Vielen Dank für Deine letzten gut aufbereiteten Kommentare. Ich hoffe mal das Lesen viele der getreuen Zeugen. Diese Praxis des Umgangs mit kritisch denkenden Menschen. Selbst Ehebruch ist nicht so schlimm wenn man bereut oder auch nur so tut. Nur seine eigenen Gedanken, Zweifel usw. darf man nicht einbringen.
    Und danke auch an alle, die für bzw. gegen 1914 gute Argumente einbringen. Allerdings wie Alois ja auch formuliert hat, es bleibt ein Rest Wahrheit, ob nun 5% oder mehr.
    Und das müssen wir uns mit der Hilfe Jehovas heraussieben.
    Liebe Grüße Anna

  • Thomas
    Dezember 1, 2010

    Liebe Anna, & liebe Geschwister,

    wir alle leben nur durch die Hand und Gnade unseres lieben Vaters Jahwe, den wir wie unser Herr Jesus Christus es tat Abba (Vati) nennen dürfen.

    Jeder der dieses großartige & liebevolle Vorrecht versteht wird auch in die Ruhe unseres Vaters gelangen können und er wird auch verstehen wie belanglos jede religiöse Auslegung von Menschen ist.

    Das bedeutet aber auch das ab dem Moment wo uns NUR SEIN Geist lehrt & leitet, der Einfluss von falschen Hirten unwirksam wird und ihre Verachtung von christlichen Werten KEINEN Schaden auf unseren Glauben haben kann und wir werden im Sinne des Christus mit IHM für den Vater FREI sein!!!

    Ich wünsche uns allen diese ewige Erkenntnis.
    Euer Bruder Thomas

  • Matthäus
    Dezember 1, 2010

    Ein Brief von Sr. R aus der Schweiz die auch ihre bitteren Erfahrungen machen mußte, bestätigen mit welcher Kälte Brüder und Schwestern einfach abserviert werden. Christen die gerne in der Gemeinschaft bleiben wollten die sich selbst bis zur LK – Br. L – gewandt haben. Doch auch hier nur eine Gefühlose unbarmherzige Abfuhr die leider belegen daß nicht nur einzelne Älteste in den Versammlungen so handeln sondern bis hinauf zur LK, und da braucht man sich nicht zu wundern daß die Härte und Lieblosigkeit und damit fehlen des geistigen Paradieses!

    Ich erlaube mir den Brief hereinzukopieren – Bruderinfo muß entscheiden ob es statthaft ist dies zu veröffentlichen – ich habe diesen Brief aus einem anderem Forum mir abgelegt weil er mich zutiefst bewegt und erschüttert hat:

    R. K.
    CH-1450 ; Schweiz

    An Herrn G.L
    Glied der Leitenden Körperschaft von Jehovas Zeugen
    SC, den 10.04.2001

    Lieber Bruder L.,

    vielleicht erinnerst Du Dich noch an meinen Brief vom 20.01. dieses Jahres, in dem ich Dir als einem Glied der Leitenden Körperschaft die Umstände meines Gemeinschaftsentzugs schilderte und um Hilfe, Verständnis und um – ja, auch um Gerechtigkeit bat.
    Bis heute habe ich weder von Dir noch von einer von Dir oder Euch beauftragten Stelle eine Antwort oder auch nur eine Mitteilung erhalten. Sage bitte nicht, ich hätte keine Antwort erwarten können, da ich ja ausgeschlossen worden sei und man mit Ausgeschlossenen keinen Kontakt haben dürfe.

    Du weisst, dass alle Aeltesten, die von Ausgeschlossenen angesprochen werden (zum Beispiel von solchen, die um Wiederaufnahme nachsuchen wollen), mit ihnen sprechen dürfen und auch sprechen, und erst recht Brüder der Leitenden Körperschaft und in anderen Leitungsfunktionen tun dies, wenn es im Interesse der Gesellschaft ist. Erstere dürfen sogar Lehrpunkte ändern, für deren öffentliches Bezweifeln ein einfacher Zeuge mit disziplinarischen Massnahmen rechnen müsste.

    Ich nehme an, dass Du viel zu tun hast, aber wir wurden immer belehrt, Zeit für Menschen einzusetzen, weil dies biblisch und von Gott gewollt sei; in diesem Zusammenhang wurde im Wachtturm vom 15.01.2001 sogar mitgeteilt und betont, die Leitende Körperschaft habe sich von den administrativen Aufgaben in den Rechtskörperschaften der Gesellschaft zurückgezogen, um sich ganz den geistigen Angelegenheiten und den Bedürfnissen der ‚Schafe‘ zu widmen.Ist denn dies wirklich so? Ich habe von dieser Fürsorge nichts gemerkt!

    Bis jetzt bin ich nicht einmal einer Antwort gewürdigt worden! Oder war die Veröffentlichung im Wachtturm nur eine ‚Erklärung zum Fenster hinaus‘, für die Oeffentlichkeit und zur Imagebildung? Soll nur dann Zeit für Menschen aufgewendet werden, wenn man diese zu Gliedern der Organisation machen will? Ist für einen Menschen, der bereits ein Zeuge Jehovas ist, bei den verantwortlichen Brüdern keine Zeit mehr vorhanden? Oder sollten die Stimmen – die auch unter den Brüdern umlaufen – Recht haben, die meinen, die Leitende Körperschaft sei an den ‚Kleinen‘, am ‚Fussvolk‘, nur insoweit interessiert, als diese für den Predigtdienst und das Zeugniswerk mit entsprechender Literaturverbreitung eingesetzt werden können; im übrigen sollten sie zufrieden sein und sich fügen.

    Habt Ihr vergessen, dass Jehova, der Vater Jesu Christi, so wie auch Christus selbst besonders an den ‚Kleinen und Schwachen‘ in seinem Reich interessiert sind (Matth. 18:6), an den Kleinen und Schwachen wie Witwen und Waisen, aber auch an den einflusslosen Alten, Armen, Bedrückten wie auch an den Frauen? Ja, auch ich zähle zu diesen ‚Kleinen‘, denen Ihr keine Beachtung schenkt, und wegen derer Jesus jene warnte, die diesen Kleinen Anstoss geben durch Lieblosigkeit, Rücksichtslosigkeit, Hochmut, Nichtbeachtung, durch Kühle und Kälte im Benehmen. Jesus, dem Herrn, liegen diese Kleinen wahrhaft am Herzen; ist das auch bei seinem ‚Sklaven‘ so? Jehova beauftragt sogar seine Engel im Interesse der Kleinen und Schwachen (Matth. 18:10-11); für Engel, die vor Gott stehen, sind die ‚Kleinen‘ nicht zu klein. Doch wie werden diese von Euch geachtet?

    Ich habe Dir, lieber Bruder L., meine Gewissensnöte schriftlich vorgetragen, zuvor schon den Aeltesten als Vertretern der Organisation, dann dem Zweigbüro in Thun, zuletzt Dir als einem Glied der Leitenden Körperschaft. Ich habe mich verhalten wie die Frau in Jesu Gleichnis gemäss Luk. 18:1-8; jener Richter, der Gott nicht fürchtete, verhalf der Frau schliesslich zu ihrem Recht, doch von der Seite der ernannten Brüder kam keine Hilfe, von Dir (bisher) ebenfalls keine Antwort. Was soll man da sagen? Fürchtet Ihr Gott oder nur den Verlust von Autorität? Wir sprechen von Gottes Organisation, vom Kanal Gottes, von seinem irdischen Sprachrohr und kollektiven Propheten, von Elia-, Johannes- und anderen Klassen, vom ‚treuen und verständigen Sklaven‘ des Herrn! Fürchtet Ihr diesen Herrn oder nur die Begrenzung Eures Einflusses? Seid Ihr besorgt um die Worte und Dinge des Herrn oder um Eure Macht? Warnt nicht Jesus in Matth. 24 davor, dass die Gefahr besteht, dass j e n e r Sklave – der in den Versen 45-47 besprochene, k e i n
    a n d e r e r – ein Sklave werden könnte, der beginnt, seine Mitsklaven (!) zu schlagen? Ich fühle mich geschlagen!

    Man hört auf Kongressen viele schöne und gute Worte, man liest sie auch in den Veröffentlichungen, wo aber ist die Anwendung im Leben? Sprach da nicht einmal jemand von Menschen, nach deren Worten man handeln solle, aber nicht nach ihren Werken? War das nicht Jesus (Matth. 23:3)? Du magst das anders sehen, aber ich fühle und empfinde es so, und wohl nicht wenige ausser mir; das zeigen ja auch die rückläufigen Zahlen der Verkündiger in Westeuropa, deren Anstieg doch immer als Zeichen des Segens Jehovas gewertet wurde. Waren es ‚liebevolle Aeltste‘, obgleich sie nur an meiner Unterwerfung interessiert waren, und ist es ein ‚geistiges Paradies‘, wenn Brüder Angst haben müssen zu sagen, was sie denken, wenn ihre Gedanken von der ‚offiziellen Linie‘ abweichen? Ich kann es nicht so sehen, aber Du weisst, dass es – leider – so ist!

    Ein geistiges Paradies entsteht nicht dadurch, dass man seine Existenz immer wieder behauptet, sondern indem man Gottes Geist wirken lässt, der nach 2.Kor. 3:17 mit geistiger Freiheit verbunden ist! Die Einheit in Christus ist eine Einheit in der Freiheit des Geistes, keine Einheit eines Gefangenen- oder Straflagers.

    Ich hätte früher nicht gedacht – und viele Zeugen tun das heute noch nicht, vor allem jene nicht geringe Zahl derer, die mich aufforderten, mich doch an die fürsorgende und liebevolle Leitende Körperschaft zu wenden -, dass es so völlig sinn- und zwecklos ist, sich an jene mit seinen Nöten zu wenden, die doch ‚der Herr über seine ganze Habe‘ gesetzt hat. Da dem nun aber so ist, bin ich gewillt, das zu tun, wovon Jesus nach seinem Gleichnis von jenem Richter in Luk 18 sprach (Vers 7).. Ich habe meine Sache dem höchsten Richter und seinem Sohn übergeben, demjenigen, der jedes verirrte oder verlorene Schaf sucht! Möge Er richten zwischen mir und Euch, möge der von Ihm eingesetzte Richter Euer und mein Verhalten beurteilen. Mag sein, dass Euch diese Aussicht keine schlaflosen Nächte bereitet.

    Aber mein Vertrauen gründet auf Ihm, und Sein Sohn ist mein Heiland und Erretter, der sein Leben gab, auch für mich! Er, der Freund der Armen und Rechtlosen, der Helfer der Unterdrückten und Entrechteten, sei mein Anwalt und Fürsprecher. Ihm ist meine Sache übergeben.

    Dir wünsche ich in Aufrichtigkeit die Gnade unseres Herrn Jesu Christi (Philemon 23).

    R.K.
    ————————

  • Matthäus
    Dezember 1, 2010

    und das war die Antwort:

    G.L
    124 Columbia Hts.
    Brooklyn. NY 11201

    R. K .
    XXXXXXX …
    xxxxxxxxxxxxxxxx

    3. Mai 2001
    Geehrte Frau Kxxx;

    Mit diesem Brief möchte ich den Erhalt Ihrer beiden Schreiben bestätigen, nämlich den Brief vom 18 01 01 und den Brief vom 10 04 01. Sie haben darin zum Ausdruck gebracht, daß jemand, der mit Ihnen im selben Haus wohnt, die Gemeinschaft entzogen wurde und später auch Ihnen. Sie meinen, daß beide Ausschlüsse nicht gerechtfertigt wären.

    Die Verantwortung für Gemeinschaftsentzüge haben die jeweiligen Ältesten, die in einem Rechtskomitee und in einem Berufungskomitee dienen. Älteste werden geschult, Entscheidungen in Harmonie mit biblischen Grundsätzen zu treffen. Die leitende Körperschaft hat Vertrauen zu den Ältesten, die in solchen Komitees dienen und zum Zweigbüro, das Gemeinschaftsentzüge zur Kenntnis nimmt. Die leitende Körperschaft schaltet sich nicht persönlich in Debatten über die Richtigkeit einzelner solcher Entscheidungen ein. Das gilt auch für mich individuell.

    So, wie es ‚im Himmel Freude über einen Sünder gibt, der bereut‘, so freuen auch wir uns, wenn jemand Übertretungen biblische Grundsätze einsieht, sie bereut und um Wiederaufnahme ansucht. Die leitende Körperschaft hat auch Anweisungen gegeben, Ausgeschlossene, die nicht in Sünde verharren, jedes Jahr aufzusuchen, mit dem Ziel den Weg der Wiederaufnahme zu ebnen und jemand in dieser Richtung zu ermuntern. Älteste gehen also in dieser Hinsicht verlorenen Schafen nach. Schafe zeichnen sich dadurch aus, daß sie demütig sind und sich gerne leiten lassen und zur Herde zurückführen lassen. Jesus hat nur eine Herde. Möchten wir bei Jesus sein, müssen wir wohl Teil seiner Herde sein, denn er ist bei seiner Herde und nicht getrennt von ihr. Johannes 10.

    Um wieder in die Christenversammlung aufgenommen zu werden, ist es hilfreich, täglich die Bibel zu lesen und darüber zu meditieren, zu Jehova zu beten und die Zusammenkünfte im Königreichssaal zu besuchen. Das alles führt zur Reue. Nach einer gewissen Zeit kann ein Antrag um Wiederaufnahme an die Ältesten gestellt werden.

    Es stimmt, daß Jehova mit unvollkommenen Ältesten handelt, wie auch der ‚treue Sklave‘ unvollkommen ist. Es gibt keinen vollkommenen Ältesten auf der Erde. Das ist aber wohl kein Grund, nicht mit den unvollkommenen Ältesten zusammenzuarbeiten oder eine Wiederaufnahme nicht anzustreben.

    Ich möchte auch gerne auf folgende Quellen verweisen: Wachtturm vom 1. Juni 1992, 18-19; 15. Juli 1995, 25-27; 15. Juli 1993, 27; 15. April 1988, 26-31. In diesen Artikeln finden Sie natürlich viele Bibelstellen, die Jehovas und Jesu Einstellung zum Thema Gemeinschaftsentzug reflektieren.

    Höflich,
    G.L. (Unterschrift per Hand)

    Kopie: Thun Bethel

  • Mäusle
    Dezember 1, 2010

    Hallo Matthäus!

    Wer „rausgeschmissen“ wird, der hat, aus welchen Gründen auch immer, diesen „rausschmiss“ selbst mit zu verantworten.

    Dies ist nicht im negativem Sinn zu verstehen, vielmehr
    hat der Ausgeschlossene einen Prozess durchlaufen, der sich evtl. durch freies Denken und Handeln ausgezeichnet hat, so dass er für viele in der „Organisation“ zur „Plage“ wurde.

    Kein Dialog, nein der Rausschmiss löst Probleme (zumindest für die WTG).

    Respekt vor solchen Brüdern, die solch einen Schritt gehen können.

    Diejenigen, die verlernt haben zu glauben, sie können einem leid tun, hat doch die WTG mit ihren heuchlerischen Dogmen viele dazu gebracht, ganz an Jehova und Jesus zu zweifeln.

    Aber auch das sind wertvolle Menschen, kennt doch Jehova die Hintergründe und die Herzen.

    Zum Schluss noch diejenigen, die wegen einer „Sünde“ ausgeschlossen wurden.

    Jeder Hasenzüchterverein hat das Recht, Personen aus dem Verein auszuschließen, die sich nicht der Vereinsordnung anpassen können.

    Das Recht hat auch die WTG. Abgesehen davon ob solche Gemeinschaftsentzüge richtig und moralisch vertretbar sind, so ist auch in solchen Fällen der Ausgeschlossene selbst für den Ausschluss verantwortlich.

    Aber auch diejenigen unterliegen der Gnade Jesu und nicht der Willkür der „Organisation“, so dass sie keine Angst vor der Zukunft haben müssen. Ihre Herzenseinstellung ist wichtig, nicht der Status in einer von Menschen geschaffenen Organisation.

    Schlimm ist es nur für diejenigen, auf denen ein FEHLURTEIL lastet.

    Und hier hab ich so viel Vertrauen in unseren Herrn Jesus und in Jehova, dass sie besonders solche Opfern ihre Zuneigung und Aufmerksamkeit schenken werden.

    Zusammenfassend gibt es nur einen richtigen Weg:

    Das Gewissen jeden einzelnen.

    Im Kampf um die Gleichstellung der „Schwarzen“ gab es viele, welche laut nach aussen ihre Meinung vertreten haben, aber es gab auch viele, die ruhig und unauffällig alle möglichen Wissenschaften studiert haben, um so ihrer „Rasse“ nützlich sein zu können.

    Also sollte jeder das tun, was er für richtig hält und wir müssen das so akzeptieren.

    Könnten wir das nicht, was würde uns von der WTG unterscheiden?

    LG

    Mäusle

  • Matthäus
    Dezember 1, 2010

    Danke für Deine grundsätzlich richtige Einschätzung der Dinge. Zu Deiner Anmerkung „wer rausgeschmissen wird hat es auch selbst mit zu verantworten“ kann ich NUR im Zusammenhang mit dem von dir genannten Verein, wenn derjenige die Statuten übertritt, zustimmen.

    Doch nicht wenn jemand WEIL er die Statuten DER BIBEL höher bewertet als die von Menschen gemachten Regeln die sehr oft den biblischen widersprechen (siehe z.B. Matth. 15:9 oder Hesekiel 13:1-8) und DESWEGEN rausgeschmissen wird.

    Alleine die Aussage wenn der trvSk sich nicht an Anweisungen Gottes hält (Zeitangaben – nicht über sein Wort was geschrieben steht hinauszugehen) reicht aus um dir den Prozess zu machen.

    Ich kenne einen Fall (Ausschluss) wo dann noch 2 Zeugen (um der biblischen Regel gerecht zu werden) als Grund genannt werden – diese jedoch bei Nachfrage (an die 2 Zeugen) die Anklage NICHT, bestätigten.

    Wie schon in einem anderen Kommentar geschrieben – dieses Rechtssystem ist sehr mit der Inquisition zu vergleichen. Man sucht Zeugen (es würde nur noch fehlen die zu bezahlen) die angeblich etwas bestätigen um einen Ausschluß zu rechtfertigen.
    In Wahrheit haben die Zeugen etwas ganz anderes geschildert. Jedes weltliche Gericht würde ihre Berechtigung bei solchem vorgehen, verlieren – nicht so bei ZJ die sich ja auf die Führung durch den hl. Geist berufen.

  • Alois
    Dezember 1, 2010

    Lieber Matthäus

    In der Bibel ist alles mehrmals und schon fast aufdringlich vorhergesagt. Trotzdem wird es nicht erkannt. Warum nicht? Weil man ohne den Geist Jehovas die Bibel nicht verstehen kann. Ein passendes Beispiel zu Deinem Kommentar der ungerechtfertigten Gemeinschaftsentzüge:

    Petrus 5:8
    Seid nüchtern, wachet; euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.

    Was denkt sich dabei ein normaler Bibelleser? Steht doch alles da, der Teufel will uns verschlingen. Aber in den Propheten steht der Schlüssel zum Verständnis wer der brüllende Löwe eigentlich ist:

    Zeph. 3:3
    Ihre Fürsten in ihrer Mitte sind brüllende Löwen; ihre Richter sind Abendwölfe, die nichts für den Morgen übriglassen.

    Zephanja rückt den Begriff brüllender Löwe in ein anderes Licht, wenn der Teufel auch hinter den betreffenden Fürsten steht welche seine Werkzeuge sind. Er sagt auch wann dies geschieht, nämlich in der Nacht, der geistigen Nacht. Wann es Nacht ist, das ist wieder ein anderes Thema aber ebenfalls prophetisch.

    Welche Fürsten gemeint sind steht in den Psalmen:
    Psalmen 74:4
    Es brüllen deine Widersacher inmitten deiner (also Jehovas) Versammlungsstätte; sie haben ihre Zeichen als Zeichen gesetzt.

    Also ihre Zeichen nicht Jehovas Zeichen zählen!

    Sprüche 28 Vers 15
    Ein brüllender Löwe und ein gieriger Bär: so ist ein gesetzloser Herrscher über ein armes Volk.

    Hesekiel 22:25
    Verschwörung seiner Propheten ist in ihm; gleich einem brüllenden Löwen, der Beute zerreißt, fressen sie Seelen, nehmen Reichtum und Kostbarkeiten, mehren seine Witwen in seiner Mitte.

    Somit ist geklärt wer der brüllende Löwe ist, es ist allgemein gesehen die Organisation mit ihren Helfern. Die Ältesten welche anständig mit den Schafen umgehen sind derart in der Minderheit, dass sie in den Propheten kaum erwähnt werden.

  • Lavendel
    Dezember 1, 2010

    @Mäusle und Alois

    Danke für Eure Antworten! Wir bauen uns einen neuen christlichen Freundeskreis auf, aber wir vermissen dennoch das Zusammensitzen mit lieben Freunden. Fast alle, die wir nun kennen und schätzen gelernt haben, wohnen weit weg. Aber wir sind nicht allein.

    Und Jungens, ich bin ein Mädel! 😉

  • Lavendel
    Dezember 1, 2010

    Nachtrag:
    Jesus sagte, wer sich in seinem Namen zusammentut, dort wird er sein. Trifft man sich im Namen Jesu in der Versammlung, ist es nicht so, daß dieser Name fast unter den Tisch fällt und ehre der treue und verständige Sklave erwähnt wird?
    Wo mein Herr fast verleugnet wird, möchte ich nicht sein.

  • Alois
    Dezember 1, 2010

    Lieber Lavendel

    Aber in Bruderinfo tun wir uns im Namen Jesu zusammen. Jesus hat nicht gesagt dass man sich nur in einer Versammlung zusammentun kann. In der Versammlung kann man sich praktisch nicht mehr im Namen Jesu versammeln, sondern nur im Namen des sogenannten „t.u.v.Sklaven“. Jesus darf dann in der 2. Reihe auch erwähnt werden.

    Ich bin mir sicher dass es nicht erforderlich ist die Zusammenkünfte zu besuchen um die Gnade unseres Vaters Jehova zu erhalten. Nur den Glauben an Jehova und seinen Sohn den sollten wir uns bewahren.

  • Lavendel
    Dezember 1, 2010

    Lieber Mäusle,

    ich kann nur beschreiben, wie ich das empfinde, was das Verlassen der Versammlung betrifft.

    Ich weiß, daß der Wald grün ist. Mit dieser Einstellung treffe ich mich. Die anderen sagen immer wieder: Der Wald ist rot. Nicht wahr Lavendel? Ist der Wald rot? Bestätige und unterstreiche es – DER WALD IST ROT!

    Argumentiere ich in Richtung grün, schneide es nur mal an, dann kommt Stress auf.

    Mir geht es dabei nicht gut. Daß nach unserem Wegbleiben nicht einer unserer engen Freunde einmal nachfragt, bestätigt mir, daß ich dort auch nichts verloren habe.

    Zumal man mich als zu liberal und lau ansah, weil ich sogenannten „Schwachen“ gegeüber besonders liebevoll war, statt sie zu schneiden. Gerade diese Menschen ließen mich nicht fallen, obwohl ich nicht mehr die Versammlung besuche.

    Ich kann mir die falschen Lehren nicht passiv anhören, dann könnte ich auch in die evangelische oder katholische Kirche gehen, und mich in Liebe üben.

    Ich denke, daß es auch zur Gnade unseres Herren gehört, daß man seinem Gewissen folgen kann, ohne verurteilt zu werden.

  • Mäusle
    Dezember 1, 2010

    Liebe/r Lavendel,

    ich hoffe doch, dass Du mich richtig verstanden hast.

    Weder ich noch sonst irgend jemand hat das Recht, über andere zu urteilen.

    Wenn Dir Dein Gewissen sagt, es ist besser, wenn Du die VS verlässt, so wäre es grundverkehrt, aus ZWANG dennoch dort zu bleiben.

    Ich darf Dir einen Text aus der Bibel zitieren:

    In Joh. 14:1-4 sagt Jesus, dass es im Haus seines Vaters viele Wohnungen gibt.

    Jesus bezog sich mit nichten auf eine strenge, dogmatische Form oder eine Richtung.

    Dass der einzelne evtl. in seinen Entscheidungen unsicher war, sah Jesus ebenfalls, denn er sagte zuvor im Vers 1,“ MACHT EUCH KEINE SORGEN.“

    Es ist meines erachtens egal (ich zitiere jetzt Deine Worte)
    ob der Wald grün, rot, blau oder gelb ist.

    Wichtig ist, dass das Wasser, um den Wald zu bewässern, Zugang zu den Pflanzen hat.

    Mit dem Wasser könnte man Jehova und Jesus vergleichen.

    Sie selbst, nicht ein Bruder, nicht die VS und nicht die WTG sehen, ob die Bäume nützlich sind um ihnen Aufmerksamkeit zu schenken.

    Auch Dein Weggang ist wichtig. So muss der „Sklave“ in Deinem Fall und bei vielen anderen, welche die „Organisation“ verlassen haben, die schmerzliche Erfahrung mit erleben, dass ihre Macht schwindet.

    Jesus betonte in Joh.16:1

    Man wird euch aus der Synagoge ausschließen. Ja die Stunde kommt, da jeder, der euch tötet, meinen wird, er habe Gott einen heiligen Dienst erwiesen.

    Dann erwähnt Jesus weiter, dass er, auch wenn er weg ist, uns einen Helfer zurück läßt und zwar den heiligen Geist.

    Nicht eine Org. oder eine Gesellschaft, nein, den heiligen Geist.

    Dieser Geist wirkt in einzelnen Personen.

    Einzigste Voraussetzung, ob der Geist wirken kann, ist unser Verhältnis zu Jehova oder Jesus, ganz gleich ob ausgeschlossen oder nicht.

    Somit spielt es keine Rolle ob jemand augeschlossen ist (es sei denn er verleugnet Jesus und/oder Jehova), wichtig ist der Glaube und die Herzenseinstellung.

    Liebe Grüße Dein Bruder @Mäusle

  • Mäusle
    Dezember 1, 2010

    Hallo Liebe Brüder,

    ich lese immer wieder, dass es glücklich macht, sich von
    dem Volk Jehovas zu trennen oder dass die Konsequenz der
    dauernden Teilnahme hier bei @Bruderinfo dazu führt, dass mann sich früher oder später von den ZJ trennen wird.

    Ist das aber notwendig oder sinnvoll?

    Ohne hier den Eindruck zu erwecken, dass ich für die „Organisation“ sprechen möchte.

    Es geht UM DAS VOLK JEHOVAS.

    Welchen Vorteil hat es sich von der Versammlung zu trennen?

    Kann nicht vielmehr UNSERE ZURÜCKHALTENDE, BEISPIELHAFTE BARMHERZIGKEIT UND VOR ALLEM UNSER LIEBEVOLLES VERHALTEN
    dazu beitragen, dass sich andere Gedanken machen WARUM WIR ANDERS SIND?

    Können wir in der VS nicht einen positiven Einfluss bewirken?

    Ich möchte auf keinen Fall jemanden einen Vorwurf daraus machen, wenn er sich von der Versammlung trennt.

    Die Gründe sind im einzelnen sicher verschieden und niemand hat das Recht, über andere zu urteilen, weil nicht wir in das Herz schauen können, sondern dass es Jehova ist, der uns beurteilt.

    Auf der anderen Seite bitte ich auch die zu verstehen, die trotz all ihrer Bedenken über das Verhalten der WTG IN DER VERSAMMLUNG bleiben.

    Hier wurde schon in einigen Beiträgen auf Elia Bezug genommen.

    Elia fühlte sich auch alleine und konnte es fast nicht verkraften, dass SEIN VOLK sich der Baalsanbetung angeschlossen hat.

    HAT ELIA SICH DESHALB VON DEN ISRAELITEN GETRENNT?

    HAT ER SICH VON JEHOVA GETRENNT?

    Der Apostel Paulus nimmt in seinem Römerbrief im Kapitel 11 Bezug wenn es dort ab Vers 3-6 heißt:

    3 „Jehova, sie haben deine Propheten getötet, sie haben deine Altäre ausgegraben, und ich allein bin übriggeblieben, und sie trachten mir nach der Seele.“

    4 Doch was sagt ihm der göttliche Ausspruch? „Ich habe siebentausend Männer für mich übrigbleiben lassen, [Männer,] die das Knie nicht vor Baal gebeugt haben.“

    5 So hat sich nun auch in der gegenwärtigen Zeitperiode ein Überrest gemäß einer Auserwählung zufolge unverdienter Güte gezeigt.

    6 Wenn es nun durch unverdiente Güte ist, ist es nicht mehr zufolge von Werken; sonst erweist sich die unverdiente Güte nicht mehr als unverdiente Güte.

    Offenbar hatte Paulus ähnlich Probleme, denn zuvor zeigt er deutlich, DASS JEHOVA SEIN VOLK nicht verwirft.

    Deshalb, so finde ich, sollte es nicht unwillkürlich so interpretiert werden, dass jeder hier teilnehmende, sich irgend wann von der Versammlung trennen wird.

    Paulus sagte in Römer 12:3 weiter:

    Denn durch die unverdiente Güte, die mir verliehen worden ist, sage ich jedem, der sich unter euch befindet, nicht höher von sich zu denken, als zu denken nötig ist, sondern so zu denken, daß er gesunden Sinnes sei, jeder, wie Gott ihm ein Maß des Glaubens zugeteilt hat.

    So ist es hier wichtig, dass wir Akzeptieren, wenn sich jemand von der „Organisation“ trennt, und diejenigen, die in der Lage sind in der Versammlung zu bleiben, sollten aber auch verstanden werden.

    LG

    Mäusle

  • Bruderinfo
    Dezember 1, 2010

    Lieber Mäusle,
    vielen Dank für deine Worte. Es ist sehr erstaunlich wie schön du es mit dem Römerbrief beschreibst. Du sprichst uns aus dem Herzen. Du schreibst: Können wir in der VS nicht einen positiven Einfluss bewirken? Genauso ist es. Wir dürfen hier dennoch nicht vergessen um was es geht. Es geht im Leben nicht darum ob jemand in der Versammlung ist oder nicht sondern es geht darum das jeder seinen ganz persönlichen Weg zum Vater und Sohn findet. Es geht nicht darum Brüder zu verurteilen wenn Sie nicht mehr in die Versammlung gehen möchten oder umgekehrt zu verurteilen wenn Sie gehen. Jesus sagte „Ihr alle seit Brüder“. Dieses „Brüder sein“, sprich die Liebe zu leben, und zwar in seinem täglichen Leben, dass ist wichtig. Seine „Meinung“ frei äußern zu dürfen unter Brüdern, dass ist wichtig. Dafür treten wir ein. Ihr da draussen seit „Brüder“ eine Brüderschaft, aber nur dann wenn „Ihr“ Eure von Gott gegebene Freiheit nicht einschränkt oder euch in „geistige Ketten“ legen lässt. Denkt daran wie mutig die ersten Christen waren. Seit auch wieder so mutig ob in der Versammlung oder ausserhalb. Versteht bitte das dieses Bruderinfo-Portal für euch ist. Diese Seiten hier sind kein Dogma, nur Darlegungen die zum nachdenken anregen. Wir sollten uns gegenseitig ermuntern und helfen. Wir wissen das dies nicht leicht ist. Der schmale Weg ist nun eben nicht leicht. In brüderlicher Verbundenheit, eure Brüder von Bruderinfo.

  • Alois
    Dezember 1, 2010

    Hallo Mäusle

    Du sprichst mir aus dem Herzen! Nach meinem Verständnis ist es gut, trotz der falschen Lehren der Organisation ein Zeuge Jehova zu bleiben. Denn gemäß den Prophezeihungen der Bibel und unserem Verständnis handelt Jehova bis auf wenige Ausnahmen, nur mit seinem Volk, den Zeugen Jehovas. Jehova lässt einen kleinen Überrest aus seinem Volk übrig.

    Jesaja 1:9
    Wenn Jehova der Heerscharen uns nicht einen gar kleinen Überrest gelassen hätte, wie Sodom wären wir, Gomorra gleich geworden.

    Jeremia 4:27
    Denn so spricht Jehova: Das ganze Land soll eine Wüste werden; doch will ich es nicht gänzlich zerstören.

    Jesaja 10
    20. Und es wird geschehen an jenem Tage, da wird der Überrest Israels und das Entronnene des Hauses Jakob sich nicht mehr stützen auf den, der es schlägt; sondern es wird sich stützen auf Jehova, den Heiligen Israels, in Wahrheit.
    21. Der Überrest wird umkehren, der Überrest Jakobs zu dem starken Gott.
    22. Denn wenn auch dein Volk, Israel, wie der Sand des Meeres wäre, nur ein Überrest davon wird umkehren. Vertilgung ist festbeschlossen, sie bringt einherflutend Gerechtigkeit.

    Jesaja schreibt eindeutig, dass es nur einen Überrest gibt der umkehrt und sich zu dem starken Gott Jehova bekennt. Der schwache Gott ist der Baal oder heute die Organisation. Es ist immer nur vom Volke Jehovas die Rede.
    Ich denke und si schreibst Du es auch, es geht weniger darum ob man regelmäßig, unregelmäßig oder gar nicht die Zusammenkünfte besucht. Es geht darum dass wir uns zum Volke Jehovas zugehörig zählen. Das machen die Organisationstreuen ZJ auch, aber sie dienen Jehova und besonders Jesus nicht mit ungeteiltem Herzen. Das sollte der Unterschied sein zwischen uns und den meisten Brüdern und Schwestern der ZJ. Somit sollte sich selbst ein Bruder der ausgeschlossen wurde sich weiterhin zum Volke Jehovas zählen, auch wenn er nicht mehr Kontakt zu einer Versammlung hat.

    Vorgeschattet wurde das ganze zum Beispiel durch die Geschichte von David und Absalom:
    Absalom (die Organisation) hat sich in das Tor gesetzt und hat dem Volke Recht gesprochen. Zu David (Jesus) kamen nur noch wenige durch. Das Ende ist bekannt, obwohl David (Jesus) mit seinen treuen Männern absolut in der Minderheit war, hat er mit der Hilfe Jehovas die Streitfrage wer der König ist gewonnen.
    Absalom hatte Haare wie Frauenhaare, ein prophetischer Querverweis auf die Isebel, also die falschen Lehren des Baal, heute der Organisation. (2.Sam. Kap.15-18)
    Am Ende hat David (Jesus) sogar darüber geweint dass Absalom (die Organisation) gestorben ist. Schließlich war Absalon (die Organisation) sein Sohn.
    Auch steht in der Geschichte dass Absalom 40 Jahre so tat, aber das kann damals gar nicht so gewesen sein, weil David nur insgesamt 40 Jahre regiert hat. Die 40 Jahre sind Heute zu suchen, sobald die Organisation vernichtet ist, sind die 40 Jahre um. Danach regiert David (Jesus) uneingeschränkt.

  • Bob
    Dezember 1, 2010

    Lieber Alois,

    ich schätze Deine Gedanken und bin ganz bei Dir, wenn es darum geht den Bezugsrahmen zu reflektieren, wer zum Volk Gottes gehört und wer nicht. Wenn ich Dich richtig verstanden habe,
    ist die Zugehörigkeitsbestimmung von der Haltung des Einzelnen abhängig und nicht von organisatorischen Ausschlusskriterien. Der Gedanke ist wichtig, weil damit jemanden der die Gemeinschaft verlassen hat, nicht automatisch (wie oft im Zeugen Jargon zwischen den Zeilen üblich) die Gunst Gottes versagt werden kann, in den Gemeinden wird das ja gemeinhin als solches hingestellt („er war nicht von unserer Art“). Das kritische selbstverantwortete Denken sollte den Einzelnen dann die Nähe Gottes bewahren helfen. Mich würde in diesem Zusammenhang interessieren, welche Grenzziehungen Du meinst, wenn Du vom „Volk Gottes“ sprichst? Sind damit auch Grenzen jeneseits der organsierten Zeugen Jehovas gemeint?

    Ich bin selbst schon seit über 30 Jahren getauft, war in vielen verschiedenen Dienstzweigen aktiv, und habe vor ca. drei Jahren entschieden, kein Amt mehr zu übernehmen. Der Grund lag vor allem darin, dass ich das Vertrauen unserer Organisation in das eigene Denken der Brüder vermisste (vgl. meinen Kommentar) und viele banale und unnötige Forderungen und Gewissenseinreden von der Bühne auch nicht vertreten wollte. Zumal die Überbetonung des Predigtdienstes der Versammlungsatmosphäre sowieso schadet. Ich bin auch der Meinung, dass es wichtig ist, in der Gemeinde zu bleiben, soweit man glaubt und in Teilen wirklich fühlt, dass hier ein echtes Bedürfnis in die Nähe Gottes vorzufinden ist. Ich glaube, dass viele Brüder und Schwestern dieses Ansinnen in Tat und Denken vertreten, viele aber auch durch ihre Worthülsen eher befremdlich auf mich wirken. Viele sehe ich in der Routine organisatorischer Verfahrensweisen und oberflächlicher organisationsgerichteter Loyalitätsbekundungen nahezu ersticken, und das einst lieb gewonnene an biblischer Weisheit immer mehr verschüttet wird. Aus der Leidenschaft der Sinnsuche wurde die Gewöhnlichkeit routinierter Funktionserfüllung. Wir dürfen keiner Organisation, keinem Menschen erlauben, uns das zu nehmen, was uns einst Herzenswunsch war. Die Nähe zu gottesfürchtigen Menschen, das ernsthafte Suchen in der Wahrheit Gottes, das Gefühl, nicht in eine kalte Gefühlswelt zurückgeworfen zu sein. Heute sehe ich vieles nicht mehr so ausschließlich: ich mache die Suche nach der Wahrheit nicht mehr an organisatorischen Grenzen fest, und genau das gibt mir die neue innere Freiheit, in der Gemeinde der ZJ zu verbleiben. Zugegebener Weise ist man oft innerlich zerissen, was das äußere Tun und die innere Haltung angeht, ich bin aber gerade dabei dies zu ordnen: wenn man kein Amt innehat, vielleicht auf seinem Berichtszettel nur aktiv draufschreibt (natrlich weit gefasst, weil der Dienst an unseren Brüder, unser alltägliches Lebenszeugnis, alles Dienst ist) oder am besten gar keinen mehr abgibt (das ist mein Weg, der Bericht an sich schon entehrt den Glauben, was soll hier gemessen werden?), hier und da in die innere Emigration flüchtet, dann geht die Zerissenheit schon auszuhalten, zumal es immer einige Brüder gibt, die dennoch ein grosses Vertrauen in meine Person haben, weil sie ahnen, dass sie nicht aufpassen müssen, was sie sagen. So weiss ich sehr gut zu wissen, wie es um meine Brüder bestellt ist. Das stimmt mich zuversichtlich, weil ich weiss, dass ich als Mitbruder als Ganzes und nicht als Funktionsträger geachtet bin. Hat man einmal diesen Status erreicht, lässt es sich aushalten. Aber viel wichtiger sind für mich folgende Einsichten: ich gehe davon aus, dass allein Glaube und Haltung entscheidend sind und nicht die Zugehörigkeit zu einer menschlichen Organisation. Das wahre Volk Gottes ist keine sichtbare Organisation, sondern unsichtbar. Nur Gott weiss, wer in seiner Gunst steht. Kein Mensch darf einem anderen Menschen die Nähe zu Gott absprechen, zumal sich dieser bemüht in der Nähe Gottes sein zu wollen. Gott in Geist und Wahrheit anzubeten ist in erster Linie Haltungssache, das führt letzlich zu ehrlicher Bescheidenheit, was das Urteilen über andere angeht. Kein Mensch, keine Organisation darf voreilige Urteile über den Glauben anderer fällen. Christsein heisst für micht, großzügig sein im Denken, ein wahrer Christ ist ein freier Mensch und niemand Irdischem untertan. Wer den Worten von Jesus viel Raum in seinem Herzen gibt (Kol. 3:16), eine kontinuierliche Gebetshaltung lebt (1. Thess. 5:17), die Freundschaft zu Gott stetig pflegt, wird auch immer allen Grund haben, sich der biblischen Verheissungen zu freuen, auch wenn dieser sich mal ausserhalb von organisatorischen Grenzziehungen bewegt. Wenn es einmal gelingt, das Grenzdenken, das Bewertungsdenken abzuschütteln, den Wert echter offener Kommunikation mit selbstständig denkenden Brüdern erfahren zu haben, dann fällt es auch nicht schwer in der Versammlung zu verweilen. Man muss nur ein völlig neues Vertrauen in sich und sein ganz persönliches Verhältnis zu Gott gewinnen, dann kann man bei dem einen oder anderen Denkdiktat ganz gelassen bleiben. Allerdings macht es viel Arbeit, die innere Zerissenheit ins Konstruktive zu wenden. Wer allerdings die Versammlung einmal wechselt, wird diese Arbeit wieder von Neuem bewältigen müssen. Auf Dauer kann das sehr belasten. Ich verstehe meine Brüder ganz gut, die das nicht mehr aushalten, ermutigen tue ich sie dennoch, ihre neue Rolle sinnvoll zu interpretieren. Die Versammlung ist nicht das Eigentum der Organisation, sondern wir sind ein Teil der weltweiten Gemeinde Christi. Es tut mir weh dabei zuzusehen, wie die tiefen Dinge unseres Herrn auf Leistung, Funktion und Routine reduziert werden. Der Glaube und die biblische Wahrheit als Ganzes haben genug Macht, sich diesem entgegenzustellen. Aus diesem Grund bleibe ich in der Versammlung, und wenn alles mal zu viel wird, gerne auch mal mit Auszeit. Ich bin davon überzeugt, dass unser Gott das versteht, weil ich auch davon überzeugt bin, dass die gegenwärtige Versammlungskultur dem Geist christlicher Freiheit in Teilen widerspricht.

    Euer Bob

  • Alois
    Dezember 1, 2010

    Lieber Bob

    Deinem Kommentar kann ich nur zustimmen.
    Du hast glücklicherweise vor drei Jahren den breiten Weg verlassen und den schmalen Weg gewählt der zum Leben führt!
    Danke unserem Vater Jehova und seinem Sohn dafür!

    Zu Deiner Frage wer zum Volke Jehovas gehört:

    Ps. 34:12
    Glückselig die Nation, deren Gott Jehova ist, das Volk, das er sich erkoren zum Erbteil!

    Ps. 144:15
    Glückselig das Volk, dem also ist! Glückselig das Volk, dessen Gott Jehova ist!

    Jeremia 14
    9. Warum willst du sein wie ein bestürzter Mann, wie ein Held, der nicht zu retten vermag? Du bist doch in unserer Mitte, Jehova, und wir sind nach deinem Namen genannt; verlaß uns nicht!
    10. So spricht Jehova zu diesem Volke: Also haben sie geliebt umherzuschweifen, sie hielten ihre Füße nicht zurück; und Jehova hat kein Wohlgefallen an ihnen: Nun wird er ihrer Missetaten gedenken und ihre Sünden heimsuchen. –

    Amos 3:1-2
    1. Höret dieses Wort, das Jehova über euch redet, ihr Kinder Israel, über das ganze Geschlecht, welches ich aus dem Lande Ägypten heraufgeführt habe!
    2. Indem er spricht: NUR EUCH habe ich von allen Geschlechtern der Erde erkannt; darum werde ich alle eure Missetaten an euch heimsuchen.

    Nur Israel wurde von Jehova aus allen Geschlechtern der Erde ausgewählt, wie es Jehova Abraham versprochen hatte und mit seinem Enkel Jakob = Israel seinen Anfang nahm. Andere Völker hatten normalerweise keine Möglichkeit zu Jehovas Volk zu gehören. Es gab nur ganz wenige Ausnahmen. Es war auch nicht möglich das Volk Israel zu verlassen, denn man hat zum Volk aufgrund seiner Abstammung gehört.

    So auch Heute, Jehova hat sich ein Volk aus den Nationen ausgewählt. Das sind die Zeugen Jehovas. Wer sich einmal zu Jehova bekannt hat und weiter bekennen möchte, der gehört zum Volke Jehovas.
    Zum Volke Jehovas gehören aber auch:
    Die Ausgeschlossenen welche aber weiter an Jehova glauben,
    die sogenannten Untätigen welche sporatisch die Zusammenkünfte besuchen,
    die an Jehova glauben und gar nicht mehr die Zusammenkünfte besuchen.
    Es ist einfach gesagt eine Herzenssache jedes Einzelnen und keine Entscheidung eines anderen Menschen.

    Es gehören aber nicht Menschen dazu, welche nicht Jehova (oder so ähnlich) ihren Gott nennen. Auch nicht wenn sie ganz gute liebevolle Menschen sind. Denn auch in den Nationen rings um das damalige Volk Israel gab es Unmengen von guten Menschen.

    Die Organisation hat kein Recht zu bestimmen wer zum Volke Jehovas gehört. Die Organisation hat biblisch gesehen kein Recht die Gemeinschaft zu entziehen. Im alten Volk Israel konnte man auch niemanden des Landes verweisen. Das geht nicht einmal Heute, z.B. wer einen deutschen Pass hat kann nicht abgeschoben werden.
    Das was die Organisation mit den Gemeinschaftsentzügen macht ist prophetisch eher mit Mord und Todschlag zu vergleichen. Denn wenn ein Zeuge Jehova wegen eines Gemeinschaftsentzuges tatsächlich die Anbetung Jehovas einstellt, dann ist das nichts anderes als Mord, weil sie vom ewigen Leben abgeschnitten wurden.
    Ich wollte am Tage des Gerichts nicht in der Haut mancher Ältesten stecken.

  • Peter
    Dezember 1, 2010

    Lieber Bob,
    habe gerade deinen Kommentar hier bei Bruderinfo gelesen. Er ging mir so zu Herzen das ich feuchte Augen bekam. Das was du erfahren hast ist auch meine Erfahrung, der ich schon viele Jahrzehnte als Ältester in einer Versammlung diene. Schon lange denke ich darüber nach mein Dienstamt niederzulegen. Die Gründe sind die gleichen wie du sie hier geschildert hast.

    Doch auch ich habe immer das Gefühl meine Brüder durch diesen Schritt zu verraten und im Stich zu lassen. Viele vertrauen mir. Ich kann allerdings deine Erfahrung in dieser Situation gut verstehen, und sie gibt mir Mut weiter für die Brüder dazu sein, egal ob als offizieller Ältester oder als „nur Bruder“ in der Versammlung, den darüber muß ich noch nachdenken.

    Nochmals danke für die schönen Gedanken, und ich freue mich hier vieleicht wieder etwas von dir zu lesen, so wie ich mich immer über die ausgezeichneten Themen hier bei Bruderinfo freue.
    Ich werde versuchen diese guten Gedanken auch den Brüdern in meiner Versammlung indirekt zukommen zu lassen.
    In diesem Sinne alles Gute und danke an alle
    Peter

  • Matthäus
    Dezember 1, 2010

    Lieber Peter, diesen Schritt den du erwägst ist ein schwieriger, diese Verantwortung kann dir keiner abnehmen. Auch ich habe nach 15 Jahren des Ä-Amtes meine Verantwortung zurückgegeben, weil ich nicht mitverantwortlich sein wollte an der Heuchelei von anderen etwas verlangen – einfordern, was wir alle nicht erfüllen können.

    Ich kann dir nur empfehlen das Buch von R. Franz zu lesen „Der Gewissenskonflikt“ ,

    wie das Thema schon aussagt, auch er konnte es nicht mehr mit dem Gewissen vereinbaren die Entscheidungen mitzutragen.

    Ein Mann dessen Liebe und Ergebenheit seinem himmlischen Vater und seinem Sohn galt – dies ist was zählt ! Und hier das gleiche Problem – solche werden durch den Gemeinschaftsentzug mundtod gemacht – früher zur Zeit der Inquisition wurden solche Leute auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Frage darf gestellt werden: Hat Jesus so gehandelt?

    Vielleich ist das eine kleine Chance der LK klar zu machen – wenn sie so weitermachen, können sie sich irgendwann selbst weiden – hierbei fällt mir allerdings die Stimme Hesekiels im Kap. 34 ein – nicht gerade löbliche Worte für diese Hirten die so handeln!

  • Sunshine
    Dezember 1, 2010

    Hallo Bob,
    mit Deinen Kommentaren hast Du die hervorragende Gabe, das was oft nur fühlbar und nicht fassbar schien, in geniale Zusammenhänge zu bringen um ein Gesamtbild zu erkennen.
    Ich danke Dir persönlich sehr dafür. Wie die meisten Mitschreiber auch bestätigen ist die unoffene Weise wie innerhalb der Versammlungen kommuniziert wird ein großes Dilemma. Sich ständig in einer Position der Rechtfertigung sehen zu müssen ist nicht gesund und noch weniger christlich. Auch ich hatte in der Vergangenheit versucht Dinge „anders“ zu beleuchten die Liebe und Anteilnahme in denVordergrund zu stellen, sowie mit aufrichtiger Begeisterung eine positive Stimmung unter den Brüdern zu entfachen. Dies ist mir auch gelungen, bis zu dem Punkt als ich wiederholt darauf angesprochen wurde, warum ich mich nicht an die Rede -Manuskripte der Org. halte. Ab diesem Zeitpunkt begann für mich eine starkte Reflextion über die christliche Freiheit. Ich habe dann bewusst die Grenzen der Org. für Informationen zum Hinterfragen von Glaubeninhalten und deren Sichtweisen verlassen. Das hat mir einerseits gutgetan, andereseits führte es genau zu dieser Zerrissenheit, welche Du beschrieben hast. Da ich mich aber nicht verbiegen lasse, habe ich den Weg gewählt mein Dienstamt abzugeben. Die Brüder haben es sehr bedauert und tun es noch heute. Aber es geht nicht, unter diesen org. Vorraussetzungen etwas darzulegen oder auszuarbeiten, wenn man dabei sein christliches Gewissen vergewaltigen müsste. Das mit dem Bericht handhabe ich inzwischen genauso. Es ist für mich heute immer noch ein unglaubliches Phänomen, wie sich die Org. zu diesem Wächter über den Glauben der Brüder erheben konnte! Eine Erklärung warum ich das eine lange Zeit mitgetragen habe hilft mir ungemein: Ich stehe inzwischen auf dem Standpunkt dass es einfach eine Frage der persönlchen Entwicklung des Einzelnen ist, wann und ob er zu solchen Einsichten kommt. Vielleicht ist eine gewisse Feinfühligkeit oder Sensibilität dafür besonders hilfreich.
    Ich finde Deine Anregung -für die Brüder ein Anlaufstelle zu sein, wo Sie offen sprechen können – sehr kreativ und praktiziere das wo immer es angebracht ist. Jedoch muß ich feststellen, dass das Diktat der Org. gewichtiger ist und es nicht wirklich gelingt die Brüder zum Hören der Stimme des Herrn zu bringen. Die Angst ist allgegenwärtig. Wirklich unglaublich! Ich kann jeden verstehen der sich diesem Druck und der Zerrissenheit nicht mehr stellen will. Bei all diesen Gedanken welche hier zusammengefasst wurden, bleibt am Ende die persönliche christliche Last der Verantwortung und wie ich selbstbewusst damit umgehe. Diese kann uns niemand abnehmen. Und diese trage ich gerne, denn es ist MEINE gewählte Last. Es ist meine Entscheidung in enger Absprache mit meinem Gott Jehova. Niemand kann und darf das be – oder verurteilen ohne sich über den Glauben seines Mitbruders/ Mitschwester zu erheben. Keine Org. ist im Besitz eines kollektiven Glaubens. Eine Org kann ein Dogma oder ein Glaubensbekenntnis formulieren, doch der Glaube ist und bleibt eine ganz persönliche Sache zwischen den beiden Parteien -Gott und Mensch. In den vergangen Jahren habe gelernt mit Mut die biblischen Sichtweisen zu vertreten. Trotzdem ist intern immer eine gewisse Vorsicht (keine Angst) angebracht, wenn man in der Versammlung verbleiben will. Deine Kommentare Bob tun einfach gut und haben mich motiviert Euch an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen. Ich glaube allerdings nicht dass sich dadurch die Org. ändert, dazu bedarf es einer höheren Macht!

    Liebe Grüße
    Sunshine

  • Matthäus
    Dezember 1, 2010

    Lieber Bob!

    Deine Einschätzung – z.B.: „Kein Mensch darf einem anderen Menschen die Nähe zu Gott absprechen, zumal sich dieser bemüht in der Nähe Gottes sein zu wollen. Gott in Geist und Wahrheit anzubeten ist in erster Linie Haltungssache, das führt letzlich zu ehrlicher Bescheidenheit, was das Urteilen über andere angeht. Kein Mensch, keine Organisation darf voreilige Urteile über den Glauben anderer fällen.“

    …sind völlig korrekt – doch was tun wenn Älteste sich über diese richtige Feststellung hinwegsetzen?
    Wenn eine – bei kritischen Bemerkungen immer wiederkehrende – Frage lautet: „Wie stehst du zum trvSk?“ und damit von dir erwarten diesem mehr Achtung zu erweisen als dir dein Gewissen oder deiner Erkenntnis der Schrift abverlangen.

    Zumindest in unserer Versammlung siehst du dich schneller als gewollt der verruchten Anklage des abtrünnigen gegenüber. Da kannst du zu 100% versichern daß alles was die Bibel sagt für dich Gesetz ist – du hast Menschen mehr zu gehorchen als dem Herrn der Versammlung, und damit auch all die falschen Lehren zu vertreten, die früher oder später so und anders sich als falsch herausstellen oder bereits heraus gestellt haben.

  • Joshua Gross
    Dezember 1, 2010

    Lieber Bob, ich tue mich sehr schwer damit meine Beobachtungen und die Gefühle die ich dabei habe in Worte zu fassen. Deine beiden Kommentare zu diesem Artikel sprechen mir sehr aus dem Herzen! Vielen herzlichen Dank! Ich habe mir beide Kommentare ausgedruckt und lese sie immer wieder und jedesmal wird mir warm ums Herz und ich bekomme feuchte Augen. Inzwischen gehöre ich in die Kategorie der Glaubensschwachen und Untätigen, dabei war ich Jehova noch nie näher als zu dieser Zeit und er war in den Details meines Lebens noch nie so present wie jetzt. Ich habe so unendlich viel gelitten unter dieser organisierten Religion das mein Herz sich fast von Jehova abgewendet hat, aber nun finde ich hier Trost. Du wohnst nicht zufällig im Rhein-Main-Gebiet, so das wir uns mal treffen und näher austauschen könnten?

    In christlicher Verbundenheit!
    Joshua

  • Bob
    Dezember 1, 2010

    Lieber Joshua,
    es freut mich, dass meine Gedanken Dir eine Hilfe sind. Ehrlich gesagt habe ich hier auch nur meine Zeugenzeit Revue passieren lassen. Schmerzliche Einsichten werden dann aber mit aufblühender Klarheit belohnt. Wir können unseren Gott dafür danken. Ich würde an Deiner Stelle die Selbstbezeichnungen „Untätig“ oder „Glaubensschwach“ von mir werfen,wer definiert das denn? Allein, dass Du das Gefühl hast, Dich Gott sehr nahe zu fühlen, ist schon ein Segen, den Du erfährst. Dein Glauben ist Deine persönliche Sache, Du weisst selbst ganz genau, wo du noch mehr Nähe zum Herrn suchen musst, lass Dich nicht von Menschen entmutigen, die ihre Identität, ihre sogenannte Frömmigkeit nur daraus beziehen, dass sie andere Menschen bewerten. Freue dich an dem Wort Gottes, freue Dich über die Brüder hier, die dich in keine Schublade stecken. Fühle dich verbunden mit Menschen, die den Mund halten können, wenn sie nichts zu sagen haben, und wenn sie etwas sagen, es um der echten Sorge um die Mitbrüder willen tun. Das gefällt unserem Gott. Und er wird uns nicht verlassen, soweit wir ernstlich nach ihm suchen. Was ernstlich ist, wissen nur wir aus unserem ehrlichen selbstverantworteten Gewissen heraus.
    Lieber Joshua, ich wünsche Dir, dass Du Dir die Freude und die Freiheit des Glaubens von keinem Menschen nehmen lässt. Ich wünsche Dir alles Gute, hoffnungsvolle Zeiten, und sei dir gewiss, dass es viele Brüder gibt, die sich dir verbunden fühlen, auch wenn dich so manche oberflächlichen Menschen als schwach bezeichnen, was für ein Begriff, wir sind alle unvollkommen, wir sind alle schwach, deswegen bedürfen wir ja gerade die Gnade unseres Gottes.

    Im Moment ziehe ich es vor, in der Anonymität zu verbleiben, ich gebe zu, virtuelle Begegnungen können nie die Qualität von wirklichen Begegnungen erreichen, ich verstehe auch dein tiefes Bedürfnis nach wirklichen Begegnungen, manchmal fühle ich dies ebenso, ich stelle mir gerne vor, wie schön es wäre, mit dem einen anderen Bruder hier im Forum von face to face zu diskutieren. Vielleicht kommt die Zeit noch. Momentan habe ich das Gefühl, dass sich viele hier im Forum erst ordnen müssen, den Kopf frei kriegen, neue Zugänge finden müssen, sich der Nähe Gottes wieder bewusst werden, zuviel hat das Funktionärstum der WTG verschüttet. Momentan ist es besser, wenn wir alle in der Anonymität bleiben, zuviele würde dieses Forum bestimmt gerne zerstört wissen,…ich bin mir auch ziemlich sicher, dass der WTG dieses Forum ein wirklicher Dorn im Auge ist. Wenn es auch weh tut, wir brauchen im Moment den Frieden der Anonymität.

    Sei mir ganz herzlich gegrüßt, mein Bruder

    Bob

  • Bruderinfo M.M
    Dezember 1, 2010

    Hallo Mäusle,
    zu deinen Kommentar mit der Frage : Versammlung verlassen ja oder nein, und deinen Hinweisen was wir alle Gutes bewirken können, wenn wir bei unseren Brüder in der Versammlung bleiben, solange man uns lässt, entspricht genau unseren Zielen.

    Der nächste Artikel hier in Bruderinfo wird deshalb das Thema haben; „Wohin sollen wir gehen“
    Er wird Ende dieser Woche veröffentlicht, und wir denken, er wird helfen, auf diese von vielen Brüdern gestellte Frage eine Antwort zu finden.
    Seid alle lieb gegrüßt
    Bruderinfo M.M

  • Micha
    Dezember 1, 2010

    Liebe Brüder!
    Es ist schön diese vielen aufrichtigen Gedanken zu lesen.
    Sie sind sehr gut formuliert und gehen zu Herzen.
    Besser kann man die vielen aufrichtigen Kommentare und Gedanken
    nicht zum Ausdruck bringen.
    Danke!
    Ihr schreibt so wie viele aufrichtige Brüder denken.
    Das was jeder einzelne von Euch durchmacht, ertragen viele Brüder von uns.
    Auch meine liebe Frau und ich kämpfen zur Zeit den
    Kampf des Glaubens mit vorgeworfener Abtrünnigkeit aber
    dem Sklaven gegenüber, niemals gegenüber Gott und seinem Sohn.
    Die größte Hilfe um wieder einen inneren Frieden zu bekommen sind
    die Gebete, das Bibellesen und die erbauenden Gedanken von Bruderinfo.

    Gott hab Dank !

  • Matthäus
    Dezember 1, 2010

    …und was sagst Du jenen die sich nicht freiwillig trennen – die rausgeschmissen werden – weil sie der Lehre Jesu mehr Beachtung schenken und ihn als Herrn anerkennen? (z.B. KEINE Zeitangaben zur Aufrichtung des Königreiches akzeptieren – Jesus mahnt in Apg. 1:6,7 „…es ist nicht eure Sache über Zeitpunkte Kenntnis zu haben – dies hat Jehova in seine Rechtsgewalt gesetzt!“

    ..und die genau desswegen als böse Abtrünnige in die „Finstersnis“ geworfen werden?

    …die sich nicht dem Götzendienst schuldig machen wollen, weil sie GOTT mehr gehorchen wollen als Menschen – auch Menschengeboten keine Achtung erweisen wollen – im Bewußtsein weil damit ihre Anbetung vergeblich wird !

    Einigen wenigen mutigen Menschen ist es zu verdanken, daß der Prozess der Verachtung der schwarzen Rasse, ein Ende gestzt wurde. Solange es keinen „Aufschrei“ gibt wird die menschenverachtende Behandlung und damit Zerstörung der Familienbande weitergehen – und da muß sich jeder die Frage gefallen lassen: Ist das ein geistiges Paradies ?

  • Martin
    Dezember 1, 2010

    Liebe Bruder-Info Initiatoren,
    ich verfolge seid einiger Zeit Euere Bemühungen, der „biblischen Wahrheit“ vermehrt Geltung zu verschaffen. Ich bin mir noch nicht ganz im Klaren, wie selbstlos Euere aufopferungsvollen Bemühungen sind. Alles benötigt seine Zeit. Euer Aufsatz: „Befinden sich Jehovas Zeugen wirklich im geistigen Paradies“? ist sehr bemerkenswert. Ebenso die Kommentare z.B. von Bob u.a.. An dieser Stelle dachte ich auch einmal an all die vielen Pioniere, Sonderpioniere, Kreisaufseher, Missionare, Bethelmitarbeiter, usw. die Ihren Dienst aufgeben mussten, aus welchem Grund auch immer. Wie geht es eigentlich all diesen hingebungsvollen Vollzeitdienern nach ihrem Einsatz für „Jehovas Organisation“? Wie geht es ihnen im geistigen Paradies nach Ihrem Ausscheiden aus dem hingebungsvollen Dienst? Welche Erfahrungen machen sie im „geistigen Paradies“ in den Versammlungen? Wie ist der Lauf ihres weiteren Lebensweges? Ich habe dass Gefühl, dass auch diesen Brüdern Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. LG M.

  • Bob
    Dezember 1, 2010

    Hallo, liebe Br. und Sr.
    in der Tat erzeugt die Organisation mit Ihrer Dauerrede von „Liebe“,“geistiges Paradies“,“Gottes Volk“,“nur Jehovas Zeugen…“, „Festmahl“ und zahllosen, sich ständig wiederholenden Standardtermini eine künstliche Wirklichkeit von erklärter „Harmonie“, an die sie vermutlich selbst nicht glaubt. Jedenfalls habe ich nicht das Gefühl, dass der „verst. Sklave“ viel Verständnis für seine Schafe hat oder gar Vertrauen in diese setzt. Ansonsten müsste nicht ständig betont werden, keine Zusammenkünfte zu versäumen, Gehorsam sein, Demut zeigen, Dankbar sein, keinen Tag Kongress versäumen, bitte Notizen machen,vermehrter Dienst, das alljährliche auf Kongressen artig sein Ritual im Königereichsdienst beachten uvm. In einer wirklichen Bruderschaft müsste das alles gar nicht betont werden. Ich muss dem Kommentator „Leben wir..geistiges Paradies“ zustimmen, auch nach Jahrzehnten Zugehörigkeit bei den ZJ hat mich immer ein Unbehagen begleitet, eine Sehnsucht nach Offenheit und nach authentischen Begegnungen, die nie wirklich befriedigt wurde, eine stete innerlich gefühlte Distanz. In brüderlicher Gemeinschaft immer die gleichen Floskeln, verdeckte Rechtfertigungen, warum man etwas tut oder nicht tut, begegnete man einem predigenden Mitbruder in der Stadt und war selbst gerade nur am Herumlaufen, setzte die ganze Rechtfertigungsmechanik wiederum ein,(ja..heute nachmittag bin ich auch verabredet und….). Kurzum, das ganze Miteinander der Brüder hat häufig einen künstlichen Charakter. Der allgegenwärtige Formalismus, die Kommunikationsrituale, die umschriebenen Rechtfertigungen, die ständigen Loyalitätsbekundungen, die Frage-Antwort-Mechanik im WT Studium, was eigentlich kein Studium ist, eher ein Schlucken mit dem Kommentar „es hat geschmeckt“, wenn mir auch unwohl ist usw. haben grossen Schaden angerichtet. Die tiefen Fähigkeiten aufrichtiger liebevoller Kommunikation, toleranter Umgangsweisen und persönlicher Anteilnahme, die viele Menschen und Brüder in sich tragen, Eigenschaften von Gott mitgegeben, kommen im Kontext organisatorischer Diktate und Misstrauen repräsentiert durch unzählige Anweisungen, Briefe, Aufforderungen, Kontrollmechanismen, Gehorsamseinforderungen, kaum mehr zur Entfaltung. Das ist traurig und das kann auch nicht Gottes Wille sein. Wenn Glaube wirklich frei macht, dann müssen auch die Gedanken, die Rede frei sein und die Begegnungen echt. Stattdessen liegt vieles verschüttet, viele Stärken, Gedankentiefen und Fähigkeiten unserer Brüder und Schwestern werden in der formalisierten Reduktion unserer überorganisierten Christ sein – Wirklichkeit kommen kaum mehr zum Ausdruck. Es ist nicht gesund, wenn unser Weg zu Gott über Jesus mit zu vielen Zwischentüren zugestellt ist. Das macht müde und erzeugt Unmut. Gerade in der heutigen Zeit benötigen wir echte Wärme, eine echte gefühlte Bruderschaft, unvermittelt von organisatorischen Dominanzen. Die Selbsterhöhung des Sklaven zum Herrn muss kritisch beobachtet werden. Wir haben nur einen Herrn, und das ist Jesus Christus. Über Ihn geben wir unseren Gott ein Lebenszeugnis.Es ist nicht gut, wenn all die Guten Gaben und die vielen menschlichen Eigenschaften, die unsere Brüder in die Gemeinde einbringen, nicht zur Entfaltung kommen. Im Laufrad der Zusammenkünfte, im Dauertraining für unseren Leistungssport Predigtdienst, im ermüdenden Floskelschlagen bleibt kaum was von dem übrig, was wir wirklich brauchen: Verständnis, gegenseitige Zuwendung, ernst genommen werden, echte Liebe, freie Meinungsäußerung, kein Schubladendenken (stark, schwach, untätig, unregelmässig), kein Zahlenfetischismus, kein Berichtsdiktat, kein Ordnungswahn, kein Dauerdruck, kein Predigerklassensystem nach Leistungsprinzip …) Wer in der Versammlung wirklich Freude empfinden will braucht nur zwei Dinge: das ganz persönliche Bewusstsein in der Liebe Gottes und seines Sohnes zu sein, verbunden mit dem tiefen Bedürfnis genau diese Liebe in der Begegnung mit seinen Brüdern und seinen Mitmenschen zu leben. In Selbstverantwortung vor Gott, in der tiefen Überzeugung, dass alle Menschen, die Gott wrlich suchen, in seiner Gunst stehen, losgelöst von Exklusivitätsansprüchen, die nur zu Überheblichkeit und Selbstanmaßung führt. Unsere Organisation ist vermutlich immer mehr auf dem Weg in diese Falle zu tappen: wer sagt er stehe, der sehe zu dass er nicht falle. Der Glaube ist nicht Eigentum einer Organisation, wir haben in Gottes Wort den Schlüssel, der uns zu unserem Herrn führt. Das ist beruhigend zu wissen. Wir sind keine Unmündigen, die nicht lesen und schreiben können. Ich hoffe sehr auf eine Zeit, in welcher die Brüder wirklich ernst genommen werden, man ihnen wirkliches Vertrauen entgegenbringt in einem wirklichen Vertrauen zu Gott. Gott braucht keine Kontrollorganisation, die Gefühle formalisiert. Wir sind Menschen freien Willens und das muss zurückerobert werden.
    Ich gebe zu, dass ich daran nicht mehr Glaube. Unsere Organisation hat sich so sehr in die eigenen Strukturen verstrickt, die eine Wirklichkeit mit ganz eigener Dynamik haben entstehen lassen, so dass die darin sich bewegenden Akteure kaum anders können als was sie immer tun: formal agieren im Bewusstsein, es wird schon alles seine Richtigkeit haben, war ja auch immer so. Ich denke, viele sind Opfer eines Mythos, einer seltsamen Mischung von traditionell organisatorischen Denkmustern, verklärten Errungenschaften und Dingen, von denen man glaubt, dass sie nie anders sein könnten. Wir bewegen uns im Rad und Bruderinfo kann ich danken, dass dieses endlich mal zum Stillstand kommt, die eigenen Gedanken geordnet werden können und sich das Verschüttete langsam wieder dem Licht zeigt.

    Herzliche brüderliche Grüsse an alle und vielen Dank für Eure offenen Kommentare.

    Euer Bob

  • Shannon
    Dezember 1, 2010

    Zitat Bob:
    in der Tat erzeugt die Organisation mit Ihrer Dauerrede von “Liebe”,”geistiges Paradies”,”Gottes Volk”,”nur Jehovas Zeugen…”, “Festmahl” und zahllosen, sich ständig wiederholenden Standardtermini eine künstliche Wirklichkeit von erklärter “Harmonie”, an die sie vermutlich selbst nicht glaubt.

    Lieber Bob,
    das sind Mentaltechniken, wie NLP, Suggestion und leider auch Massenhypnose. Nichts Neues also, die großen Kirchen haben Jahrhunderte damit gearbeitet, die Werbung hat das schon lange entdeckt (Persil wäscht weißer als weiß) und auch die Politik nutzt inzwischen diese Tools via Massenmedien.

    So funktioniert der Mensch, man wird getriggert, von den Eltern, der Gesellschaft, dem Partner, der Werbung, der Religion.
    Du glaubst doch nicht wirklich, dass in den Spitzen der Organisation Führungskräfte sitzen, die das nicht beherrschen? Jedes Coaching basiert auf dieser Erkenntnis und jedes Führungskräfteseminar. Aber die Zeugen wurden jahrzehntelang dumm, arm und ruhig gehalten. Dumm, weil man nicht hinterfragt, ruhig, denn wer mit Suggestionen eingeschläfert wird, schläft weiter, arm, weil man im Zweifel nicht mal die finanziellen Möglichkeiten hat, einen guten Anwalt zu bezahlen, sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren. Denn wer eine eingeschränkte Wahrnehmung hat, sieht nicht, was außerhalb des Käfigs passiert.

    So und nun zu dem Thema Paradis: Erst wenn im inneren Paradies, also im eigenen Geist, all diese Gefühle wie Ruhe, Vertrauen, Liebe, Demut angekommen sind, kann man es auch im Außen wahrnehmen. Alles andere ist Illusion. Das hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Glauben an Jehova zu tun. Der Glaube an Jehova ist ein Weg, dieses Paradies zu finden, aber nicht der Einzige.

    Dazu gehört auch eine gehörige Portion Selbstliebe (das wäre auch ein Thema) die uns allen ab-erzogen wurde. Die Bibelstelle: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ wird spätestens dann zur Farce, wenn man alles tut, was von im außen erwartet wird, (vom Partner, von der Organisation, von Freunden) sich dabei aber selbst vergisst. Wie soll ich meinen Nächsten lieben, wenn ich nicht einmal in der Lage bin, mich selber zu lieben. Mit – ich bin ja so gut, aber keiner dankt es mir – also einem klassischen Märtyrerverhalten findet man das Paradies niemals, weder im außen, noch in sich. Und mit Liebe hat das auch nichts zu tun, höchstens mit gut funktionieren. Nur aus der Stärke heraus, kann man anderen helfen, egal auf welchem Gebiet immer.
    Diese Stärke nimmt aber die Organisation ihren Schäfchen, mit ganz simplen und einfachen NLP-Techniken.

    So, das war jetzt meine ganz persönliche Betrachtung dessen, was in der Gesellschaft vor sich geht. Und wenn man das innere Paradies gefunden hat, ist die frohe Botschaft von Jesus, dass sein Joch ein Leichtes ist, der Punkt, der mein Herz vor Freude zum Jubeln bringt.

    Und anstelle sich darüber aufzuregen, was die Organisation bisher so alles verbockt hat, wäre vielleicht auch ein wenig Verantwortung sich selber gegenüber gerechtfertigt. Einfach dafür die Verantwortung übernehmen, dass man es zugelassen hat, seinen Geist und das kritische Denken an der Gaderobe abzugeben, denn niemand hat uns dazu gezwungen.
    Jeder, der es so gemacht hat, darf die Verantwortung dafür übernehmen und sich sagen: „Ja, ich habe nur das getan, was die Organisation gesagt hat, ich habe niemals hinterfragt, ich habe es zugelassen und jetzt entscheide ich mich neu, für Jehova, Jesus unseren König und dem Studium der Bibel als einzige Richtlinie.“ Damit meine ich gesund, selbstbewußt und auch finanziell zumindest so, dass ich keine Not leiden muss. Beruflicher Erfolg, Freude, Gesundheit, ein gutes soziales Netzwerk, das einen auffängt, wenn man mal stolpert und Liebe stehen meiner ganz persönlichen Meinung nach in keinem Widerspruch zu den Lehren der Bibel.Ich glaube nicht, dass ich mich „geschlagen“ fühlen muss, um Jehovas Gnade zu empfangen.
    Das war jetzt meine ganz persönliche Meinung.

    Alles Liebe euch da draußen

  • Bob
    Dezember 1, 2010

    Liebe Shannon,
    ich kann Dir nur zustimmen, jeder sollte sich über die Motive seines Handels ehrlich und selbstkritisch Gedanken machen, Selbstverantwortung ist letztlich die Basis für eine stabile Identität. Auch die Selbstliebe ist essentiell für gute Werke. Nur wer innen wirklich zu Hause ist kann nach außen wirklich Gutes wirken. Eine balancierte Persönlichkeit ist letzlich auch die Voraussetzung in einem Forum wie diesem sich überhaupt äußern zu können. So manch einer würde bruderinfo als glaubensuntergrabend einstufen. Letztlich geht es aber nicht darum, sondern zu einem Zurückfinden an das, was uns einmal ursprünglich bewegte uns taufen zu lassen. Dieser Schritt ist, und das glaube ich von den meisten Brüdern, einer ehrlichen Bedürftigkeit nach Harmonie und dem Wunsch nach einer gerechteren Welt entsprungen. Menschen, die bedürftig sind, denken erst einmal nicht über Mentaltechniken nach, sie vertrauen erst einmal, und solange man nicht getauft ist, kümmern sich die Brüder ja um die betreffenden Personen. Sind sie dann getauft, sind sie auf sich alleine zurückgeworfen. Alte Freunde sind verschwunden, die „neuen“ haben keine Zeit, es gibt ja ständig etwas zu tun. Wenn ich mich jedoch gerade für einen neuen Weg entschieden habe, kann nicht sein was nicht sein darf. Es braucht lange Zeit, bis man ehrlich zu sich selbst sein kann, dass die idealisierte im Kopf gebastelte Welt nicht ganz so toll funktioniert, wie man uns glauben machen wollte. Die geistige Kompetenz Mechanismen durchschauen zu können, muss schwer erarbeitet werden, zumal von Menschen, die nicht gerade von Haus aus mit NLP und sonstigen suggestopädischen Instrumenten zu tun haben, das zunächst nicht leisten können. Man setzt ja die Bibel zunächst mit dem organisatorischen Rahmen unbewusst gleich. Der neue fühlt sich schwach, allerorts bekommt er eingeredet zur festen Speise voranzuschreiten, obwohl man doch bei der Milch bleibt. Dann sucht dieser sich seine neue soziale Ersatzwelt für die einst verlorenen „Weltfreunde“, in dieser Gefühlslage die volle Verantwortung für sein selbst zu tragen ist nicht einfach. Zumal einem wöchentlich eingeredet wird, das überall Gefahren lauern, die uns von unserem neu gefundenen Weg abbringen können.
    Und wenn man die wöchentlichen WT Artikel unter hermeneutischen und psychologischen betrachtet, fällt schnell auf, dass in einem Absatz ein Schreckensszenario entworfen wird, auf das die meisten Leser vermutlich nicht kämen, und in einem zweiten Schritt sofort aufgezählt wird, was man alles tun muss, um nicht Opfer dieses Szenarios zu werden. Auch werden die Gründe für Unbehagen in der Versammlung immer, wirklich immer bei den Brüdern gesucht, ein kritisches Hinterfragen der Strukturen findet nich statt. Es ist immer einfacher die Gründe beim Einzelnen zu suchen, als die Strukturen zu hinterfragen. Das macht auch weniger Arbeit. Selbstverantwortung ist leichter gesagt als getan, letztlich sind die Denkraster von der Taufe an vorgegeben, daraus auszubrechen kommt einer schmerzlichen Erfahrung gleich, eben die Erfahrung, dass ich mein Handeln an fragwürdige Bedingungen geknüpft habe.
    Der Glaubensweg sollte wirklich auch ein angenehmer sein, und du hast Recht Shannon, wenn Du sagst, man braucht sich nicht „geschlagen“ geben, um die Gnade Gottes zu halten. Ich finde diese Aussage sehr wichtig, denn oft geraten Brüder in Selbstzweifel und fühlen sich vor Gott schuldig, wenn Ihnen die Loyalität von Ihren so „geliebten“ Mitbrüdern aberkannt wird.Dann suchen diese wieder die Fehler bei sich, statt ihren Empfindungen zu vertrauen. Wiederum heißt es dann, nicht auf seinen eigenen Verstand zu bauen, zu studieren uvm., und man redet sich ein, dass dem wirklich so ist.Man ist jetzt in den Fängen des Bösen und wir flüchten uns in Aktivismus, um daraus wieder herauszukommen. Geht es mir gut, muss ich noch mehr tun, geht es mir schlecht, bin ich zu schwach. Wie man es dreht und wendet, der Einzelne sucht die Gründe immer bei sich. Wirkliche Selbstverantwortung geht aber nur, wenn der ganze Denkrahmen in welchen ich mich bewege, auch wirklich offen und für die eigene Wahrnehmung auch transparent ist.

    Und jetzt folgt die ganz zentrale Frage bezüglich unseres Missionsauftrages: wenn ich das alles weiss, selbst unter den Mechanismen leide, aknn man dann noch guten Gewissens Menschen für die Versammlung gewinnen. Grundsätzlich sollten wir unser Ansinnen und unser religiöses Handeln ethisch hinterfragen, was für ein Menschenbild vermitteln wir, was kann ich verantworten und was nicht. Da Reformen im Moment nur schwerlich möglich erscheinen, die ganze Organisation in ihrem Anspruch zur Disposition steht, dann ergeben sich daraus unmittelbar Konsequenzen für unseren christlichen Auftrag. Es gehört auch zu unserer Selbstverantwortung, mit anderen Menschen verantwortlich umzugehen, zumal diese oft bedürftig und mancherorts seelisch labil sind, diese sind es ja letztlich, die in unserem Land noch zur Versammlung stossen, …wie können wir verantworten, diese für eine Gemeinde zu gewinnen, in welcher man sich selbst nicht wohlfühlt. Und dieses Wort gilt auch für bruderinfo. Ich verstehe gut, dass die verantwortlichen Brüder ein Maskenspiel betreiben müssen, um momentan noch in ihrem sozialen Kontext aufrichtig verbleiben zu können, die Frage ist nur wie lange noch. Das Forum ist gut und ich freue mich über die offene Kommunikation, letzlich sind aber die Konsequenzen unumgänglich. Man wird auf Dauer nicht verschiedenes Wasser mit dem gleichen Gefäß transportieren können. Iregdwann wird das Gefäß durchlässig und leider ist es dann so, dass niemand einem eine Träne nachheult. Schnell sind viele Jahre fleissiger Arbeit in der Versammlung und für die Mitbrüder vergessen, wer geht, war halt nie einer von uns, das sagt man dann ganz schnell. Auch die Person wird schnell vergessen sein, es ist eben ein „Sichtungswerk“ im Gange, schnell sind viele Sprachtechniken parat, um das Ganze im Sinne einer Organsationsloyalität umzudeuten. Wieder ist der einzelne schuldig, wie schade. Selbstverantwortung ist im Umfeld der ZJ ein schwieriges Unterfangen,viele subjektive und soziale Mechanismen verzahnen sich im Kontext eines dominierenden Organisationsrahmens. Da muss man schon mental einges aushalten können, um von den auftretenden Zweifeln nicht klein und schwach gemacht zu werden. Ein grosses Vertrauen in Gott und in das eigene Denken sind notwendig, um nicht in das Loch der Schwachen und Untätigen zu fallen, dass uns ständig und immer vor Augen geführt wird. Ein Wahnsinn wenn man bedenkt, dass wir einst nur auf der Suche nach christlicher Freiheitwaren.

    Einen schönen Tag Euch allen, die Ihr am Nachdenken seid. Hoffentlich werden die Konsequenzen für viele nicht allzu schmerzlich. Leider sehe ich das so kommen, das liegt auch schon in der Natur dieses Forums, Wer denkt, leidet!!

    Bob

  • Bruderinfo
    Dezember 1, 2010

    Lieber Bob,
    du schreibst: Ich verstehe gut, dass die verantwortlichen Brüder ein Maskenspiel betreiben müssen, um momentan noch in ihrem sozialen Kontext aufrichtig verbleiben zu können, die Frage ist nur wie lange noch. Das Forum ist gut und ich freue mich über die offene Kommunikation, letzlich sind aber die Konsequenzen unumgänglich. Man wird auf Dauer nicht verschiedenes Wasser mit dem gleichen Gefäß transportieren können. Dem müssen wir entschieden wiedersprechen. Es ist nicht verschiedenes Wasser sondern das biblische. Nur um diese Wahrheit geht es. Es geht im Grunde nicht um UNS sondern um die biblische Wahrheit. Nicht um die menschliche Wahrheit. Das ist sehr wichtig das man das erkennt. Unter was für Umständen wir diesv weitergeben, bleibt jedem so überlassen wie er es selber sieht. Deine Brüder von Bruderinfo.

  • Bob
    Dezember 1, 2010

    Liebe Brüder von Bruderinfo,
    ich schätze Eure Aufrichtigkeit und Euer Ansinnen. Mit dem Wasser habe ich mich wohl etwas ungenau ausgedrückt. Ich wollte damit Bezug auf die Kommentare unter der Rubrik „Fragen und Antworten“ geben, dass Ihr auf der Bühne in der Versammlung unter veständlichen Gründen und ohne Konsequenzen nicht das äußern könnt, was Ihr hier schreibt. Das geht hier wohl den meisten so. Mit den verschiedenen Wassern habe ich die zwei Plattformen gemeint: real existierende Zeugenwelt und dieses Forum. Zwei Welten beschritten von einer Person. Das war nicht auf die Lehren bezogen, sondern auf die Kommunikationsorte. Ich gehe davon aus, dass Ihr Euch losgelöst von Personen der biblischen Wahrheit verpflichtet fühlt, sonst würdet Ihr ja wohl nicht so ein tiefsinniges Angebot in diesem Portal betreiben. Da bin ich ganz bei Euch.

    Liebe Grüsse

    Bon

  • Matthäus
    Dezember 1, 2010

    Die vielen guten und sehr treffenden Kommentare machen sehr deutlich welcher Geist in vielen Versammlungen herrscht. Da fehlt der Geist von BARMHERZIGKEIT – LIEBE – VERGEBUNG – NACHSICHT
    dieser Geist würde das Merkmal der wahren Nachfolger Jesus hervorheben und belegen.

    Solange Angst vorherrscht fehlt die Liebe das hat Johannes* mehr als deutlich in seinem ersten Brief geschrieben. Auch Jesus spricht immer wieder von Barmherzigkeit – ICH WILL diese Eigenschaft das sie praktiziert wird, sind seine Worte. Er lebt es uns vor – wer versucht es ihm gleich zu machen? Die die als Vorblider gelten sollten (nach Petrus auf die Ältesten bezogen) versagen auf breiter Ebene.

    Solange Kontrollen, böse Verdächtigungen, übertriebene Denunzierungen, die dann oft öffentliche Zurechtweisungen (an den Pranger stellen) oder gar Ausschlüsse zur Folge haben, wird es kein echtes geistiges Paradies geben.

    Ein ehemaligert Kreisaufseher brachte es auf den Punkt: „Es ist eine UNGEHÄUERLICHKEIT wenn man Brüder ausschließt die wegen der Nichtakzeptanz von den viel falschen Zeitangaben, die Gemeinschaft der Brüder verweigert!“

    * 1.Johannes 4:
    Gottes Liebe und die Liebe zum Mitmenschen

    7 Meine Freunde! Lasst uns einander lieben, denn die Liebe kommt von Gott. Wer liebt, ist ein Kind Gottes und kennt Gott.

    8 Wer aber nicht liebt, der weiß nichts von Gott; denn Gott ist Liebe. 9 Gottes Liebe zu uns ist für alle sichtbar geworden, als er seinen einzigen Sohn in die Welt sandte, damit wir durch ihn leben können.

    10 Das Einzigartige an dieser Liebe ist: Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns seine Liebe geschenkt. Er gab uns seinen Sohn, der alle Schuld auf sich nahm, um uns von unserer Schuld freizusprechen.

    11 Meine Freunde, wenn uns Gott so sehr liebt, dann müssen auch wir einander lieben.

    16 Das haben wir erkannt, und wir vertrauen fest auf Gottes Liebe. Gott ist Liebe, und wer in dieser Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

    17 Wenn Gottes Liebe uns ganz erfüllt, können wir dem Tag des Gerichts voller Zuversicht entgegengehen. Denn wir leben in dieser Welt so, wie Christus es getan hat.

    Wirkliche Liebe ist frei von Angst.

    18 Ja, wenn die Liebe uns ganz erfüllt, vertreibt sie sogar die Angst. Wer sich also fürchtet und vor der Strafe zittert, der kennt wirkliche Liebe noch nicht.

    19 Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat.

    20 Sollte nun jemand behaupten: »Ich liebe Gott«, und dabei seinen Bruder oder seine Schwester hassen, dann ist er ein Lügner. Wenn er schon seine Geschwister nicht liebt, die er sehen kann, wie will er dann Gott lieben, den er nicht sieht?

    21 Vergesst nicht, dass Christus selbst uns aufgetragen hat: Wer Gott liebt, der muss auch seinen Bruder und seine Schwester lieben.

  • Bruderinfo M.M
    Dezember 1, 2010

    Hallo Bob,
    vielen Dank für deinen offenen Kommentar. Du hast wirklich die Gefühle vieler Brüder beschrieben.
    Wir von Bruderinfo freuen uns immer wieder über die offenen Kommentare unsere Brüder, und sehen uns bestätigt, das es ein großes Bedürfnis unsere Brüder gibt, sich einmal offen Auszusprechen.

    Wir würden uns freuen Bob, auch von dir weitere Gedanken hier lesen zu können.

    Liebe Grüße deine Brüder von
    Bruderinfo

  • Dieter
    Dezember 1, 2010

    Lieber Bob, du hast den Kommentar genial geschrieben, triffst in vielem den Nagel genau auf den Kopf. Kompliment! Bin im März aus dem vermeintlichen Paradies geflohen, heisst habe meinen Ausstieg erklärt. Glücklicher als jetzt war ich nie. Allen Lesern hier wünsche ich dasselbe.

  • Shannon
    Dezember 1, 2010

    Ja, lieber Dieter, dann wünsche ich Dir, dass Du nur aus diesem vermeintlichen Paradies geflohen bist und nicht auch aus deinem Glauben an die Verheisung Jehovas.
    Die meisten Leser hier, dürften sich schon von der Organisation abgewandt haben, aber eben von Jehova nicht. Darum gibt es diese Seiten und dafür bin ich sehr dankbar.
    Ich habe festgestellt, dass viele nur mit dem Kopf und nicht mit dem Herzen dabei sind und darin besteht ein erheblicher Unterschied.

  • Dieter
    Dezember 1, 2010

    Hallo Shannon,
    danke für die Antwort auf meinen Kommentar. Meinen Glauben an die Verheissung Jehovas sprichst du an. Hmm..versteht wer wirklich, was die Bibel zu bedeuten hat. Ich weiss es nicht, will mir da auch kein Urteil anmassen. Du schreibst, aus den Kommentaren siehst du, die meisten sind nur mit dem Kopf dabei. Glaubst du wirklich von den Kommentaren hier, vor allem den kürzer gefassten auf die Einstellung schliessen kann?
    Gab nicht Jesus den Rat mit dem Richten vorsichtig zu sein? Prinzipiell zweifle ich sowieso an deiner Aussage. Denn wer sich dem unterwirft, was der tuvS erwartet, hat der die Kraft das über Jahre hinaus nur aus dem Kopf heraus zu tun?
    Ich war über 40 Jahre dabei und habe oft schmerzhaft mitbekommen, was vorschnelle Urteile über andere und auch mich bewirken können.
    Von dem Negativen was ich im Volke Jehovas (?) erlebt habe, könnte ich ein Buch schreiben. Was ich hier schon erwähnt habe, sind nur sehr kleine Auszüge davon.
    Mal davon abgesehen, ist Bruderinfo nicht auch dazu da, seinen Verstand, also Kopf zu gebrauchen?
    Ich kann nur von mir ausgehen und masse mir auch nicht an, mein Weg ist für andere das Richtige. Ende März dieses Jahres habe ich mich verabschiedet und seitdem geht es mit mir aufwärts. Das ist Fakt.
    Wünsche allen hier von Herzen alles Gute.

  • Shannon
    Dezember 1, 2010

    Hallo Dieter,

    du hast mich falsch verstanden. Ich spreche nicht von den Kommentatoren hier. Dass diese Seiten für viele eine Herzenesangelegenheit ist, spürt man. Aber in Unterhaltungen mit Brüdern spüre ich oft auch, dass die Zugehörigkeit zur Organisation eine reine Kopfsache ist. Das Herz spricht oft eine andere Sprache, nur überhört man diese gerne.

  • Alois
    Dezember 1, 2010

    Hallo Dieter

    Ich glaube Shannon hat schon recht, ich glaube das was Shannon geschrieben hat, bezieht sich auf die der Organisation treuen ZJ.

    Viele Brüder und Schwestern sind auch 40 Jahre dabei, auch Shannon, Matthäus die Brüder von Bruderinfo oder ich.
    Einige Brüder und Schwestern haben der Organisation noch nie das Herz zugeneigt. Andere haben bereits erkannt was der richtige Weg ist und haben sich innerlich von der Organisation verabschiedet. Denn wer nur Jehova und seinem Sohn das Herz zugeneigt hat, der kann wegen den schlimmen Dingen die innerhalb der Zeugen Jehovas passiert sind, auch nicht enttäuscht werden. Denn wer die Bibel mit Hilfe unseres Vaters im Himmel versteht, der erwartet geradezu diese schlimmen Vorfälle die Du auch ansprichst. Es ist somit ein Beweis dass wir im Volke Jehovas sind und nicht umgekehrt!
    Denn alles was Heute passiert, steht in den Propheten. Aber dieses Wissen ist logischerweise von dem „Sklaven“ nie gelehrt worden, denn es betrifft ihn selbst.

    Du hast den ersten Schritt erfolgreich getan, die Organisation zu verlassen. Bitte mache auch den 2. Schritt hin zu unserem wahren Hirten Jesus Christus. Lasse Dich „verlorenes Schaf“ von Jesus finden. Wenn Jesus Dich dann findet wird sich der ganze Himmel freuen, weil der Hirte ein verlorenes Schaf gefunden hat.

    Mit Dir geht es auch aufwärz wenn Du Dich auf unseren Vater Jehova verlässt. Jehova verlangt von Dir keinen Predigtdienst, keine Ansprachen, keine Kommentare und kein Besuch der Zusammenkünfte. Das hat er noch nie getan, er kann nichts für die Menschengebote und das schwere Joch der Organisation. Was für Nachteile könntest Du haben wenn Du Dich in die liebevollen Hände unseres Hirten Jesus begibst? Ich kenne keine!

  • Matthäus
    Dezember 1, 2010

    Deinen hervorragenden Gedanken ist nichts hinzuzufügen – danke!

    Wie du schon schreibst …ich glaube auch nicht das sich in der Organisation etwas ändert. Entschuldigt diesen etwas harten Vergleich – ein Regime wie es Hitler (oder ein anderer Diktaor z.B. Hussein) aufgebaut hat, wurde erst geändert als diese Machthaber nicht mehr am Ruder waren.

    Man denke nur an die Zeit Anfang der 1980iger Jahre als im Hauptbüro Ray Franz und viele andere in Brooklyn etwas ändern wollten – einer nach den anderen – sodaß große Furcht herrschte – ausgeschlossen wurden.

    Und wenn Furcht herrscht gibt es keine Liebe und alleine das ist der Beleg das hier etwas faul ist !!!

  • Matthäus
    Dezember 1, 2010

    …mein Kommentar bezieht sich auf Bob – warum er weiter unten eingeschoben wurde kann ich nicht sagen!
    Würde es mehr solche Peronen in der VS geben – insbesondere wenn sie als Älteste fungieren, dann würde eine besserer Geist in den VS herrschen!

  • Sunshine
    Dezember 1, 2010

    Lieber Matthäus,
    ich kann Dich verstehen wenn Du Dich so sehr emotional in diese Thematik einbringst.
    Das geht mir auch immer wieder so. Dann muß ich immer wieder an unseren Herrn Jesus denken, mit welcher unsäglichen Geduld und Langmut er seinen Jüngern damals versuchte die grundlegendsten Dinge zu vermitteln. Denke da gerade an den Streit um den Platz zu seiner Rechten im Königreich.
    Dazu sind wir aber Menschen, das macht es aus – sich einbringen, zu diskutieren, gegensätzlicher oder kontroverser Ansicht zu sein und am Ende sich dankbar in den Armen zu liegen, dass man unterschiedlich sein darf und trotzdem das gleiche Ziel im Auge hat. Du bleibst mein Bruder auch wenn Du nicht an 1914 glauben kannst! Welche Bedeutung hat das in 3 Millionen Jahren? Jehova und sein Sohn werden die gleichen geblieben sein und Du und ich? Wie werden wir dann über unsere heutige Diskussion reflektieren? Lachend uns auf die Schenkel klopfen??
    Mir hilft ein Gedanke immer wieder aufs Neue: Wenn Jehova so kleinkariert wäre, wie wir Ihn oft durch unsere Gedanken und Vorstellungen machen, wie schade wäre das für uns und für Ihn!
    Deshalb versuche ich „weit“ zu werden in der Vorstellung dass unser kleines -Mensch- ärgere- Dich- nicht- Spiel hier auf unserer wunderschönen Welt, ein winzig keiner Ausschnitt von einer wesentlich unvorstellbareren Erkenntnis ist, welche von uns in seiner Herrlichkeit entdeckt werden will.
    Natürlich ist es manchmal zum „Haare raufen“, wenn man immer wieder in diesem Thema zu keiner Veränderung gelangt. Doch da genau liegt der Punkt! Wirkliche Veränderungen kommen nie von Außen, sondern sind immer auf eine veränderte innere Sichtweise zurückzuführen. Machmal können äußere Zwänge (Schmerzen -physisch/ seelisch) uns zu einer veränderten Sichtweise zwingen. Das ist aber nicht immer so, dass man damit automatisch die einhergehnden Veränderungen einzuleiten weiß. Ich wünsche deshalb allen die hier mitlesen oder mitschreiben sich immer der leitenden und schützenden Hand unseres Vaters bewusst zu sein. Warum sollte er uns fallen lassen, nur weil wir uns trauen die uns von Gott gegebene Denkmaschine anzuschmeißen und der uns ebenfalls von Gott gegebenen Neugier hinzugeben (Pred. 3:11), um festzustellen dass sich manches anders verhält als wir es 30 Jahre lang geglaubt haben? Ohne diesen Mut und die Gelassenheit das alles Gut werden wird, würden wir heute noch um das Feuer tanzen.

    Ich wünsche Dir einen angenehmen Abend!

    Sunshine

  • Bob
    Dezember 1, 2010

    Lieber Matthäus, lieber Peter, liebes Mäusle, lieber Sunshine, lieber Alois, liebe Lavendel

    soweit ich Eure Kommentare und Reaktionen überblicken kann, geht es letztlich darum, sich selbst und seinem Gewissen treu zu bleiben.
    Das Dilemma ist nur, in welchen Situationen bin ich ein stiller Mitbruder, der authentisch sein Christsein lebt und als Vertrauensperson von einer Anzahl Mitbrüdern geschätzt wird, in welchen Situationen bin ich zerrissen, weil ich der „Ordnung“ und des „Friedens“ willen nach aussen etwas anderes vertrete, was ich eigentlich gar nicht so sehe, in welchen Situationen ist es notwendig seinen Mund zu öffnen, um Brüder, die von der Ältestenschaft ungerecht behandelt werden, zur Seite zu stehen. Ab welchen Zeitpunkt ist es richtig, sich das Ganze nicht mehr zuzumuten, und seine Kraft für die wichtigeren Dinge einzusetzen, sozusagen in Ruhe zum eigenen Glaubensgebäude zurückfinden, ab welchen Zeitpunkt ist es richtig, zumindest die Zerrissenheit etwas abzufedern und nicht mehr in Ämtern stehen, wann ist der gefühlte richtige Zeitpunkt, die Gemeinschaft vielleicht zu verlassen und auf Gott und Jesus zu vertrauen, dass man sein christliches Leben mit Freuden weiterführen kann. Alle diese Fragen stehen „nur“ deshalb zu Disposition, weil eine Organisation existiert, welche innere und äußere Angst verbreitet, welche uns ablenkt, uns der wirklich wichtigen Dinge zu widmen. Und genau diese Ablenkung macht uns krank. Der dahinter liegende psychologische Mechanismus
    ist fast nicht zu überwältigen: in der Tat ist die Organisation ein Verein, ihr gehören die Königreichssäle, sie bestimmt das Programm, sie ernennt die Diener, sie liefert die Literatur, sie verteilt und investiert die Spenden, sie bestimmt über Abtrünnigkeit und nicht, sie legitmiert ihre Autorität über ein religiöses Sinnsystem, sie insistiert immer wieder in den Zeitschriften, dass wir ohne sie gar nicht das hätten was wir haben, wir sollen dankbar und gehorsam sein, sie geht noch weiter und sagt, wer ihr folgt, folgt in Wirklichkeit Jesus Christus. Hinzu kommt dass ab ca. 1985 die 2. Tauffrage unmittelbar auf die Organisation, als von Gott geleitet bezogen wurde. Zuguter letzt bestimmt die Organisation auch, wer zu gehen hat, wenn er/sie sich dem Sklaven nicht fügt. Das ist erst einmal die real existierende Wirklichkeit, ein ganz gewaltiges Paket. Diese ganze Struktur durchzieht die Zeugenwelt bewusst und unbewusst bis in alle Verästelungen des religiös-sozialen Lebens. Und dann gibt es ein paar Brüder, welche aus Gewissensgründen an diesen Strukturen zweifeln und plötzlich tun sich all die eingangs erwähnten Fragen auf, viel Energie wird benötigt, um irgendwie einen Weg zu finden, das Soziale zu bewahren, seinem Gewissen treu zu bleiben, die innerlich geschürten Ängste in den Griff zu bekommen und Gegenpole zu schaffen, gemeint sind die inneren Ängste, das an sich selbst Zweifeln, das Suchen nach Sicherheit, dass man mit seinem emanzipierten Denken nicht allein ist, das Erlangen der Gewissheit, dass man, auch wenn man der Orga nicht mehr voll gehorcht, kein Christ in den Fängen des Teufels ist, vielleicht der ganze Glauben zur Disposition steht. Dann die äußere Angst, vielleicht liebgewonnene Freunde zu verlieren, unter falschen Urteilen hinausgeworfen zu werden, als Ausgeschlossener zu gelten, ein Begriff der jahrelang als Inbegriff des Bösen, des Schwachen, des Illoyalen im Kopf herumspukte. Die eingang erwänten Fragen beziehen sich alle auf mögliche Denk- und Verhaltenswege, um genau diesen Ängsten sinnvoll, konstruktiv zu begegnen, mit ihnen umgehen zu lernen, sie zu verstehen und umzudeuten, um letztlich erfrischt aus dem ganzen Dilemma hervorzutreten. Es bleibt aber leider ein Dilemma und das ist das Schlimme. Es wird nicht zu lösen sein. Man wird momentan damit leben müssen oder den einen oder anderen Weg, mehr oder weniger konsequent beschreiten. Das Schlimme an diesen Dilemma ist, dass es völlig unnötig ist. Nimmt man einfach nur die Brüder, unberücksichtigt von den normativen Kräften der Strukturen, eigentlich suchten diese nur ihren Frieden, waren einst angetan von der biblischen Wahrheit, den Verheissungen Gottes, sie griffen danach wie nach einem rettenden Seil. Aber das Seil wurde oberflächlich berührt, weil uns sehr schnell gesagt wurde, ohne die Organisation hättet ihr das Seil gar nicht, oder die Unerhörtheiten in den letzten WT Artikeln, wie könnten wir ohne den Sklaven die Bibel verstehen, wie nur? Wenn es Dir nicht passt, dann geh doch…niemand zwingt dich bei uns zu sein. Solche Sätze hört man dann und wundert sich, das Menschen vor einem stehen, die wir unsere Brüder nennen. Die Wahrheit ist Eigentum des Sklaven, gegen ein solches System prallen alle Kritiken und Reformbedürfnisse ab, wie Softbälle an einer Stahlwand. Die Struktur der Selbstüberhöhung produziert dieses Dilemma, weil eben nicht mehr die ureigensten Bedürfnisse der Brüder im Mittelpunkt stehen, sondern ein System, dass sich selbst dient, selbst lobt, pseudoharmonisiert und eiskalt wird, wenn man sich diesem nicht fügt. Die hoch gelobte Einheit ist mit einem unsäglichen Preis bezahlt worden: der einzelne dient dem System, einem Mythos, das Eigentliche, worum es geht, ist verkümmert. Und auch wenn wir das alles wissen, dennoch fallen die Entscheidungen schwer, welcher Weg unter den eingangs erwähnten Optionen einzuschlagen ist. Es ist deshalb so schwer, weil wir das Verkümmerte hervorholen wollen, gerade nicht selbstgerecht weil es um die christliche Freiheit, die innere Freiheit, die angstfreie Freiheit geht. Die unvermittelte Nähe zu Gott. Wir haben das einst gesucht, ein Seil wurde uns gereicht, aber es hat den Glaubenssuchenden in erster Linie mit einer Struktur verbunden und nicht mit der unmittelbaren Nähe Gottes, und wir haben in unserem System gelernt immer wieder dem Sklaven Respekt zu zollen, unpassend gehorsam zu sein, ihm zu danken,…und dann hat man Gott so manches Mal vergessen, vieles sogar als lästig empfunden. Wieder perdigen, wieder berichten, wieder eine Aufgabe, wieder eine Traktataktion. Und man hat in den vergangenen Jahren oft begonnen zu zweifeln, ob man noch stark genug ist, Gewissensbisse gehabt, wenn man sich für das eine oder andere nicht aufraffen konnte, und dann kamen die Artikel im WT, wir sollen auf unser Geistiggesinntsein achten, die Freiheit schätzen die wir im Gegensatz zu den „Weltmenschen“ haben, dann kamen die Artikel „meide den Gruppenzwang“, hüte dich vor diesem und jenem…und dann dachte man so an die Fürsorglichkeit der Brüder, die all diese Gedanken für uns aufschreiben, und wieder zweifelte man an sich, ob man wohl dankbar genug ist, ob man wohl genug Wertschätzung hat. Es ist ein schwerer Weg, nahezu eine Ungalublichkeit zu erfahren, wenn der Verdacht aufkommt, dass jene, die uns vor all den Dingen dauernd warnten, die so „fürsorglich“ waren, mit ihrem System selbst die Ursache waren, ein Unbehagen zu verbreiten. Und mit den vielen Artikeln wurde uns Glauben gemacht, dass eben genau dieses Unbehagen „unser“ Problem ist, welches und jetzt wird es kompliziert, mit der „Hilfe“ Gottes bewältigt werden kann. Hier wird das Wort Gottes instrumentalisiert und in eine Richtung gewendet, ein System zu stützen und nicht den Gauben des Einzelnen. Das ist das Dilemma des ganzen Konstrukts, was es so schwer macht, mit neu gewonnener Selbstsicherheit neue Wege zu gehen. Ich und meine Familie sind unsn nicht sicher, wohin unser Weg enden wird. Aber eines ist sicher, nichts kann uns von der Liebe unseres Gottes trennen. Wir fühlen uns unserem Herrn Jesus sehr zugeneigt und danken unserem Vater im Himmel für das Leben und die Schöpfung und für seine Verheissungen. Letztlich liegt alles in seiner Hand. Das ist sehr sehr beruhigend Dann vergessen wir das ganze Konstrukt und sorgen uns um das, worauf es ankommt. In der Nähe unseres Gottes bleiben zu wollen. Seid mir ganz lieb gegrüsst, meine Brüder

    Euer Bob

  • Matthäus
    Dezember 1, 2010

    Hallo Sunshine, danke für Deine lieben Worte!
    Ich habe kein Problem damit ob jemand an 1914 glaubt oder nicht – wir sind doch freie Menschen.
    Nicht so in dieser Organisation, hier gilt „WIR“ sind der Herr und ihr habt zu gehorchen untertan zu sein und zu glauben was wir als Speise austeilen.

    Vor Jahren habe ich den ganzen Schriftverkehr von dem schwedischen Bruder Johansen (er war Sonderpionier) den er mit Brooklyn geführt hat, gelesen. Seine Argumente und Recherchen bis hin in Universitäten waren überwältigend. Er hat umfassende Beweise zusammengetragen und den Brüder der LK vorgetragen – seine Argumente konnten nicht entkräftet werden. Die Folge, weil er auch mit Brüdern (Kreisaufseher BA Brüder aus dem Bethel und und sogenannt Reifen)sprach, wurde er ausgeschlossen und damit MUNDTOD gemacht. (er schrieb später ein Buch darüber)

    Auch heute wenn jemand diese Beweise prüft und zur Überzeugung gelangt (wie die gesamte Geschichte und Wissenschaft auch) daß 607 als Jahreszahl für die Zerstörung Jerusalems nicht stimmt und damit auch 1914 keine Grundlage mehr hat und er spricht über WAHRHEITEN, wird er ausgeschlossen.

    Diese Unerhrlichkeit und damit Ungerechtigkeit von solchen die sich „DIE WAHRHEIT“ an die Fahnen heften möchten, läßt Emotionen hochkommen.

    Schlimmer noch, es haben Brüder in der eigenen Literatur des trvSk. Belege gefunden (all die Regierungsjahre von den babylonischen Königen die in der Literatur genannt werden – aneinandergereiht – ergeben für die Zerstörung Jerusalems für das Jahr 586/87 v.u.Z.) auch das wird ignoriert. Das kommt mir vor als in Zeiten der Inquisition eine Hexe zum verbrennen auf den Scheiterhaufen verurteilt wurde, ihre Unschuld jedoch noch vor dem anzünden belegt werden konnte, wird sie dennoch verbrannt.

    Die Kirche hatte die Macht und duldete keinen Widerspruch – in gleicher Weise handelt die Organisation – und das erschüttert mich zutiefst!

  • Alois
    Dezember 1, 2010

    Hat sich in Samaria was geändert als viele Propheten die vielen Sünden und die Baalsanbetung kritisiert haben?
    Nein!

    Hat sich in Jerusalem zur Zeit Jeremias was geändert, als viele Propheten das Ende Jerusalems und seine Zerstörung angekündigt haben, wenn Jerusalem nicht umkehrt?
    Nein!

    Hat sich in Jerusalem zur Zeit Jesu was geändert als Jesus das Ende der Stadt angekündigt hat?
    Nein!

    Wird sich in der Organisation was ändern, obwohl die Bibel mit Hilfe der Vorbilder und den vielen Prophezeihungen der Bibel die Probleme und Sünden aufzeigt, sowie vielen Brüdern welche die vielen Probleme ansprechen?
    Nein!
    Deswegen wird auch die Organisation von Jehova vernichtet werden.

    Jer. 25:29
    Denn siehe, bei der Stadt, welche nach meinem Namen genannt ist, beginne ich Übles zu tun, und ihr solltet etwa ungestraft bleiben? Ihr werdet nicht ungestraft bleiben; denn ich rufe das Schwert über alle Bewohner der Erde, spricht Jehova der Heerscharen.

    Wir sind Heute an der gleichen Stelle wie Elia war:

    1. Könige 18 :21-22
    21. Da trat Elia zu dem ganzen Volke hin und sprach: Wie lange hinket ihr auf beiden Seiten? Wenn Jehova Gott ist, so wandelt ihm nach; wenn aber der Baal, so wandelt ihm nach! Und das Volk antwortete ihm kein Wort.
    22. Und Elia sprach zu dem Volke: Ich allein bin übriggeblieben, ein Prophet Jehovas, und der Propheten des Baal sind vierhundertfünfzig Mann.

    Wir werden somit aufgefordert uns zu entscheiden, ob wir dem Baal oder Jehova nachwandeln wollen. Sicherlich haben wir noch eine gewisse Zeit um uns zu entscheiden, aber irgendwann wird die Tür zu sein.
    Die Geschichte mit Elia beweist auch dass die Jehova treuen Brüder absolut in der Minderheit sind. Nicht umgekehrt wie es die Organisation gerne darstellt. Und mit der Christenheit hat das sowieso nichts zu tun, denn sie ist nicht Jehovas Volk.

  • Mäusle
    Dezember 1, 2010

    Jehova hat uns in seinem Wort einige Hinweise gegeben,
    wie wir uns das Paradies, egal ob auf der Erde oder im Himmel,
    vorstellen können.

    Mein Arbeitgeber, selbst ein ZJ, einer der auch schon viel
    mit gemacht hat, klammert sich auch ständig an das „geistige
    Paradies“, was ihm offenbar die Kraft gibt, alle Drangsale auch in der Versammlung zu ertragen.

    Wenn er damit zurecht kommt, so ist es ja in Ordnung.

    Ich selbst kann mich allerdings dieser „Gelassenheit“ nicht anschließen.

    Jede Gesellschaft, in der es strenge Hirarchien gibt hebt sich von anderen ab.

    Auch die Scientologen haben wesentliche Merkmale, welche beianderen Gesellschaften oder gar bei einfachen Bürgern nicht zu finden sind.

    Würden all die Eigenschaften auf Freiwilligkeit beruhen, ja, dann könnte man von etwas besonderem reden.

    Doch in der Regel werden aussergewöhnliche Strukturen, eben wie bei den ZJ, auf ein hohes Mass an Druck erzeugt.

    Wie sieht es auf unseren Kongressen wirklich mit der „Liebe“ aus?

    Alleine schon der Irrsinn im Kampf um den besten Parkplatz bis hin zum erreichen des besten Sitzplatzes zeugt bei mindestens 90% aller sich im geistigen Paradies befindlichen ZJ einen Kampfgeist, der nichts paradiesisches oder liebevolles an sich hat.

    Letztes Jahr durfte ich in Friedrichshafen auf dem BZK sogar miterleben, wie „zwei Paradiesvögel“ sich um einen Parkplatz gestritten haben.

    Ein Paradies schaffen indem man Gemeinschaftsentzüge ausspricht ist erfahrungsgemäß auch nicht der richtige Weg, alleine schon deshalb, weil die WTG kein Rechtsempfinden hat und sich als wenig ausgeglichen in Rechtsangelegenheiten zeigt.

    Der Apostel Paulus hatte so seine Sorgen mit der Versammlung in Korinth.

    Dann lies er eine Ermahnung ergehen, welche wir in 1.Kor.6:9-10 finden, wo von Hurerei, Trunkenheit, Götzendienst, Diebstahl, Schmähungen u.s.w. die Rede ist.

    Doch im „geistigen Paradies“ scheint man größten Wert auf beobachtungen der Personen zu legen, welche in irgend einer Form sexuell auffällig werden.

    Im „geistigen Paradies“ werden Autos, Kleidung, Urlaub und Immobilien schon fast als „Götzen“ verehrt, doch das kümmert keinen. Schmähungen gegenüber anderen Brüdern sind an der Tagesordnung, sind es nicht selten Älteste, die hinter dem Rücken über andere Brüder herziehen, auch das „verfolgt“ niemand.

    Übermässiges Tringen wird eigendlich nur dann verfolgt, wenn ständig ein Betroffener gut alkoholisiert in die VS kommt, ansonnsten kümmert es wenig, wann, wieviel und was getrunken wird.

    Sieht so ein Paradies aus?

    Die WTG legt vor was gut und nicht gut ist und allen ander lafen dieser Lehre hinterher, bis die WTG wieder etwas anderes lehrt.

    Bitte versteht mich nicht falsch, wir alle machen Fehler, doch warum zeigt sich die „Organisation“ in Sachen Unmoral so hart und unbarmherzig, alle anderen von Paulus angesprochenen Punkte finden nur am Rande Beachtung?

    Na ja, offensichtlich sieht es schon so aus, dass ZJ höhere Moralvorstellungen haben, doch ist dem wirklich so?

    Oder kann es nicht auch sein, dass der „Sünder“ bei den ZJ einfach vorsichtiger ist um nicht ertappt zu werden, weil er die Härte der Ältesten und deren Urteile umgehen möchte?

    Die Ältesten, die hier mitwirken, können sicher bestätigen, dass bei einigen Rechtsfällen, bei denen „Sünder“ durch einen Zufall entlarft wurden, „Sünden“, vor allem in Bezug auf Unmorall, lange Zeit geheim halten konnten.

    Ich finde, das geheim halten einer Sünde, macht nicht unwillkürlich eine bessere Moral.

    Aber ich denke, genau das ist in den Versammlungen der Fall.

    Mit geistigem Paradies hat dies allerdings recht wenig zu tun.

    Wenn das „geistige Paradies“ ein Spiegelbild künftiger Segnungen sein soll, dann frage ich mich ernstlich, ob ich solch einen Segen überhaupt in Anspruch nehmen wollte.

    Aber zum Glück sind derartige Zweifel unnötig, wissen wir doch alle, dass unser Vater im Himmel gerecht ist un Ungerechtigkeit beseitigen wird.

    Das ist unsere Hoffnung und unser Trost.

    LG

  • Matthäus
    Dezember 1, 2010

    Deine Beobachtungen und Erfahrungen Mäusle muß ich leider bestätigen. Nicht daß ich Anklage erheben möchte weil ein Bruder ein Glas zuviel getrunken hat, damit wird er noch lange nicht zum Trunkenbold.

    Doch wenn derjenige eine Ältester ist – so beobachtet bei einem Familientreffen/Hochzeitstag – der nur mit Mühe ins Auto verfrachtet werden kann – er will weiterfeiern – dann solche oder die die das billigend beobachten und in Kauf nehmen, dann andere anklagen und verurteilen, dann steigt mir schon die Galle hoch.

    Diese Heuchelei und Scheinheiligkeit ist einzigartig, weil „sie“ ja sooo brav und anders sind als die übrige böse Welt. Wenn dann dieser Älteste auf den kleinen Sünder in der Gruppe (Komitee) auf andere „einschlägt“ – richtet und verurteilt – dann wird das „geistige Paradies“ zur Farce.

    Nicht umsonst hat Jesaja im Kap. 59 folgendes geschrieben:

    14 Und das Recht wurde zum Zurückweichen gezwungen, und die Gerechtigkeit selbst blieb einfach in der Ferne stehen. Denn die Wahrheit ist sogar auf dem öffentlichen Platz gestrauchelt, und die Geradheit vermag nicht einzutreten.

    15 Und die Wahrheit wird vermißt, und irgendeiner, der sich von Schlechtem abwendet, wird ausgeplündert.

    Und Jehova sah [es] schließlich, und es war böse in seinen Augen, daß es keine Rechtsprechung gab. 16 Und als er sah, daß kein Mann da war, begann er sich erstaunt zu zeigen, daß keiner da war, der dazwischentrat. Und sein Arm rettete dann für ihn, und seine eigene Gerechtigkeit war das, was ihn stützte.

  • tobi
    Dezember 1, 2010

    Wirkliche echte Freunde sind meiner bescheidenen Meinung nach innerhalb der Organisation sehr, sehr rar.
    Zum Unterschied dazu die sogenannten Freundschaften innerhalb der Versammlung ja die gibt es— mit der Einschränkung des gedachten „Aber“—und d.h., nur solange man mit der aktuellen Lehrmeinung konform geht.
    Wie eine „heiße Kartoffel“ wird man meisten fallen gelassen sobald ein anrüchiger Makel gesichtet wird.
    Das Traurige ist doch, dass die Themen dieser Webseite innerhalb der Versammlung auch im sogenannten Freundeskreis nicht diskutierbar sind.
    Wer es versucht sieht sich doch sehr schnell mit einem Rechtskomitee konfrontiert.

    „Geistiges Paradies“? Bei den Zeugen Jehovas?
    Verzeiht mir liebe Schwestern und Brüder, ein mittlerweile müdes und gequältes Lächeln habe ich als sichtbare Antwort.

    Es ist gut, dass es diese Seite gibt!

  • Matthäus
    Dezember 1, 2010

    Wenn in einem Rechtsverfahren das Urteil
    ” Gemeinschaftsentzug ” gefallen ist, dann fordern die Richtlinien der Organisation uns praktisch alle auf, sich daran zu beteiligen, den Verurteilten sinnbildlich zu “steinigen” und ihn gleichsam als Toten zu behandeln, solange er einen Gemeinschaftsentzug “hat” – selbst wenn wir überhaupt nicht wissen, was in der geheimen Verhandlung gesagt wurde.

    Ich denke , wohl jeder, der wirklich Achtung vor dem himmlischen Richter und vor seinem Sohn hat, müsste ernstlich über seine persönliche Verantwortung nachdenken, wenn er dazu aufgefordert wird, seinen eigenen Stein zu werfen. In solch einer Situation kommt es nicht auf Loyalität an, sondern auf Eigenverantwortung. Weigern wir uns also einfach solche Anweisungen zu befolgen, und handeln wir nach unserem Gewissen.

    Als die Pharisäer eine Ehebrecherin vor die Füße Jesu zerrten, um von ihm die Erlaubnis zu erhalten sie zu steinigen sagte Jesus: “Wer von euch ohne Sünde ist, soll den ersten Stein werfen” Da zog sich von den Anklägern einer nach dem anderen zurück.” Joh. 8:7–9

    Die Worte aus der Bergpredigt Jesu sollte uns hier eine Warnung sein:

    “Urteilt nicht über andere, damit Gott euch nicht verurteilt. Denn so wie ihr andere verurteilt, werdet auch ihr verurteilt werden.” Matth. 7 : 1,2

    WT 01 15. 12. S. 19-20 „Lernt von mir“
    Jesu Beispiel der Barmherzigkeit

    ….sie hätten „die gewichtigeren Dinge des GESETZES außer acht gelassen, nämlich das Recht und die Barmherzigkeit und die Treue“. Wer würde sich wünschen, von Jesus für einen Pharisäer gehalten zu werden?

    …mehr als nur einmal erwähnte Jesus nahezu frustriert: „Ich will Barmherzigkeit – wenn ihr es nur verstehen würdet!“

  • Matthäus
    Dezember 1, 2010

    Auch dieser Artikel bringt in das vermeintliche geistige Paradies „helleres Licht“ – Danke!

    Was allerdings sogar nicht in „ein Paradies“ paßt sind Belehrungen durch den trvSk. daß er von JEDEM in der Gemeinschaft erwartet, ja verlangt – wie ein eigener Programmpunkt am BK lautete:

    „Nur die lieben die Jehova lieben!“

    Oder die Anweisung wie : „Jeder der nicht ALLE Lehren wie sie NUR ZJ verstehen ist als böser Abtrünniger zu sehen – diese Person ist zu hassen man soll Ekel vor diesen haben.“

    Ich stelle die Frage in den Raum: Hat sich Jesus geirrt als er lehrte: „Liebe Deine Feinde, bete für die die euch verfolgen“?

    Oder stimmt die Lehre durch Johannes welcher mahnend seine Stimme erhob: „…wenn du deinen Bruder den du siehst nicht liebst, dann kannst du Gott gar nicht lieben!“ 1.Johannes 4:19,20

    Im Kap. 3 davor erwähnt Johannes sogar das jeder der seinen Bruder nicht liebt ein Kind des Teufels ist.

    Welch große Schuld lädt „dieser Sklave“ auf sich wenn er sich anmaßt der einzige zu sein der die Brüder mit Speise zur rechten Zeit versorgt?

    Dort wo HASS gepredigt wird fehlt nicht nur die Liebe, so wie sie Jesus verstand und vorlebte und als Merkmal für seine wahren Nachfolger bezeichnete, sondern wo ist dann zumindest in diesem Bereich ein Unterschid zu den Hasspredigern der fundamentalen Religionen? …nur mehr im tatsächlichen töten?

    Was stand im WT 1953 wie bereits in diesem Forum mit Erschütterung festgestellt: Nur die Gesetze des Landes hindern uns daran Abtrünnige zu töten!

  • Terdie
    Dezember 1, 2010

    Hallo Matthäus,

    ich hatte dir bereits auf dein Kommentar geantwortet
    und hoffe mal, dass Bruderinfo diesen auch freischaltet,
    damit evtl. Missverständnisse dadurch geklärt werden…

  • Matthäus
    Dezember 1, 2010

    Du meinst sicher meine Kritik an deiner Äusserung – der Organisation und ihrer Lehre zu vertrauen – ich habe jedoch deine Antwort nicht gefunden!

Write a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

5 × 1 =